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Mittwoch, 31. August 2016

[MINI-REZENSION] "Cornwall mit Käthe"

Cover
Quelle: Ullstein
Die Autorin
Stephanie Linnhe wuchs im nördlichen Ruhrgebiet auf. Nach dem Publizistikstudium ging sie für ein Jahr nach Australien und arbeitete als Story Writer sowie als Tourguide mit Schwerpunkt in Sydney. Zurück in Europa, führten Projekte sie in die Schweiz und nach England, bis sie 2008 in die Welt der Computerspiele eintauchte. Seitdem kümmert sie sich um die Texte eines Karlsruher Onlinespiel-Anbieters, schreibt nebenher für Zeitungen und Zeitschriften, mischt hin und wieder bei Filmdokumentationen mit und versucht, das alles mit permanenter Reisewut zu vereinen.

 
*Produktinformation*
Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: List Taschenbuch (17. Juni 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 354861275X / ISBN-13: 978-3548612751
Größe und/oder Gewicht: 12 x 2,6 x 18,7 cm


Leseprobe

Quelle: bic-media.com  *lies mich*  


Die Geschichte... 
Junas sehnlichster Wunsch ist eine Reise nach Cornwall, wo sie hin will, seitdem ihre Tante regelmäßig Postkarten von der grünen Halbinsel schickt. Doch die durchorganisierte Frau findet keine Reisebegleitung in ihrem Alter und da sie sich nicht mit dem Auto fahren traut, bucht Juna schweren Herzens eine Busreise nach Cornwall. Leider ist die 28-jährige Juna das Küken in der Runde, doch ihre 82-jährige Sitznachbarin Käthe entpuppt sich als angenehme Reisebegleitung, die mit allen Wassern gewaschen ist. Und Käthe besitzt sogar ein Handy, doch weil sie sich damit nicht auskennt, muss Juna immer wieder mit Käthes Enkel "Blacky" telefonieren, der ihr wahnsinnig auf die Nerven fällt, aber eine unglaublich angenehme Stimme hat...
 
Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Mir war nach einem leichten Roman und so musste dieses Buchgeschenk dran glauben.
 
Reihe: Nein, Einzelbuch

Handlungsschauplatz: Die Story führt uns von Deutschland aus per Reisebus nach Cornwall. Durch die lebendigen Orts- und Landschaftsbeschreibungen kann man sich alles wunderbar vorstellen, so als ob man selbst mit dabei wäre.

Handlungsdauer: Die Story beginnt im September, die Reise startet am 14. März des darauffolgenden Jahres, dauert ca. 1 Woche und endet mit dem Epilog 1 Jahr später.

Hauptperson: Die 28-jährige Juna Flemings  ist blond, immer dezent zurechtgemacht, seit 3 Jahren Single und ein kleiner Kontrollfreak.  Die grundsolide Projektmanagerin will ihren Traum verwirklichen, doch sie findet für die Reise nach Cornwall keine Begleitung und bucht deshalb eine Busreise... Juna ist eine sympathische Protagonistin, auch wenn sie manchmal ein wenig steif wirkt und ich nicht alle ihrer Handlungen 100%ig nachvollziehen konnte.

Nebenfiguren: Die mitwirkenden Nebencharaktere wie z.B. ihre beste Freundin Gabs (Gabs ist eine wahre Naturgewalt, Junas Kollegin bei "Möbel Mommertens" und das komplette Gegenteil von Juna), Junas Sitznachbarin Käthe Carstens (die 82-jährige Dame ist klein, zart, eine rüstige und interessante Person), Mads "Blacky" Carstens (der 32-jährige Enkel von Käthe treibt Juna mit seinen Anrufen und seiner autoritären Art zur Weißglut, obwohl er eine sexy Stimme am Telefon hat),  Fabio Bertani (der attraktive Italiener verdient sich seine Brötchen als Busbegleiter auf der Cornwall-Reise und zeigt sich an Juna interessiert), der griesgrämige Busfahrer Waldi Wewers und diverse Reisebekanntschaften sind durchwegs interessante Persönlichkeiten, die sich gut ins Geschehen einfügen.

Romanidee: Nette Grundidee mit einer gelungenen Umsetzung, denn mit dem klischeehaften Rollenbild von alten Menschen wird hier gehörig aufgeräumt.
 
Erzählperspektive: Die turbulenten Ereignisse werden aus dem Blickwinkel von Juna (in der 3. Person) erzählt, die uns einen Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt gewährt.
 
Handlung: Unterhaltsamer und ereignisreicher Road-Trip mit allerlei Wirrungen, Turbulenzen & Stolpersteinen, der vorhersehbare, langatmige sowie etwas schwerfällige Passagen enthält, die den Lesefluss ein wenig bremsen.

Schreibstil & Co:   Diese Geschichte wartet mit einer ausdrucksstarken Schreibweise mit Hang zu ausschweifenden Beschreibungen, eher langen Kapiteln (ab 20 Seiten aufwärts) und unterhaltsamen Dialogen auf.

FAZIT:
"Cornwall mit Käthe" ist eine nette Urlaubsgeschichte, die uns nach Cornwall entführt und für ein paar kurzweilige Lesestunden sorgt. Da dieser Roman nicht der beste seiner Art ist, mich aber dennoch unterhalten hat, erhält "Cornwall mit Käthe" bescheidene 4 (von 5) Punkte.
 

Dienstag, 26. Juli 2016

[MINI-REZENSION] "Shopaholic & Family" (Band 8)

Cover
Shopaholic & Family
Quelle: Random House
Die Autorin
Die britische Autorin Sophie Kinsella (geboren 1969 in London) begann ihre schriftstellerische Karriere bereits mit 24. Damals hieß sie noch Madeleine Wickham, hatte für ein Jahr Musik in Oxford studiert und war anschließend zu Politik, Philosophie und Ökonomie übergewechselt. Kinsella arbeitete als Wirtschaftsjournalistin - ein Metier, in das sie auch die Heldin ihrer erfolgreichen "Shopaholic"-Reihe steckt: Die chronisch klamme Rebecca Bloomwood gibt ihren Lesern Finanztipps. Die sich daraus ergebenden Verwicklungen sorgen nicht nur für großes Lesevergnügen, sondern sind auch gut anzuschauen: Der Bestseller "Shopaholic - Die Schnäppchenjägerin" wurde ein Kinohit. Auch alle anderen Bücher von Kinsella stehen weit oben auf den Bestsellerlisten. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in London.

