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Dienstag, 5. November 2013

[MINI-REZENSION] "Teufelsbande" (Band 14)

Cover
Quelle: Droemer-Knaur
Der Autor
Andreas Franz’ große Leidenschaft war von jeher das Schreiben. Bereits mit seinem ersten Erfolgsroman JUNG, BLOND, TOT gelang es ihm, unzählige Krimileser in seinen Bann zu ziehen. Seitdem folgte Bestseller auf Bestseller, die ihn zu Deutschlands erfolgreichstem Krimiautor machten. Andreas Franz starb im März 2011. Nach dem frühen Tod von Andreas Franz erhielt der begeistere Krimileser und Franz-Fan Daniel Holbe die Chance das Erbe des großen Kriminalisten anzutreten. Mit viel Gespür, mit genauer Ortskenntnis und mit großem Erfolg. TODESMELODIE und TÖDLICHER ABSTURZ wurden auf Anhieb Bestseller. Denn Daniel Holbe trifft genau den Franz-Sound und versteht es doch den Figuren seine eigene, persönliche Note zu geben. In TEUFELSBANDE treffen die legendären Ermittler Julia Durant und Peter Brandt nach Jahren wieder aufeinander.

*Produktinformation*
Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: Knaur TB (2. September 2013) / Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426513579 / ISBN-13: 978-3426513576
Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,6 x 3 cm


Leseprobe
Quelle: bic-media.com  *lies mich*



Alle, die diese Serie noch lesen möchten und die Vorgängerbände nicht kennen, sollten an dieser Stelle lieber nicht weiter lesen!

Die Geschichte...
An einem Sonntagmorgen treffen sich die Frankfurter Kriminalhauptkommissarin Julia Durant und ihr Offenbacher Kollege Peter Brandt an einem Tatort. Auf der Kaiserleibrücke wird ein ausgebranntes Motorrad mit einem darauf angeketteten und verbrannten Mann gefunden. Die Spur führt zu einer berüchtigten Biker-Gang, doch die Mitglieder schweigen beharrlich. Ist der Tote Opfer eines Bandenkrieges geworden?

Meine kurze Meinung:

Kauf-/Lesegrund: Bin seit langem ein großer Fan dieser Krimireihe.

Reihe: 14. Band der Julia Durant-Reihe, beginnt ca. 9 Monate nach Ende des Vorgängerbands "Tödlicher Absturz" an.

Handlungsschauplatz: Frankfurt am Main & Offenbach am Main, reichlich Lokalkolorit vorhanden

Handlungsdauer: Nach dem Prolog beginnt die Story am Samstag, 22. September 2012, dauert bis darauffolgenden Freitag, um mit dem Epilog im November 2013 (Julia Durants 50. Geburtstag) zu enden.

Hauptpersonen: Julia Durant, 49, Singlefrau mit ungesundem Lebenswandel (zu viel Salamibrote, zu wenig Schlaf). Die Frankfurter Kriminalhauptkommissarin ermittelt seit 18 Jahren gemeinsam mit ihrem Partner Frank Helmer (der hat mit dem Rauchen aufgehört und ist noch immer mit seiner reichen Frau Nadine verheiratet) für die Frankfurter Mordkommission. Und auch der abgeklärte Offenbacher Kriminalhauptkommissar Peter Brandt ist diesmal mit von der Partie. Der Vater zweier erwachsener, studierender Töchter ist mit der attraktiven, ehrgeizigen Staatsanwältin Elvira Klein liiert. Während ich die Entwicklung der Hauptpersonen in Band 13 nicht mochte (Julia war launisch und zickig, Frank recht farblos), sind die Protagonisten hier wieder lebendiger und interessanter gestaltet - zum Glück. Toll finde ich auch die Zusammenarbeit von Julia Durant und Peter Brandt.

Nebenfiguren: Alte Bekannte wie KK11-Chef Berger, Durants Kollegen Peter Kullmer, Doris Seidel, Sabine Kaufmann und Rechtsmedizinerin Andrea Sievers fügen sich gut in die Handlung ein. Allerdings finden hier sehr viele Nebencharaktere Verwendung, was mir nicht so gut gefällt.

Romanidee: Die Ermittlungen führen ins Biker-Milieu, außerdem ermitteln Julia Durant und Peter Brandt wieder (nach Band 10 "Todeskreuz") gemeinsam. Diese Romanidee könnte gut von Andreas Franz stammen.

Erzählperspektiven: Neben Haupterzählerin Julia Durant schildern auch andere Figuren die ereignisreichen Begebenheiten aus ihrer jeweiligen Warte (in der 3. Person). Die Hauptperson lässt uns auch an ihren Gefühlen und Gedanken teilhaben, denn der nahende 50. Geburtstag macht ihr, ebenso wie der grausame Mord, zu schaffen.

Handlung: Mittelmäßige Story mit einigen Irrwegen & falschen Fährten, unzähligen Handlungssträngen und Erzählperspektiven sowie mit etlichen Längen und allzu detaillierten Schilderungen garniert. Ein weiteres Mal erinnert mich dieser Krimi an einen schlecht gemachten Fernsehkrimi, denn das Ermittlerteam tritt (wie bereits im Vorgänger) häufig auf der Stelle und die Spannung lässt deshalb oft zu wünschen übrig. Während sich die Handlung in die Länge zieht, wird das Ende schnell und lieblos abgehandelt. :( 

Schreibstil:  Die Schreibweise von Daniel Holbe nähert sich in "Teufelsbande" dem Original an und wäre da nicht die mangelnde Umsetzung, hätte der aktuelle Julia Durant-Krimi sicherlich besser abgeschnitten.

FAZIT:
Leider konnte mich "Teufelsbande" nicht überzeugen, obwohl der neuste Durant-Band trotz aller Schwächen ein unterhaltsamer Krimi ist, der mit einer interessanten Protagonistin und einer ausdrucksstarken Schreibweise punktet. Der 14. Band, in dem Julia Durant gemeinsam mit dem Offenbacher Kommissar Peter Brandt ermittelt, erhält von mir deshalb 3 (von 5) Punkte
 

Samstag, 27. April 2013

[MINI-REZENSION] "Tödlicher Absturz" (Band 13)

Cover
Der Autor
Daniel Holbe, Jahrgang 1976, lebt mit seiner Familie in der Wetterau unweit von Frankfurt. Insbesondere Krimis rund um Frankfurt und Hessen faszinieren den lesebegeisterten Daniel Holbe schon seit geraumer Zeit. So wurde er Andreas-Franz-Fan – und schließlich selbst Autor. Als er einen Krimi bei Droemer-Knaur anbot, war Daniel Holbe überrascht von der Reaktion des Verlags: Ob er sich auch vorstellen könne, ein bereits bestehendes Projekt in dieser Region zu übernehmen? »Als leidenschaftlicher Krimi-Leser, auch und vor allem von Andreas Franz, ist das Vollenden der 'Todesmelodie' natürlich ein besonderes Privileg für mich«. "Tödlicher Absturz" ist der zweite Roman, in dem Daniel Holbe Julia Durant und ihr Team weiterleben lässt.

