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Montag, 14. Oktober 2013

[REZENSION] "Morbus Dei: Im Zeichen des Aries" (Band 3)

Für dieses Rezensionsexemplar bedanke ich mich sehr herzlich beim Haymon Verlag und den netten Autoren.


Quelle: Haymon
Die Autoren
Bastian Zach, geboren 1973 in Leoben. Grafik-Designer, seit 2007 Schnitt- & Synchronregisseur. Matthias Bauer, geboren 1973 in Lienz. Studium der Geschichte und Volkskunde, Tätigkeiten im Verlags- und Ausstellungsbereich sowie in der Erwachsenenbildung. Gemeinsam schreiben Bastian Zach und Matthias Bauer Drehbücher und Romane.

Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Haymon Verlag; Auflage: 1 (8. September 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3852189519
ISBN-13: 978-3852189512
Größe und/oder Gewicht: 19 x 11,4 x 3,2 cm

Leseprobe
Quelle:  libreka.de *lies mich*

 
Alle, die diese Trilogie noch lesen möchten und die Vorgängerbände nicht kennen, sollten an dieser Stelle lieber nicht weiter lesen!

Die Geschichte...
Österreich im Jahre 1704: Elisabeth wurde von General Gamelin, einem Sondergesandten der französischen Armee, gefangen genommen und weggebracht, um in Turin sein finsteres Vorhaben in die Tat umzusetzen. Unterdessen hat sich Johann List (gemeinsam mit dem Preußen und einigen Freunden) auf den Weg gemacht, um seine geliebte Elisabeth aus den Fängen des Franzosen zu befreien und die Ausgestoßenen in Tyrol vor einem Unglück zu bewahren, das ihnen in Form eines geistlichen Abgeordneten aus Rom droht, weshalb sich bald die Wege der Gefährten trennen. Johann und Leutnant Wolf begeben sich nach Turin, während sich der Preuße und seine Kameraden auf den Weg in die Tyroler Berge machen...

Meine Meinung:
Auch wenn ich eigentlich gar keine historischen Romane lese, hat die Morbus Dei-Trilogie etwas an sich, das mich diese "Abneigung" vergessen lässt, weshalb ich natürlich wissen wollte, wie die Morbus Dei-Trilogie endet. "Im Zeichen des Aries" knüpft an seinen Vorgänger "Inferno" nahtlos an, führt uns von Wien nach Turin bzw. nach Tyrol und wartet ein weiteres Mal mit überaus lebendigen Handlungsschauplätze auf, die mein Kopfkino  zum Laufen bringen.  Die Handlungsdauer umfasst ein paar Wochen im Jahre 1704, nach dem Prolog gliedert sich die Geschichte in 3 namens Persecutio, Morbus und Aries.
 
Die junge Elisabeth Karrer wurde von dem grausamen Maréchal Gamelin verschleppt, der mit der mit der Kranken seine eigenen Pläne hat, die schreckliche Auswirkungen für das gesamte Reich haben könnte. Inzwischen weiß Elisabeth auch, dass sie ein Kind erwartet und so drehen sich ihre Gedanken ständig um Johann und ihr ungeborenes Kind sowie um ihre Krankheit, die immer schlimmer wird und eine Flucht schier unmöglich macht. Gleichzeitig schmiedet der ehemalige Soldat und Deserteur Johann List Pläne, wie er seine geliebte Elisabeth retten kann und wird dabei von seinem Freund, dem "Preußen" Heinz Wilhelm Kramer tatkräftig unterstützt. Unerwartete Hilfe bekommen sie von Leutnant Wolf, der vom Wiener Bürgermeister den Auftrag erhalten hat, Gamelin zu stoppen.

Die Hauptpersonen Johann und Elisabeth sind facettenreiche, authentisch wirkende Persönlichkeiten, die mit vielen Ecken & Kanten versehen wurden und durchwegs glaubwürdig agieren. Ganz toll finde ich, dass Elisabeth eine starke Frau ist, die ihre eigene Meinung hat und diese auch vertritt, was zu Beginn des 18. Jahrhunderts sicher nicht üblich war. Auch die Nebencharaktere, wie z.B. Johanns Freund "der Preuße" Heinz Wilhelm Kramer, Leutnant Georg Maria Wolf, Jesuitenpater Konstantin von Freising sowie ihre Widersacher Francois Antoine Gamelin und der Vatikan-Abgesandte Antonio Sovino wurden reizvoll gestaltet und fügen sich wunderbar in die Handlung ein.

