Montag, 20. Januar 2014

[REZENSION] "Herzgrab"

Cover
Quelle: Randomhouse
Der Autor
Andreas Gruber, geboren 1968 in Wien, studierte an der dortigen Wirtschaftsuniversität und arbeitet halbtags für einen Pharma-Konzern. Mit seiner Familie und vier Katzen lebt er in Grillenberg in Niederösterreich. Er ist zweifacher Gewinner des Vincent Preises und dreifacher Gewinner des Deutschen Phantastik Preises.
 
*Produktinformation*
Taschenbuch: 544 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (18. November 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442480175
ISBN-13: 978-3442480173
Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,6 x 4,2 cm

Leseprobe
Quelle: bic-media.com  *lies mich*




Die Geschichte...
Die Privatdetektivin Elena Gerink hat sich einen hervorragenden Ruf in ihrem Beruf erworben, doch in ihrem Privatleben sieht es alles andere als rosig aus. Ihr Mann Peter hat ihr den Seitensprung mit seinem Kollegen Dino nicht verziehen, weshalb Elena nun übergangsweise bei einer Freundin wohnt, bis sie eine eigenen Wohnung gefunden hat. Doch leider kreuzen sich die Wege von Peter und Elena Gerink, denn während der BKA-Beamte gemeinsam mit seinem verhassten Partner Dino Scatozza den Fall der in Italien entführten Wienerin Teresa Del Vecchio zu lösen versucht, übernimmt die selbstständige Privatdetektivin von der Teresas Nichte den Auftrag, ihren Vater, den verschwundenen Maler Salvatore Del Vecchio zu finden. Bald stellt sich heraus, dass die beiden Fälle zusammenhängen und dass Elena und Peter zusammenarbeiten müssen, um die vermissten Personen zu finden...
 
Meine Meinung:
Ich liebe die Thriller von Andreas Gruber und konnte deshalb auch nicht an seinem neuesten Werk "Herzgrab" vorbeigehen. Die Geschichte beginnt 1 Monat nach dem Prolog am 24. Mai, dauert bis 28. Mai und endet mit dem Epilog 1 Monat später. Die Spur führt von Wien in die Toskana und präsentiert dem Leser malerische Schauplatzbeschreibungen wie z.B. in Florenz oder San Michele, den Wohnort der Familie Del Vecchio.

Wie gewohnt, werden uns auch hier zwei unterschiedliche Hauptpersonen mit verschiedenen Berufen präsentiert. Zuerst erfahren wir mehr über Elena Gerink. Die toughe Wiener Privatdetektivin ist mit allen Wassern gewaschen und lebt wegen eines dummen Fehlers von ihrem Mann getrennt. Peter Gerink ist Entführungsspezialist des Wiener BKA und von seiner Frau bzw. ihrem Verhalten sehr enttäuscht. Und dann weisen ihre jeweiligen aktuellen Fälle Parallelen auf, weshalb sie gezwungen sind, zusammenzuarbeiten...

Elena und Peter Gerink sind sympathische, starke Hauptpersonen mit Ecken & Kanten, die authentisch wirken. Dadurch kann man sich mit den Protagonisten identifizieren, mitfühlen und mitfiebern. Die mitwirkenden Nebencharaktere wie Lisa Eisert (Peters Chefin im BKA und Elenas ältere Schwester), der charmante Dino Scatozza (Peters Kollege und Seitensprung-Partner von Elena) und Monica Del Vecchio (der Wiener Kunststudentin macht sich Sorgen um ihre verschwundene Tante Teresa und beauftragt Elena, ihren Vater zu finden) sind ebenfalls reizvolle Figuren und fügen sich wunderbar in die Handlung ein.

"Herzgrab" ist ein hervorragender Thriller, der mit einer interessanten Romanidee, viel Blut, Leichen & Hochspannung versehen wurde. Der Spannungsbogen wird durchgehend gespannt gehalten und die packende Story lässt sich dank falscher Fährten und geschickt gelegter Irrwege rasend schnell lesen. Zwischen all der Spannung wird die Handlung manchmal dramatisch und stellenweise auch makaber, was mir recht gut gefallen hat.
 
Mehrere Handlungsstränge verweben allmählich miteinander und ergeben am Ende ein schlüssiges Bild. Die Geschehnisse werden abwechselnd aus der Sicht von Elena und Peter erzählt (in der 3. Person), die uns einen tiefen Einblick in ihre Gefühle und Gedanken gewähren. Zwischendurch schildert Teresa in Rückblenden, was mit ihr seit ihrem Verschwinden geschehen ist. Trotz einer Länge von beachtlichen 544 Seiten ist dieser Thriller niemals auch nur ansatzweise langweilig, denn neben den beruflichen Nachforschungen gilt es, die privaten Differenzen zu beseitigen, was die Geschichte abwechslungsreich macht. 