*Produktinformation*
Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. März 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426512378 / ISBN-13: 978-3426512371
Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 12,4 x 3,8 cm

Leseprobe
Quelle: bic-media.com   *lies mich*



Alle, die diese Serie noch lesen möchten und die Vorgängerbände nicht kennen, sollten an dieser Stelle lieber nicht weiter lesen!

Die Geschichte...
Während man das neue Jahr ausgiebig feiert, wird in Frankfurt eine junge Frau brutal ermordet und anschließend in einen Container im Bankenviertel abgelegt. Die erste Spur führt Julia Durant und Frank Hellmer in die Chefetage der renommierten Eisner Group, doch  der Inhaber Karl von Eisner stellt sich stur und ruft seinen Anwalt. Kurz darauf wird eine weitere Leiche aus dem Dunstkreis des Verdächtigen gefunden...


Meine kurze Meinung:

Kauf-/Lesegrund: Bin ein großer Fan dieser Krimireihe

Reihe: 13. Band der Julia Durant-Reihe, knüpft an den Vorgängerband "Todesmelodie" an.

Handlungsschauplatz: Frankfurt am Main, viel Lokalkolorit

Handlungsdauer: Freitag, 31. Dezember 2010 bis Montag, 10. Januar 2011

Hauptpersonen: Julia Durant, 47, Singlefrau mit ungesundem Lebenswandel. Die Kriminalhauptkommissarin ermittelt gemeinsam mit ihrem Partner Frank Helmer (der hat mit dem Rauchen aufgehört und ist noch immer mit Nadine verheiratet) für die Frankfurter Mordkommission. Julia ist eine sympathische Hauptfigur, die mit zunehmendem Handlungsverlauf allerdings immer zickiger und launischer wird. Ihr Kollege Frank wird dagegen sehr farblos und will es "seinen Frauen" immer recht machen. Diese Weiterentwicklung gefällt mir nicht so sehr...

Nebenfiguren: Alte Bekannte wie Chef Berger, Peter Kullmer, Doris Seidel, Sabine Kaufmann, Andrea Sievers fügen sich gut in die Handlung ein, hier finden sehr viele Nebencharaktere Verwendung.

Romanidee: Wir erhalten Einblick in die Welt der Reichen und Mächtigen inklusive aller Sonnen- und Schattenseiten.

Erzählperspektiven: Neben Haupterzählerin Julia schildern auch andere Figuren die ereignisreichen Begebenheiten aus ihrer Warte.


Handlung: Story mit wenigen Irrwegen & Überraschungen, unzähligen Handlungssträngen und Erzählperspektiven sowie mit etlichen Längen und detaillierten Beschreibungen. Teilweise erinnert mich dieser Krimi an eine schlecht gemachte Tatort-Folge, denn das Ermittlerteam tritt ganz schön häufig auf der Stelle und die Spannung lässt oft zu wünschen übrig. :( 

Schreibstil:  Andreas Franz hatte einen ganz eigenen Schreibstil, den man wahrscheinlich nicht kopieren kann. Die Schreibweise von Daniel Holbe erscheint mir langatmiger und ist nicht so ausdrucksstark.

FAZIT:
Daniel Holbe hat mich mit seinem ersten "eigenen" Durant-Krimi leider nicht überzeugt, auch wenn der Autor ein schweres Erbe angetreten hat, denn die Krimis von Andreas Franz haben einen eigenen Charme. Trotz aller Schwächen ist "Tödlicher Absturz" ein unterhaltsamer Krimi mit einer interessanten Protagonistin, die einen schwierigen Mordfall aufzuklären hat. Der 13. Band bekommt deshalb von mir bescheidene 3 (von 5) Punkte.
 


Samstag, 2. Juni 2012

[REZENSION] "Todesmelodie" (Band 12)

Cover
Die Autoren
Andreas Franz’ große Leidenschaft war von jeher das Schreiben. Bereits mit seinem ersten Erfolgsroman “Jung, blond, tot” gelang es ihm, unzählige Krimileser in seinen Bann zu ziehen. Seitdem folgt Bestseller auf Bestseller. Andreas Franz starb im März 2011. Er war verheiratet und hatte fünf Kinder.
Daniel Holbe, Jahrgang 1976, lebt mit seiner Familie in der Wetterau unweit von Frankfurt. Insbesondere Krimis rund um Frankfurt und Hessen faszinieren ihn seit geraumer Zeit. So wurde er Andreas-Franz-Fan – und schließlich selbst Autor. Als er einen Krimi bei Droemer-Knaur anbot, war Daniel Holbe überrascht von der Reaktion des Verlags: Ob er sich auch vorstellen könne, ein bereits bestehendes Projekt in dieser Region zu übernehmen? »Als leidenschaftlicher Krimi-Leser, auch und vor allem von Andreas Franz, ist das Vollenden der Todesmelodie natürlich ein besonderes Privileg für mich«.

Produktinformation
Link zu Amazon
Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: Knaur TB (2. Mai 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426639440 / ISBN-13: 978-3426639443
Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12,6 x 2,6 cm

Leseprobe
Quelle: Weltbild *klick*

Alle, die diese Serie noch lesen möchten und die Vorgängerbände nicht kennen, sollten an dieser Stelle lieber nicht weiter lesen!

Die Geschichte...
Kriminalhauptkommissarin Julia Durant ist nach 1 Jahr Zwangspause wieder nach Köln und zur Mordkommission zurückgekehrt. Kurz darauf wird sie zu einem besonders furchtbaren Tatort gerufen, denn die amerikanische Studentin Jennifer Mason wurde grausam ermordet. Ein Schuldiger ist schnell gefunden und wird entsprechend verurteilt... So vergehen 2 Jahre, bis die Frankfurter Ermittler eine brutal zugerichtete Frauenleiche finden, die erstaunliche Parallelen zum Fall Jennifer Mason aufweist. Da keimt der Verdacht auf, dass der wahre Täter noch immer frei herumläuft...