Abwechselnd berichten Elisabeth und Johann die packenden Begebenheiten aus ihrer Sicht, zwischendurch schildern einige Nebencharaktere wie General Gamelin, Wiens Bürgermeister Jakob Tesper und Leutnant Wolf (alle in der 3. Person) die Geschehnisse aus ihrem jeweiligen Blickwinkel. Man fühlt sich sofort nach Österreich bzw. in das Jahr 1704 zurückversetzt, fühlt, leidet & fiebert mit dem sympathischen Paar Johann & Elisabeth mit.
 
"Im Zeichen des Aries" garantiert Spannung von der ersten bis zur letzten Seite, denn kaum hat man diesen historischen Thriller aufgeschlagen, wird man förmlich in die Geschichte hineingezogen und von der temporeichen Story, die ganz ohne Längen oder unnötige Passagen auskommt,  gefangen genommen. Hier kommen Fans von Spannung und Blutvergießen in historischen Romanen voll auf ihre Kosten! Das Finale von "Morbus Dei" beinhaltet neben verschiedenen Erzählperspektiven ebenso viele, miteinander verwebende Handlungsstränge, die am Ende ein schlüssiges Bild ergeben.
 
Die Atmosphäre ist durchwegs düster, obwohl es leider nicht ganz an die gruselige, unheimliche Grundstimmung des 1. Bandes heranreicht. Mit einer originellen Romanidee samt exzellenter Umsetzung ausgestattet, präsentiert dieser Trilogie-Abschluss eine wirklich gelungene Mischung aus historischem Thriller und Mystery-Elementen, die mit vielen unterschiedlichen Emotionen durchzogen ist.
 
"Im Zeichen des Aries" wurde mit raffiniert gelegten falschen Fährten und Überraschungen versehen, die in ein atemberaubendes Finale gipfeln, das mich zufrieden zurückgelassen hat. Dank der fesselnden, ausdrucksstarken Schreibweise des sympathischen Autorenduos Matthias Bauer & Bastian Zach, der zeitgemäßen Sprache und der lebendigen Schilderungen fliegt man förmlich durch die 400 Seiten und kann kaum den Ausgang der Geschichte erwarten. Diese Trilogie könnte ich mir auch gut als Verfilmung vorstellen.
 
FAZIT:
"Morbus Dei: Im Zeichen des Aries" hat es geschafft, mich zu begeistern und verspricht dank des großartigen ausgearbeiteten Plots mit überraschenden Wendungen, der reizvollen Protagonisten sowie der mitreißenden Schreibweise von Bastian Zach und Matthias Bauer spannendes Lesevergnügen vom Anfang bis Ende. Ich liebe die Morbus Dei-Trilogie (weshalb die Rezension auch so lang geworden ist) und bin ein wenig traurig, dass die Abenteuer rund um Elisabeth und Johann nun zu Ende sind. Zu kritisieren gibt es von meiner Seite nichts, weshalb ich nur beindruckende 5 (von 5) Punkte vergeben kann.
 
 
 

Sonntag, 26. August 2012

[REZENSION] "Morbus Dei: Inferno" (Band 2)

Für dieses Rezensionsexemplar bedanke ich mich sehr herzlich beim Haymon Verlag und dem netten Autorenduo.
 
 Tolles Cover
 Die Autoren
Bastian Zach, geboren 1973 in Leoben. Grafik-Designer, seit 2007 Schnitt- & Synchronregisseur. Matthias Bauer, geboren 1973 in Lienz. Studium der Geschichte und Volkskunde, Tätigkeiten im Verlags- und Ausstellungsbereich sowie in der Erwachsenenbildung. Gemeinsam schreiben Bastian Zach und Matthias Bauer Drehbücher und Romane.

Produktinformation
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Broschiert: 362 Seiten
Verlag: Haymon Verlag; Auflage: 1 (4. Juni 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3852188792
ISBN-13: 978-3852188799
Größe und/oder Gewicht: 19 x 11,4 x 3,4 cm

Leseprobe
Quelle: Zach/Bauer  *klick*

Alle, die diese Trilogie noch lesen möchten und den Vorgängerband nicht kennen, sollten an dieser Stelle lieber nicht weiter lesen!