*Produktinformation*
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (13. Juni 2016) / Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442484820 / ISBN-13: 978-3442484829
Originaltitel: Shopaholic to the Rescue
Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 3,7 x 19 cm

Leseprobe
Quelle: randomhouse.de  *lies mich*

 
Alle, die diese Serie noch lesen möchten und die Vorgängerbände nicht kennen, sollten an dieser Stelle lieber nicht weiter lesen!

Die Geschichte...
Beckys Vater und Suzies Mann Tarkie sind spurlos verschwunden und nur eine rätselhafte Nachricht hinterlassen, dass Beckys Vater einen Fehler aus der Vergangenheit gut machen muss. Deshalb machen sich Becky samt Ehemann Luke, Tochter Minnie, Tarkies Frau Suzie, Beckys Mutter, deren Nachbarin und Freundin Janice sowie Erzfeindin Alicia in einem Wohnmobil auf die Reise Richtung Nevada. Damit beginnt ein aufregender Roadtrip für alle Mitreisenden...

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Da ich ein Shopaholic-Fan der ersten Stunde bin, musste ich auch den neusten Roman dieser Reihe lesen.

Reihe: 8. Band der Shopaholic-Reihe, knüpft an den 7. Band "Shopaholic in Hollywood" an.

Handlungsschauplatz: Erneut wurde der Schauplatz nach Los Angeles verlegt, die Story führt uns allerdings auch an andere Orte, die auf der Route nach Nevada liegen und wartet mit lebendigen Landschafts- und Schauplatzbeschreibungen ab.

Handlungsdauer: Die Story umfasst eine Handlungsdauer von mehreren Tagen.

Hauptperson: Rebecca "Becky" Brandon (geborene Bloomwood) ist schätzungsweise Ende 20/Anfang 30, mit dem attraktiven Geschäftsmann Luke Brandon glücklich verheiratet und Mutter der 2 1/2-jährigen Minnie, die sie wegen ihres starken Willens immer wieder auf die Probe stellt. Diesmal ist die vielbeschäftigte Engländerin mithilfe ihres Anhangs auf der Suche nach ihrem Vater, der verschwunden ist und nur eine kryptische Nachricht hinterlassen hat. Und in dem ganzen Chaos vergisst Becky sogar auf Shoppen...

Endlich ist sie da - die herbeigesehnte Wandlung von der konsumsüchtigen Becky zur etwas gereifteren Version, die erkennt, dass ständiges Einkaufen nicht alles ist und es noch mehr im Leben gibt! Ich mochte Becky auch vorher, aber ihr oftmals oberflächliches und blauäugiges Verhalten ging mir mit der Zeit immer mehr auf die Nerven und das hat sich nun alles zum Guten gewendet.

Nebenfiguren: Neben bereits bekannten Nebenfiguren wie Beckys Ehemann Luke Brandon (der Inhaber von Brandon Communications  hat immer viel zu tun und liebt seine kleine Familie sehr) und ihre gemeinsame 2 1/2-jährige Tochter Minnie (die mit einem entzückenden Äußeren und Durchsetzungsvermögen gesegnet ist), Beckys Eltern (ihr pensionierter Dad Graham ist verschollen und ihre Mum Jane dreht vor Sorgen fast durch), deren Nachbarin Janice (die Beckys Mum unterstützen möchte), ihrer Schwiegermutter Elinor, ihren Freunden Danny Kovitz (ein begehrter, etwas schräger Modedesigner) und Suzie Cleath-Stuart (ihre beste, wunderschöne Freundin ist mit Lord Tarkin Cleath-Stuart alias Tarkie verheiratet, der ebenfalls verschwunden ist, weshalb Suze manchmal nicht sie selbst ist, was ihre Freundschaft auf eine harte Probe stellt) sowie ihre "unbeste" Freundin Alicia Merelle (Alicia führt mit ihrem Mann in L.A. das "Golden Peace", wo sich in L.A. die Reichen und Schönen aufhalten. Doch Becky traut ihr nicht über den Weg, obwohl sie zu allen nett ist und sich vor allem mit Suzie gut versteht) treffen wir auf einige Neuzugänge, die sich ansprechend in die Handlung einfügen.

Während ich Beckys Mum Jane und ihre Freundin Janice hier klasse finde, ist mir das Verhalten von Suze und Alicia oftmals gegen den Strich gegangen. Und Suze wirkt manchmal so gar nicht sympathisch.

Romanidee: Reizvolle Idee, die mit frischen Einfällen und einer gelungenen Umsetzung punktet.

Erzählperspektive: Wie gewohnt, schildert Ich-Erzählerin Becky die turbulenten Geschehnisse aus ihrer Sicht und lässt uns dabei an ihren Gefühlen & Gedanken teilhaben. Zwischen den Kapiteln finden sich immer wieder E-Mails ihres ehemaligen Bankberaters Derek Smeath und diverse Briefe, was die Geschichte ein wenig auflockert.


Handlung: Im 8. Shopaholic-Band erleben wir gemeinsam mit Becky und deren Familie und Freunden wieder einige abgedrehte Abenteuer, Turbulenzen und Stolpersteine am laufenden Band. Zuerst mal muss ich erwähnen, dass mir "Shopaholic & Family" viel besser als der Vorgängerband gefallen hat, was vor allem daran liegt, dass Becky hier eine erstaunliche Wandlung durchlebt und immer wieder für eine Überraschung gut ist. Obwohl die Story, die mit einem Cliffhanger endet, doch noch klitzekleine Längen und einige ausgeschmückte Beschreibungen enthält, so fehlt hier fast die Oberflächlichkeit, der Konsumwahn und diese übertriebene Dramatik, die mich im 7. Teil so gestört hat.

Schreibstil & Co:  Die locker-leichte Schreibweise, die amüsanten Wortgefechte und die lebendigen Orts- und Schauplatzbeschreibungen runden die vergnügliche Story ab und bringen einen auch mal zum Lachen.