Meine Meinung:
Den passenden Titel "Todesmelodie" trägt der 12. Band der Julia Durant-Reihe, dessen Handlung ca. 1 Jahr nach dem Vorgängerband "Mörderische Tage" beginnt, genauer gesagt am Samstag, 6. September 2008, und ein paar Tage dauert. Die Geschichte setzt sich danach am Montag, 19. Juli 2010 fort, umfasst eine Handlungsdauer von ca. 10 Tagen, um mit dem interessanten Epilog im Dezember 2010 zu enden. Als altbewährter Schauplatz dient abermals Frankfurt am Maindie Kapitel beginnen bekanntermaßen mit Tag und Uhrzeit.

Die 45-jährige Julia Durant kehrt 2008 nach 1 Jahr Auszeit -bei ihrer Freundin Susanne Tomlin in Südfrankreich- zur Kripo zurück und fühlt sich dort wie das 5. Rad am Wagen, da ihr alter Partner Frank Hellmer (der mit dem Rauchen aufhören will und dank seiner reichen Frau einen Porsche fährt) seine Dienste mittlerweile mit der 28-jährigen Sabine Kaufmann teilt. Die unerfahrene Polizistin hat ein fotografisches Gedächtnis und lebt sonst eher zurückgezogen. 2010 hat Julia wegen Bergers krankheitsbedingter Abwesenheit die Leitung des K11 übernommen, wobei ihr Schreibtischarbeit überhaupt nicht liegt und sie lieber "draußen auf der Straße" wäre. Frank Hellmer (der Julia Durant und ihre gemeinsamen Außeneinsätze vermisst) und Sabine Kaufmann sind noch immer Partner, genauso wie Doris Seidel und Peter Kullmer, bei denen sich privat einiges verändert hat. Weiters gibt es ein kurzes Wiedersehen mit Rechtsmedizinerin Andrea Sievers und dem Offenbacher Polizisten Peter Brandt - außerdem erfahren wir dieses Mal ein wenig mehr aus dem Leben der Ermittler, was ich persönlich sehr gern mag. :) 

Nachdem ich die Protagonisten bereits seit 12 Bänden begleite, wirken Julia Durant und ihre Kollegen wie alte Bekannte, die man inzwischen lieb gewonnen hat. Die facettenreichen, wunderbar ausgearbeiteten Protagonisten wurden mit liebenswerten Macken, Ecken & Kanten ausgestattet, sie alle haben eine ansprechende Weiterentwicklung durchgemacht und ermitteln hoffentlich noch ein paar Bände lang gemeinsam. Vor allem die Hauptperson hat sich seit den Ereignissen in Band 11 verändert und achtet nun mehr sich selbst bzw. auf ihre Gesundheit.

Im 12. Band haben wir es mit einem Mörder zu tun, der sich der Polizei im Vorteil fühlt und grausame Morde verübt. Ein "besonderes" Thema wie in vergangenen Bänden (z.B. Korruption, Prostitution, organisierte Kriminaliät, Folter) gibt es hier nicht, was der Spannung jedoch keinen Abbruch tut. Ich muss zugeben, dass ich ein wenig Bauchweh hatte, weil dieser Kriminalroman wegen des plötzlichen Tods dieses großartigen Schriftstellers von einem mir bis dato unbekannten Autor fertig gestellt wurde. Doch Daniel Holbe hat seine Sache fantastisch gemacht und kann auf sich stolz sein, denn selbst als eingefleischter Fan der Andreas Franz-Bücher kann man nicht ausmachen, wer von den beiden Autoren welche Passagen geschrieben hat. :)

Erzählt werden die rasanten Begebenheiten (in der 3. Person) vorwiegend aus dem Blickwinkel von Julia Durant, aber auch Nebencharaktere, wie Frank Hellmer oder der Student Alexander Bertram, der 2008 im Fall Mason befragt wurde, berichten über die Geschehnisse aus ihrer Sicht. Zudem erfährt der Leser mehr, über ihren inneren Zwiespalt: dass sie einerseits an Hellmers Seite Fälle lösen möchte und dass sie andererseits ihren Chef nicht hängen lassen möchte und Respekt vor Bergers Arbeit bekommt. Immer wieder lässt die Kriminalhauptkommissarin alte Fälle Revue passieren und schafft es so, neben all der Überraschungen, Irrwegen & falschen Fährten, die Spannung durchgehend zu halten und die Leser an die Seiten zu fesseln.

Mehrere Handlungsstränge, die anfangs scheinbar nichts gemeinsam haben, verweben allmählich miteinander und ergeben am Ende ein schlüssiges Bild. Durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven wirkt der Plot abwechslungsreich und unterhält durch die temporeiche Handlung mit vielen Irrwegen und überraschenden Wendungen wunderbar. Der Schreibstil ist gewohnt spannungsgeladen und mitreißend, da stören nicht mal die wenigen klitzekleinen Fehler und allzu ausgeschmückten Beschreibungen.

FAZIT:
Was Andreas Franz begonnen hat, wurde von Daniel Holbe hervorragend zu Ende geführt. Mit "Todesmelodie" haben die beiden Autoren einen Krimi erschaffen, der sich dank der packenden Handlung und der altbewährten Protagonisten überaus flüssig lesen lässt und zu fesseln vermag. Der 12. Band rund um das kompetente Ermittler-Team bekommt deshalb von mir unterhaltsame 5 (von 5) Punkte. Außerdem bin ich schon neugierig, wie es im 13. Band "Tödlicher Absturz" weitergehen wird.


 
ZITAT Seite 129:
"Julia Durant war eine Frau für draußen, eine Ermittlerin auf der Straße, die Tatorte untersuchen und Verdächtige verhören wollte. Das war es, wofür ihr Herz schlug, so krank und zehrend manche Fälle auch sein mochten."






Mittwoch, 6. Oktober 2010

[NEWS] Julia Durant-Reihe



Traurige Nachricht für alle Fans der Julia Durant-Reihe

Der 12. Band "Todesmelodie" erscheint nicht im Frühjahr 2011, sondern erst im Oktober 2011. *hier nachzulesen*

Und ich hatte mich schon sooo drauf gefreut...

Donnerstag, 16. September 2010

[REZENSION] "Mörderische Tage" (Band 11)

Cover
Der Autor
Seine Homepage und die Hintergründe zu diesem Buch
Andreas Franz wurde 1954 in Quedlinburg geboren, arbeitete als Übersetzer für Englisch und Französisch und war jahrelang als Schlagzeuger tätig. Seine große Passion aber ist das Schreiben. Er ist der Autor der spannenden Reihe um Kommissarin Julia Durant und ihr Team. Andreas Franz ist verheiratet und hat fünf Kinder.