Die Geschichte...
Österreich im Jahre 1704: Mitten im Winter sind Johann List und Elisabeth Karrer ihrem Dorf in Tyrol bzw. der mysteriösen Krankheit entflohen und machen sich deshalb auf den mühevollen Weg nach Wien. Doch Elisabeths Großvater und der Hund Vitus sterben kurz nach dem Aufbruch und so erscheint es dem Liebespaar fast wie ein Wunder, dass sie auf ihrer Reise Hilfe von Pater von Freising und seinem Novizen Blasius, der ein Schweigegelübde abgelegt hat, erhalten, da die beiden ohne Papiere reisen. Endlich in Wien angekommen, holt Johann seine Vergangenheit ein, denn in der Kaiserstadt wohnt nicht nur sein Freund Heinz Kramer, sondern auch sein früherer Vorgesetzter, Ferdinand von Prankh - seit Johanns Flucht vor der Armee hat von Prankh Rache geschworen und nun könnte der Deserteur entlarvt werden, denn auch in Wien gibt es Spione... **ACHTUNG SPOILER** Und dann bricht zu allem Überfluss auch noch eine unerklärliche Seuche in Wien aus, die dem Krankheitsbild der Tyroler Dorfbewohner sehr ähnelt, und der Wunsch nach einem beschaulichen Leben in Siebenbürgen rückt für Elisabeth und Johann in weite Ferne... **SPOILER ENDE**
 
Meine Meinung:
Nachdem ich ja bereits von "Die Ankunft", dem 1. Band der Morbus Dei-Trilogie, recht angetan war, wollte ich natürlich auch die Fortsetzung "Inferno" unbedingt lesen. Die Handlung, die an den Vorgänger anknüpft, beginnt erneut im Jahre 1704 und führt uns von Tyrol über Lienz nach Wien, wo sich der Großteil der Geschichte abspielt. Sehr anschaulich werden die Handlungsschauplätze des frühen 18. Jahrhunderts dem Leser näher gebracht. Die Handlungsdauer umfasst ein paar Monate, der Plot gliedert sich in die Teile namens Abitus, Morbus und Inferno.
 
Johann List, der ein Geheimnis verbirgt, hat ein bewegtes Leben hinter sich: Im Kloster Altmarienberg aufgewachsen hat er sich in jungen Jahren seinen Lohn als Schmied verdient, wurde danach zum Soldaten ausgebildet und später als Deserteur gejagt, wobei ihn das Schicksal ihn in die Tyroler Berge verschlagen hat. Dort hat er die bildhübsche Elisabeth Karrer kennen und lieben gelernt, doch in dem Bergdorf ist so viel Unfassbares geschehen, dass sie Tyrol verlassen. Auf dem beschwerlichen Weg in eine gemeinsame Zukunft, die sie zusammen mit dem Jesuitenpater Konstantin von Freising und seinem Novizen Basilius Sovino vorerst nach Wien führt, verändert sich Elisabeth unmerklich, denn nicht nur Johann hat ein Geheimnis - auch die junge Frau verheimlicht ihrem Geliebten etwas...

Die Protagonisten sind vielschichtige, lebendig wirkende Persönlichkeiten, die mit Ecken & Kanten versehen wurden und durchwegs authentisch agieren. Diesmal erfahren wir auch mehr über Johanns Vergangenheit und die Gründe, warum er die Armee verlassen hat.  Auch die Nebencharaktere, wie z.B. "der Preuße" Heinz Kramer, seine lebenslustige Frau Josefa, Johanns alter Widersacher Ferdinand von Prankh diverse Gottesdiener und Soldaten, wurden reizvoll gestaltet und fügen sich ansprechend in die Handlung ein. Die Absichten vieler Mitwirkenden bleiben lange verborgen, was die Geschichte noch interessanter macht. Besonders toll finde ich auch, dass Elisabeth und Josefa ihre eigene Meinung haben und diese auch vertreten, was für dieses Zeitalter sehr fortschrittlich wirkt und damals sicher nicht üblich war.


Auch wenn ich normalerweise gar keine historischen Romane mag, haben die Morbus Dei-Bücher etwas an sich, das mich diese "Abneigung" vergessen lässt. "Inferno" schließt an seinen Vorgänger nahtlos an, lässt sich von Anfang an spannend lesen und zieht einen sofort in seinen Bann. Man fühlt sich sofort in das winterliche Österreich des Jahres 1704 zurückversetzt, fühlt & fiebert mit dem Pärchen Johann und Elisabeth mit. Der Mittelteil "Morbus" beinhaltet neben unterschiedlichen Erzählperspektiven ebenso viele Handlungsstränge, die im Handlungsverlauf miteinander verweben und am Ende ein schlüssiges Bild ergeben. Leider endet der 2. Band mit einem Cliffhanger, der jedoch die Vorfreude auf die 2013 erscheinende Fortsetzung "Morbus Dei: Im Zeichen des Aries" steigert.
 
