Montag, 25. November 2013

[REZENSION] "Die Lust des Bösen" (Band 1)

Für dieses Rezensionsexemplar bedanke ich mich sehr herzlich bei der Autorin und bei Jerry Media AG.

Cover
Quelle: Jerry Media Verlag
Die Autorin
Cassandra Negra ist der Künstlername einer in der Nähe von Weimar geborenen, promovierten Wissenschaftlerin. Sie ist Geschäftsführerin eines Familienunternehmens und lebt in Zürich.

*Produktinformation*
Broschiert: 476 Seiten
Verlag: Jerry Media; Auflage: 1. Aufl. (30. April 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3952390607
ISBN-13: 978-3952390603
Größe und/oder Gewicht: 13,5 x 3 x 21 cm

Leseprobe
Quelle: leider keine gefunden
 

Die Geschichte...
Gleich ihr erster Fall verlangt der jungen Fallanalytikerin Lea Lands einiges ab. In Hitlers altem Fahrerbunker, in der Unterwelt Berlins, wird eine grausam zugerichtete Frauenleiche gefunden, um sie herum wurden achtzehn Rosenblätter drapiert. Kurze Zeit später wird eine zweite Tote aufgefunden und die Parallelen zum ersten Fall sind unübersehbar. Die Spur führt die Ermittler Lea Lands und ihren Kollegen Max Hofmann zur Nationalpartei und dessen Chef Jack Braun, der Lea auf Anhieb fasziniert. Hat der charismatische Jack etwas mit den bestialischen Morden zu tun?
 
Meine Meinung:
"Die Lust des Bösen" heißt der 1. Band rund um Lea Lands, wobei ich hoffe, dass noch viele weitere Bücher von Cassandra Negra erscheinen, da ich diese Art von Thrillern sehr gern mag. Als Schauplatz dient Berlin und die Schauplatzbeschreibungen sind so lebendig beschrieben, dass man meint gemeinsam mit Lea vor Ort zu sein. Eine Fortsetzung sowie eine Verfilmung könnte ich mir fabelhaft vorstellen.
 
Lea Lands hat gerade ihren Abschluss als Fallanalytikerin gemacht und eine heiß begehrte Stelle in der Abteilung Sonderermittlungen beim LKA Berlin bekommen. Die toughe Profilerin versteht es hervorragend, sich in die Täter hineinzuversetzen und lebt für ihre Arbeit. Privat ist die hübsche, junge Frau Single, fährt eine Harley und wohnt mit ihrem Hund Arthur in einer kleinen Wohnung. Gemeinsam mit ihrem 55-jährigen Kollegen Max Hofmann, der durch die jahrelange Polizeiarbeit schon abgestumpft ist, seiner Pensionierung entgegensieht und gern dem Alkohol zuspricht, fahndet Lea nach einem kaltblütigen Mörder. Als sie bei einem Konzert einen gutaussehenden Mann kennenlernt und sich in eine leidenschaftliche Affäre stürzt, ahnt die Profilerin noch nicht, dass der rätselhaft wirkende Jack Braun (was für ein Name) in seiner Funktion als Chef der Nationalpartei zum Kreis der Verdächtigen gehören wird.

Lea ist eine interessante und toughe Hauptperson mit liebenswerten Schwächen, Ecken & Kanten, neben der ihr Kollege Max ein wenig farblos wirkt. Auch die Nebenfiguren wie z.B. Leas Chef Holger Harms, Nationalpartei-Oberhaupt Jack Braun, sein Chauffeur Hans Wenger und diverse Parteikollegen sowie Opfer wurden durchaus reizvoll gestaltet, dennoch wurden für meinen Geschmack zu viele Nebencharaktere verwendet, die nur unnötig für Verwirrung sorgen und meinen Lesegenuss ein wenig trüben.

In diesem Thriller von Cassandra Negra jagen die LKA-Beamten einen sadistischen Killer, der seine Opfer in alten Gemäuern ablegt, die für Hitler und die Nationalsozialisten von Bedeutung waren. Der Täter geht sehr raffiniert vor, um an seine Opfer zu gelangen und seine kranken Fantasien auszuleben - und dabei ist ihm jedes Mittel recht... "Die Lust des Bösen" bietet Liebhabern von Spannungsliteratur eine vielleicht etwas weit hergeholte, aber reizvolle Romanidee samt ansprechender Umsetzung.

Die Story wartet mit reichlich unerwarteten Wendungen, einigen Überraschungen und raffiniert gelegten falsche Fährten sowie einigen klitzekleinen Längen und ausgeschmückten Beschreibungen auf. Für zartbesaitete Gemüter mit schwachen Nerven ist "Die Lust des Bösen" allerdings nicht geeignet, da dieser Thriller viele Szenen voller Gewalt, Blut und Leichen enthält, bei denen sich einem der Magen umdrehen könnte. Manche Passagen, auch die enthaltenen Sex-Szenen waren sogar mir schon fast zu viel, aber das ist wohl Geschmackssache.

Die rasanten Geschehnisse werden vorwiegend aus der Perspektive von Lea Lands und Max Hofmann (in der 3. Person) erzählt, wobei uns die Berliner Fallanalytikerin einen tiefen Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt gewährt. Zwischendurch schildern diverse Nebenfiguren und sogar der Täter, der uns an seinen grauenvollen Fantasien teilhaben lässt, die Begebenheiten aus ihrer jeweiligen Warte. Allerdings konnte ich mit dem Täter, dessen Identität dem Leser bald bekannt ist, wenig anfangen und seine Motive bzw. den Bezug zum Nationalsozialismus nicht ganz nachvollziehen.

Leider wirkt die Geschichte durch die unzähligen Erzählperspektiven und miteinander verwebenden Handlungssträngen stellenweise recht sprunghaft und leicht verwirrend.  Manche Szenen sind mir ein wenig zu abgedreht geraten, doch im Großen & Ganzen ist "Die Lust des Bösen" ein packender Thriller, der einen in die Irre führt und atemlos zurücklässt. Abgerundet wird die Story durch den packenden, emotionsgeladenen Schreibstil von Cassandra Negra, abwechslungsreiche Dialoge und eine beklemmende Atmosphäre, weshalb man praktisch durch die knapp 476 Seiten fliegt.

FAZIT:
"Die Lust des Bösen" unterhält seine Leser mit einem spannungsgeladenen Plot samt überraschenden Wendungen voller Leichen & Blut, einer überaus sympathischen Protagonistin sowie einer fesselnden Schreibweise. Bis auf ein paar Kleinigkeiten hat mich dieser rasante Thriller wunderbar unterhalten, weshalb das Debüt von Cassandra Negra von mir bemerkenswerte (von 5) Punkte erhält.

 
 

Kommentare:

  1. Hört sich sehr interessant an......
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Ist es auch, liebe Martina.
      Allerdings braucht man bei dieser Lektüre wirklich starke Nerven, aber die hast du ja. ;-)

      Liebe Grüße von
      Sabine

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Sabine