Der österreichische Autor versteht es hervorragend, seine Leser von der ersten Seite an in den Bann von "Herzgrab" zu ziehen, denn hier ist Spannung am laufenden Band angesagt! Durch den fesselnden Schreibstil samt unterhaltsamen Dialogen, die angenehme Sprache und den kurzen Kapiteln und zu guter Letzt durch die unterhaltsamen Dialoge fliegt man nur so durch die Seiten.
FAZIT:
Andreas Gruber schafft es immer wieder, mich mit seinen Werken zu begeistern. "Herzgrabt" bietet Liebhabern von Spannungsliteratur einen faszinierenden Plot mit vielen unerwarteten Wendungen, reizvolle Charaktere, interessante Schauplätze und einen mitreißenden Schreibstil. Dafür vergebe ich gern volle 5 (von 5) Punkte.
 

 

 

 

 

Sonntag, 19. Januar 2014

[PROJEKT] 52 Bücher 2013/2014 - 49. Woche (13.01.-19.01.2014)

Wie ihr sicher wisst, nimmt Frau Büchersüchtig gern an Challenges, Themenlesen und anderen Buchprojekten teil. Und wie es der Zufall will, ist mein büchersüchtiges Ich auf ein interessantes Projekt namens 52 Bücher 2013/2014 gestoßen.

Auf Monstermeute & Zeuchs wird jede Woche zu einem bestimmten Motto ein passendes Buch vorgestellt. Ziel ist es, neue Bücher kennenzulernen (ich sehe schwarz für meine Wunschliste und meinen SuB). Ab 20. Januar 2013 wird wöchentlich eine Aufgabe vorgegeben, die dann per Blogpost zu erfüllen ist.

Alle Infos dazu findet ihr *hier* .


Das Thema der 49. Woche lautet: Mein erstes Mal. Dieses Buch war das erste selbstgelesene/verschenkte/gekaufte/tränenauslösende/abgebrochene/mehrfach gelesene/für ein bestimmtes Genre begeisternde oder sonstiges, was sich ins literarische Gedächtnis einbrannte.

Quelle

Da fällt mir spontan ein, wie ich das erste Mal mit dem Genre Dystopie in Berührung gekommen bin bzw. meinen literarischen Horizont erweitert habe.

Es war das Jahr 2010, als mir "Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele" in die Hände gefallen ist und ich dieses Buch bzw. die gesamte Trilogie unbedingt lesen musste.











Die 49. Wochen-Aufgabe ist somit gelöst - die nächste Woche kann kommen...
 

Samstag, 18. Januar 2014

[MINI-REZENSION] "Eva und die Apfelfrauen"

Cover
Quelle: Randomhouse
Die Autorin
Tania Krätschmar wurde 1960 in Berlin geboren. Nach ihrem Germanistikstudium in Berlin, Florida und New York arbeitete sie als Bookscout in Manhattan. Heute ist sie als Texterin, Übersetzerin, Rezensentin und Autorin tätig. Sie hat einen Sohn und lebt in Berlin.

*Produktinformation*
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (21. Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442381126
ISBN-13: 978-3442381128
Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,8 x 2,8 cm

Leseprobe
Quelle: bic-media.com  *lies mich*




Die Geschichte...
Eva Wedekind und ihre 4 besten Freundinnen beschließen an Julikas 50. Geburtstag, dass es schön wäre, gemeinsam in einem Haus mit Garten zu leben und dort alt zu werden. Daraufhin annonciert Eva in verschiedenen Berliner Zeitungen, finden jedoch kein passendes Objekt, bis eines Tages der Brief eines Rechtsanwaltes ins Haus flattert. Bei dem Termin erfahren die Freundinnen, dass ihnen eine alleinstehende Frau mit einem Hang zu alternativen Lebensformen ihr Haus vermacht hat - ein Haus mit einem riesigen Apfelgarten. Allerdings liegt das Haus nicht mitten in Berlin, sondern in dem ca. 60 km entfernten Dorf Wannsee in Brandenburg. Eine Bedingung gibt es allerdings: Die 5 Freundinnen dürfen das Haus mit Garten nur behalten, wenn sie alle gemeinsam darin wohnen bzw. sich um den Apfelgarten kümmern und so ziehen Eva, Nele, Julika, Marion & Dorothee probeweise für 4, 5 Monate nach Wannsee...

Meine Meinung in Kurzform:
Kauf-/Lesegrund: Das Cover und der Klappentext haben mich angesprochen.
 
Reihe: Nein, Einzelband
 
Handlungsschauplätze: Die deutsche Hauptstadt Berlin und das idyllische Dorf Wannsee

Handlungsdauer: Die Story beginnt im Januar, dauert bis Oktober, um mit dem Epilog im darauffolgenden April zu enden. Jedes Kapitel beginnt mit einem passenden Zitat.

