Mittwoch, 24. Februar 2016

[MINI-REZENSION] "Schatten der Schuld"


Cover
Quelle: Random House
Die Autorin
Dr. Petra Johann, Jahrgang 1971, ist Mathematikerin, promovierte in Aachen, arbeitete im Forschungsbereich und in der Software-Branche und schreibt seit mehreren Jahren. Für ihre Krimirecherche führte sie u.a. ausführliche Gespräche mit Kriminalpolizisten und Rechtsmedizinern. Schatten der Schuld ist ihr erster Roman bei Blanvalet
 
Taschenbuch: 544 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (16. November 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3734102030
ISBN-13: 978-3734102035
Größe und/oder Gewicht: 11,8 x 4,3 x 18,5 cm


Leseprobe
Quelle: randomhouse.de  *lies mich*



Die Geschichte...
Als eine brutal zugerichtete Leiche im Aachener Stadtwald gefunden wird, erinnert die Vorgehensweise stark an die Vorgehensweise des Axtmörders, der nie gefasst wurde. Denn auch diese Frau wurde mit einer Axt erschlagen und die Haare liegen abgeschnitten neben der Leiche. Kriminalkommissarin Charlotte "Charly" Rumor wird sogar aus dem Urlaub zurückgeholt, denn das war damals ihr Fall, den sie gemeinsam mit ihrem damaligen Partner Mick bearbeitet hat, der inzwischen den Dienst quittiert hat. Wird Charly den Mörder diesmal fassen?

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Mir war wieder mal nach einem spannenden Buch.

Reihe: Habe nichts darüber gefunden, dass es sich hier um einen Reihen-Auftakt handelt. Außerdem brauche ich für meinen Teil sowieso keine Fortsetzung...

Handlungsschauplatz: Der Schauplatz wurde nach Schweden Aachen/Roetgen verlegt.

Handlungsdauer: Nach dem Prolog beginnt die Story mit Teil I im Oktober, mündet in Teil II und endet schätzungsweise mehrere Tage später.

Hauptperson: Kriminalkommissarin Charlotte Rumor wird nur Charly genannt und arbeitet bei der Mordkommission Aachen. Die sportliche und eigensinnige Frau lebt zurückgezogen und wird durch ihren neuesten Fall in die Vergangenheit, denn der Axtmörder konnte 3 Jahre zuvor nicht gefasst werden... Charly ist eine interessante Protagonistin mit Potential, die ein wenig blass wirkt, nicht ganz zur Geltung kommt und deren Handlungen für mich nicht immer ganz nachvollziehbar sind.

Nebenfiguren: Die mitwirkenden Charaktere wie Frank Quirin (der Leiter der MK2 in Aachen steht auch unter großem Druck und holt einer seiner besten Ermittlerinnen, Charly Rumor, aus dem Urlaub zurück), Benjamin "Benny" Kämpfer (der 29-jährige Kriminalkommissar ist der Neuzugang der MK2 und Charlys neuer Kollege, der sehr jung aussieht und deshalb nicht immer für ganz voll genommen wird) und Michael "Mick" Harting (der attraktive Oberkommissar ist ein Frauenheld und Charlys früherer Kollege, mit dem sie eine besondere Geschichte verbindet) sind interessante Persönlichkeiten, die sich gut in die Handlung einfügen, aber ebenfalls etwas farblos erscheinen. Allerdings finden hier für meinen Geschmack viel zu viele Nebencharaktere (wie diverse Polizisten, Zeugen und Verdächtige) Verwendung.

Romanidee: Interessante Grundidee mit solider Umsetzung

Erzählperspektiven: Die temporeichen Geschehnisse werden vorwiegend aus der Warte von Charly geschildert, außerdem berichten einige Nebencharaktere wie Charlys Chef Frank, ihr Kollege Benny oder das junge Mädchen Lilly die Begebenheiten aus ihrer jeweiligen Sicht (alle in der 3. Person), dabei gewähren uns die Erzähler einen Einblick in ihre Gedanken & Gefühle. Immer wieder driften die Erzählungen in die Vergangenheit ab und lassen uns an den Ermittlungen der früheren ermordeten Opfer Nicole Danner, Bettina Kersthoff  und Katja Harting teilhaben, sodass wir dadurch die aktuellen Ereignisse besser verstehen.

Handlung: "Schatten der Schuld" wartet mit einer abwechslungsreichen, leicht verworrenen Geschichte auf, die einige Irrwegen und unerwartete Wendungen birgt. Bedauerlicherweise enthält die Handlung auch kleine Längen, Hänger und detaillierte Beschreibungen sowie viele Nebenfiguren, Erzählperspektiven & Handlungsstränge. Vor allem der letzte Teil gestaltet sich stellenweise sehr zäh und etwas vorhersehbar, außerdem sind die Ermittlungen der ersten 3 Morde stellenweise unglaublich detailliert und langatmig beschrieben, außerdem drehen sich die Nachforschungen manchmal im Kreis. 

Schreibstil & Co:  Abgerundet wird dieser deutsche Kriminalroman durch die ausschweifende Schreibweise mit vielen Wiederholungen, Lokalkolorit und die einfach gehaltene Sprache. Alles in allem war ich froh, als ich die 544 Seiten durch hatte - ein paar Seiten weniger hätten hier auch nicht geschadet...

FAZIT:
"Schatten der Schuld" heißt das Erstlingswerk von Petra Johann und ist ein solider Krimi, der mich nicht ganz überzeugen konnte. Die Story ist zu ausführlich und teilweise vorhersehbar geraten und enthält unzählige ausgeschmückte Schilderungen und unzählige Nebencharaktere, was den Lesefluss bremst. Dieses Debüt ist leider nicht der beste Kriminalroman, den ich jemals gelesen habe, weshalb ich nur schwache 3 (von 5) Punkte vergeben kann.



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Büchersüchtige Grüße,
Sabine