FAZIT:
In ihrem neuesten Roman "Shopaholic & Family" schickt uns Sophie Kinsella auf 384 Seiten buchstäblich in die Wüste bzw. auf einen abenteuerlichen Roadtrip, der das Verschwinden von Beckys Vater und Suzes Mann lüften soll. Abgesehen von ein paar kleinen Mankos hat mich "Shopaholic & Family" dank des abwechslungsreichen Plots, der liebgewonnenen Charaktere sowie des flüssigen Schreibstils wunderbar unterhalten, weshalb ich dafür gern wundervolle 4 (von 5) Punkte mit Tendenz zu 4 1/2 Punkten vergebe.

 

Mittwoch, 29. Juni 2016

[MINI-REZENSION] "Die längste Nacht"

Cover
Quelle: Arena
Die Autorin
Isabel Abedi, 1967 geboren, arbeitete 13 Jahre lang als Werbetexterin. Abends, am eigenen Schreibtisch, schrieb sie Kinder- und Bilderbuchgeschichten und träumte davon, eines Tages davon leben zu können. Dieser Traum hat sich längst erfüllt: Isabel Abedi hat inzwischen zahlreiche sehr erfolgreiche Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht, von denen manche bereits ausgezeichnet und in andere Sprachen übersetzt wurden. „Die längste Nacht“ ist Isabel Abedis fünfter Jugendroman.

*Produktinformation*
Format: Kindle Edition / Dateigröße: 2514 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 408 Seiten
Verlag: Arena Verlag (2. März 2016)
Sprache: Deutsch
ASIN: B019NV1U14
 


Leseprobe
Quelle: thalia.at *lies mich*


 
 
Die Geschichte...
Nach dem bestandenen Abitur machen sich Vita und ihre Freunde Trixie und Danilo auf den Weg, um in einem alten VW-Bus Europa zu erkunden. Die Reise führt sie auch nach Italien und dort landen die Freunde in einem kleinen Dörfchen namens Viagello, dessen Namen Vita kurz zuvor in einem unveröffentlichten Manuskript im Arbeitszimmer ihres Vaters gelesen hat. Und nicht nur von dem Ort, sondern auch von dem gutaussehenden Luca, den sie auf dem Marktplatz kennenlernt, wird Vita magisch angezogen. Doch warum weckt Viagello Erinnerungen in Vita, wenn sie noch nie zuvor in Italien war? Und was hat es mit dem geheimnisvollen Romanentwurf des Bestsellerautors Sol Shepard auf sich?

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Da ich die Romane von Isabel Abedi sehr mag, musste ich natürlich auch ihr neuestes Werk "Die längste Nacht" lesen und habe es nicht bereut.
 
Reihe: Nein, Einzelbuch

Handlungsschauplätze: Die Reise führt uns von Hamburg nach Italien, genauer gesagt, in das kleine Dorf Viagello und wartet dabei mit so malerischen Orts- und Schauplatzbeschreibungen, dass man sich alles wunderbar vorstellen kann und am liebsten gleich die Koffer für eine Reise nach Viagello packen würde.

Handlungsdauer: Die Geschichte spielt sich im Sommer ab, dauert mehrere Tage und endet mit dem Epilog.

Hauptperson: Die 17-jährige Viktoria "Vita" Eichberg lebt mit ihren Eltern (der Vater ist ein erfolgreicher und arbeitsamer Verleger, die Mutter Hausfrau) in Hamburg, obwohl die Eichbergs keine wirkliche Familie sind, sondern nur nebeneinander her leben. Deshalb ist das hübsche Mädchen einsam und auch ihre ältere Schwester Livia, die 13 Jahre zuvor bei einem Unfall gestorben ist, wird totgeschwiegen. Deshalb ist Vita froh, als sie nach dem bestandenen Abitur ein mehrwöchige Europareise unternehmen darf, doch diese stellt ihr Leben komplett auf den Kopf... Vita ist eine überaus sympathische und vielschichtige Protagonistin mit Ecken & Kanten, die man schnell ins Herz schließt und mit der man sich identifizieren kann.

Nebenfiguren: Die mitwirkenden Personen wie Vitas Eltern, ihre Freunde Trixie (die 18-jährige ist Vitas beste Freundin und liebt die Thriller von Sol Shepard) und Danilo (der 18-jährige Junge ist Trixies Freund und ihr Reisegefährte auf dem abenteuerlichen Road Trip), Luca (Vita ist von dem 19-jährigen attraktiven Italiener, der den Tanz auf dem Seil meisterhaft beherrscht, auf Anhieb fasziniert) und diverse Bewohner von Viagello sind interessante und gut ausgefeilte Charaktere, die  sich wunderbar in die Handlung einfügen.

Romanidee: Reizvolle, nicht ganz neue Grundidee (eine Wahrheitssuche mit vielen Emotionen und ein wenig Romantik) mit hervorragender Umsetzung.

Erzählperspektive: Die temporeichen Geschehnisse werden aus der Sicht der Ich-Erzählerin Vita  geschildert, die uns Einblick in ihre Träume, Gedanken und Gefühle gewährt, so dass man mit der liebenswerten Hauptperson mitleidet und mitfühlt. Weiters berichtet in kursiver Schrift eine unbekannte Person über die aktuellen Ereignisse und seine Erinnerungen an längst vergangene Tage.

Handlung: "Die längste Nacht" wartet mit einer emotionsgeladenen Suche nach der Wahrheit auf, die unter die Haut geht und einen schnell in seinen Bann zieht sowie ganz ohne Längen oder unnötige Szenarien auskommt. Durch die unerwarteten Wendungen, Stolpersteine und Überraschungen bleibt der Spannungsbogen durchgehend gespannt und sorgt so für fesselnde Unterhaltung und auch die Romantik kommt hier nicht zu kurz.

 
Schreibstil & Co:  Abgerundet wird der Plot durch die ausdrucksstarke, rasante Schreibweise von Isabel Abedi, die jugendliche Sprache, bildhafte Beschreibungen und unterhaltsame Dialoge, so dass man nur so durch die 408 Seiten fliegt.