Hauptpersonen: Die 42-jährige Eva ist Single und arbeitet in einer Berliner Werbeagentur als Texterin. Die blonde Nele ist Grafikerin, 45 Jahre jung, ebenfalls alleinstehend und Evas Arbeitskollegin. Die rothaarige, immer schick gekleidete Julika hat soeben ihren 50. Geburtstag gefeiert und sehnt sich nach Italien, der Heimat ihres geschiedenen Mannes. Die ehemalige Krankenschwester Dorothee hat es mit ihren 52 Jahren auf 4 Kinder gebracht und ist eine richtige Glucke, die auch ihre Freundinnen gern bemuttert. Volksschullehrerin Marion ist mit ihren 53 Jahren die älteste der Freundinnen und leidet unter Burn out, weshalb sie sich eine berufliche Auszeit gönnt. Die Freundinnen sind unterschiedliche und sympathische Protagonisten mit allerlei Macken, Ecken & Kanten, in denen man sich selbst vielleicht wiederfindet.

Nebenfiguren: Die mitwirkenden Nebencharaktere wie z.B. verschiedene Familienmitglieder und Dorfbewohner sind interessante Persönlichkeiten, die sich ansprechend in die Handlung einfügen.

Romanidee: Interesse Grundidee (eine Frauen-WG, bestehend aus eingefleischten Großstädterinnen, auf dem Land) die bezaubernd umgesetzt wurde.

Erzählperspektiven: Abwechselnd schildern Eva, Julika, Marion, Dorothee und Nele sowie zwischendurch diverse Nebenfiguren die turbulenten Geschehnisse aus ihrem jeweiligen Blickwinkel (in der 3. Person) und lassen uns an ihren Gedanken & Gefühlen teilhaben. Dadurch schließt man die Freundinnen schnell ins Herz und kann sich mit ihnen auch identifizieren.

Handlung: Unterhaltsame & abwechslungsreiche Geschichte mit verschiedenen Handlungssträngen und Erzählperspektiven, ein paar unerwarteten Wendungen und Überraschungen. Leider beinhaltet die Story auch einige ausgeschmückte Schilderungen sowie klitzekleine Längen, was den Lesefluss manchmal ein wenig bremst.

Schreibstil & Co: Der herzerwärmende Schreibstil, die amüsanten Dialoge sowie die malerischen Schauplatzbeschreibungen runden die Geschichte ab.

FAZIT:
"Eva und die Apfelfrauen" erzählt von 5 unterschiedlichen Freundinnen, die eine WG auf dem Land gründen und dort allerhand erleben. Mein erster Roman von Tania Krätschmar hat mich (trotz klitzekleiner Schwächen) dank der schönen Geschichte, den liebenswerten Hauptpersonen und der ausdrucksvollen Schreibweise wunderbar unterhalten. Wegen klitzekleiner Schwächen erhält "Eva und die Apfelfrauen" von mir  4 1/2 (von 5) Punkte.
 

Donnerstag, 16. Januar 2014

TTT - Top Ten Thursday #146

Allwöchentlich, jeden Donnerstag, werden bei Alice im Bücherland im Rahmen von "Top Ten Thursday" interessante Buchfragen gestellt bzw. Themen vorgegeben, die dann von den Teilnehmern des TTT beantwortet werden.
 
 
 
Diese Woche lautet das Thema:  "10 Bücher aus dem Goldmann Verlag"
 
Da ich über die Jahre viele Bücher (aus verschiedenen Verlagen) gelesen habe, ist die heutige Aufgabe recht einfach...
 
01. "Bevor ich sterbe" - Jenny Downham
02. "Bluternte" - Sharon Bolton
03. "Das Dorf der Mörder" - Elisabeth Herrmann
04. "Das Geheimnis der Monduhr" - Amanda Brooke
05. "Der Federmann" - Max Bentow
06. "Ein Geschenk von Tiffany" - Karen Swan
07. "Julie weiß, wo die Liebe wohnt" - Gilles Legardinier
08. "Tief im Wald und unter der Erde" - Andreas Winkelmann
09. "Todesdrang" - Michael Hübner
10. "Todesfrist" - Andreas Gruber
 
Welche Bücher haben es bei euch auf die heutige Liste geschafft?
Gibt es Gemeinsamkeiten?
 

Mittwoch, 15. Januar 2014

[Deutschsprachige Autoren Challenge 2013] 12. Monat - ENDE


Quelle
Da ich ja gern Bücher von deutschsprachigen AutorInnen lese und sich sogar einige auf meinem spärlichen SuB bzw. auf meiner übervollen Wunschliste befinden, kommt mir die Deutschsprachige Autoren Challenge 2013 von der lieben Sylvia sehr gelegen.

Bei dieser Challenge geht es darum, mindestens 10 Bücher von deutschsprachigen Autoren in der Zeit von 01.01.2013 - 15.01.2014 zu lesen und zu rezensieren.



