Mittwoch, 5. September 2012

[REZENSION] "Leg dich nicht mit Mutti an"

Cover
Die Autorin
Eva Völler hat sich schon als Kind gern Geschichten ausgedacht. Trotzdem verdiente sie zunächst als Richterin und Rechtsanwältin ihre Brötchen, bevor sie die Juristerei endgültig an den Nagel hängte. "Vom Bücherschreiben kriegt man einfach bessere Laune als von Rechtsstreitigkeiten. Und man kann jedes Mal selbst bestimmen, wie es am Ende ausgeht." Die Autorin lebt mit ihren Kindern am Rande der Rhön in Hessen.
 
Produktinformation
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Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Verlag); Auflage: 4 (11. Juli 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3404166485
ISBN-13: 978-3404166480
Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,4 x 3 cm

Leseprobe

Quelle: bilandia.de  *klick*


Die Geschichte...
Fast 45 Jahre musste Annabell werden, um einen Kredit für die Sanierung ihres inzwischen maroden Hauses zu beantragen. Doch als alleinerziehende Mutter von drei Kindern und einem Teilzeitjob als Journalistin scheint man nicht besonders kreditwürdig zu sein, denn das Gespräch endet nicht sehr zufriedenzustellend. Als Annabell gerade das Geldinstitut verlassen möchte, wird sie in einen Banküberfall verwickelt und angeschossen. Und das ruft ihre Mutter Liselotte auf den Plan, die seit Jahrzehnten in der Weltgeschichte herumreist und so gar nicht der mütterliche Typ ist. Außerdem wird ihr plötzlich der Kredit genehmigt, weshalb der Traum von der Hausrenovierung endlich wahr wird - jedoch fangen damit die Probleme erst richtig an... **ACHTUNG SPOILER** Und als Tüpfelchen auf dem i steht plötzlich Helga, die Mutter ihres verstorbenen Mannes, vor der Tür und reißt die Haushaltsführung der Familie Wingenfeld an sich. Ob das gut gehen kann? **SPOILER ENDE**

Meine Meinung:
Nachdem ich von Eva Völlers "Zeitenzauber: Die magische Gondel" recht begeistert war und ich früher ihre Chick Lit-Romane gern gelesen habe, wollte ich auch "Leg dich nicht mit Mutti an" lesen. Die Handlungsdauer umfasst ein paar Wochen, der Handlungsschauplatz liegt irgendwo in Deutschland. In diesem Roman kommen sogar mehrere Mütter vor, denn neben Annabell geht hier auch um ihre lässige Mutter Liselotte und um Helga, ihre Schwiegermutter und 1A-Hausfrau.

Das Leben hat es mit der 44-jährigen Annabell Wingenfeld nicht immer gut gemeint. Als alleinerziehende Mutter von drei Kindern (Benedikt (18), Sophie (17) und Timmo (6)) kann sie nur halbtags als Journalistin arbeiten und hat neben jeder Menge Alltagsprobleme auch noch eine Bruchbude von Haus am Hals - und durch den unseligen Banküberfall kommt auch noch ihre Mutter zu Besuch, die alles andere als der mütterliche Typ ist. Dafür würde ihre Schwiegermutter Helga, die Mutter ihres verstorbenen Mannes, einen Preis für die Hausfrau des Jahres gewinnen. Und dann gibt es noch den smarten 45-jährigen Kriminalhauptkommissar Tobias Anders, der Annabell  immer wieder über den Weg läuft... 
 
Die mitwirkenden Protagonisten, allen voran Hauptperson Annabell (die hin und wieder an sich und ihren Entscheidungen zweifelt) sind gut gestaltete, vielschichtige Charaktere, wenn sie auch für meinen Geschmack ein wenig überzeichnet wurden. Die Handlung ist an und für sich sehr unterhaltsam und oft mit amüsanten Szenen gespickt, auch wenn die abwechslungsreiche Geschichte etwas unrealistisch anmutet. Und die Träume, in denen Leonardo DiCaprio eine große Rolle spielt, hätten auch nicht sein müssen, aber das ist wohl gleichfalls Geschmackssache.
 
Was hier der Witwe Annabell passiert, mutet schon leicht unglaubwürdig an: Annabell sucht bei ihrer Hausbank um einen Kredit für die Sanierung ihres alten Hauses an und wird nach dem negativ verlaufenden Gespräch im Zuge eines missglückten Banküberfalls angeschossen. Im Krankenhaus wird sie von der Presse, dem Chef der Hausbank und sogar von Liselotte belagert, denn ihre Mutter hat ihre spärlichen Muttergefühle entdeckt und möchte Annabell helfen, ihren Alltag zu bewältigen. Als das bewilligte Geld dann endlich auf dem Konto ist, gibt es für die hübsche Mutter kein Halten mehr und die Haussanierung inkl. viel Dreck und etlichen Turbulenzen kann beginnen... 

Erzählt werden die turbulenten Geschehnisse aus der Sicht von Ich-Erzählerin Annabell, die sich als alleinerziehende Mutter von 2 Teenagern und 1 Vorschulkind, das bei der Erwähnung des Wortes Schule immer wieder kotzen muss, durchs Leben schlägt. Für Männer bleibt da neben Arbeit, Schule, Haushalt, Vorbereitung fürs Klassentreffen und Renovierung wenig Zeit, doch der gutaussehende Kripobeamte Tobias lässt Annabells Herz ein wenig höher schlagen... Durch den lockeren Schreibstil und die angenehme Sprache lassen sich die 336 Seiten relativ schnell lesen, auch wenn die Story einige Längen beinhaltet.

FAZIT:
"Leg dich nicht mit Mutti an" erzählt die Geschichte der alleinerziehenden Witwe Annabell, die mit dem Alter (sie wird 45), ihren drei anstrengenden Kindern (Timo, Sophie und Benedikt) und Müttern (Liselotte und Helga), den Folgen eines Banküberfalls sowie einer anstrengenden Haussanierung zu kämpfen hat. Unterhaltsam ist der Roman auf alle Fälle, wenn auch streckenweise sehr unrealistisch - da hat mir "Zeitenzauber" viel besser gefallen. Deshalb vergebe ich für "Leg dich nicht mit Mutti an" amüsante 3 (von 5) Punkte.
 


 


 
 

Kommentare:

  1. Ich bin gespannt. Treffe Eva Völler morgen auf einer Wohnzimmerlesung - muss kurz angeben: lass mein Buch signieren, plausch ein wenig mit ihr - und bin dann auf Mutti gespannt, habs nämlich noch nicht gelesen und auch noch kein anderes Buch von ihr! Bin gespannt.

    Lieben Gruß,
    nicki

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    1. Da bin ich ein wenig neidisch, liebste Buchschwester. ;-)
      Von Zeitreiseroman war ich ja hin & weg, dieses Buch war mir dann doch ein wenig überdreht. Der Humor von Eva Völler ist allerdings genau mein Ding.

      Welches Buch wird denn gelesen - die Mutti? Und wo bist du eingeladen?
      Jedenfalls gaaaanz viel Vergnügen!!!

      Liebe Grüße
      Sabine

      PS: Richte Frau Völler bitte schöne Grüße aus und sag ihr, dass ich mich schon auf den 2. Zeitenzauber-Roman freue. Dankeschön.

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Ich freue mich sehr über (ernstgemeinte) Kommentare zu meinen Posts. Immer heraus mit eurer Meinung...

Büchersüchtige Grüße,
Sabine