FAZIT:
Lange mussten wir auf einen Roman von Isabel Abedi warten und ich muss sagen, dass sich das Warten wirklich gelohnt hat. Die längste Nacht" nimmt den Leser auf eine emotionale & spannende Achterbahnfahrt mit, garantiert mitreißende Lesestunden und zieht den Leser von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Sog, wofür ich nur 5 (von 5) Punkte vergeben kann.
 

Freitag, 6. Mai 2016

[MINI-REZENSION] "Road to Hallelujah" (Band 1)

Cover

Quelle: Carlsen
Die Autorin
Martina Riemer wurde 1985 in Niederösterreich geboren und wohnt nun in Wien. Zurzeit ist sie als Sachbearbeiterin mit eher zahlenlastigen Arbeiten beschäftigt. Privat geht sie ihrer Leidenschaft Bücher zu lesen und eigene Geschichten zu schreiben mit Freude nach. 2014 hat sie ihre ersten beiden Bücher veröffentlicht und es damit bei Lovelybooks sogar auf Platz 5 der besten Debütautoren des Jahres geschafft.

*Produktinformation*
Format: Kindle Edition / Dateigröße: 2769 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 354 Seiten
Verlag: Impress (4. Juni 2015)
Sprache: Deutsch
ASIN: B00WA4KBU8

Leseprobe
Quelle: carlsen.de  *lies mich*
 



Die Geschichte...
Sarah hängt an ihrer Großmutter, doch als diese unerwartet stirbt, beschließt sie, ihren größten Wunsch wahr zu machen. Die 18-jährige träumt schon lange von einem Aufenthalt in den USA, doch ihr besorgter Bruder Nathan überredet sie zu einer Reisebegleitung. Und ausgerechnet Johnny, Nathans Mitbewohner und ein richtiger Frauenheld, soll Sarahs Weggefährte sein. So hatte sich Sarah den Amerika-Trip ganz sicher nicht vorgestellt! Und dann wird auch noch ihre geliebte Gitarre beschädigt, die sie im Koffer transportiert hat und ausgerechnet Johnny versteht sie. Vielleicht wird die Reise doch nicht eine komplette Katastrophe?
 
Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Da ich gern Road Trip-Geschichten lese, hat mich "Road to Hallelujah" angesprochen.

Reihe: 1. Band der Herzenswege-Reihe/Trilogie
 
Handlungsschauplatz: Der Road Trip führt uns von Österreich in die USA bzw. kurz nach England und wartet mit so lebendigen Orts- und Schauplatzbeschreibungen auf, dass man sich alles wunderbar vorstellen kann.

Handlungsdauer: Die Story beginnt 2 1/2 Monate vor dem Abflug (aus der Sicht von Sarah) bzw. 10 1/2 Wochen vor dem Abflug (aus Johnnys Warte) und  dauert einige Monate. Jedes Kapitel beginnt mit einem passenden Songtitel wie z.B. "Wake me up" von Avicii oder "Pompeii" von Bastille.

Hauptpersonen: Die 18-jährige Sarah möchte nach ihrem Schulabschluss unbediingt die Vereinigten Staaten bereisen, da ihr Vater aus Amerika stammt und sie, ebenso wie ihr Bruder, eine doppelte Staatsbürgerschaft. Sarah und Nathan sind bei ihrer Großmutter aufgewachsen, da ihre Mutter dieser Aufgabe nicht gewachsen war. Nachdem ihre Großmutter unerwartet stirbt und Nathan wegen des Studiums in Wien wohnt, will sich das schlagfertigte Mädchen ihren langersehnten Traum erfüllen und gemeinsam mit ihrer Gitarre, die sie ebenfalls liebt und sehr gut spielt, die USA bereisen. Doch ihr Bruder ist dagegen, dass sie diese Reise allein antritt und überredet seinen Mitbewohner und Kumpel Jonathan, der nur Johnny genannt wird, dazu, Sarah zu begleiten, was ihr nicht gefällt, denn Johnny hat keinen besonders guten Ruf. Der große, junge Mann mit den schwarzen Haaren und tiefblauen Augen sieht nämlich blendend aus und nutzt sein gutes Aussehen, um Frauen ins Bett zu bekommen. Doch Johnny ist nicht so oberflächlich, wie es zunächst den Anschein hat, denn der Frauenheld  kann von seiner Musik (er spielt Gitarre und singt) leider nicht leben und muss deshalb in einem Nobelhotel als Kellner jobben. Außerdem ist er in Pflegefamilien aufgewachsen und besucht seine jüngeren Pflegegeschwister, die bei einer netten Familie untergekommen sind...

Während Sarah Johnny für einen angeberischen Aufreißer hält, der nur auf eins aus ist, findet Johnny seine Mitreisende zwar wunderschön, aber auch kratzbürstig und schlagfertig. Mit Sarah und Johnny hat die Autorin interessante und facettenreiche Protagonisten mit Ecken und Kanten erschaffen, die man mögen muss.
 
Nebenfiguren: Die mitwirkenden Nebencharaktere wie Johnnys wunderschöne Freundin Kelsey, die ein wundervolles Appartement in New York besitzt, Sarahs Bruder Nathan und diverse Reisebekanntschaften sind interessante Persönlichkeiten, die sich gut in die Handlung einfügen.

Romanidee: Reizvolle Grundidee, in der Musik eine große Rolle spielt und die mit einer wunderbaren Umsetzung punktet.

Erzählperspektiven: Die ereignisreichen Geschehnisse werden abwechselnd von den Ich-Erzählern Sarah und Johnny geschildert, die uns einen tiefen Einblick in ihre Gedanken & Gefühle gewähren.

Handlung: "Road to Hallelujah" wartet mit einer höchst unterhaltsamen & abwechslungsreichen Geschichte auf, die einige unerwartete Wendungen, Irrwege, Turbulenzen und romantische Szenen enthält. Auch wenn man ahnt, welchen Ausgang die Story nimmt, so hat mich dieser Road Trip positiv überrascht, da die Handlung tiefgründiger und nicht so leicht ist, wie es zunächst vielleicht den Anschein hat. Das einzige Manko sind die kleinen Längen, die allzu ausgeschmückten Beschreibungen und das etwas abrupte Ende, denn ich hätte noch gern ein paar Seiten gelesen und noch mehr über die Protagonisten erfahren.
 