Meine gelesenen Bücher im Dezember 2013:
104. "Das Tal Season 2.4 Die Entscheidung" - Krystyna Kuhn  / *Rezension*
105. "Tausche Schwiegermutter gegen Goldfisch" - Sabine Zett / *Rezension*

106. "Sei mein Stern" - Amanda Frost / *Rezension*
107. "Mohnschnecke" - Anna Koschka / *Rezension*
108. "Wildrosengeheimnisse" - Christine Rath / *Rezension*
109. "Schattenseelen" - Olga A. Krouk / *Rezension*
110.  "Schattenblüte. Die Erwählten" - Nora Melling / *Rezension*

Insgesamt gelesen: 110 Bücher & 41.267 Seiten
(38711+239+320+352+448+317+480+400)

Dienstag, 14. Januar 2014

[ANGELESEN] "Schweinehunde"



Wieder mal ein Fall für die Kategorie ANGELESEN... ;-)

Diesmal handelt es sich um "Schweinehunde" von dem dänischen Geschwisterpaar Lotte und Søren Hammer - ein Buch, das ich günstig als Mängelexemplar erstanden habe. *ohneWorte*

Die Story verliert sich in Nebensächlichkeiten und strotzt nur so vor Langatmigkeit bzw. unzähligen Nebenfiguren, wobei die dänischen Namen leicht verwirren können. Und die Hauptperson Konrad Simonsen ist für mich leider kein Sympathieträger...

 Leider kann ich mit diesem Kriminalroman überhaupt nichts anfangen, weshalb ich das Buch bereits nach 64 Seiten zugeklappt habe...
 
 
Ich hoffe, ihr lest Bücher, die euch begeistern...
 

Das ist jetzt das richtige Lied, um mich jetzt ein wenig aufzuheitern:



Montag, 13. Januar 2014

[REZENSION] "Schattenblüte. Die Erwählten" (Band 3)

Cover
Quelle: Rowohlt
Die Autorin
Nora Melling wurde 1964 in Hamburg geboren. Schon als Kind liebte sie es, phantastische Geschichten zu erfinden. Doch erst einmal machte sie eine kaufmännische Ausbildung und zog zum Studium nach Berlin, bevor sie sich den Traum erfüllte, ihren ersten Roman zu schreiben. Heute lebt sie mit ihrem Mann und vier Kindern in Berlin-Zehlendorf und geht oft im Grunewald spazieren, wo sich auch ihre Werwölfe tummeln. 

*Produktinformation*
Broschiert: 400 Seiten
Verlag: rororo (1. Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499267020
ISBN-13: 978-3499267024
Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 3,4 cm

Leseprobe
Quelle: rowohlt.de  *lies mich*


Alle, die diese Trilogie noch lesen möchten und die Vorgängerbände nicht kennen, sollten an dieser Stelle lieber nicht weiter lesen!

Die Geschichte...
Luisa hat sich inzwischen in die Werwölfin Shorou verwandelt und erholt sich von den Verletzungen, die ihr von Elias Bruder Nick zugefügt wurden. Da ihr Freund Thursen nun ein Mensch ist, erschwert das ihre Beziehung ungemein. Der einzige Ausweg scheint Luisas/Shorous Verwandlung in einen Menschen zu sein, allerdings hat sie noch einen Wunsch: Luisa möchte ihren Bruder Basti im Totenreich sehen und der Leitwolf Norrock hilft ihr dabei und öffnet das Tor. Jedoch findet Shorou den Rückweg nicht mehr, weshalb ihr ihr Thursen hilft und seiner Freundin das Leben retten. Allerdings lässt sich das Tor zur Unterwelt nicht mehr ganz schließen und lockt deshalb die Shinanim auf die Spur der Wölfe. Vittorio, das Oberhaupt der Shinanim, sieht in den Werwölfen Dämonen aus der Hölle und geht für seinen Plan, die Wölfe zu beseitigen, über Leichen...

Meine Meinung:
"Schattenblüte. Die Erwählten" ist der 3. und letzte Teil der Schattenblüten-Trilogie, der an die Ereignisse des Vorgängers "Schattenblüte. Die Wächter" anknüpft, als Handlungsschauplatz dient erneut die deutsche Hauptstadt Berlin. Abermals werden die Schauplätze sehr anschaulich beschrieben, so dass man das Gefühl hat, gemeinsam mit Luisa Berlin bzw. den Grunewald zu erkunden. :)

Luisa Folkert hat sich in Wölfin Shorou verwandelt und erholt sich von den Verletzungen, die ihr zugefügt wurden. Als Wolf verliert sie die Erinnerungen an ihr Menschendasein - auch an ihren Freund Thursen, der als Mensch Lars Lund heißt, kann sie sich bald nicht erinnern. Nun ist Luisa zum Wolf geworden und Thursen ein Mensch, wodurch ein Zusammenleben unmöglich ist, außer Thursen verwandelt seine Freundin wieder in einen Menschen... Und als wäre das nicht schon genug, werden die Wölfe von den Shinanim, gejagt, wozu auch Elias zählt, mit dem sich Luisa im 2. Band angefreundet hat. Elias ist als jüngster Ordensführer der Shinanim ein Nachfahre der Schutzengel und kann nicht glauben, dass sich Luisa freiwillig in einen Wolf verwandelt hat...

