Posts mit dem Label 1 1/2 Punkte werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 1 1/2 Punkte werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 1. Februar 2016

[MINI-REZENSION] "Damals im Dezember"

Cover
Quelle: Bastei Lübbe
Der Autor
Richard Paul Evans lebt mit Frau und Kindern in Italien und Utah. Seine Romane wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und teilweise für das Fernsehen verfilmt. Alle seine Romane gelangten auf die Bestsellerliste der New York Times. Sein größter Erfolg bislang war der Bestseller ?Die wundersame Schatulle?, den er ursprünglich als Weihnachtsgeschichte für seine Kinder geschrieben hatte. Weltweit wurden über dreizehn Millionen Exemplare seiner Bücher verkauft. Für seine schriftstellerische Leistung erhielt Richard Paul Evans 2006 den "Romantic Times Award", für sein ehrenamtliches Engagement den "Washington Times Humanitarian of the Century Award".

*Produktinformation*
Format: Kindle Edition (nur mehr als eBook erhältlich) / Dateigröße: 2006 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 289 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Entertainment); Auflage: 1. Aufl. 2013 (11. Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ASIN: B00CO5EXRA

Leseprobe
Quelle: bic-media.com  *lies mich*



Die Geschichte...
Luke Crisp ist schon von Kindesbeinen an gewöhnt, im Unternehmen seines Vaters Carl mitzuarbeiten und soll "Crisp's Copy Centers" irgendwann mal übernehmen. Zuvor möchte sein Vater allerdings, dass Luke ein Studium abschließt und ein wenig Spaß hat. An der elitären Wharton Business School lernt der Unternehmersohn die hübsche Candace und ihre Clique kennen, doch als einer seiner neuen Freunde unerwartet stirbt, begreift Luke, wie kurz das Leben sein kann und bricht den Kontakt zu seinem Vater ab. Gemeinsam mit Cadace, Sean, Marshall & Lucy begibt sich Luke auf eine luxuriöse Reise und gibt das Geld aus seinem Treuhandkonto mit vollen Händen aus. Allerdings muss Luke schon bald erkennen, dass auch eine Million Dollar nicht ewig ausreicht und dass ein Absturz weh tut. Doch wie soll er wieder aus diesem Schlamassel herauskommen und kann er seinem Vater jemals wieder in die Augen sehen?

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Da ich schon einige Bücher von Richard Paul Evans gelesen habe, konnte in an diesem Roman in Form eines Mängelexemplars nicht vorbeigehen. Doch leider muss ich gestehen, dass "Damals im Dezember" meine Erwartungen an einen schönen Roman mit großen Gefühlen leider nicht wirklich erfüllt hat. 

Reihe: Nein, Einzelband

Handlungsschauplatz: Die Geschichte spielt sich in den USA (vorwiegend in Los Angeles) ab und führt uns für einen kurzen Abstecher nach Europa.

Handlungsdauer: Nach dem Prolog beginnt die Story in der Gegenwart, dauert einige Jahre, um mit dem Epilog an Weihnachten zu enden.

Hauptperson: Luke Crisp stammt aus Scottdale in Arizona und fühlt sich seinem wohlhabenden Vater, der ihn zu Ehrgeiz, Fleiß und Bescheidenheit erzogen hat, eng verbunden. Der Unternehmersohn wird erst richtig abgehoben, als er seinen Bachelorabschluss von der Elite-Uni Wharton in der Tasche hat, mit seinen Freunden durch Europa reist und seinen Treuhandfond verjubelt. Während dieser Zeit befindet sich Luke auf einem Höhenflug und bricht den Kontakt zu seinem Vater ab, der möchte, dass er im Familienunternehmen zu arbeiten beginnt. Der Traum zerplatzt jedoch bald und Luke steht ohne Geld oder Freunde da und muss erfahren, wie hart das Leben sein kann... Luke ist zwar ein interessanter Protagonist mit einigen Facetten, mit dem ich allerdings nicht richtig warm geworden bin und der häufig alles andere als sympathisch rüberkommt.

Nebenfiguren: Die mitwirkenden Nebencharaktere wie Lukes reicher Vater Carl Crisp, Lukes Freundin Candace, sein großspuriger Kommilitone Sean, der nette, religiöse James sowie Lucy und James, die Luke in Wharton kennenlernt, sind im Ansatz reizvolle Figuren, die allerdings viel zu blass geraten sind.

Romanidee: Interessante Grundidee mit einer wichtigen Botschaft und holpriger Umsetzung.

Erzählperspektive: Ich-Erzähler Luke schildert die Geschehnisse aus seiner Sicht und lässt uns an seiner turbulenten Vergangenheit teilhaben.

Handlung: "Damals im Dezember" birgt eine sperrige Story über Hochmut und den tiefen Fall, Freundschaft und Vertrauen, die mit einigen ungeahnten -oftmals etwas zu dramatischen- Wendungen und wenigen Überraschungen aufwartet. Leider gestaltet sich "Damals im Dezember" sehr langatmig und vorhersehbar, weshalb ich mich trotz der "Länge" von 288 Seiten oftmals gelangweilt und über Luke geärgert habe.

Schreibstil & Co:  Abgerundet wird der Plot durch die ausdrucksstarke Schreibweise und die Kapitel in angenehmer Länge.

FAZIT:
Leider reicht "Damals im Dezember" meinen Lieblingsroman "Mein Winter mit Grace" von Richard Paul Evans nicht mal ansatzweise heran und ist auch keine reine Weihnachtsgeschichte, wie man vielleicht vermuten mag. Schade, aber die ausführlich geschilderte, vorhersehbare Geschichte hat mich leider nicht vom Hocker gerissen und die großen Gefühle bleiben hier gänzlich auf der Strecke. Dafür kann ich mit viel gutem Willen nur 1 1/2 (von 5) Punkte vergeben.