Schreibstil & Co:  Die ausdrucksstarke, emotionsgeladene Schreibweise von Martina Riemer,  eine jugendliche Sprache und  teilweise recht amüsante Dialoge runden die 354 Seiten ab.
 
FAZIT:
"Road to Hallelujah" ist für mich ein gelungener Roman, der dank der  wendungsreichen Geschichte mit vielen unterschiedlichen Emotionen, der interessanten Charaktere und des mitreißenden Schreibstils für schöne & kurzweilige Lesestunden sorgt. Obwohl der Herzenswege-Auftakt klitzekleine Schwächen enthält, hat mich das Jugendbuch angenehm überrascht und bekommt deshalb verdiente 4 1/2 (von 5) Punkte.
 
 

Sonntag, 10. April 2016

[MINI-REZENSION] "Rosmarintage"

Cover
9783426514368
Quelle: Droemer Knaur
Die Autorin
Silke Schütze, Jahrgang 1961, lebt in Hamburg. Nach ihrem Studium der Philologie war sie Pressechefin bei einem Filmverleih und Chefredakteurin der Zeitschrift CINEMA. Sie hat bereits zahlreiche Romane und Kurzgeschichten veröffentlicht und hält Schreiben für die zweitschönste Sache der Welt. 2008 wurde Silke Schütze vom RBB und dem Literaturhaus Berlin mit dem renommierten Walter-Serner-Preis ausgezeichnet.

*Produktinformation*
Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. März 2016) / Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426514362 / ISBN-13: 978-3426514368
Größe und/oder Gewicht: 12,3 x 2,7 x 19 cm


Leseprobe
Quelle: bic-media.com  *lies mich*
 

 
Die Geschichte...
Seit dem Tod seiner Frau Inge lebt Max Engel im Altersheim, doch so ganz wohl fühlt er sich dort nicht und so beschließt er, noch einmal zu verreisen. Da er doch ein wenig Hilfe benötigt, überredet er die Altenpflegerin Tamara Finke dazu, gemeinsam mit ihm in einem geliehenen Oldtimer nach Südfrankreich zu fahren. Auf der turbulenten Reise lernen sich die beiden unterschiedlichen Reisegenossen näher kennen und machen auch Bekanntschaft mit dem holländischen Weltenbummler Jakob und dem jungen Louis, der seinen Bruder wiedersehen möchte...

 
Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Da ich die Bücher von Silke Schütze liebe, habe ich den Erscheinungstermin von "Rosmarintage" herbeigesehnt.
 
Reihe: Einzelbuch
 
Handlungsschauplätze: Die Reise führt uns von Hamburg nach Südfrankreich und wartet mit so lebendigen Orts- und Schauplatzbeschreibungen auf, dass man am liebsten selbst die Koffer packen und nach Südfrankreich reisen würde.
 
Handlungsdauer: Nach dem Prolog beginnt die eigentliche Geschichte im Juni und dauert mehrere Wochen.
 
Hauptpersonen: Der 76-jährige Max Engel ist nach dem Tod seiner Ehefrau in die Hamburger "Seniorenresidenz am Park" gezogen, doch der ehemalige Buchhalter fürchtet um seine Menschlichkeit und möchte noch einmal eine Reise nach Südfrankreich unternehmen, wo er als junger Mann eine wundervolle Zeit verbracht hat. Doch er weiß, dass er die lange Reise nicht ganz allein schaffen wird und überrascht die 42-jähre Altenpflegerin Tamara Finke, die im Seniorenheim arbeitet und sich über ihre Chefin maßlos ärgert, ihn auf der Reise nach Frankreich zu begleiten. Die alleinerziehende Mutter des 15-jährigen Finn, der derzeit ein Auslandsjahr in den USA verbringt ist gebürtige Berlinerin, sieht mit ihrer schlanken Figur und den kurzen, roten Haaren viel jünger aus und macht sich mit ihrer direkten Art nicht nur Freunde. Und so reisen Max und Tamara in der "Göttin" (einem platinblauen Citroen DS, Baujahr 1970) nach Südfrankreich und machen während des Road Trips viele neue Erfahrungen... Max & Tamara sind unterschiedliche und sehr sympathische Protagonisten mit vielen Facetten, die in ihrem Leben schon viel erlebt haben und ihr Päckchen zu tragen haben.
 
Nebenfiguren: Die mitwirkenden Nebencharaktere wie Friedler (der Sohn eines alten Freundes von Max ist eine imposante, charismatische Erscheinung und leiht ihnen die "Göttin", die sich im Familienbesitz befindet),  Jakob de Jong (der 25-jährige attraktive Holländer ist ein Globetrotter, der nie lang an einem Ort bleibt, sich vegan ernährt und den beiden Reisenden anschließt) oder Lois (der 8-jährige Junge stammt aus Ecuador, hat sich illegal in Deutschland aufgehalten und möchte nun zu seinem älteren Bruder nach Frankreich) sind interessante Personen, die sich hervorragend in die Handlung einfügen.
 
Romanidee: Schöne Grundidee (lebe deine Träume, bevor es zu spät ist), die hervorragend umgesetzt wurde und wegen der angeschnittenen Themen wie Älterwerden, verpasste Möglichkeiten, Migration, Familie & Liebe zum Nachdenken anregt.

Erzählperspektiven: Die ereignisreichen Geschehnisse werden abwechselnd von Tamara, Max und Jakob (in der 3. Person) geschildert, die uns Einblick in ihre Gefühlen und Gedanken gewähren. Zwischendurch erfährt man in Rückblenden (in kursiver Schrift) mehr über die Vergangenheit und lernt so, die aktuellen Begebenheit besser verstehen.

Handlung: Rosmarintage" ist eine berührende Geschichte mit Höhen & Tiefen, Irrwegen, Turbulenzen sowie einigen traurigen, aber auch wunderschönen Momenten.  Der neueste Roman von Silke Schütze  hat mich auf eine abwechslungsreiche Reise mitgenommen und enthält weder langatmige Szenen noch überflüssige Passagen.

Schreibstil & Co:  Die ausdrucksstarke Schreibweise von Silke Schütze, die angenehme Sprache sowie die malerischen Schauplatzbeschreibungen runden die 304 Seiten ab.
 