Auch wenn ich mit den Handlungen von Hauptperson Luisa/Shorou nicht immer ganz einverstanden bin, so hat die Protagonistin doch ihre liebenswerten Seiten und hat eine beachtliche Weiterentwicklung durchgemacht. Die mitwirkenden Protagonisten wurden facettenreich und reizvoll gestaltet.  Alle haben ihre Macken, Ecken & Kanten, Probleme und Ängste - liebenswerte Eigenarten, die die Mitwirkenden interessant machen. Neben alten Bekannten wie z.B. das Wolfsrudel rund um den unsympathischen Leitwolf Norrock und den attraktiven Shinanim Elias treffen wir auf Neuzugänge wie Erz-Shinanim Vittorio und weitere Schutzengel. Allerdings finden hier viele Nebenfiguren Verwendung.

Die faszinierende Grundidee (neben den Werwölfen auch noch die Wächter ins Rennen zu schicken und Luisa in einen Wolf zu verwandeln, nachdem Thursen ein Mensch ist) wurde von der Autorin wunderbar umgesetzt. Wer hier eine kitschige Liebesgeschichte vermutet, liegt falsch, denn auch der 3. Schattenblüte-Teil beinhaltet neben ereignisreichen Geschehnissen gepaart mit unerwarteten Wendungen und Irrwegen auch ein zufriedenstellendes, leicht konstruiertes Ende sowie eine leicht düstere Grundstimmung. Allerdings hätte ich gern mehr über die Romanze von Thursen und Luisa erfahren, statt dessen handelt das Finale fast ausschließlich von dem -mit viel Gewalt und Blut gespickten- Kampf zwischen den Werwölfen und den Shinanim. Die, mit viel Gewalt und Blut gespickten, Kampf- und Actionszenen fühlen sich für mich irgendwie falsch an und ich hatte mir den Handlungsverlauf anders vorgestellt.

Erzählt werden die emotionalen Begebenheiten abwechselnd von den Ich-Erzählern Luisa, Thursen und Elias geschildert. Durch die verschiedenen Erzählperspektiven und die miteinander verwebenden Handlungsstränge gestaltet sich die Geschichte abwechslungsreich. Außerdem gewährt Luisa einen tiefen Einblick in Gefühls- und Gedankenwelt, wodurch man sich gut in die Hauptperson hineinversetzen kann, auch wenn ich nicht alle ihrer Taten & Gedankengänge verstehe. Leider beinhaltet die Story auch viele Längen und ausgeschmückte Beschreibungen, wodurch der Lesefluss manchmal gebremst wird. Dennoch lassen sich die 400 Seiten dank des gefühlsbetonten, emotionsgeladenen Schreibstils von Nora Melling und der unterhaltsamen Wortgefechte rasch lesen.

FAZIT:
Meine Erwartungen an das Schattenblüte-Finale haben sich nicht ganz erfüllt, denn ich hätte gern mehr über die Liebesgeschichte von Luisa und Thursen gelesen und wurde stattdessen mit einem Kampf zwischen Gut & Böse "überrascht". Für mich ist "Schattenblüte. Die Erwählten" mit Abstand der schwächste Band dieser großartigen Trilogie, auch wenn mich der finale Teil trotz aller Mankos mit einer interessanten Story, reizvollen Charakteren und  einer ausdrucksstarken Schreibweise gut unterhalten hat. Da mir die beiden Vorgänger besser gefallen haben, erhält "Schattenblüte. Die Erwählten" 4 (von 5) Punkte.


 

Sonntag, 12. Januar 2014

[PROJEKT] 52 Bücher 2013/2014 - 48. Woche (06.01.-12.01.2014)


Wie ihr sicher wisst, nimmt Frau Büchersüchtig gern an Challenges, Themenlesen und anderen Buchprojekten teil. Und wie es der Zufall will, ist mein büchersüchtiges Ich auf ein interessantes Projekt namens 52 Bücher 2013/2014 gestoßen.

Auf Monstermeute & Zeuchs wird jede Woche zu einem bestimmten Motto ein passendes Buch vorgestellt. Ziel ist es, neue Bücher kennenzulernen (ich sehe schwarz für meine Wunschliste und meinen SuB). Ab 20. Januar 2013 wird wöchentlich eine Aufgabe vorgegeben, die dann per Blogpost zu erfüllen ist.

Alle Infos dazu findet ihr *hier* .

Leider konnte ich den letzten paar Themen nichts beitragen, dafür bin ich aber diese Woche wieder mit dabei. :)

Das Thema der 48. Woche lautet: Meine Lese-Top-5 in 2013

Ich hatte ja schon mit den 10 Jahres-Highlights meine Probleme *klick* und jetzt dürfen nur 5 Stück sein? Das ist echt schwierig, aber es muss ja eine Entscheidung getroffen werden...

"Alles muss versteckt sein" von Wiebke Lorenz
"Daughter of Smoke and Bone" von Laini Taylor
"Deine Seele in mir" von Susanna Ernst
"Ein ganzes halbes Jahr" von Jojo Moyes
"Mein Sommer nebenan" von Huntley Fitzpatrick



Die 48. Wochen-Aufgabe ist somit gelöst - die nächste Woche kann kommen...
 