Mittwoch, 17. Juni 2015

[MINI-REZENSION] "Am Anfang war die Schuld"

Cover
Quelle: Random House
Die Autorin
Jane Shemilt ist praktische Ärztin und hat neben dieser Tätigkeit noch ein Diplom in Creative Writing an der Universität in Bristol erlangt. Daraufhin legte sie nach und machte auch noch ihren Master mit Auszeichnung. Die Autorin lebt mit ihren Mann, einem Professor für Neurochirurgie, und ihren fünf Kindern in Bristol. Am Anfang war die Schuld ist Jane Shemilts erster Roman.
 
Broschiert: 448 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag (27. April 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3764505338
ISBN-13: 978-3764505332
Originaltitel: The Daughter
Größe und/oder Gewicht: 13,5 x 3,8 x 21,3 cm


Leseprobe
Quelle: bic-media.com  *lies mich*



Die Geschichte...
Die Familie Malcom weckt den Anschein einer perfekten Familie. Die Eltern Jenny und Ted sind erfolgreiche Ärzte, die für ihren Nachwuchs da sind und die drei halbwüchsigen Kinder wohlgeraten, doch der Schein trügt. Alle Familienmitglieder haben ihre Probleme und als die 15-jährige Naomi eines Abends spurlos verschwindet, verändert sich das idyllische Leben der Malcoms schlagartig, denn während der Ermittlungen kommen einige Geheimnisse ans Tageslicht und Jenny muss sich fragen, ob sie ihre Tochter eigentlich gekannt hat...

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Wegen des ansprechenden Covers und des Klappentextes wollte ich "am Anfang war die Schuld" unbedingt lesen.

Reihe: Nein, Einzelbuch

Handlungsschauplätze: Der Schauplatz wurde nach Dorset (2010/2011) und Bristol (2009) verlegt.

Handlungsdauer: Die Geschichte startet 2009 (Ein Tag vorher) und dauert ungefähr 9 Monate, außerdem führt uns die Story immer wieder ins Jahr 2010 (Ein Jahr danach) und endet im Jahr 2011 (15 Monate danach). 

Hauptperson:  Jenny Malcom ist im Jahr 2009 Mitte 40 und ist eine beschäftigte Ärztin, die ihren Beruf als Allgemeinmedizinerin liebt und viel arbeitet. Dennoch versucht die Hausärztin aus Bristol, den Spagat zwischen Beruf und Familie hinzubekommen. Jennys Familie besteht aus ihrem Mann, dem Neurochirurgen Ted, den 17-jährigen Zwillingen Ed und Theo und der 15-jährigen Naomi, die gerade ihre Pubertät durchlebt. Und als Naomi eines Tages nicht mehr von der Schule nach Hause kommt, muss Jenny einsehen, dass in ihrer Familie einiges im Argen liegt...  Die Protagonistin ist nicht wirklich sympathisch, problembehaftet und es mangelt ihr an Tiefe und Facetten. Weiters konnte ich ihr Verhalten oftmals nicht nachvollziehen und häufig hat die gute Frau einfach nur genervt.

Nebenfiguren:  Hier finden unzählige Nebencharaktere wie Familienmitglieder, Freunde und Kollegen Verwendung, was mir persönlich nicht so gefällt.

Romanidee: Interessante Grundidee mit holpriger Umsetzung.

Erzählperspektiven: Hier kommen 2 verschiedene Erzähl- und Zeitebenen zum Einsatz. Zum einen finden wir uns in Dorset im Jahr 2010 wieder, wo sich Jenny nach Naomis Verschwinden zurückgezogen hat und nicht glauben mag, dass ihre Tochter tot sein könnte (wird im Präsens/Gegenwart geschildert). Zwischendurch führt uns die Story immer wieder nach Bristol  (wird im Präteritum/Mitvergangenheit erzählt). Leider findet der Wechsel der Zeit- und Erzählperspektiven häufig sehr unmotiviert bzw. sehr schnell statt und stört den Lesefluss ungemein. Da hätte ich z.B. Rückblenden in kursiver Schrift besser und ordentlicher gefunden.

Handlung: "Am Anfang war die Schuld" ist ein fades Familiendrama ohne wirkliche Spannung, zu dem mir spontan die Worte langweilig und ausschweifend einfallen. Natürlich ist man gespannt, welche Lügen und Geheimnisse im Laufe der Handlung aufgedeckt werden, doch die Geschichte rund um Jenny ist eine einzige Aneinanderreihung von Nebensächlichkeiten. Zeitweise wollte ich das Buch schon zuklappen, andererseits hat mich das Ende interessiert, doch das konstruierte Finale reißt auch nichts mehr heraus und hat mich enttäuscht zurückgelassen.

Schreibstil & Co:  Ich hoffe nur, dass Jane Shemilt eine bessere Ärztin als Schriftstellerin ist, denn ihr Debüt ist definitiv nicht gelungen. Der Schreibstil wirkt flach und die Dialoge haben mich auch nicht gefesselt.

FAZIT:
Für mich ist "Am Anfang war die Schuld" ein Familiendrama, an dem ich kaum etwas Gutes finden konnte. Hier finden sich eine lieblos gestaltete Protagonistin, viele Nebencharaktere, verwirrende Erzählperspektiven und eine Handlung, die sich auf unterschiedlichen Zeitebenen abspielt. Schade, dass die Autorin das Potential einer reizvollen Ausgangssituation so verschenkt hat. Deshalb gibt es von meiner Seite mit ganz viel Augenzudrücken 1 1/2 (von 5) Punkte.

