Mittwoch, 27. Mai 2015

[MINI-REZENSION] "Devil's River"

Cover
Quelle: Droemer Knaur
Der Autor
Thomas Thiemeyer, geboren 1963, studierte Geologie und Geographie, ehe er sich selbständig machte und eine Laufbahn als Autor und Illustrator einschlug. Mit seinen Wissenschaftsthrillern und Jugendbuchzyklen, die etliche Preise gewannen, sich über eine halbe Million Mal verkauften und in dreizehn Sprachen übersetzt wurden, ist er mittlerweile eine feste Größe in der deutschen Unterhaltungsliteratur. Der Autor lebt mit seiner Familie in Stuttgart.

*Produktinformation*
Broschiert: 512 Seiten
Verlag: Knaur HC (2. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426517159
ISBN-13: 978-3426517154
Größe und/oder Gewicht: 13,6 x 3,8 x 21,1 cm


Leseprobe
Quelle: bic-media.com  *lies mich*
  


Die Geschichte...
Als die Studentin Eve das Haus ihrer Großmutter Lizzy im Londoner Stadtteil Notting Hill erbt, stößt sie auf dem Dachboden auf eine alte Truhe, in der sich unter anderem Aufzeichnungen befinden. Die Geschichte, die Lizzy aufgeschrieben hat und die Teil ihrer Familiengeschichte sein soll, spielt sich im Jahr 1878 ab und handelt von einer jungen Waise. River, die als kleines Mädchen vom Stamm der Ojibwe-Indianer aufgenommen wurde, ist inzwischen zu einer jungen Frau und einer hervorragenden Heilerin herangewachsen und sucht in den verbotenen Bergen nach Heilkräutern. Als sie in ihr Dorf zurückkehrt, muss sie eine schreckliche Entdeckung machen... **ACHTUNG SPOILER** Zum Lesen bitte Text markieren Denn ihr Heimatdorf wurde von etwas heimgesucht und zerstört, was nicht menschlich sein kann. Da sich River bei der Suche nach den Kräutern in verbotenes Gebiet gewagt hat, glaubt sie, an dem Gemetzel schuld zu sein - denn in den Bergen soll ein uraltes Wesen wohnen. Um ihren Stamm zu rächen, verbündet sich River mit dem gefährlichen Serienmörder Nathan Blake...  **SPOILER ENDE**


Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Die Geschichte und das Cover haben mich einfach angesprochen.

Reihe: Nein, Einzelbuch

Handlungsschauplätze: Die Handlung wurde in der Gegenwart in die britische Hauptstadt London und in der Vergangenheit nach Kanada verlegt. Durch die wundervollen Orts- und Schauplatzbeschreibungen kann man sich alles wunderbar vorstellen.

Handlungsdauer: Nach dem Prolog (ein Zeitungsbericht vom 29. Oktober 1928) startet die Story im Jahr 2015 und führt uns danach in das Jahr 1878, um schließlich wieder in der Gegenwart zu enden.

Hauptpersonen: Im Jahr 2015 treffen wir auf die 24-jährige Eve Whitley, die am Londoner University College Hospital Medizin studiert und mit dem spießigen Rupert van Alden verlobt ist, der sich mit Eves strenger Mutter sehr gut versteht, von der sich die junge Studentin immer wieder unterbuttern lässt. Als Eve das Haus ihrer unangepassten Großmutter Lizzy erbt, stößt sie unvermutet auf eine Niederschrift ihrer Oma, die sie auf Anhieb gefangen nimmt. Die Aufzeichnungen handeln von der wunderschönen River, die im Jahr 1878 Anfang 20 gewesen sein dürfte. Die junge Waise wurde als Kind von den Ojibwe-Indianern aufgenommen und als Weiße nie ganz akzeptiert, obwohl sie eine hervorragende Heilerin ist.

Wenn man die beiden Protagonistinnen River und Eve vergleicht, wirkt Eve neben River ein wenig farblos und oberflächlich. Denn die junge River ist eine sympathische, kluge und mutige Hauptperson, die sich unterkriegen lässt und die einen mit ihren Handlungen & Taten oftmals überrascht. Außerdem erhält man Einblick in die indianische Kultur, was mir persönlich sehr gefällt.

