Montag, 10. November 2014

[MINI-REZENSION] "Weit weg und ganz nah"

Cover
Buchdeckel „Weit weg und ganz nah“
Quelle: Rowohlt
Die Autorin
Jojo Moyes, geboren 1969, hat Journalistik studiert und für die «Sunday Morning Post» in Hongkong und den «Independent» in London gearbeitet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einer Farm in Essex.
 
Broschiert: 512 Seiten
Verlag: rororo; Auflage: 5 (23. Mai 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499267365 / ISBN-13: 978-3499267369
Originaltitel: The One Plus One
Größe und/oder Gewicht: 13,4 x 4,3 x 21,1 cm

Leseprobe
Quelle: rowohlt.de  *lies mich*


Die Geschichte...
Jess hat es nicht gerade leicht, denn ihr Mann hat sie vor knapp 2 Jahren verlassen und zahlt seitdem keinen Unterhalt für seine zwei Kinder, weshalb sich die 27-jährige Jess mit der Reinigungsfirma, die sie mit ihrer Freundin Natalie führt, gerade so über Wasser hält. Dennoch sind Jess, die 10-jährige Constanza, die von allen nur Tanzie genannt wird und ihr 16-jähriger Halbbruder Nicky, den sein Vater bei der Trennung einfach bei Jess gelassen hat, meistens glücklich. Und eines Tages wird Tanzie, die ein Mathegenie ist, ein 90%iges Stipendium an einer Privatschule angeboten, doch Jess hat keine Ahnung, wie sie das Geld für die restlichen 10% aufbringen soll. Bei ihrem Nebenjob als Barfrau trifft sie auf den wohlhabenden Unternehmer Ed Nicholls, dessen Wohnung sie auch putzt und der wegen Verdacht auf Insiderhandel suspendiert wurde. Deshalb betrinkt sich Ed und als ihn Jess nach Hause bringt, verliert er im Taxi eine Rolle Bargeld. Jess findet die 500 Pfund und nimmt sie trotz schlechten Gewissens an sich, denn damit kann sie Tanzies Schulkosten bezahlen. Doch bald schon überschlagen sich die Ereignisse und das Schicksal führt Ed und Jess wieder zusammen, denn Tanzie wird zu einem Mathematik-Wettbewerb nach Schottland eingeladen, als das alte Auto der Familie Thomas seinen Geist aufgibt und ihnen Ed eine Mitfahrgelegenheit anbietet...
Meine Meinung in Kurzform:
Kauf-/Lesegrund: Da mich "Ein ganzes halbes Jahr" sehr begeistert und "Eine Handvoll Worte" nur mittelmäßig unterhalten hat, war ich auf "Weit weg und ganz nah" total gespannt.

Reihe: Nein, Einzelbuch

Handlungsschauplätze: Die Reise führt uns von England nach Schottland.
 
Hauptpersonen: Jess Thomas, ist 27 Jahre jung, wohnt in einem kleinen Ort in der Nähe von London und versucht ihren Optimismus an andere Menschen weiterzugeben, auch wenn sie nicht auf der Sonnenseite des Lebens steht. Die kleine und zierliche Person betreibt mit ihrer Freundin Natalie eine Reinigungsfirma und jobbt nebenbei noch als Barfrau, um als alleinerziehende Mutter ihre Tochter Tanzie und ihren Stiefsohn Nicky zu ernähren, doch es ist anscheinend nie genug Geld da. Dagegen hat der 33-jährige Ed Nicholls ganz andere Probleme. Der wohlhabende und gutaussehende Mitinhaber einer Softwarefirma hat einen schwerwiegenden Fehler gemacht, der das Ende seiner Karriere bedeuten könnte. Außerdem fordert seine Exfrau immer mehr Geld und seine Familie hat er schon seit einiger Zeit nicht mehr gesehen. Außerdem spielen Nicky und Tanzie noch eine große Rolle. Der 16-jährige Nicky ist Jess Stiefsohn, der seit dem Auszug seines Vaters bei Jess geblieben ist. Nicky braucht Haschisch, um einschlafen zu können und wird wegen seines Goth-Aussehens ständig gemobbt. Constanza "Tanzie" Thomas ist mit ihren 10 Jahren ein Genie in Mathematik und deshalb bekommt das hochbegabte Mädchen, das Zahlen und Rechenaufgaben liebt, ein Stipendium an einer renommierten Privatschule, doch für Tanzies Mutter ist es nicht gerade einfach, das restliche Geld dafür aufzubringen. Die unterschiedlichen Hauptpersonen sind interessante Charaktere mit Macken, Ecken und Kanten, die sie sympathisch und lebendig erscheinen lassen.

Nebenfiguren: Die mitwirkenden Nebencharaktere sind reizvolle Personen, die sich gut in die Handlung einfügen.

Romanidee: Die Romanidee wurde mit allerlei Pleiten, Pech & Pannen versehen und ansprechend umgesetzt.

Erzählperspektiven:  Erzählt werden die turbulenten Geschehnisse abwechselnd aus der Sicht von Jess, Tanzie, Nicky und Ed (in der 3. Person), die uns einen Einblick in ihre Gefühle & Gedanken gewähren.

Handlung: "Weit weg und ganz nah" wartet mit einem unterhaltsamen Road Trip samt unterschiedlichen Erzählperspektiven, Handlungssträngen & Emotionen sowie einigen abenteuerlichen Irrwegen und Stolpersteinen auf. Leider enthält die Story auch etliche ausgeschmückte Beschreibungen und vorhersehbare Szenarien, wodurch der Lesefluss stellenweise gebremst wird.
 
Schreibstil & Co:  Die mitreißende Schreibweise von Jojo Moyes,  amüsante Dialoge und eine angenehme Sprache runden die Geschichte ab.
 
FAZIT:
"Weit weg und ganz nah" kommt zwar nicht an "Ein ganzes halbes Jahr" heran, hat mir aber viel besser als "Eine Handwort voll Worte" gefallen. Dieser herzerwärmende Roman von Jojo Moyes hat mich dank eines ereignisreichen Plots, den reizvollen Charakteren und des flüssigen Schreibstils wunderbar unterhalten. Wegen der enthaltenen Längen, der detaillierten Beschreibungen sowie der gewissen Vorhersehbarkeit erhält diese "Weit weg und ganz nah" ganz wundervolle 4 (von 5) Punkte.

Kommentare:

  1. Freut mich das es dir auch gefallen hat :-)
    Lg Sonja

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    1. Wir haben ja meistens den gleichen Geschmack, liebe Sonja. :)

      LG
      Sabine

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Büchersüchtige Grüße,
Sabine