Mundzu.gif

Donnerstag, 26. Juni 2014

[MINI-REZENSION] "Wolkentänzerin"

Cover
Quelle: Ullstein
Die Autorin
Nichole Bernier hat an der Columbia-Universität Journalismus studiert und ist Reise-Journalistin u.a . für die Elle und das Condé Nast Traveller Magazine. Sie hat fünf Kinder und lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Boston. Wolkentänzerin ist ihr erster Roman.

*Produktinformation*
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: List Taschenbuch (8. März 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548611257
ISBN-13: 978-3548611259
Originaltitel: The Unfinished Work of Elizabeth D
Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,4 x 3,4 cm

Leseprobe
Quelle: ullsteinbuchverlage.de *lies mich*



 
Die Geschichte...
Als Elizabeth Martin mit 38 Jahren unerwartet stirbt und einen Ehemann samt 3 kleinen Kindern zurücklässt, sind alle zutiefst schockiert und betroffen, denn Elizabeth war eine Seele von Mensch, eine wunderbare Ehefrau und aufopfernde Mutter. Ihrer Freundin Kate vermacht Elizabeth eine Truhe mit ihren Tagebüchern, die sie seit ihrem 13. Lebensjahr geführt hat. Kate soll entscheiden, was mit Elizabeths Vergangenheit geschehen soll und während eines 6-wöchigen Sommerurlaubs setzt sich Kate mit den Tagebüchern auseinander. Kate wird in das Leben ihrer Freundin gezogen und muss erkennen, dass Elizabeth viele Geheimnisse und ungeahnte Facetten hatte...
 
Meine Meinung in Kurzform:
Kauf-/Lesegrund: Diesen Roman war ein Geschenk und hat mich aufgrund des vielversprechenden Klappentextes neugierig gemacht.

Reihe: Einzelbuch

Handlungsschauplatz: USA

Handlungsdauer: Die Story beginnt im Juni 2002 und endet 2 Monate später.

Hauptperson: Katherine "Kate" Spenser, 38, ist mit Chris verheiratet und Mutter von James und Piper. Seit der Mutterschaft hat sie ihre Karriere als Pâtissière hinten angestellt und denkt über ihr weiteres Leben nach, als sie Elizabeths Tagebücher erbt. Als sie einmal angefangen hat, in den Aufzeichnungen ihrer Freundin zu lesen, lässt sie Elizabeths Leben nicht mehr los...
Kate ist eine nette, aber blass wirkende Protagonistin, die es nicht geschafft hat, mich zu überzeugen.

Nebenfiguren: Die mitwirkenden Nebencharaktere wie Elizabeths und Kates Familien fügen sich gut in die Handlung ein.

Romanidee: Reizvolle Grundidee mit Schwächen in der Umsetzung

Erzählperspektiven: Die Geschehnisse werden vorwiegend aus der Sicht von Kate (in der 3. Person) geschildert, die uns Einblick in ihre Gedanken & Gefühle gewährt. Bedauerlicherweise konnte ich mich nicht ganz mit der Haupterzählerin identifizieren und auch nicht immer ihre Handlungen nachvollziehen. Da haben mir die Tagebuchaufzeichnungen, in denen Elizabeth ihr Herz ausschüttet, schon viel besser gefallen.

Handlung: Sehr langatmige Geschichte, die mit vielen unnötigen Details, einigen vorhersehbare Wendungen & kleinen Irrwegen aufwartet, die in einem (für mich) unbefriedigendem Finale enden.

Schreibstil & Co:  "Wolkentänzerin" birgt eine ausgeschmückte, emotionsgeladene Schreibweise, die  zum Gähnen einlädt.

FAZIT:
"Wolkentänzerin" hat meine Erwartungen an einen traurig-schönen Roman mit einer interessanten Geschichte leider nicht erfüllt. Die reizvolle Romanidee wurde in eine ausgeschmückte Story mit einer farblosen Protagonistin und vielen, bemüht wirkenden Emotionen verpackt. Da es mich dieser Debütroman von Nichole Bernier nicht wirklich berührt und bezaubert hat, vergebe ich dafür nur 1 1/2 (von 5) Punkte
 
 

Mittwoch, 25. Juni 2014

[MINI-REZENSION] "Das Herz hat viele Zimmer"

Cover
Die Autorin
Franziska Stalmann eroberte mit ihrem Roman Champagner und Kamillentee, verfilmt mit Andrea Sawatzki, ein Millionenpublikum. Es folgten zahlreiche andere erfolgreiche Bücher. Das Herz hat viele Zimmer ist der erste Roman im Diana Verlag. Die Autorin und Psychologin lebt in München.
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Diana Verlag (8. Juli 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453357396
ISBN-13: 978-3453357396
Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 11,6 x 2,8 cm

Leseprobe
Quelle: bic-media.com  *lies mich*



 
Die Geschichte...
Das Leben von Alla verläuft in geordneten Bahnen, bis sich die 47-jährige Ehefrau und 2-fache  Mutter in den fast 10 Jahre jüngeren Matthias verliebt und ihre Familie verlässt. Ihr Mann ist verletzt, die beiden Söhne gehen auf Distanz und gemeinsame Freunde wenden sich ab. Doch Alla setzt sich durch, auch wenn in ihrem neuen Leben auch nicht immer die Sonne scheint...
 
Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Da die liebe Hanne von diesem Buch so begeistert war, wollte ich es auch unbedingt lesen. Allerdings bin ich sehr erstaunt, dass unsere Meinungen diesmal nicht übereinstimmen. Den Titel finde ich übrigens passend, da das Herz auch mehrere Kammern hat.

Reihe: Nein, Einzelbuch

Handlungsschauplatz: irgendwo in Deutschland

Handlungsdauer: umfasst mehrere Monate
 
Hauptperson(en): Alla Junge, 47, selbständige Übersetzerin von Beruf, seit 23 Jahren mit dem Architekten Gerd verheiratet und Mutter der 18-jährigen Zwillinge Jonas und Daniel. Als sie den jüngeren Schreiner Matthias Rosenfelder kennenlernt, verliebt sie sich und verlässt ihr altes Leben... Mit der oberflächlichen Protagonistin Alla wurde ich nicht richtig warm und und am liebsten hätte ich sie kräftig durchgeschüttelt, denn leider konnte ich ihre Beweggründe und Handlungen nicht verstehen.

Nebenfiguren: Die mitwirkenden Charaktere wie Allas Familie und Freundinnen sowie der rotblonde Matthias konnten mich ebenfalls nicht überzeugen.

Romanidee: Nette Grundidee, die nicht besonders gut umgesetzt wurde.

Erzählperspektive(n): Die Geschehnisse werden aus der Sicht von Alla erzählt, die scheinbar nicht genau weiß, was sie will. Alla verlässt ihren Mann Hals über Kopf für den 38-jährigen Matthias und dann passt es ihr nicht, dass das Leben im Hause Junge ohne sie weitergeht. Für mich nicht ganz nachvollziehbar...

Handlung: Unglaubwürdige, vorhersehbare Geschichte mit vielen Handlungssträngen, einigen unterhaltsamen Szenarien sowie vielen langatmigen Passagen und Nebensächlichkeiten. Außerdem geht mir alles viel zu einfach bzw. lösen sich alle Probleme irgendwie in Wohlgefallen auf, was mir persönlich nicht gefällt, denn ein paar Irrwege und Wirrungen müssen schon sein.

Schreibstil:  emotionsgeladene Schreibweise, angenehme Sprache

FAZIT:
So richtig begeistern konnte mich "Das Herz hat viele Zimmer" nicht, denn den Handlungsverlauf finde ich alles andere als gelungen und die Hauptperson gebärdet sich manchmal schlimmer als so mancher Teenager, was überhaupt nicht mein Fall ist. Schade, aber das war wohl nichts - dafür gibt es von meiner Seite nur 1 1/2 (von 5) Punkte.

Freitag, 23. Mai 2014

[REZENSION] "Ich wünsche mir, dass endlich mal was Schönes passiert"

Cover
Die Autorin
Trixi von Bülow ist Autorin und Programmleiterin eines kleinen Münchner Verlags. Ihre ersten Bücher waren erfolgreiche Ratgeber und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Sie lebt mit ihren zwei Söhnen und ihrem Mann in München.
 
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Knaur TB (3. Februar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426513056 / ISBN-13: 978-3426513057
Originaltitel: 
Ich wünsche mir, dass endlich mal was Schönes passiert
Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,6 x 2,8 cm

Leseprobe
Quelle: bic-media.com  *lies mich*


 

Die Geschichte...
Fritzi Berger wäre gern wie ihr Idol Grace Kelly und würde über den Dächern von Nizza spazieren gehen, doch stattdessen wohnt die Lektorin mit ihrer kleinen Tochter in Köln und hat oft mit einem überzogenen Bankkonto zu kämpfen. Fritzi ist fast 40, geschieden und wünscht sich sehnlichst, dass endlich mal was Schönes in ihrem Leben passiert...

Meine Meinung:
Dieses Buch stand schon eine ganze Weile auf meiner Wunschliste und als eine Taschenbuchausgabe erschienen ist, habe ich zugegriffen. Die Geschichte beginnt an einem Silvesterabend und endet mehr als 1 Jahr später. Haupt-Schauplätze sind größtenteils Köln, Deutschland und Bergen aan Zee, Holland.
 
Friederike "Fritzi" Berger ist zu Beginn der Geschichte 39 Jahre jung, seit kurzem geschieden und schlägt sich als alleinerziehende Mutter der 5-jährigen Lilli durch. Ihren Lebensunterhalt verdient die hübsche Blondine, deren Lieblingsfilm "Über den Dächern von Nizza" ist, als schlecht bezahlte Lektorin beim Verlag Best & Seller, doch so richtig glücklich ist sie trotz allem nicht...
 
Fritzi ist sicherlich eine interessante Hauptperson mit Ecken & Kanten, doch ich kann mich mit der Protagonistin leider oftmals überhaupt nicht identifizieren. Fritzi wirkt oft wie ein bockiges Kind, die gleich heult, wenn etwas nicht nach ihrem Kopf geht - dieses unreife Verhalten passt für mich zu einem Teenager und nicht zu einer fast 40-jährigen Frau und Mutter... Die Nebenfiguren wirken auch ein wenig blass, fügen sich aber gut in die Story ein. Am besten hat mir Fritzis kleine Tochter Lilli gefallen.
 
Eigentlich hatte ich mir aufgrund des Klappentextes eine ganz andere Geschichte vorgestellt, doch Ich-Erzählerin Fritzi tappt von einer Katastrophe in die nächste. Und so nett ich die Romanidee finde, gefällt mir die Umsetzung umso weniger. "Ich wünsche mir, dass endlich mal Schönes passiert" birgt neben wunderbar bildhaften Schauplatzbeschreibungen auch etliche ausführlich ausgeschmückte Szenen und kleine Längen, was leider den Lesefluss enorm bremst. Außerdem strotzt der Plot nur so vor vorhersehbaren und klischeehaften Szenen, was die Sache auch nicht besser macht.

