Donnerstag, 4. November 2010

[REZENSION] "Der zweitbeste Koch"

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Fr. Nicole Oberdanner vom Haymon Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars!
 
Cover


Der Autor
Kurt Bracharz, geboren 1947 in Bregenz/Bodensee, ist Berufsschullehrer. Seit 1972 arbeitet er auch für Zeitschriften und Rundfunk. Der Autor lebt in Österreich.

Produktinformation
Link zu Amazon
Gebundene Ausgabe: 180 Seiten
Verlag: Haymon Verlag; Auflage: 1., Aufl. (9. September 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 385218634X
ISBN-13: 978-3852186344
Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,2 x 2 cm

Leseprobe
Quelle: Haymon Verlag  *bitte hier probelesen*


Die Geschichte...
Hunger ist bekanntlich der beste Koch. Doch der zweitbeste Koch, das ist Wang Li - ein Spitzenkoch, der bereits 1 Monat verschwunden ist. Der Wiener Gourmetkritiker Xaver Ypp vom Magazin "Lukull" vermisst den Koch sehr, doch Xaver hat bald andere Sorgen. Bei einem Restaurantbesuch mit dem Grünschnabel Quentin (einem Genie in Sachen Gaumenfreuden, der ihm vom Chef aufs Auge gedrückt wurde) bekommt Xaver Fleisch zu kosten, das er nicht zuzuordnen weiß und so nimmt er eine Probe, die ihm kurz darauf entwendet wird. Was bzw. wer steckt hinter der ganzen Sache?

Meine Meinung:
Eigentlich habe ich mich auf einen Wiener Kriminalroman gefreut, doch es sollte anders kommen. Einen Krimi kann man "Der zweitbeste Koch" beim besten Willen nicht bezeichnen. Dennoch hat mich dieser Roman von Kurt Bracharz bestens unterhalten.

Herrlich selbstironisch und mit einem Augenzwinkern nimmt Hauptfigur und Ich-Erzähler Xaver Ypp die Gastronomie und speziell die chinesische Küche aufs Korn.   Als Restaurantkritiker beim Gourmentmagazin "Lukull" soll Xaver den Teenager Quentin in die Genüsse von Feinschmeckerlokalen einführen und bei einem Besuch des Chinarestaurants "Shanghai 1938" passiert es: Xaver bekommt ein Gericht mit einer undefinierbaren Fleischsorte vorgesetzt, nimmt eine Probe dieser und wird auf dem Heimweg überfallen. Was hat es mit der Fleischprobe auf sich? Und wo ist Wang Li, der Koch des Shanghai 1938 abgeblieben?Diese und andere Fragen lösen sich im Laufe der Handlung in Wohlgefallen auf...

Protagonist Xaver Ypp (was für ein Name *lol*) ist sowohl eigenbrötlerisch und eigenwillig als auch ein alter Hase im Gourmetgeschäft und so schnell macht ihm keiner was vor. Dementsprechend begeistert ist der Reporter um die 60 natürlich, als ihm ein junger Hupfer namens Quentin vorgesetzt wird. Quentin spielt aber nur eine untergeordnete Rolle, ebenso wie die hübsche Studentin Zoe, die sie zu einem Essen begleitet oder Xavers Bruder Rudolf.
Die Charaktere sind außergewöhnlich, schrullig, sehr originell und passen sich der Handlung wunderbar an.

Als Österreicherin muss man den Handlungsort Wien einfach mögen, ebenso wie die eingestreuten Redewendungen und Begriffe im Dialekt. Und hier gibts, extra für euch, ein kulinarisches Wörterbuch auf Wienerisch. Ihr werds euch zerwuzeln...

Und auch wenn "Der zweitbeste Koch" kein Krimi ist, so habe ich mich beim Lesen sehr amüsiert, dazu tragen auch die Rückblenden und interessante Antekdoten aus Xavers bewegter Vergangenheit bei. Außerdem werden dem Leser immer wieder obsukure Speisen aus der Asia-Küche serviert, die manchmal bis an die Grenze des guten Geschmacks gehen!

Manchmal hat der Handlungsverlauf kleine Hänger und Xaver verliert langfristig sein eigentliches Ziel (die Fleischprobe und Wang Li) aus den Augen, aber die bizarre Geschichte und seine reizvolle Umsetzung wiegen wieder einiges auf. Der Schreibstil ist skurril und schrullig, ganz so wie die Hauptperson. Dazu passen auch der Titel und das schön gestaltete Cover.

FAZIT:
Bis auf die Tatsache, dass "Der zweitbeste Koch" vom Kriminalroman weit entfernt ist und mit einigen unnötigen Szenarien aufwartet, habe ich mich mit dem Wiener Schmäh köstlich unterhalten gefühlt. Für diesen lukullischen Ausflug in die asiatische Küche vergebe ich 4 (von 5) Punkte.



PS: Wie es Nicht-Österreichern mit diesem Buch geht, kann ich leider nicht sagen. Da ich im Osten Österreichs lebe und in Wien arbeite, verstehe ich natürlich den Dialekt und kenne auch viele Schauplätze aus dem Buch.

Kommentare:

  1. Danke für deine Beurteiling des Buches.
    Ich muss ehrlich sagen, das ist ein Buch, welches ich mir bestimmt nicht gekauft hätte. Und nun, überlege ich mir ernsthaft das zu ändern. Mein Wunschzettel wird auf jeden Fall um einen Titel erweitert ;)

    Einen schönen Tag wünsch ich dir, glg mirjam

    AntwortenLöschen
  2. Hallo mirjam!

    Ich hätte mir dieses Buch wahrscheinlich auch nicht selbst gekauft, aber es war interessant zu lesen.
    Warum fragst du nicht beim HAYMON VERLAG an, ob sie dir ein Rezensionsexemplar von "Der zweitbeste Koch" zusenden? Fragen kostet nichts...

    Liebe Grüße, Sabine

    AntwortenLöschen

Ich freue mich sehr über (ernstgemeinte) Kommentare zu meinen Posts. Immer heraus mit eurer Meinung...

Büchersüchtige Grüße,
Sabine