Samstag, 11. Januar 2014

[MINI-REZENSION] "Ein Geschenk zum Verlieben"

Cover
Quelle: Randomhouse
Die Autorin
Karen Swan arbeitete lange als Modejournalistin für Zeitschriften wie Vogue, Tatler und YOU. Sie lebt heute mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in im englischen Sussex. Wenn die Kinder sie lassen, schreibt sie in ihrem Baumhaus Romane.

*Produktinformation*
Taschenbuch: 544 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (21. Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442479630
ISBN-13: 978-3442479634
Originaltitel: 
The Perfect Present
Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,8 x 4 cm

Leseprobe
Quelle: bic-media-com  *lies mich*
  

 
Die Geschichte...
Laura Cunningham ist eine talentierte Schmuckdesignerin, deren kleine Welt aus ihrem Freund Jack, ihrer Assistentin und Freundin Fee und ihrem Arthur besteht. Eines Tages erscheint der erfolgreiche Geschäftsmann Rob Blake in Lauras Atelier und erteilt der Schmuckdesignerin einen ungewöhnlichen Auftrag: Sie soll für seine Frau ein Kette mit ganz persönlichen Charm-Armhängern anfertigen, von denen jeder für einen geliebten Menschen steht. Dazu muss Laura unbedingt die sieben wichtigsten Menschen in Cat Blakes Leben interviewen. Nach einer Bedenkzeit willigt Laura in das Angebot des attraktiven Rob ein und taucht in ein Leben voller Reichtum und Luxus ein. Doch schon bald erkennt Laura, dass nicht alles Gold ist, was glänzt...

Meine kurze Meinung:
Kauf-/Lesegrund: Da mir "Ein Geschenk von Tiffany" sehr gut gefallen hat, wollte ich auch den neuesten Roman von Karen Swan lesen.

Reihe: Nein, Einzelbuch

Handlungsschauplätze: Neben den britischen Orten Charrington, an der Küste von Suffolk und London führt uns die Geschichte auch in die Schweizer Berge, wo Laura ein paar Tage mit den Blakes und deren Freunden verbringt.

Handlungsdauer: Nach dem Prolog im Jahre 1981 beginnt die Story Ende November, dauert bis Ende Dezember und endet mit dem Epilog 3 Monate später.

Hauptperson: Laura Cunningham, 32, wohnt mit ihrem Freund Jack, einem Restaurator, und dem Hund Arthur in einem kleinen Cottage. Laura liebt rote Schuhe, das Einsiedlerleben und stellt in ihrem Atelier  wundervollen Schmuck her, den sie mithilfe ihrer Assistentin und Freundin Fee an den Mann bringt... Protagonistin Laura ist eine sympathische Frau mit vielen Talenten, die sich jedoch in ihrer Haut nicht richtig wohl fühlt und mit ihrer Vergangenheit noch immer nicht ganz abgeschlossen hat.

Nebenfiguren: Die mitwirkenden Nebencharaktere wie Lauras exzentrische Freundin Fee, ihr liebenswerter Freund Jack sowie Rob Blake, seine wunderschöne Frau Cat und deren Freunde Kitty, Orlando, David, Alex, Sam und Isabella sind interessante Persönlichkeiten, wobei sich die Autorin manchmal an gut funktionierenden Klischees bedient hat.

Romanidee: Faszinierende Grundidee, die reizend umgesetzt wurde.

Erzählperspektiven: Die ereignisreichen Geschehnisse werden aus der Sicht von Laura (in der 3. Person) erzählt.

Handlung: Auch wenn das Ende der abwechslungsreichen Story etwas vorhersehbar ist, wurde "Ein Geschenk zum Verlieben" mit allerlei Überraschungen, Stolpersteinen und ein paar Geheimnissen versehen, aber leider finden sich hier auch einige detaillierte Beschreibungen und kleine Längen, was den Lesefluss manchmal ein wenig bremst.

Schreibstil & Co:  Abgerundet wird die Geschichte mit einem locker-leichten Schreibstil und malerischen Schauplatzbeschreibungen.

FAZIT:
"Ein Geschenk zum Verlieben" besitzt großen Unterhaltungswert und lässt sich (trotz kleiner Schwächen) dank einer interessanten Story, der liebenswerten Protagonistin Laura und der mitreißenden Schreibweise schnell lesen. Der neueste Roman von Karen Swan bekommt von mir großartige 4 (von 5) Punkte.

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Freitag, 10. Januar 2014

[ANGELESEN] "Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit" (Band 2)

 Zur "Abwechslung" wieder mal ein Fall für die Kategorie ANGELESEN...


Quelle: Randomhouse
Heute geht es um "Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit" von Veronica Roth und ich bin echt froh, dass es sich hierbei nur um ein geliehenes Buch handelt.