Produktinformation
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Broschiert: 496 Seiten
Verlag: Droemer Knaur (6. Februar 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426639424 / ISBN-13: 978-3426639429
Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,4 x 3,2 cm


Leseprobe
Quelle: libri.de  *hier gehts zur Leseprobe*

Alle, die diese Serie noch lesen möchten und die Vorgängerbände nicht kennen, sollten an dieser Stelle besser nicht weiter lesen!
Die Geschichte...
Der Klappentext selbst verrät viel zu viel, was oftmals so ist, deshalb schreibe ich meine Zusammenfassungen selbst...
Das Frankfurter K11 wird mit einer seltsamen Verbrechensserie konfrontiert: Binnen einiger Monate verschwinden einige Menschen spurlos. Manche davon tauchen wieder auf: tot oder komplett desorientiert - so wie die junge Jaqueline Schweigert, die 6 Monate lang verschwunden war und nun fast Frank Hellmer auf der Autobahn vor den Porsche läuft. Im Krankenhaus stirbt die junge Frau nur 2 Tage später an multiplem Organversagen. Ursache: ungeklärt. Während der Ermittlungen erhärtet sich der Verdacht, dass 2 Morde vom vergangenen Herbst mit der Serie von verschwundenen Frauen ebenso wie mit dem Tod von Jaqueline Schweigert zusammenhängen können. Doch die leitende Ermittlerin Julia Durant wird von ihrem Chef dazu vergattert, ihren geplanten Südfrankreich-Urlaub anzutreten. Doch am Abend zuvor geschieht etwas Unvorhergesehenes... 
**Achtung SPOILER** Zum Lesen bitte Text markieren
Denn Julia wird mit einem Trick aus ihrer Wohnung gelockt und entführt. Die Reise endet in einem muffigen Kellergewölbe, wo außer ihr auch noch andere Frauen gefangen gehalten werden. Der Entführer wendet bei den Frauen erfolgreich die sogenannte "weiße Folter" an, eine Foltermethode, die Menschen durch psychiche Folter wie z.B. Isolationshaft foltert und "bricht".  Doch zum Glück bemerken Julias Kollegen ihre Entführung rechtzeitig und tun alles Menschenmögliche, um sie zu retten. Ein Wettlauf um das nackte Überleben beginnt...
 
Meine Meinung:
"Mörderische Tage" fängt über 1 Jahr nach Das Todeskreuz" an, genauer gesagt am  Freitag, 15. Juni 2007 und endet 2 Tage später (ohne Epilog).

Julia Durant ist urlaubsreif und wird von Chef Berger zu einem langen Urlaub bei ihrer Freundin Susanne in Südfrankreich vergattert. Als Urlaubsvertretung hat sie sich Sabine Kaufmann ausgesucht, die mit ihrer souveränen Art ebenfalls bei ihrem Kollegen und Partner Frank Hellmer punkten kann.

Seitdem ihm Julia das Leben gerettet und er einen Alkoholentzug gemacht hat, ist Hellmers Leben wieder fast in Ordnung. Mit Frau Nadine hat er sich "zusammengerauft" und als er bei den Ermittlungen auf die hochbegabten 17-jährigen Zwillinge Lara und Frederik Jung trifft, "beichtet" Frank, dass er ebenfalls einen IQ von 143 besitzt und somit ebenfalls zu den hochbegabten Menschen zählt. Und die überaus begabte und taffe Lara Jung, die Kriminalistik studiert und sich beim FBI beworben hat, hilft mit ihrer Beobachtungsgabe bei der Klärung des Falls... 

Von der restlichen Abteilung wie z.B. von Kullmer, Seidel und Berger erfährt der Leser diesmal recht wenig (Schade, aber vielleicht klappt´s beim nächsten Band wieder). Neu dabei sind übrigens Durant-Urlaubsvertretung Sabine Kaufmann und der Profiler Thomas Holzer.

Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, aber... die mitwirkenden Personen sind schon wie alte Bekannte und begleiten mich durch nunmehr 11 Bände und hoffentlich noch viele weitere Fortsetzungen. Auch diesmal durften sich die Hauptakteure weiterentwickeln und bemerkenswert ermitteln.

Interessante Thematik im 11. Durant-Band ist die sogenannte "weiße Folter", die ganz ohne physische Gewalt foltert und die von einem besonders intelligenten & brutalen Täter angewandt wird.  Das andere Thema bezieht Hochbegabung mit ein und hier kommen das Zwillings-Geschwisterpaar Lara und Frederik Jung ins Spiel. Durch sie kommt Spannung ins Spiel und Frank Hellmer erkennt, dass mehr in im steckt. 

Die toll recherchierte und extrem packende Geschichte wird aus verschiedenen Erzählperspektiven (von den Ermittlern, dem Täter und den Opfern) geschildert, was der Handlung den richtigen Pepp gibt. Denn besonders durch die Schilderungen des Serientäters haben wir das Gefühl, so richtig "mittendrin" zu sein und können mit den Opfern mitleiden. Ich will mir nicht vorstellen, wie man selbst unter dieser Folterart reagiert...

Wie gewohnt, beginnen die Kapitel mit Tag und Uhrzeit - ebenso vertraut wie der Schauplatz Frankfurt. In "Mörderische Tage" mischt Andreas Franz ein brisantes Thema mit einer packenden Geschichte, deren Spannungsbogen sich vom Anfang bis zum Schluss spannt und wirklich niemals abreißt. Das Tempo, das hier vorgelegt wird, ist beachtlich und es gibt keinerlei unnötige Längen.

Mit "Mörderische Tage" hat der Autor einen Krimi geschaffen, der sich wunderbar flüssig lesen lässt und zu fesseln versteht. Die Handlung birgt etliche überraschende Wendungen und Irrwege. Kapitelweise wird die Geschichte sehr brutal dargestellt und man kann es  kaum glauben, was man da liest. Für hartgesottene Krimileser allerdings wunderbar zu lesen!

FAZIT:
Auch der 11. Band aus der Julia Durant-Reihe überzeugt wieder mit wunderbaren Charakteren und einem raffiniert gestrickten Plot. Für diesen rundum gelungenen Kriminalroman vergebe ich liebend gern 5 (von 5) Punkte. 