Vorwiegend berichtet Elisabeth über die packenden Begebenheiten aus ihrer Sicht, die restlichen Ereignisse schildern Johann, Pater von Freising, der Preuße sowie weitere Nebenfiguren (alle in der 3. Person) aus ihrem jeweiligen Blickwinkel. Weitere Abwechslung bieten auch Elisabeths Albträume und Tagebucheinträge, die das Geschehen auflockern. Die Atmosphäre ist, wie bereits im Vorgängerband, düster und oftmals beklemmend, obwohl die Grundstimmung des 1. Bandes noch etwas gruseliger rüberkommt.
 
Mit einer genialen Idee samt hervorragender Umsetzung ausgestattet, präsentiert dieser Trilogie-Mittelteil dem Leser eine gelungene Mischung aus historischem Thriller und Mystery-Elementen, die mit vielen unterschiedlichen Emotionen durchzogen ist. Ungeachtet klitzekleiner Längen lässt sich "Inferno", mit vielen ungeahnten Wendungen und Überraschungen versehen, rasend schnell lesen. Denn kaum hat man diesen bemerkenswerten Thriller aufgeschlagen, wird man förmlich in die Geschichte hineingezogen und von der rasanten Story gefangen genommen. Hier kommen Fans von Spannung & Blutvergießen voll auf ihre Kosten!
 
Durch die ausdrucksstarke, atmosphärisch dichte Schreibweise des sympathischen Autorenteams Matthias Bauer & Bastian Zach, die der Zeit angepassten Sprache sowie durch die bildhaften Schilderungen fühlt man sich fast so, als würde man gemeinsam mit Elisabeth und Johann die gefahrenvolle Reise und diverse Abenteuer bestehen. Ein besonderes Augenmerk möchte ich auch die beeindruckenden Schauplatz- und Ortsbeschreibungen lenken, die so plastisch dargestellt wurden, dass man sich die einzelnen Orte und Gebäude wunderbar vorstellen kann.

FAZIT:
Hochspannung, Abenteuer, Mystery und Emotionen - das alles bietet "Inferno". Der 2. Band der Morbus Dei-Trilogie garantiert -dank der exzellent ausgearbeiteten Story mit interessanten Wendungen, der eindrucksvoll gestalteten, facettenreichen Protagonisten sowie des mitreißenden Schreibstils- Lesevergnügen von der ersten bis zur letzten Seite. Wenn es ein historisches Buch bzw. Trilogie schafft, mich als Verweigerer dieses Genres zu begeistern, kommt das einem Wunder nahe und deshalb hat sich "Morbus Dei: Inferno" auf alle Fälle hervorragende 5 (von 5) Punkte verdient.
 
 

ZITAT Seite 29:
"Der Morgen begrüßte sie mit einem glasklaren Himmel, die Sonne ließ die schneebedeckten Flächen wie Smaragdwiesen funkeln."

ZITAT Seite 323:
"Und als die Sonne aufging, versank die Stadt, und alles, was in ihr geschah, in blutrotem Zwielicht."

Mittwoch, 15. Dezember 2010

[REZENSION] "Morbus Dei: Die Ankunft" (Band 1)


Dieses Exemplar hat mir Frau Oberdanner vom Haymon Verlag zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt - vielen Dank!

Das düstere Cover

Quelle: Haymon
Die AutorenHier ein interessantes Interview mit dem Autorenduo *klick*
Bastian Zach, geboren 1973 in Leoben. Grafik-Designer, seit 2007 Schnitt- & Synchronregisseur. Gemeinsam produzierten Matthias Bauer und Bastian Zach die preisgekrönten Kurzfilme „ausWEG“ (2001) und „[infinite]“ (2003) sowie den Spielfilm „3 Zimmer. Küche. Tod.“ (2006). Matthias Bauer, geboren 1973 in Lienz. Studium der Geschichte und Volkskunde in Innsbruck, Tätigkeiten im Verlags- und Ausstellungsbereich sowie in der Erwachsenenbildung.