FAZIT:
"Rosmarintage" lässt sich als Wohlfühlbuch mit Sonnen- und Schattenseiten bezeichnen, das uns auf eine abenteuerliche Reise voller interessanter Begegnungen mitnimmt. Der neueste Roman von Silke Schütze hat mich dank der reizvollen Story, der interessanten Charaktere und des mitreißenden Schreibstils an die Seiten gefesselt, so dass ich das Buch in Rekordzeit durch hatte. Deshalb vergebe ich gern zauberhafte 5 (von 5) Punkte und freue mich auf weitere Bücher dieser Autorin.


 

Freitag, 19. Februar 2016

[MINI-REZENSION] "Tante Martha im Gepäck"

Cover
Quelle: Ullstein
Die Autorin
Ulrike Herwig arbeitete zehn Jahre in London als Deutschlehrerin. Seit 2001 lebt sie mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Seattle, USA. Um sich nicht den ganzen Tag über die verrückten amerikanischen Moms wundern zu müssen, zieht sich Ulrike Herwig so oft es geht an ihren Schreibtisch zurück. Außerdem regnet es ganz schön oft in Seattle, und da will man sowieso nicht vor die Tür. Ideal für eine Autorin!

Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch (13. Juli 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548284582

ISBN-13: 978-3548284583
Größe und/oder Gewicht: 12 x 2,6 x 19,1 cm

Leseprobe
Quelle: ullsteinbuchverlage.de  *lies mich*




Die Geschichte...
Karen Thieme ist urlaubsreif und freut sich auf den Familienurlaub in Schottland, doch zunächst muss sie sich noch von ihrer schrulligen Großtante Martha verabschieden, denn Karen wird einmal Marthas Vermögen erben. Doch als die gestresste Angestellte in Marthas plüschiger Wohnung ankommt, erwartet sie Tante Martha mit Karo-Kostüm, gepacktem Koffer sowie Regenschirm und hat es sich in den Kopf gesetzt, Karen, ihren Mann Bernd und die beiden Kinder zu begleiten und droht ansonsten mit Enterbung. Doch da es ihrer Familie finanziell nicht besonders gut geht, ist Karen gezwungen, ihre Erbtante auf die Ferienreise Richtung Schottland mitzunehmen. Doch statt Arztbesuchen und ständigen Nörgeleien überrascht Martha sie mit erstaunlichen guten Englischkenntnissen, ihrem Wissen über Schottland und Whiskey - und Karen muss sich fragen, wie gut sie die Schwester ihrer verstorbenen Großmutter eigentlich wirklich kennt...

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Auf der Suche nach einem leichten Roman hat mich "Tante Martha im Gepäck" gefunden und durfte mitkommen. Das Cover erinnert allerdings eher an die Nord- oder Ostsee als Schottland, aber das nur am Rande...

Reihe: Nein, Einzelbuch

Handlungsschauplatz: Die Story führt uns von Köln aus per Auto nach Schottland. Durch die lebendigen Orts- und Landschaftsbeschreibungen kann man sich alles wunderbar vorstellen, so als ob man selbst mit dabei wäre.

Handlungsdauer: Die Handlungsdauer umfasst mehrere Wochen.

Hauptpersonen: Die 43-jährige Bankangestellte Karen Thieme ist mit ihrem Leben so gar nicht zufrieden, denn sie fühlt sich zu dick, hätte gern ein Haus statt einer Wohnung und auch ihre Ehe mit Bernd ist schon lange nicht mehr wirklich glücklich, weshalb sie manchmal von ihrem Kollegen Mike träumt. Bernd kann alles besser als seine Frau, wie z.B. Autofahren, Straßenkartenlesen oder sich auf Englisch verständigen. Komplett wird die Familie Thieme durch den 14-jährigen Sohn Mark und die 6-jährige Tochter Teresa. Mark ist ein typischer muffeliger Teenager, der seine Freizeit meistens am Handy oder PC verbringt und den Rest seiner Familie ignoriert. Dagegen ist Teresa noch relativ unkompliziert und schließt Tante Martha, die die Reise zwischen Mark und Teresa auf dem Rücksitz verbringt, gleich ins Herz. Die 81-jährige Martha ist Karens exzentrische Großtante, die sie als einzige lebende Verwandte einmal beerben wird. Martha wird von den Thiemes für senil und eigensinnig gehalten wird, doch auf der Reise werden sie eines Besseren belehrt...
Familie Thieme, allen voran Karen und Bernd, kommen nicht immer sympathisch rüber. Dagegen schließt man Tante Martha umso schneller ins Herz, denn die rüstige Seniorin sorgt für so manche Überraschung.

Nebenfiguren: Die mitwirkenden Nebencharaktere wie z.B. so manche Reisebekanntschaft sind interessante Persönlichkeiten, die sich gut ins Geschehen einfügen.

Romanidee: Nette Grundidee mit einer gelungenen Umsetzung, denn mit dem klischeehaften Rollenbild von alten Menschen wird hier gehörig aufgeräumt.

Erzählperspektive: Die turbulenten Ereignisse werden aus der Warte von Karen (in der 3. Person) erzählt, die uns einen Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt gewährt und dabei manchmal mit ihrer Unzufriedenheit den Leser nervt.

Handlung: Unterhaltsamer Road-Trip mit allerlei Wirrungen, Turbulenzen & Stolpersteinen, der stellenweise etwas ausschweifend geschildert wurde bzw. ein wenig unrealistisch geraten ist. Dennoch lässt sich der Roman dank der vielen amüsanten Szenen rasch lesen und sorgt für gute Laune und einige Lacher. Im Anhang findet sich außerdem eine Leseprobe zu "Mein Gott, Wanda".

Schreibstil & Co:   Diese Geschichte wartet mit einer locken-leichten Schreibweise, unterhaltsamen Wortgefechten und einer angenehmen Sprache auf.

FAZIT:
"Tante Martha" garantiert dank dem Leser der abwechslungsreichen Story mit viel Humor und Situationskomik, der schrulligen Tante Martha und des flüssigen Schreibstils ein paar vergnügliche Lesestunden. Bis auf ein paar Kleinigkeiten hat mir mein erster Roman von Ulrike Herwig recht gut gefallen und erhält dafür wundervolle 4 (von 5) Punkte.