PS: Mein erster Beitrag zur Herbst-Winter Challenge.

[REZENSION] "Das Todeskreuz" (Band 10)

Cover
Der Autor
Seine Homepage und die Hintergründe zu diesem Buch
Andreas Franz wurde 1954 in Quedlinburg geboren, arbeitete als Übersetzer für Englisch und Französisch und war jahrelang als Schlagzeuger tätig. Seine große Passion aber ist das Schreiben. Er ist der Autor der spannenden Reihe um Kommissarin Julia Durant und ihr Team. Andreas Franz ist verheiratet und hat fünf Kinder.

Produktinformation
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Broschiert: 528 Seiten
Verlag: Droemer/Knaur (1. Mai 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426634805 /
ISBN-13: 978-3426634806
Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 11,6 x 3,6 cm


Leseprobe
Quelle: Droemer Knaur  *hier gehts zur Leseprobe*

Alle, die diese Serie noch lesen möchten und die Vorgängerbände nicht kennen, sollten an dieser Stelle besser nicht weiter lesen!

Die Geschichte...
Die Anwältin Corinna Sittler wird tot in ihrem feudalen Haus aufgefunden. Brutal ermordet - mit einem Kreuz auf dem Rücken. KHK Julia Durant entdeckt einen Zettel im Mund der Toten, darauf steht "Confiteor - Mea Culpa" (Ich bekenne - meine Schuld) und fängt an, im Leben des Opfers nachzuforschen. Denn Corinna Sittler lebte sehr zurückgezogen und hatte das Haus in ihren letzten Lebensjahren nie verlassen. Als am Tag darauf der Richter Bernd Buchmann in Offenbach genauso getötet wird, kombiniert die Rechtsmedizinerin Andreas Sievers (die auch bei Corinna Sittler vor Ort war), dass beide Opfer vom gleichen Täter ermordet wurden. Und so muss Peter Brandt, der gegen Frankfurt und seine Bewohner eine Abneigung hegt, mit der Frankfurter K11 zusammenarbeiten. Und auch Staatsanwältin Elvira Klein arbeitet an diesen brisanten Fällen mit und wird sogar persönlich davon betroffen...
**Achtung SPOILER**
Denn auch Elviras Vater, ein erfolgreicher Anwalt, war in einen alten Fall mit explosivem Inhalt verwickelt. Und die Rache trifft alle, die mit dem Fall zu tun hatten...

Meine Meinung:
"Das Todeskreuz" beginnt am Sonntag, 23. April 2006 und endet am darauffolgenden Donnerstag.  Die Kapitel fangen wie immer mit Tag und Uhrzeit an. Handlungsorte sind diesmal abwechselnd die bekannten Schauplätze Frankfurt und Offenbach.
 
Inzwischen hat sich Julia Durant privat mit ihrem Leben arrangiert und sowohl ihrer Wohnung als auch ihr selbst eine Generalüberholung verpasst. Neues Outfit, neue Frisur und gesündere Lebensweise prägen nun das Leben der Kriminalhauptkommissarin. Auch beruflich ist bei der leitenden Ermittlerin des K11 alles beim Alten. Leider kann man dies von ihrem Partner Frank Hellmer nicht behaupten, der sich wegen seiner privaten Situation (außereheliche Affäre, Eheprobleme und eine gehör- und augenlichtlose Tochter Marie-Therese) dem Alkohol verschrieben hat und alle guten Ratschläge seiner Kollegen in den Wind schlägt. Bei dem Pärchen Peter Kullmer und Doris Seidel hat sich nicht viel geändert, denn sie sich sowohl beruflich als auch privat ein harmonisches Paar.

Von Peter Brandt erfahren wir diesmal (gegen seine Frankfurter Kollegen) relativ wenig. Sein Liebesleben mit Pathologin Andrea Sievers ist fast nicht-existent und die Teenagertöchter Sarah und Michelle tanzen dem Mittvierziger auf der Nase herum. Interessanterweise findet er während der Ermittlungen "Zugang" zu der forschen Staatsanwältin Elvira Klein (mehr will ich darüber nicht verraten).

Die Protagonisten haben uns nun schon über viele Bände hinweg begleitet und sind schon fast so was wie liebgewonnene Freunde. Über die Jahre und Fälle hinweg haben sie sich alle weiterentwickelt und sind immer wieder für Überraschungen gut.
Auch im aktuellen Band ist der Ausgleich zwischen Privatsphäre und Berufsleben wieder einwandfrei gelungen.

Thema des 10. Durant-Bandes ist diesmal Korruption und Machtmissbrauch. Denn im Laufe der Ermittlungen kommt heraus, dass Sittler und Buchmann früher ihre Stellung bei der Staatsanwaltschaft missbraucht und Korruption begangen haben - und die Puzzleteile setzen sich während der Recherchearbeit schön langsam zusammen...

Dieser Krimi orientiert sich an einer wahren Begebenheit, die der Autor gut recherchiert hat. Die Geschichte wird vorwiegend aus der Sicht von Julia Durant und Peter Brandt geschildert, doch auch andere Personen kommen zu Wort gestalten so die Handlung abwechslungsreich. Obwohl ich zugeben muss, dass die Story -für meinen Geschmack- doch etwas zu konstruiert dargestellt wurde. 

Der Schreibstil von Andreas Franz ist gewohnt spannend und der Krimi flüssig zu lesen, obwohl ich doch noch etwas zu bekriteln habe: Warum kommt in dem Krimi mindestens 50x das Wort "Tschüs" und 20x "Ciao" vor. Gibt es denn keine anderen Abschiedsfloskeln?

FAZIT:
Bis auf die kleinen Mankos hat mir "Das Todeskreuz" mit dem Ermittlerduo Durant/Brandt doch sehr gefallen - und ich bleibe dem Autor weiterhin treu. Packende 4 1/2 (von 5) Punkte.


Mittwoch, 15. September 2010

[REZENSION] "Tödliches Lachen" (Band 9)

Cover
Der Autor
Seine Homepage und die Hintergründe zu diesem Buch
Andreas Franz wurde 1954 in Quedlinburg geboren, arbeitete als Übersetzer für Englisch und Französisch und war jahrelang als Schlagzeuger tätig. Seine große Passion aber ist das Schreiben. Er ist der Autor der spannenden Reihe um Kommissarin Julia Durant und ihr Team. Andreas Franz ist verheiratet und hat fünf Kinder.