Produktinformation
Link zu Amazon
Taschenbuch: 296 Seiten / Sprache: Deutsch
Verlag: Haymon Verlag; Auflage: 1., Aufl. (16. Juli 2010)
ISBN-10: 3852188466 / ISBN-13: 978-3852188461
Größe und/oder Gewicht: 19 x 11,4 x 3 cm

Leseprobe
Quelle: opendoor-productions.com  *hierher zum Lesen*


Die Geschichte...
Tyrol vor 300 Jahren: Es ist ein strenger Winter, als sich der junge fahnenflüchtige Soldat Johann List in ein abgeschiedenes Bergdorf verirrt. Schwer verletzt wird er von der jungen Elisabeth und ihrem Großvater Martin Karrer aufgenommen und gesund gepflegt. Dafür revanchiert sich Johann, indem er bei Elisabeths tyrannischem Vater Jakob Karrer als Knecht arbeitet. Doch schon bald merkt er, dass etwas mit dem Dorf und seinen Bewohnern nicht stimmt. Wovor genau fürchten sich die abergläubischen Dörfler? Und was genau lauert in dem finsteren Wald?

Meine Meinung:
Die Geschichte beginnt mitten im tiefsten Tyroler (= Tiroler) Winter, wo der verwundete Deserteur Johann List von der schönen Elisabeth Karrer aufopfernd gepflegt wird. Um seine Schuld abzuarbeiten, fängt der Soldat als Knecht bei den Karrers zu arbeiten an, wobei der Haushalt von  Jakob Karrer beherrscht wird. Bald merkt Johann, dass in dieser abgelegenen Region etwas nicht zu stimmen scheint, denn Tiere verschwinden spurlos und die Bewohner haben vor etwas Angst...
**Achtung SPOILER** Weiterlesen auf eigene Gefahr
Die Dorfbewohner nennen es anfangs nur "sie" und nachdem Johann nachbohrt, erfährt er, dass mitten im Wald die "Ausgestossenen" leben. Diese Kreaturen haben nur wenig Menschliches an sich - und die Dörfler wollen sie lieber vergessen.

Doch dies ist nicht das einzige Problem der Tyroler, denn eine Gruppe bayrischer Soldaten nimmt das Dorf in Beschlag und schon bald, beginnt die Situation zu eskalieren...

Protagonist Johann List ist ein fahnenflüchtiger Soldat, der im Dorf allerdings seinen wahren Beruf verschweigt und sich als Schmied ausgibt. Als Knecht des Bauern Karrer hat er auch oft Kontakt zur hübschen Tochter Elisabeth, die sich ebenfalls zu ihm hingezogen fühlt und so beginnt eine zarte Liebesgeschichte, die im Verborgenen blüht.

Alle Charaktere, auch die Nebenpersonen, sind sehr facettenreich und lebendig gestaltet, so dass man die Figuren fast vor sich sehen kann. Das macht es einem leichter, sich mit ihnen zu identifizieren und das Geschehen mitzuleben, welches größtenteils aus der Perspektive von Johann erzählt wird.

Die gut durchdachte Handlung wird zu keiner Zeit unglaubwürdig oder gar langweilig. Im Gegenteil: Das Autoren-Zweiergespann schafft es, die Leser an das Buch zu fesseln und die Geschichte über Sühne & Schuld in sich aufzusaugen.

Der Schauplatz wird so realistisch dargestellt, dass man sich die raue Landschaft bzw. das Leben zur damaligen Zeit und die dadurch geprägte Dorfgemeinschaft bildhaft vorstellen kann. Ebenso gut fügt sich die Sprache (mit altertümlichen Wörtern und Begriffen gespickt) in das Gesamtbild ein.

Es fällt mir etwas schwer, das Genre dieses Romans festzulegen: Für mich ist es eine Mischung aus historischem Thriller sowie Mystery- und gruselig-schaurigen Elementen. Die Handlung spielt ja vor 300 Jahren und obwohl ich sonst kein Fan von historischen Romanen bin, ist es mir hier leicht gefallen, mich in die Geschichte einzufinden - wahrscheinlich liegt es an dem gekonnten und ungewöhnlichem Genre-Mix.

Der Schreibstil von Bastian Zach und Matthias Bauer lässt sich als packend, atmosphärisch dicht und düster beschreiben. Atemlos am Ende angelangt, hätte ich am liebsten gleich den nächsten Teil gelesen, der aber leider erst im Frühjahr 2012 erscheinen wird.

FAZIT:
Ein faszinierender Trilogie-Auftakt, der einem beim Lesen Gänsehaut beschert und sich rasant lesen lässt. Volle 5 (von 5) Punkte!