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Sonntag, 23. August 2015

[MINI-REZENSION] "Ein Sommer und vier Tage"

Cover
Quelle: Random House
Die Autorin
Adriana Popescu, 1980 in München geboren, arbeitete als Drehbuchautorin fürs Fernsehen, bevor sie für verschiedene Zeitungen, Zeitschriften und City-Blogs schrieb. 2012 gelang ihr mit »Versehentlich verliebt« der Auftakt einer Reihe von Überraschungserfolgen. Mittlerweile harrt eine große Fangemeinde ihren nächsten Veröffentlichungen, die zum Teil weiterhin selbst publiziert sind, zum Teil in einem großen Publikumsverlag erscheinen. Mit »Ein Sommer und vier Tage« legt Adriana Popescu ihren ersten Jugendroman vor.

*Produktinformation*
Broschiert: 320 Seiten
Verlag: cbj (27. Juli 2015) / Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570171493 / ISBN-13: 978-3570171493
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
Größe und/oder Gewicht: 13,5 x 3 x 21,6 cm


Leseprobe
Quelle: bic-media.com  *lies mich*
 


Die Geschichte...
Paula träumt von einem Abenteuer und wird stattdessen von ihren Eltern in ein Lern-Camp an die Amalfi-Küste geschickt. Während der Busreise lernt die 16-jährige ihren süßen Sitznachbarn Lewis besser kennen und als die beiden Schüler an einer Raststätte in Bozen vergessen werden, packen sie die Gelegenheit am Schopf, eigenständig ein paar italienische Städte zu erkunden und die Eisdielen auszuprobieren, die Paulas Vater in ihrem Italien-Reiseführer markiert hat. Und noch ahnt Paula nicht, dass dieser Roadtrip ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen wird...

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Da mich das Cover und der Klappentext angesprochen haben, wollte ich das neueste Buch von Adriana Popescu unbedingt lesen.

Reihe: Einzelbuch
 
Handlungsschauplatz: Die Reise führt uns per Bus, Zug und Auto von Stuttgart und München über Bozen, Roverto, Verona, Bologna, Florenz bis nach Rom. Die Orts- und Schauplatzbeschreibungen sind so lebendig geraten, dass man sich alles wunderbar vorstellen kann.

Handlungsdauer: Die Story beginnt im Sommer, dauert mehrere Tage und endet mit dem Epilog mehr als 1 Jahr später.

Hauptpersonen: Paula Wichtenberger wird in Kürze 17 Jahre jung, möchte nach dem Abi in Hamburg studieren und wohnt mit ihrer Familie in Stuttgart. Das schüchterne Mädchen träumt von einem abenteuerlichen und abwechslungsreichen Leben. Auch der 17-jährige gutaussehende Lewis (mit W) Ritter nimmt an dem Lern-Sommercamp teil, da seine Noten alles andere als berauschend sind. Der charmante Schüler wohnt in München und steckt Paula mit seiner abenteuerlustigen Art an, denn der Bus ohne die beiden Sommercamp-Teilnehmer weiterfährt, machen sie sich kurzerhand selbst auf den Weg an die Amalfi-Küste - ein paar Umwege inbegriffen... Paula und Lewis sind sympathische, facettenreiche Protagonisten mit einigen Problemen, Ängsten und Kanten, die man schnell ins Herz schließt. Vor allem Paula macht eine beachtliche Weiterentwicklung durch.

Nebenfiguren: Auch die mitwirkenden Nebencharaktere sind reizvolle Persönlichkeiten, die sich gut in die Handlung einfügen.

Romanidee: Nicht ganz neue Grundidee (ein Mädchen und ein Junge auf einem Roadtrip), die jedoch mit einer großartigen Umsetzung punktet.

Erzählperspektiven: Ich-Erzählerin Paula schildert die temporeichen Geschehnisse aus ihrer Sicht und gewährt uns dabei einen tiefen Einblick in ihre Gedanken & Gefühle, denn diese Reise ändert Paulas Leben bzw. ihre Sichtweise darauf.

Handlung: "Ein Sommer und vier Tage" birgt eine unterhaltsame & abwechslungsreiche Geschichte mit vielen zauberhaften Momenten, einigen Überraschungen & unerwarteten Wendungen. Obwohl sich der Ausgang der Story erahnen lässt, trübt diese Tatsache das Lesevergnügen keineswegs.

Schreibstil & Co:  Die locker-leichte Schreibweise von Adriana Popescu vollgepackt mit unterschiedlichen Emotionen,  amüsanten Dialogen, kurzen Kapiteln und sommerlichem Feeling runden dieses 320 Seiten lange Jugendbuch ab.
 
FAZIT:
"Ein Sommer und vier Tage" ist für mich eine gelungene Mischung aus Roadtrip, Abenteuer & Romantik, die uns nach Italien entführt. Das erste Jugendbuch von Adriana Popescu hat mich dank des interessanten Plots, der reizvollen Protagonisten sowie der mitreißenden Schreibweise wunderbar unterhalten. Bis auf ein paar klitzekleine Längen habe ich nichts zu bekritteln und so erhält dieser sommerliche Roman von mir bescheidene 5 (von 5) Punkte.
 

Freitag, 14. August 2015

[MINI-REZENSION] "Stolperherz" (Band 1)


Cover
Quelle: Boje
Die Autorin
Britta Sabbag, geboren in Osnabrück, studierte Sprachwissenschaften, Psychologie und Pädagogik an der Universität Bonn. Nach dem erfolgreichen Abschluss ihres Studiums arbeitete sie sechs Jahre als Personalerin in verschiedenen Firmen. Als die Krise zuschlug, nutzte sie die Chance, um das zu tun, was sie schon immer tun wollte: schreiben. Ihr Debüt "Pinguinwetter" wurde auf Anhieb zum Bestseller.

Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: Boje (Bastei Lübbe); Auflage: 1. Aufl. 2014 (14. Februar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3414823810
ISBN-13: 978-3414823816
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
Größe und/oder Gewicht: 14,9 x 2,2 x 22,1 cm


Leseprobe
Quelle: bic-media.com  *lies mich*



Die Geschichte...
Sanny hat es nicht leicht, denn wegen ihres angeborenen Herzfehlers muss sie auf viele Sachen verzichten, wird von ihrer Mutter ständig behütet und ist dadurch zu einer Einzelgängerin geworden. Dann erfährt die 15-jährige Schülerin auch noch, dass sich ihre Eltern trennen und sie für die Sommerferien zu einer Kur an der Ostsee angemeldet haben, doch Sanny hat die ständige Bevormundung satt. Als sie von Greg, für den sie heimlich schwärmt, zur Probe der Schülerband "Crystal" eingeladen wird, kann sie ihr Glück nicht fassen. Und es kommt noch besser, denn Sanny wird gefragt, ob sie nicht Lust hätte, die Band auf eine 2-wöchige Sommer-Band-Tour durch Deutschland zu begleiten. Das schüchterne Mädchen sagt ihrer Mutter, dass sie allein mit dem Zug zur Kur fahren möchte, doch stattdessen steigt sie in den Bandbus und erlebt eine aufregende Zeit...

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Wegen des vielversprechenden Klappentextes und des interessanten Covers wollte ich "Stolperherz" lesen.

Reihe: 1. Band der Sanny-Reihe

Handlungsdauer: Die Story beginnt kurz vor den Sommerferien und endet mit Epilog nach den Sommerferien, als Sanny wieder zur Schule gehen muss.
Handlungsschauplätze: Die Tour führt durch Deutschland, genauer gesagt nach Berlin, Münster, Hildesheim, Hannover und Hamburg. Die Schauplatzbeschreibungen sind so lebendig geraten, dass man sich die Stationen der Reise genau vorstellen kann.

Hauptperson: Sanny Tabor, geht in die 9b, liebt die Bücher von John Green, hat keine echten Freunde, aber dafür ein Herz, das oft stolpert. Wegen ihres Herzproblems muss die 15-jährige Schülerin auf ihre Gesundheit achten und wird von ihrer gluckenhaften Mutter Lisa aufopfernd umsorgt. Als ihr ihre Eltern eröffnen, dass sie sich trennen werden und Sanny in den Sommerferien wegen ihres Herzens zu einer Kur an die Ostsee fahren soll, färbt sich das  schüchterne Mädchen ihre Haare in einer Trotzreaktion knallrot und als sie von den Mitgliedern der Schülerband "Crystal" aufgefordert wird, sie auf einer Sommertour zu begleiten, lügt sie ihre Mutter an und fährt statt an die Ostsee mit den Jungs und Mädels quer durch Deutschland... 
Sanny wurde als interessante und sympathische Protagonistin mit Facetten & Macken gestaltet, deren Handlungen für mich allerdings nicht immer 100%ig nachvollziehbar sind, da die Hauptperson manchmal doch ein wenig blauäugig agiert (was aber angesichts ihres Alters verzeihlich ist).

Nebenfiguren: Die mitwirkenden Nebencharaktere wie die Crystal-Bandmitglieder (diese sind allesamt gutaussehend und zwischen 16 und 18 Jahren jung) namens Tobi (charismatischer Leadsänger und Mädchenschwarm)Daniel (der Gitarrist wird nur "Schleicher" genannt), Greg (Sanny schwärmt schon lange für den smarten Bassisten und ist überglücklich), Alex "Lex" (der Schlagzeuger teilt mit Sanny die Liebe zu Büchern) und Max (der 16-jährige Keyboarder darf wegen seiner schlechten Noten nicht auf die Tour mitkommen) sowie Keyboarder-Ersatz Simon Nepomuk Sapfel alias Flocke (der dickliche Junge spielt schon lange Keyboard, ist Sannys Nachbar und steht auf schlechte Sprüche sowie auf Sanny, die ihn allerdings abblitzen lässt) und die weiblichen Groupies Michelle (hübsches Mädchen, die immer wieder einen anderen Freund hat und alles andere als intelligent ist) und Kira (die wunderschöne Diplomatentochter ist neu in Sannys Klasse, eine zauberhafte Person und Michelles Freundin) sind ebenfalls reizvolle Persönlichkeiten, die sich gut in die Handlung einfügen. Vor allem Flocke mit seinen unmöglichen Reimen & Sprüchen hat mich sehr unterhalten und zum Lachen gebracht.

Romanidee: Reizvolle Grundidee (eine herzkranke Hauptperson auf eine Bandtour mitzuschicken), die ansprechend umgesetzt wurde. Natürlich spielt hier Musik und das Miteinander eine große Rolle, denn während der Tour leben alle auf engstem Raum zusammen.

Erzählperspektive: Ich-Erzählerin Sanny schildert die temporeichen Geschehnisse aus ihrer Sicht und lässt uns hautnah an ihrem Gefühls-Wirrwarr teilhaben. Dadurch fiebert, fühlt und leidet man schnell mit der liebenswerten  Hauptperson mit.

Handlung: "Stolperherz" wartet mit einem unterhaltsamen Road-Trip voller Höhen & Tiefen, verschiedenen Emotionen und einigen unerwarteten Wendungen auf. Allerdings enthält der Plot auch eine gewisse Vorhersehbarkeit und klitzekleine Längen. Die Geschichte ist zwar abgeschlossen, aber die Fortsetzung "Herzriss" (inkl. der Weiterentwicklung von Sanny) interessiert mich trotz der kleinen Mankos sehr.


Schreibstil & Co:  Der locker-leichter Schreibstil von Britta Sabbag, amüsante Dialoge und die jugendliche Sprache runden die 208 Seiten ab.

FAZIT:
"Stolperherz" ist eine süße Geschichte, die sich während eines ereignisreichen Sommers abspielt und meiner Meinung nach speziell für jüngere Leserinnen wunderbar geeignet ist. Auch wenn "Stolperherz" für meinen Geschmack nicht perfekt geraten ist,  hat mich der Road Trip mit Sanny dank der bezaubernden, leicht vorhersehbaren Story, den reizvollen Charakteren und der flüssigen Schreibweise gut unterhalten, wofür ich wundervolle 4 (von 5) Punkte und eine Leseempfehlung vor allem für das jugendliche Zielpublikum vergebe.

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