Produktinformation
Link zu Amazon
Broschiert: 448 Seiten
Verlag: Droemer/Knaur; Auflage: Originalausgabe, 1. Auflage, (1. Oktober 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426633507 / ISBN-13: 978-3426633502
Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 11,4 x 3 cm


Leseprobe
Quelle: Droemer Knaur  *hier gehts zur Leseprobe*

Alle, die diese Serie noch lesen möchten und die Vorgängerbände nicht kennen, sollten an dieser Stelle besser nicht weiter lesen!
 
Die Geschichte...
Der Prolog beginnt 1988, als die Freundin des 15-jährigen Mike bestialisch ermordet wird und führt uns danach zum Jänner 2005, wo der nun erwachsene Mike aus seinem Leben schildert. Parallel dazu ist ist Julia Durant gerade erst von einem Seychellen-Urlaub mit ihrem Freund zurückgekommen, als sie auch schon der Alltag einholt. Sie erhält im Polizeipräsidium eine E-Mail von einem unbekannten Absender, im Anhang das Foto einer grausam entstellten Frauenleiche und quer über die Wand geschmiert steht "Huren sterben einsam". Kurz darauf wird das Team des K11 an diesen Tatort gerufen. Bereits am nächsten Tag erhält Julia abermals eine ähnliche Mail. Von einigen paar Details abgesehen, erinnern die grausamen Fälle an eine Reihe von Frauenmorden, die allerdings schon einige Monate zurückliegen. Führt dieser Täter seine Mordreihe fort?
**Achtung SPOILER** Zum Lesen bitte Text markieren
Im Laufe der Ermittlungen drängen sich immer mehr Parallelen zu den Morden von „Jack the Ripper“ auf. Und auch das genaue Motiv des Killers wird im Laufe der Geschichte immer vollständiger. Traurig, wenn man bedenkt, warum es überhaupt soweit kommen musste…

Meine Meinung:
Zentrales Thema des 9. Durant-Bandes ist diesmal wieder Prostitution. Ein weiterer Gesichtspunkt sind lang zurückliegende Erlebnisse sowie die unbändige Wut des Mörders, der nur Mike genannt wird.

"Tödliches Lachen" beginnt ca. 2 Jahre nach dem Ende des Vorgängerromans "Teuflische Versprechen". Inzwischen ist Julia Durant privat mit ihrem Freund Georg Meister glücklich, obwohl sich dieser beruflich tagelang abschottet?!? Beruflich hat sich nicht viel verändert, denn sie ist noch immer die leitende Ermittlerin. Sehr zum Leidwesen von Kollegen Frank Hellmer, der sich dadurch zurückgesetzt fühlt, denn schließlich sind das Kleeblatt Durant, Hellmer, Kullmer und Seidel allesamt Hauptkommissare. Auch in Hellmers Privatleben steht nicht alles zum Besten: Die 1 1/2 jährige Tochter ist gehörlos und blind, was das Zusammenleben nicht einfach gestaltet und so Hellmer auf Abwege bringt. Diesmal erfahren wir vom Dreamteam Peter Hellmer und Doris Seidel eher wenig, aber ich hoffe auf den nächsten Band…

Die Hauptcharaktere kommen einem schon wie alte Bekannte vor und haben sich auch diesmal noch ein Stück weiterentwickelt. Auch die Balance zwischen Beruf und Privatleben finde ich gut gelungen. Diesmal haben wir es wieder mit Prostitution zu tun. Es scheint, als ob Herr Franz über dieses Thema ausreichend recherchiert hat. 
**Achtung SPOILER** Zum Lesen bitte Text markieren
Doch zeigt der Krimi gut auf, was solch eine Kindheit/Jugend mit vielen unterdrückten Gefühlen alles anrichten kann. Denn die (angenehm kurzen) Kapitel aus Mike´s Sicht sind voller Wut und Hass.

Durch die verschiedenen Sichtweisen der Erzähler (Täter, Ermittler und Opfer) wird die Geschichte spannend und interessant erzählt. Dadurch, dass die Gedankenwelt des Mörders zuerst erzählt wird, sind die Leser der Polizei immer einen Schritt voraus, was natürlich seinen Reiz hat. Parallel dazu erfahren wir mehr über die Ermittlungsarbeit.

Die Kapitel fangen übrigens (wie gewohnt) mit Tag und Uhrzeit an. Vertrauter Schauplatz ist natürlich wieder Frankfurt. Der Schreibstil darf sich wieder „einfach packend“ nennen, obwohl es diesmal einige kleine Längen und Rechtschreibfehler gibt.

FAZIT:
Mittlerweile bin ich beim 9. Band aus der Julia Durant-Reihe angelangt. Ich wiederhole mich wahrscheinlich, aber es gibt bis auf ein paar klitzekleine Mankos (siehe oben) nichts zu meckern und ich freue mich bereits auf die Fortsetzung!
Deshalb gibt’s von meiner Seite 4 1/2 (von 5) Punkte.


[REZENSION] "Teuflisches Versprechen" (Band 8)

Cover
Der Autor
Seine Homepage und Hintergründe zu dem Buch
Andreas Franz wurde 1954 in Quedlinburg geboren, arbeitete als Übersetzer für Englisch und Französisch und war jahrelang als Schlagzeuger tätig. Seine große Passion aber ist das Schreiben. Er ist der Autor der spannenden Reihe um Kommissarin Julia Durant und ihr Team. Andreas Franz ist verheiratet und hat fünf Kinder.

Produktinformation
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Taschenbuch: 576 Seiten
Verlag: Droemer/Knaur; Auflage: 1 (1. August 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426628317  / ISBN-13: 978-3426628317
Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,2 x 3,4 cm

Leseprobe
Quelle: Droemer Knaur  *wer will, wer mag?*

Alle, die diese Serie noch lesen möchten und die Vorgängerbände nicht kennen, sollten an dieser Stelle lieber nicht weiter lesen!