Die ersten 100 Seiten dieses Frauenromans sind gar mal so schlecht, danach geht es leider stetig bergab und die Geschichte wird oftmals so richtig unrealistisch. Die ganze Story lässt mich gefühlsmäßig ziemlich kalt und ich musste mich seitenweise richtig durchkämpfen, da ich dennoch wissen wollte, wie diese Geschichte ausgeht. Der Schreibstil von Trixi von Bülow ist angenehm, kann aber (für meinen Geschmack) nicht mehr viel retten.

FAZIT:
"Ich wünsche mir, dass endlich mal was Schönes passiert" hat es leider nicht geschafft, mich zu fesseln, denn ich konnte weder etwas mit der nervigen Hauptperson noch mit der oberflächlichen Handlung -über die ich häufig nur den Kopf schütteln konnte- anfangen. Es scheint so, als wäre dieser Roman nicht für mich gemacht, weshalb ich leider nur 1 1/2 (von 5) Punkte vergeben kann. Schade um die Zeit und das Geld, die mich dieses Buch gekostet haben.

 

Mittwoch, 18. September 2013

[MINI-REZENSION] "Herz an Herz"

Cover
Quelle: Rowohlt
Die Autoren
Sofie Cramer stammt aus der Lüneburger Heide, geboren wurde sie 1974 in Soltau. Zum Studium der Germanistik und Politik ging sie zunächst nach Bonn, später nach Hannover. Heute lebt und arbeitet sie als freiberufliche Drehbuchautorin in Hamburg. Sofie Cramer schreibt unter Pseudonym – auch weil sie in ihre Geschichten teilweise eigene Erfahrungen miteinbringt. Mehr über die Autorin unter www.sofie-cramer.de. Sven Ulrich, geboren 1965 in Berlin, hat erst Volkswirtschaft in Hamburg studiert und dann Film an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Heute schreibt er Drehbücher für verschiedene TV-Formate. Zusammen mit Sofie Cramer hat er den Roman "Herz an Herz" geschrieben. Er lebt mit seiner Familie in Berlin. Mehr über den Autor unter www.svenulrich.com.

*Produktinformation*
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: rororo; Auflage: 2 (1. Februar 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499256657 / ISBN-13: 978-3499256653
Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 2,4 cm

Leseprobe
Quelle: Rowohlt  *lies mich*
  

 
Die Geschichte...
Sara ist frisch geschieden und auf eine Hochzeit eingeladen, die an der Ostsee stattfindet und wo es vor glücklichen Pärchen wimmelt und der einzige gutaussehende Singlemann sich als Nervensäge entpuppt. Und so schreibt sie bei einem Hochzeitspiel, wo die Gäste dem Brautpaar mittels Flaschenpost nur das Beste wünschen, ihren Ärger auf und wirft die Flaschenpost ins Wasser. Ein paar Wochen später erhält die Hamburgerin Post von einem unbekannten Mann, der ihren Brief gefunden hat und mit seinen Zeilen ihr Herz berührt...

Meine kurze Meinung:
Kauf-/Lesegrund: Der vielversprechende Klappentext und das nette Cover haben es mir angetan

Reihe: Einzelbuch

Handlungsdauer: Die Geschichte beginnt am 26.06.2010 mit Saras Flaschenpost und endet am 17.02.2011.

Hauptpersonen: Sara Becker, Jahrgang 1976, Psychotherapeutin, wohnt in Hamburg und lernt dank einer Flaschenpost den Münchner Versicherungsagenten Berti Huber, Jahrgang 1971 mittels Briefverkehr kennen. Bedauerlicherweise wirken die beiden Protagonisten dieser "Brieffreundschaft" farblos und können (mich) nicht überzeugen.
 
Romanidee: Eine Mischung aus "Message in a Bottle" und "Gut gegen Nordwind", nur wurde "Herz an Herz" nicht mal annähernd so gut umgesetzt.

Erzählperspektiven: Neben Haupterzähler Nate schildern auch andere Figuren die rasanten Geschehnisse aus ihrem jeweiligen Blickwinkel.


Handlung: Die Geschichte besteht nur aus Brief- bzw. E-Mail-Schriftverkehr & Chat-Protokollen zwischen Sara und Berti. Ein paar witzige Stellen gibt es schon, aber ansonsten plätschert die Story dahin und ich bin froh, dass "Herz an Herz" nur 320 Seiten umfasst.

Schreibstil & Co:  Die Schreibweise ist zwar leicht, aber alles andere als herzerwärmend.  Die Sprache wirkt manchmal recht altbacken und mit dem verwendeten Humor kann ich oft gar nichts anfangen.

FAZIT:
"Herz an Herz" erzählt mittels Briefen und E-Mails die Geschichte von Sara und Berti, die sich dank einer Flaschenpost näher kommen. Leider konnte mich diese Story, die sehr an "Gut gegen Nordwind" erinnert, nicht überzeugen, weshalb ich  1 1/2 (von 5) Punkte vergebe.
 
 

Samstag, 3. August 2013

[MINI-REZENSION] "Wer einmal lügt"

Cover
Der Autor
Harlan Coben wurde 1962 in New Jersey geboren. Nachdem er zunächst Politikwissenschaft studiert hatte, arbeitete er später in der Tourismusbranche, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Seine Thriller wurden bislang in 41 Sprachen übersetzt und stehen international immer wieder wieder ganz oben auf den Bestsellerlisten. Harlan Coben gilt als einer der wichtigsten und erfolgreichsten Thrillerautoren seiner Generation. Er lebt mit seiner Frau und seinen vier Kindern in New Jersey.