Nebenfiguren: Von den mitwirkenden Nebencharakteren hat mich am meisten der Serienmörder Nathan Blake beeindruckt. Der drogensüchtige Mittdreißiger, der für viele brutale Morde verantwortlich ist, schließlich gefasst wird und auf seiner Reise River begegnet, ist eine vielschichtige und interessante Figur, wie ich sie selten erlebt habe. Dagegen kommen die restlichen Nebenfiguren wie z.B. der junge Deputy Scott Preston, Sheriff Thanner oder Sonderermittler Brimstone leider nicht an...

Romanidee: Reizvolle Grundidee, die wunderbar umgesetzt wurde.

Genre: Als Thriller würde ich "Devil's River" nicht bezeichnen, da mir hier die ständige Hochspannung und der Nervenkitzel fehlen, was für mich einen Thriller ausmacht. Für mich ist das vorliegende Buch eher eine spannende Familiengeschichte gewürzt mit Western-Elementen, Mythen und ein wenig Romantik.

Erzählperspektiven: "Devil's River" beinhaltet 2 Erzählperspektiven und Zeitebenen, die für Abwechslung sorgen: Im Jahr 1878 erfahren wir mehr über das Leben der jungen River, die Rache schwört und darüber, wie der Massenmörder Nathan Blake von einer Gruppe Polizisten und Kopfgeldjäger den Massenmörder gejagt wird. Die längst vergangenen Begebenheiten werden zum Großteil von River und Nathan, aber auch von einigen Nebenfiguren (in der 3. Person) geschildert. 2015 erzählt die Studentin Eve (in der 1. Person), wie sie im Haus ihrer toten Großmutter eine alte Truhe findet, deren Inhalt Eves Leben durcheinanderwirbelt. Den größten Teil der Story nimmt die Geschichte von River und Nathan im Jahr 1878 ein.

Handlung: Unterhaltsame & abenteuerliche Story, die verschiedene Sichtweisen und miteinander verwebende Handlungsstränge sowie ungeahnte Wendungen, viele Wirrungen und unterschiedliche Emotionen enthält. Auch wenn ich manchmal meine Probleme mit den indianischen Begriffen und Ausdrücken hatte und sich die Geschichte streckenweise in allzu ausgeschmückten Beschreibungen ergeht, tut das dem Lesevergnügen allerdings keinen Abbruch. Man wird, ebenso wie Eve, förmlich in den Sog dieser facettenreichen Familiengeschichte gezogen und möchte wissen, wie die Geschichte ausgeht, weshalb man durch die Seiten fliegt. Das Ende wurde für meinen Geschmack etwas zu schnell abgehandelt und ich könnte mir gut eine Fortsetzung vorstellen.

Schreibstil & Co:  Abgerundet wird die Handlung durch die mitreißende, emotionsgeladene Schreibweise, die, der jeweiligen Zeit angepassten Sprache und die unheimlich lebendigen Schauplatzbeschreibungen.

FAZIT:
Mit "Devil's River" hat Thomas Thiemeyer eine gelungene Familiengeschichte erschaffen, die von in Vergessenheit geratenen Abenteuern & Geheimnissen erzählt und ihre Wurzeln in Kanada hat. Auch wenn die Geschichte klitzekleine Mankos birgt (Protagonistin Eve, leicht verwirrende indianische Begriffe und detaillierte Schilderungen), hat mich "Devil's River" angesichts der abwechslungsreichen Story, der sympathischen Protagonistin River und des ausdrucksvollen Schreibstils wirklich begeistert und erhält deshalb fantasievolle 4 1/2 (von 5) Punkte mit Tendenz zu 5 Punkten.

Kommentare:

  1. Waaaaaah, ich brauche dieses Buch!!
    Da du es nun auch toll findest, noch viel mehr!

    LG Claudia

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    1. "Devil's River" wird dir sicher gefallen. Ein wirklich tolles und lesenswertes Buch!

      LG
      Sabine

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Ich freue mich sehr über (ernstgemeinte) Kommentare zu meinen Posts. Immer heraus mit eurer Meinung...

Büchersüchtige Grüße,
Sabine