Die Geschichte...
…beginnt am 21.12.2001, als die beiden Kroaten Zlatko und Goran erschossen werden.
23.12.2001–31.12.2002: Die Ermittlungen, bearbeitet vom Frankfurter K11, verlaufen im Sande.
03.11.2003: Die 20-jährige Maria Volescu ist in einer Prachtvilla gefangen, wo sie den Gästen von Hausherrn Marco die absonderlichsten Sexwünsche erfüllen muss. Maria ist, wie viele andere Mädchen, mit falschen Versprechungen in den Westen gelockt worden und steht nun ohne Pass, Geld und Zukunftsperspektive da. Doch Maria gibt nicht auf, kann aus ihrer Gefangenschaft fliehen und sich durch Zufall bei Psychologin Verena Michels verstecken. Die Sexsklavin aus Moldawien muss bereits seit 4 Jahren in einem Club gegen Geld ihren Körper verkaufen, die Psychologin möchte Maria helfen und kontaktiert ihre beste Freundin, die Rechtsanwältin Rita Hendriks. Doch einen Tag später ist Rita tot, ebenso wie der Journalist Dietmar Zaubel, den die Rechtsanwältin hinzugezogen hatte. Kommissarin Durant ist erschüttert, als sie erfährt, dass Rita sie versucht hat, zu erreichen. Doch vergebens - denn zu dieser Zeit hat Julia mit ihren Kollegen bereits ihren 40. Geburtstag gefeiert. Das Team des K11 stößt bei seinen Untersuchungen auf die Spur von Maria und Verena Michel, aber auch auf die Mitglieder einer Mafia, deren Mitglieder in den besten Kreisen der Gesellschaft zu finden sind und deren "Fachgebiet" Drogenhandel, Waffenschmuggel, Menschenhandel und Prostitution ist, sind ihnen auf den Fersen.
**Achtung SPOILER** Zum Lesen bitte Text markieren
Die Kommissarin versucht mit allen Mitteln, die Zwangsprostituierten aus der Schusslinie bringen und gleichzeitig den Polizeiapparat mobilisieren muss. Doch wer ist vertrauenswürdig und wer steht auf der Lohnliste der Verbrecher? Und wer versteckt sich hinter dieser Organisation und zieht dort die Fäden?!?

Gemeinsam mit ehrlichen Beamten aus dem BKA (Bäumer), dem K60 (Müller und Vukovic) und der Staatsanwaltschaft (Dr. Vermeer) treten sie den aussichtslosen Kampf gegen Erpressung, Bestechung und das organisierte Verbrechen an…

Der Leser bekommt die Ohnmacht der Polizei gegenüber den Machenschaften des organisierten Verbrechens hautnah mit und man stellt sich die Frage, wie viel davon wirklich wahr ist und was sich tatsächlich in dieser Szene abspielt.
Der Prolog endet am 04.02.2004 mit einem Knall, aber mehr wird nicht verraten…
Meine Meinung:

Auch in seinem 8. Band hat sich Andreas Franz ein brisantes Thema ausgesucht. Diesmal geht es vorwiegend um organisierte Kriminalität und Zwangsprostitution. Mehr dazu: *klick* und *nochmals klick*

Ein Großteil der Geschichte handelt von dem menschenunwürdigen Geschäft mit jungen Frauen, die aus ärmlichen Ländern in den Westen gelockt werden und hier reichen Geldsäcken zu Diensten sein müssen. Der Rest von dem Umfeld dieser Verbrecher, die über Leichen gehen und auch vor Erpressung, Schmuggel und Mord nicht zurückschrecken.
Beim Lesen ist es mir da oft kalt den Rücken hinuntergelaufen, so erschreckend kalt und unbarmherzig schildert Andreas Franz dieses Milieu.

Protagonistin Julia Durant ist mir inzwischen schon sehr ans Herz gewachsen und diesmal gibt es sogar mehr aus dem Privatleben des K11-Teams zu lesen (das Fehlen des Privatlebens hatte ich im Vorgängerband bekritelt). Ihr Vater, ein pensionierter Pfarrer, bekommt diesmal auch eine tragende Rolle.

Inzwischen ist die Frankfurter Polizei in ein neues modernes Gebäude umgezogen, das aber nicht den Charme des alten Präsidiums hat. Julia ernährt sich noch immer schlecht, raucht aber nicht mehr ganz so viel und gibt einiges über ihre Gedanken- und Gefühlswelt preis.
Kollege Frank  ist nach wie vor glücklich verheiratet (ebenso wie Chef Berger) und seine Frau Nadine ist schwanger. Allerdings tritt er in „Teuflische Versprechen“ eher in den Hintergrund, während wir von Kollege Peter Kullmer mehr erfahren: Kullmer wird als Käufer von Mädchen eingeschleust und der Leser erlebt hautnah mit, wie brutal es in diesem Milieu zugeht. Weiters wollen Peter Kullmer und seine Kollegin Doris Seidel bald heiraten, doch Doris macht dieser besondere Fall schwer zu schaffen...

Alle Charaktere sind hervorragend ausgearbeitet und bestechen mit (den von mir so geliebten) Ecken & Kanten und lassen einen mitfiebern. Die Hauptprotagonisten durften sich weiterentwickeln und Einblick in die Privatsphäre des Ermittlerteams gibt es auch genug.

Wieder einmal ist es dem Andreas Franz gelungen, ein explosives Thema in eine spannende Geschichte einzuflechten. "Teuflische Versprechen" bleibt vom Anfang bis zum Schluss fesselnd und rasant. Es gibt keinerlei unnötige Passagen oder Szenen. Die Kapitel fangen wie immer mit Tag und Uhrzeit an.

Der Schreibstil ist gewohnt spannungsgeladen und auch die unterschiedlichen Erzählperspektiven  (Ermittler, Opfer und Täter) in der Ich-Form gehören ebenso zu der Durant-Reihe wie der Schauplatz Frankfurt.
 
FAZIT:
Der 8. Band aus der Julia Durant-Reihe kommt wieder auf dem gewohnt hohen Niveau daher. Und abermals gibt es hier altbekannte & liebgewonnene Protagonisten, ein aktuelles Thema mit einem tollen Plot sowie einem flüssigen Schreibstil, der es fast unmöglich macht, das Buch beiseite zu legen. Dafür vergebe ich liebend gern 5 (von 5) Punkte!

Dienstag, 14. September 2010

[REZENSION] "Das Verlies" (Band 7)

Für alle, die heute noch etwas von mir lesen möchten, eine "alte" Rezension aus dem Hause Franz. Ich bin ein Fan dieser Serie...


Cover
Der Autor
Andreas Franz wurde 1954 in Quedlinburg geboren, arbeitete als Übersetzer für Englisch und Französisch und war jahrelang als Schlagzeuger tätig. Seine große Passion aber ist das Schreiben. Er ist der Autor der spannenden Reihe um Kommissarin Julia Durant und ihr Team. Andreas Franz ist verheiratet und hat fünf Kinder.