*Produktinformation*
Broschiert: 448 Seiten
Verlag: Page & Turner (11. März 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442204135 / ISBN-13: 978-3442204137
Originaltitel: Stay Close
Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 13,6 x 4,2 cm

Leseprobe
Quelle:  Randomhouse  *lies mich*

 
Die Geschichte...
Megan Pierce hat alles, was man sich wüschen kann: Ein sorgloses Leben an der Seite ihres wundervollen Ehemanns, zwei zauberhafte Kinder und ein tolles Haus in einem Vorort. Doch niemand ahnt, dass Megan seit Jahren ein dunkles Geheimnis hütet: Denn in ihrem früheren Leben hat Megan als Stripperin in einem heruntergekommen Club gearbeitet, wo die junge Frau damals in einer unheilvollen Nacht voller Gewalt die Flucht ergriffen hat. Doch die Vergangenheit holt Megan ein, denn in Megans alter Arbeitsstätte wurde -ebenso wie vor siebzehn Jahren- eine Leiche gefunden und der leitende Detective rollt nun auch den alten Fall auf, der ihn nie losgelassen hat und bringt damit die zweifache Mutter in große Gefahr...

Meine kurze Meinung:
Kauf-/Lesegrund: Hab ich mir aus der Bücherei mitgenommen, da ich es noch einmal mit diesem Autor versuchen wollte.

Reihe: Nein, Einzelbuch

Handlungsschauplatz: Kasselton, New Yersey und Atlantic City

Hauptpersonen: Megan Pierce ist Mitte 30 und lebt mit ihrem Mann und ihren zwei halbwüchsigen Kindern in einem schönen Haus in Kasselton. Die hübsche Frau hat eine bewegte Vergangenheit, von der niemand weiß, was ihr zum Verhängnis wird. Detective Broome ist Mitte bis Ende 40 und arbeitet seit vielen Jahren bei der Mordkommission in Altantic City. Ihn beschäftigt noch immer ein alter ungelöster Mordfall und als ein neuer Mord an der gleichen Stelle geschieht, sieht er die Parallelen zum alten Fall. Megan und Broome sind blasse Charaktere, denen es an Facetten und Kanten fehlt.

Nebenfiguren: Die Story wartet mit vielen Nebenfiguren auf, die ebenso farblos wie die Hauptpersonen wirken.

Romanidee: Nicht ganz neue Idee (die Hauptperson wird von der Vergangenheit eingeholt), die bescheiden umgesetzt wurde.

Erzählperspektiven: Neben den Haupterzählern Megan und Broome schildern auch andere Figuren (alle in der 3. Person) die Geschehnisse aus ihrem jeweiligen Blickwinkel.


Handlung: Unrealistische Geschichte mit verschiedenen Handlungssträngen und Erzählperspektiven, übertriebenen Wendungen, ein paar wenig überraschenden Irrwegen, etlichen klischeehaften Szenen  und einigen Längen. Ich habe immer darauf gewartet, dass die Story irgendwann das Ruder herumreißt und spannend wird, doch leider vergebens...

Schreibstil & Co:  flüssige Schreibweise, blutleere Dialoge

FAZIT:
"Wer einmal lügt" ist eins der schlechteren Bücher von Harlan Coben, die ich bisher gelesen habe. Die Story ist an den Haaren herbeigezogen und erinnert an einen schlechten Fernsehkrimi, die Protagonisten können nicht überzeugen, obwohl sich dieser langweilige Thriller relativ schnell lesen lässt. Dafür kann ich leider nur mit Augenzudrücken 1 1/2 (von 5) Punkte vergeben.

 

Montag, 22. Juli 2013

[MINI-REZENSION] "Zeitreisen für Anfänger"


Cover

Die Autorin
Sharon Griffiths, geboren und aufgewachsen in Wales, hatte eine 1950er Freilandkindheit. Sie studierte Anglistik an der Universität Bristol, arbeitete danach lange für die BBC und später für ITV. Als freie Journalistin in Yorkshire schreibt sie nun Kolumnen für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften. ›Zeitreisen für Anfänger‹ ist ihr erster Roman.

*Produktinformation*
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 1 (12. Mai 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596183936
ISBN-13: 978-3596183937
Originaltitel: The Accidental Time Traveller
Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,4 x 3,2 cm

Leseprobe
Quelle: Fischer Verlage  *lies mich*
 

 
Die Geschichte...
Rosie und Will arbeiten für Zeitung "The News", sind ein Paar und streiten sich über ihre gemeinsame Zukunft, als der nächste Tag alles ändert. Denn Rosie soll eine Reportage über ein Fünfziger Jahre-Haus in der Wohnanlage "The Meadows" schreiben, als ihr kurz vor dem Interview schwarz vor den Augen wird und sie mitten in den Fünfziger Jahren wieder aufwacht. Zunächst glaubt sie noch daran, in einem gut gemachten Filmset gelandet zu sein, doch nach und nach wird ihr klar, dass sie in diesem Jahrzehnt gefangen ist... Rosie arbeitet nach wie vor in der Zeitungsredaktion von "The News", wo sie auch ihrem Freund Will begegnet, der zu Rosies Entsetzen mit ihrer besten Freundin Caz verheiratet und Vater von drei Kindern ist...

Meine kurze Meinung:

Kauf-/Lesegrund: Um dieses Buch ich schon vor Jahren herumgeschlichen und konnte es mal als Mängelexemplar erstehen, denn bekanntlich mag ich Romane mit Zeitreisen sehr gern.