Bereits der Vorgänger "Die Bestimmung" hat mich nicht vom Hocker gehauen, doch irgendwie hat die Fortsetzung mein Interesse geweckt und ich wollte noch einen Versuch wagen. Irgendwie konnte ich mich nicht in die Geschichte einfinden, was vielleicht daran liegt, dass ich den 1. Band bereits im Oktober 2012 gelesen habe... Es gibt Unmengen von Nebencharakteren und Hauptperson Tris ist nicht sympathischer geworden. *seufz*

Leider hat mich diese Dystopie überhaupt nicht gefesselt, weshalb ich das Buch bereits nach 54 Seiten zugeklappt habe... 
 
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Donnerstag, 9. Januar 2014

TTT - Top Ten Thursday #145

Allwöchentlich, jeden Donnerstag, werden bei Alice im Bücherland im Rahmen von "Top Ten Thursday" interessante Buchfragen gestellt bzw. Themen vorgegeben, die dann von den Teilnehmern des TTT beantwortet werden.
 
 
 
Diese Woche lautet das Thema:  "Eure 10 Most Wanted Neuerscheinungen 2014"
 
Nachdem ich einige Zeit im Internet gestöbert habe, sind mir auch einige (diese hier und noch viele mehr) Neuerscheinungen aufgefallen, die ich unbedingt haben muss.
 
01. "Deiner Seele Grab" - Inge Löhnig (Band 6)
02. "Der Totschläger" - Chris Carter (Band 5)
03. "Die Stille vor dem Tod" - Cody McFadyen (Band 5)
04. "Frostnacht. Mythos Academy 5" - Jennifer Estep (Band 5)
05. "Im Herzen der Zorn" - Elizabeth Miles (Band 2)
06. "Schwarzer Mittwoch" - Nicci French (Band 3)
07. "Silber - Das zweite Buch der Träume" - Kerstin Gier (Band 2)
08. "Sommerwind" - Gabriella Engelmann
09. "Zeitenzauber. Das verborgene Tor" - Eva Völler (Band 3)
Den 10. Platz teilen sich bei mir  diese Abschlussbände (die müssen unbedingt auf die Liste):
10a. 3. Band der Siria-Trilogie - Amanda Frost
10b. 4. Band der Angels-Reihe - E.M. Ross
10c. 4. Band der Rosa Redlich-Reihe - Kerstin Hohlfeld
 
Welche Bücher haben es bei euch auf die heutige Liste geschafft?
Gibt es Gemeinsamkeiten?
 

Mittwoch, 8. Januar 2014

[REZENSION] "Mohnschnecke" (Band 2)

Cover
Quelle: Droemer-Knaur
Die Autorin
Anna Koschka ist das Pseudonym der Wiener Autorin Claudia Toman. 1978 geboren, lebt sie zusammen mit Katze, MacBook und hunderten geliebten Büchern in der Nähe des Wiener Naschmarktes. Sie arbeitet als Schriftstellerin, Theatermacherin und Museumsguide und schreibt bereits am nächsten Roman um die liebenswerten Heldinnen des Mauerblümchenclubs. Mehr über Anna Koschka: www.koschka.at.vu

*Produktinformation*
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Knaur TB (2. Dezember 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 342651138X / ISBN-13: 978-3426511381
Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,6 x 2,4 cm

Leseprobe

Quelle: bic-media-com  *lies mich*



Alle, die diese Serie noch lesen möchten und den Vorgängerband nicht kennen, sollten an dieser Stelle lieber nicht weiter lesen!

Die Geschichte...
Seit der Entliebung ihres heimlichen Freundes Florian leidet Dottie unter einer Leseflaute. Kein einziges Buch konnte sie seit 350 Stunden begeistern, was für eine hauptberufliche Literatur-Rezensentin eine Katastrophe ist, obwohl  ihre Freundinnen alles versuchen, um Dotti aufzuheitern. Im Café ihrer Mutter, findet die lesekranke Bloggerin ein altes Büchlein mit der Aufschrift "Herzensbund", das Dottis Interesse weckt, denn das handgeschriebene Buch beinhaltet "Rezepte für die Liebe und andere Herzensangelegenheiten". Per Social Network erhält die Wienerin einen Tipp von @mohnschnecke55, die ihr ein Foto von einem Laden namens "Herzensbund" schickt. Wird Dotti den Inhaber des Rezeptbuches finden und ihre Lesephobie verlieren?

Meine Meinung:
Da ich die Bücher von Claudia Toman  bzw. Anna Koschka liebe, muss ich natürlich auch ihr neustes Werk "Mohnschnecke lesen. Die Fortsetzung von "Naschmarkt" beginnt am 20. Oktober 2012 mit der Trennung von Florian und Dotti, spult danach 350 Stunden bzw. 14 Tage nach vor, dauert bis 20. Dezember 2012 und endet mit einem Blogeintrag am 31. Dezember 2012. Als Österreicherin finde ich es natürlich besonders toll, dass der Handlungsschauplatz erneut nach Wien verlegt wurde, aber Dottis Suche führt uns auch nach Prag.