Produktinformation
Link zu Amazon
Taschenbuch: 459 Seiten
Verlag: Droemer/Knaur; Auflage: 1 (1. August 2004) 
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426624451
ISBN-13: 978-3426624456
Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 11,6 x 3 cm

Leseprobe
Quelle: Droemer Knaur  *hier wird gelesen*


Alle, die diese Serie noch lesen möchten und die Vorgängerbände nicht kennen, sollten an dieser Stelle besser nicht weiter lesen!
 
Die Geschichte....
Quelle: Andreas Franz
Wieder einmal muss Julia Durant ermitteln. Rolf Lura, Eigentümer eines exklusiven Autohauses, verschwindet spurlos, nachdem er morgens wie immer gegen acht Uhr das Haus verlassen hat. Seine Frau, die ständig unter seinen Launen zu leiden hat, für die Prügel, Vergewaltigung und Misshandlung fast zum Alltag gehören, kann sich nicht erklären, wo ihr Mann, der überaus pflichtbewusst ist, abgeblieben sein könnte. Es wird eine Vermisstenanzeige aufgegeben, Julia Durant und Frank Hellmer suchen Gabriele Lura auf, die jedoch keine hilfreichen Angaben machen kann. Am Abend wird das Auto des Vermissten gefunden, es ist nicht abgeschlossen. Der Verdacht drängt sich auf, dass Gabriele Lura etwas mit dem Verschwinden ihres Mannes zu tun haben könnte, aber es gibt nicht einen einzigen Hinweis darauf. Als sich die Beamten am nächsten Morgen im Autohaus umhören, erzählt eine Angestellte aus der Buchhaltung der Kommissarin eine Geschichte, die den Saubermann Lura plötzlich in einem völlig anderen Licht erscheinen lässt.

Meine Meinung:
Auch der 7. Krimi mit der Ermittlerin Julia Durant handelt von einem brisanten Thema – diesmal Gewalt. Vor allem Gewalt in der Ehe, aber auch Gewalt und Misshandlungen gegen Frauen und die damit verbundene Hilflosigkeit.

Am Anfang der Geschichte stehen die Ermittler des K11 vor einem großen Problem: Der erfolgreiche Frankfurter Autohausbesitzer und scheinbar liebevolle Familienvater Rolf Lura wird entführt. Der Verdacht fällt schnell auf seine Frau, vor allem nachdem sich herausstellt, dass sie seit Jahren von ihrem Mann brutal misshandelt wird und nur wegen des gemeinsamen Sohnes Markus noch nicht aus dieser Ehe geflüchtet ist. Weiters kommt noch heraus, dass Gabriele Lura ein Verhältnis mit dem besten Freund ihres Mannes, Werner Becker, hat.

Die Entführung gibt der Polizei Rätsel auf und als Gabriele Lura und ihr Liebhaber plötzlich tot aufgefunden werden. Rolf Lura dagegen wird verletzt ins Krankenhaus eingeliefert und behauptet, von den beiden Toten entführt worden zu sein. Doch für Julia Durant weist der Fall Lücken auf, die sie mit Hilfe ihrer Intuition zu schließen versucht...

Protagonistin Julia Durant ermittelt auch hier wieder mit Bauchgefühl und Köpfchen. Leider erfährt man im 7. Band nicht allzu viel Neues aus ihrem Privatleben. Die sympathische Kommissarin ernährt sich noch immer ungesund, raucht zuviel und außerdem weiterhin Single.
Bei ihren Kollegen tut sich ebenfalls wenig: Julia´s Partner Frank Hellmer ist noch immer glücklich mit Nadine verheiratet und auch beim Rest der Truppe ist alles beim Alten. Ein wenig mehr aus dem Privatleben der Ermittler hätte ich gern gelesen, aber vielleicht werden meine Gebete beim 8. Band erhört.

Und die Nebencharaktere haben es auch in sich. Bei Rolf (von seiner dominanten Mutter auch Rolfi genannt) und seinem Verhalten läuft mir eine Gänsehaut den Rücken hinunter und die restliche Familie ist nicht weniger problembehaftet.
**Achtung SPOILER**  Zum Lesen bitte Textstelle markieren
Bruder Wolfram ist ein arbeitsloser Alkoholiker, der schon immer von seinem Bruder untergebuttert wurde. Die Mutter ist äußerst dominant und erdrückend und der Vater ein schwacher Mann, der sich von seiner Frau unterbuttern lässt.
Rolfis Frau Gabi wird ebenfalls als willensschwach hingestellt und lässt irgendwie die Gewalttaten über sich ergehen. Der 12-jährige Sohn Markus bekommt das natürlich alles mit und stürzt nach dem Tod seiner geliebten Mutter in ein tiefes Loch.

Und zu guter Letzt ist da Rolf(i), ein Psychopath wie er im Buch steht. Seit seiner Kindheit versteht er es meisterhaft, sich selbst zu verletzen und andere zu manipulieren. Neben seiner Frau (einer Pianistin, der er den kleinen Finger gebrochen hat, damit sie nicht mehr spielen kann *irre*) hatte er eine Reihe Gespielinnen, bei denen er sich nach seinen Brutalitäten immer mit Geld das Schweigen erkauft hat. Dabei verschlägt es einem die Sprache und man hofft, so einem Menschen niemals in Natura zu begegnen. Da tun sich wahre Abgründe auf…
Alles in allem versteht es Andreas Franz immer wieder meisterhaft, seinen Figuren menschliche Züge mit allerlei Ecken & Kanten zu geben.

Wie gewohnt, vermischt der Autor ein explosives Tabuthema mit einer rasanten Geschichte, deren Spannungsbogen sich vom Anfang bis zum Schluss spannt und niemals abreißt. Das Tempo, das hier vorgelegt wird, ist beachtlich und es gibt nur ein paar unnötige Längen.
Hauptsächlich wird das Geschehen aus der Perspektive von Julia Durant geschildert, doch auch die übrigen Figuren erzählen ihre Erlebnisse, Gedanken & Gefühle aus ihrer Sicht. Das macht die spannende Geschichte vielschichtig und interessant.

"Das Verlies" ist ein Kriminalroman, der sich sehr flüssig und packend lesen lässt. Außerdem schlägt die Handlung etliche Haken und bietet einige Überraschungen. Teilweise wird die Geschichte aber sehr brutal und man mag kaum glauben, was man da liest.

FAZIT:
Auch der 7. Band aus der Julia Durant-Reihe überzeugt mit tollen Charakteren und einem raffiniert gestrickten Plot. Bis auf die paar überflüssigen Szenen und das mangelnde Privatleben des Ermittlerteams ein nahezu perfekter Krimi. 4 1/2 (von 5) Punkte!