Reihe: Einzelbuch

Handlungsschauplatz: eine englische Kleinstadt

Hauptpersonen: Rosie Harford, 29, ist Reporterin bei "The News" und bekommt den Auftrag für eine Reportage über ein Fünfziger Jahre-Haus in der Anlage "The Meadows". Liiert ist Rosie mit dem gleichaltrigen Journalisten Will West, wobei es in der Beziehung Probleme gibt, doch als Rosie mitten in den Fünfzigern landet, beginnt sie, alles mit anderen Augen zu sehen und sehnt sich nach ihrem alten Leben in der Gegenwart. Die Protagonisten bleiben farblos und können mich leider nicht überzeugen.

Nebenfiguren: Auch die Nebencharaktere wie Rosies beste Freundin Caz, die Kollegen aus der Redaktion (in der Gegenwart und in der Vergangenheit) oder Rosies Gastfamilie sind blasse Figuren.

Romanidee: Erinnert mich an den Film "Pleasantville", aus der Grundidee hätte man noch mehr herausholen können.

Erzählperspektiven: Die Geschehnisse werden aus der Sicht von Rosie (in der 3. Person) geschildert.


Handlung: Langatmige Geschichte mit ein paar Überraschungen und detaillierten Beschreibungen, die das Feeling der Fünfziger Jahre gut einfängt.

Schreibstil & Co:  Die Schreibweise wirkt sehr altbacken und hat mir überhaupt nicht gefallen.
 
FAZIT:
"Zeitreisen für Anfänger" hat es leider nicht geschafft, mich zu begeistern, obwohl ich für Zeitreisen-Romane aller Art zu haben bin. Das liegt an der ausführlich beschriebenen Story, den blutarmen Protagonisten und altmodischen Schreibstil. Von diesem Roman hätte ich mir eigentlich mehr erwartet und bin total enttäuscht, weshalb ich nur 1 1/2 (von 5) Punkte vergeben kann.
 
 
 

Freitag, 18. Januar 2013

[MINI-REZENSION] "Kinder"

Cover
Der Autor
Jürgen Seibold, 1960 geboren, lebt mit seiner Familie in der Nähe von Stuttgart. Er ist gelernter Journalist und arbeitet als Schriftsteller. Unter anderem ist er der Autor einer erfolgreichen Regionalkrimireihe.
 
Produktinformation
Link zu Amazon
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 2 (März 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492273076
ISBN-13: 978-3492273077
Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12 x 3,2 cm

Leseprobe
Quelle: bic-media.com  *lies mich*

Die Geschichte...
Familie Pietsch lebt in der Nähe von Stuttgart und führt ein harmonisches Leben, doch mit dem Frieden ist es zu Beginn des neuen Schuljahres vorbei. Die Pietsch-Kinder (Sarah-14, Michael-12 und Lukas-11 Jahre) bekommen mit dem Ehepaar Rosemarie und Franz Moeller neue Lehrer, die ihre Schüler mit unkonventioneller Arbeitsweise zu Höchstleistungen antreiben wollen. Dabei sind Machtspielchen und Auseinandersetzungen an der Tagesordnung und als ihre Kinder immer aggressiver und unzugänglicher werden, horchen Annette und Rainer Pietsch auf und sprechen den fragwürdigen Unterrichtsmethoden der Moellers auf einem Elternabend an. Doch da viele Kinder nun bessere Noten bekommen, stehen Rainer und Annette mit ihrer Meinung allein da, bis Lukas Freund auf unerklärliche Weise ums Leben kommt...

Meine Meinung:
"Kinder" hat mich in der Bücherei angelacht und durfte deshalb mit. Der Schauplatz tut nichts zur Sache und könnte in jeder beliebigen (deutschen) Stadt angesiedelt sein. Jürgen Seibold hat sich des Themas "Tatort Schule bzw. umstrittene Lehrmethoden" angenommen. Denn Franz und Rosemarie Moeller setzen im Unterricht sogar Mobbing und Druck ein, um gute Ergebnisse zu erzielen.
 
Familie Pietsch ist eine "normale" Familie mit berufstätigen Eltern und 3 Kindern zwischen 11 und 14 Jahren, die das Gymnasium besuchen. Das Verhalten von Lukas, Michael und Sarah verändert sich zum Negativen, je länger das Lehrer-Ehepaar Moeller unterrichtet. Die Moellers wirken mit ihren langen Mänteln und ihrem suspekten Verhalten leicht gruselig. Die Protagonisten agieren hölzern und könnten einem schlechten Film entsprungen sein. Leider sind hier so viele Personen involviert, dass man sich unmöglich alle Charaktere merken kann.
 
"Kinder" ist zwar recht langatmig und zäh zu lesen, dennoch wollte ich wissen, wie diese Geschichte ausgeht. Die Handlung wird mit zunehmender Seitenanzahl immer abstruser, die detaillierten Beschreibungen sowie unnötige Passagen stören beim Lesen außerordentlich und bremsen den Lesefluss. Durch die Unmengen an Erzählperspektiven (diverse Mitwirkende schildern die Ereignisse aus ihrer Sicht in der 3. Person)  und Handlungssträngen bleibt die Spannung leider auf der Strecke.
 