Die 34-jährige rothaarige Dotti (Dorothy) Wilcek arbeitet als Literatur-Rezensentin beim "Österreichboten" und hat mit ihrem Mauerblümchen-Blog einen Hype ausgelöst (nachzulesen in "Naschmarkt"), wegen einer Vertragsklausel musste sie ihre Liebe zu dem Autor Florian Glahnz geheim halten, doch nun hat sich Florian per Facebook von Dotti entliebt, was in ihrem Leben ein Fiasko in Form einer Lesephobie auslöst... Dotti ist eine sympathische, einfallsreiche Protagonistin, die trotz Leseflaute Bücher liebt und ihr Herz am rechten Fleck hat - diese Hauptperson muss man einfach mögen.

Halt findet Dotti bei ihren höchst unterschiedlichen Freundinnen: Buchhändlerin Katharina ist eine unverbesserliche Romantikerin und großer Harry Potter-Fan, die kurvige Griechin Stella schreibt eine Erotikkolumne für den "Österreichboten" und ist nahe am Wasser gebaut, Rita sieht immer wie aus dem Ei gepellt aus und begleitet Dotti seit Kindertagen und die Japanerin Mikage, die als Köchin im "Pies & Pages", dem gemütlichen Lokal von Dottis englischstämmiger Mutter Lady Lydia, arbeitet.

Wir treffen auf alte Bekannte wie die liebenswerte Annili (eine alte Dame, die Stammgast im Cafè ist und Dotti ans Herz gewachsen ist), Dottis nerdigen Assistenten und Computerfreak Lorenz Kanzler und den charismatischen Moderator Ramy Kareem. Weiters begegnen wir neuen Figuren wie Silvie Herzen vom Laden "Herzensbund" und Mikis skurrilen  Mitbewohnerin Sun. Die mitwirkenden Charaktere -allen voran die liebenswerte Dotti- sind interessante, facettenreiche Persönlichkeiten, die authentisch gestaltet wurden und sich wunderbar in die Geschichte einfügen.

Wie bereits im Vorgängerband nimmt die Handlung oft Bezug auf Bücher, Autoren, Schauspieler, TV-Serien und Romanfiguren, so werden z.B. Daniel Glattauer, Michael Ende, Cornelia Funke, J.K. Rowling, "Shades of Grey", George Clooney, Clark Gable und "How I met your Mother" erwähnt. Auch in "Mohnschnecke" greift die Autorin das Thema Beziehungen & Singleleben auf und auch Social Networks wie Facebook, Twitter und Instagram spielen erneut eine große Rolle und werden immer wieder in die Story eingeflochten. Ein besonderes Highlight sind die Rezepte aus dem Notizbuch, die nicht nur Rezeptangaben enthalten, sondern jeweils in eine wunderschöne Geschichte verpackt sind.

Auch wenn ich "Naschmarkt" noch eine Spur brillanter finde, hat mich der Nachfolgeroman "Mohnschnecke" durchwegs wunderbar unterhalten. Die Suche nach dem Besitzer der alten Rezeptsammlung gestaltet sich spannend, aufregend und teilweise recht abenteuerlich. Dieser Roman birgt erneut viele frische Ideen, geschickt gelegte falsche Fährten und Überraschungen. Auf den 448 Seiten gibt es kaum einige überflüssige Passage oder klischeehafte Szenen, sodass man durch die Geschichte fliegt, weshalb ich das Buch in einem Rutsch gelesen habe.

Ich-Erzählerin Dotti schildert die turbulenten Geschehnisse mit trockenem Humor & Wortwitz, weshalb man die liebenswerte Protagonistin schnell ins Herz schließt und mit Dotti fühlt und leidet. Die Hauptperson plaudert aus dem Nähkästchen und berichtet über ihr Leben und den Liebeskummer, ihre Arbeit, die Leseflaute und das zauberhafte Rezeptbuch, das Dotti gefangen nimmt. Abgerundet wird die Story mit dem locker-leichten Schreibstil und den unterhaltsamen Dialogen. Ich liebe dem Humor bzw. die Wortkreationen der sympathischen Wiener Autorin und habe mich beim Lesen köstlich amüsiert.  

FAZIT:
"Mohnschnecke" von Anna Koschka ist kein seichter Liebesroman, wie man vielleicht vermutet, sondern regt neben all dem Wortwitz und humorvollen Szenen auch ein wenig zum Nachdenken an.  Der 2. Band der Mauerblümchen-Reihe lässt sich dank des abwechslungsreichen Plots, der liebenswerten Hauptperson sowie der erfrischenden Schreibweise wunderbar schnell lesen. Allerdings muss ich gestehen, dass mir der Vorgänger "Naschmarkt" noch einen Tick besser gefallen hat, weshalb der 2. Mauerblümchenband "nur" 5 (von 5) Punkte bekommt ("Naschmarkt" hat großartige 5 Punkte erhalten).