Die Erwähnung der verwendeten Vorhergehensweise der neuen Lehrer löst bei mir oftmals Aggressionen gegen die Geschichte und die Moellers aus. Ich kann mir echt nicht vorstellen, dass sich hier niemand (außer Familie Pietsch) den Pädagogen entgegengestellt hat - das kommt mir recht unglaubwürdig vor. Auch das Ende wirkt sehr konstruiert und lässt einen unbefriedigt bzw. mit offenen Fragen zurück. Für diesen jämmerlichen Versuch eines Psychothrillers muss man Zeit mitbringen, denn die Story beinhaltet neben vielen Charakteren, Erzählern & Handlungssträngen einen langatmigen Schreibstil.
 
FAZIT:
"Kinder" hat bei mir Hoffnungen geweckt, die dieses Werk von Jürgen Seibold leider nicht erfüllen kann. Dazu ist der Plot viel zu unglaubwürdig und ausführlich beschrieben, außerdem finden sich hier zahlreiche farblose Charaktere und eine ausführliche Schreibweise, die mir persönlich nicht zusagt. Tut mir leid, aber dafür kann ich mit gutem Willen nur 1 1/2 (von 5) Punkte vergeben.

 

Dienstag, 4. Dezember 2012

[MINI-REZENSION] "Mein Auge ruht auf dir"

Cover
Die Autorin
Mary Higgins Clark, geboren in New York, lebt und arbeitet in Saddle River, New Jersey. Sie zählt zu den erfolgreichsten Thrillerautorinnen weltweit. Ihre große Stärke sind ausgefeilte und raffinierte Plots und die stimmige Psychologie ihrer Heldinnen. Mit ihren Büchern führt Mary Higgins Clark regelmäßig die internationalen Bestsellerlisten an und hat bereits zahlreiche Auszeichnungen erhalten, u.a. den begehrten "Edgar Award".
 
Produktinformation
Link zu Amazon
Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (10. September 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453267923
ISBN-13: 978-3453267923
Originaltitel: The Lost Years
Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,2 x 3,8 cm

Leseprobe
Quelle: bilder.buecher.de *lies mich*

Die Geschichte...
Der bekannte Bibelforscher Jonathan Lyons hat eine unglaubliche Entdeckung gemacht, die er einigen Kollegen mitteilt - kurze Zeit später wird er erschossen. Neben der Leiche findet die Tochter von Professor Lyons ihre demenzkranke Mutter mit der Tatwaffe. Da sie die von der Affäre ihres Mannes wusste, steht für die Polizei das Motiv fest und die verwirrte Frau wird festgenimmen. Mariah glaubt jedoch an die Unschuld ihrer Mutter und ist fest entschlossen, den wahren Täter ausfindig zu machen - dadurch begibt sie sich in große Gefahr...
 
Meine Meinung:
Nachdem ich bereits von "Ich folge deinem Schatten" und "Flieh in dunkle Nacht" enttäuscht wurde, hatte ich all meine Hoffnungen in "Mein Auge ruht auf dir" gesetzt... Als Schauplatz des Geschehens hat die Autorin erneut New York gewählt. Der Epilog beginnt im Jahr 1474, die Geschichte führt uns in die Gegenwart, wo ein wertvoller alter Brief eine große Rolle spielt.
 
Mariah Lyons ist eine 28-jährige Anlagenberaterin, die versucht, den Mord an ihrem Vater aufzuklären, wobei ihr Hobbydetektivin und Lottogewinnerin Alvirah Meehan samt Ehemann Willy zur Seite stehen. Es ist schon ein großer Zufall, dass Alvirah anscheinend immer irgendjemanden aus der Familie eines Mordopfers kennt... Natürlich stammt die Protagonistin wieder aus der Oberschicht, ist wohlhabend und sehr attraktiv. Neben der farblos wirkenden Hauptperson wurden Unmengen von Nebenfiguren in die Handlung eingebaut, denen es allesamt an Zeit fehlt, sich zu entwickeln - stattdessen bleiben die Charaktere blass und eindimensional.

Die Geschichte fängt eigentlich ganz vielversprechend an, verliert allerdings durch die Vielzahl an Erzählperspektiven und Handlungssträngen zwischendurch oft den roten Faden und ergeht sich in Langatmigkeit. Außerdem erzeugt der Plot oftmals einen bemühten bzw. konstruierten Eindruck. Weiters wird rasch klar, wer hier seine Hände im Spiel hat und hinter dem Mord an Jonathan Lyons steckt. "Mein Auge ruht auf dir" wurde nach bewährtem Strickmuster angefertigt, was versierte Krimi- und Thriller-Leser allerdings nicht zu Begeisterungsstürmen hinreißen wird, denn hier kommt nichts Neues zum Vorschein.
 
Auch die Genre-Zuordnung stimmt nicht, denn für einen Thriller fehlt es an Hochspannung und Nervenkitzel sowie an ungeahnten Wendungen, auch als Krimi würde ich "Mein Auge ruht auf dir" nicht bezeichnen. Mary Higgins Clark hat einen Hang zu zahlreichen Charakteren, ausgeschmückten Schilderungen und kurzen Kapiteln. Eine weitere Spezialität ist ihr ausdrucksstarker Schreibstil, der die vorhersehbare Story jedoch auch nicht mehr retten kann.
 
FAZIT:
"Mein Auge ruht auf dir" ist der neueste und bislang schwächste Roman von Mary Higgins Clark, der mich überhaupt nicht überzeugt hat. Dazu ist der Plot zu klischeehaft und platt, die Protagonisten sehr oberflächlich und die Schilderungen viel zu ausführlich geraten, obwohl sich "Mein Auge ruht auf dir" trotz aller Mankos rasch lesen lässt. Dafür kann ich nur 1 1/2 (von 5) Punkte vergeben und werde in Zukunft meine Finger von M.H. Clarks Büchern lassen.