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Freitag, 26. August 2016

[MINIREZENSION] "Dark Wood"

Cover
9783426518748
Quelle: Droemer Knaur
Der Autor
Thomas Finn wurde 1967 in Chicago geboren, wuchs in Deutschland auf und lebt heute in Hamburg. Der ausgebildete Werbekaufmann und Diplom-Volkswirt ist preisgekrönter Spiele- und Romanautor und hat einige Jahre als Lektor und Dramaturg in einem Drehbuchverlag sowie als Chefredakteur des führenden deutschen Phantastik-Magazins Nautilus gearbeitet. Hauptberuflich arbeitet er heute als Roman-, Spiele-, Theater- und Drehbuchautor. Für seinen Roman "Das unendliche Licht" gewann er 2007 den Literaturpreis 'Segeberger Feder'.
 
*Produktinformation*
Format: Kindle Edition / Dateigröße: 564 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: Knaur eBook; Auflage: 1 (25. Juli 2016)
ASIN: B017F3NXPI

Leseprobe
Quelle: bic-media.com  *lies mich*
  


Die Geschichte...
SURVIVE - KÄMPFT UM EUER ÜBERLEBEN! heißt die Reality-TV-Show, in der Mitarbeiter von kurz vor der Insolvenz stehenden Firmen gegeneinander antreten, um so ihren Arbeitgeber vor der Pleite bewahren - und das alles in der freien Natur unter außergewöhnlichen Umständen. 6 Angestellte einer Hamburger Werbeagentur müssen sich in Norwegen beweisen und hoffentlich das Preisgeld von € 500.000,00 gewinnen. Die Kandidaten haben 3 Tage Zeit, um die Prüfungen erfolgreich zu absolvieren. Doch in den in den Wäldern Norwegens lauert irgendetwas Böses und plötzlich läuft alles aus dem Ruder...
 
Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Ich liebe die Thriller von Thomas Finn!
 
Reihe: Nein, Einzelbuch
 
Handlungsschauplätze: Die Reise geht von Deutschland nach Norwegen, genauer gesagt in die einsame Gebirgsregion Trollheimen und wartet mit lebendigen Orts- und Schauplatzbeschreibungen auf.

Handlungsdauer: Die Handlungsdauer umfasst mehrere Tage.

Hauptpersonen: Hier stehen die 6 Mitarbeiter der Hamburger Werbeagentur "STUDIO Alsterblick" im Mittelpunkt, die zwischen Ende 20 und Anfang 50 sind: Dagmar Burdorf ist Single und wäre gern so hübsch und selbstbewusst wie ihre Kollegin Katja - doch statt dessen ist sie eher der Typ "graues Mäuschen", in der Agentur ist sie für Media-Planung und -Abwicklung zuständig. Bernd Göbel ist mit 52 der Älteste im Team und erinnert vom Aussehen her an Christoph Waltz. Der selbstgefällige Art-Director ist mit einer ehemaligen Schönheitskönigin verheiratet und mit seinem Kollegen Lars Becker befreundet. Der sportliche Endzwanziger mit den blauen Augen sieht wie ein Model aus und arbeitet im Studio als Texter. Gunnar Meyberger ist sehr groß, eine elegante Erscheinung und ein starker Raucher, in der Werbeagentur arbeitet er als Buchhalter und Prokurist. Sören Meier ist das komplette Gegenteil von Gunnar, denn der Online- und Netzwerkadministrator hat starkes Übergewicht, Diabetes und sieht ungepflegt aus. Katja Riemer ist die letzte im Bunde, sehr hübsch, überaus beliebt und arbeitet als Kontakterin (Bindeglied zwischen Kunden und Kreativen der Agentur).

Mit Katja, Sören, Gunnar, Bernd, Lars und Katja hat der Autor unterschiedliche und nicht immer sympathische Protagonisten, die allesamt ein Geheimnis mit sich herumtragen und unbedingt gewinnen wollen, denn die beste "Einzelleistung" ist mit zusätzlichen € 50.000,00 dotiert.

Nebenfiguren: Die mitwirkenden Nebencharaktere spielen meistens nur am Rande eine Rolle.

Romanidee: Reizvolle Grundidee (obwohl ich das Gefühl habe, diese Idee wird immer wieder aufgegriffen) mit hervorragender Umsetzung.

Erzählperspektiven: Die temporeichen Geschehnisse werden abwechselnd aus dem Blickwinkel der 6 Teilnehmer (in der 3. Person) geschildert, was für Abwechslung sorgt. Es ist interessant mitzuerleben, was die Kandidaten in Norwegen erleben und wie sie teilweise über sich selbst hinauswachsen.
 
Handlung: "Dark Wood" wartet mit einer höchst spannungsgeladenen Geschichte voller Nervenkitzel, Irrwegen, & Turbulenzen sowie Rätsel und Fragen auf. Dieser (Horror-)Thriller zieht einen sofort in seinen Bann und sorgt so für packende Unterhaltung auf 464 Seiten, auf denen wir den Überlebenskampf der Werbeagentur-Mitarbeiter begleiten.

Schreibstil & Co:  Abgerundet wird der Plot durch die mitreißende Schreibweise von Thomas Finn, die düster-mysteriöse Atmosphäre und die überaus lebendigen Beschreibungen.

FAZIT:
"Dark Wood" nimmt uns auf eine abenteuerliche Reise in die Abgeschiedenheit Norwegens mit und birgt einen geglückten Mix aus Abenteuer, Action, etwas Mystery & Horror. Angesichts des abwechslungsreichen Plots, den unterschiedlichen Protagonisten und des emotionsgeladenen  Schreibstils macht dieser Horrorthriller süchtig, weshalb ich "Dark Wood" in einem Rutsch ausgelesen habe. Dafür hat sich "Dark Wood" volle (von 5) Punkte sowie eine klare Leseempfehlung verdient!

Sonntag, 8. November 2015

[MINI-REZENSION] "Die Blutschule"

Cover
Quelle: Lübbe.de
Der Autor
Der Berliner Autor hat als Gerichtsreporter gearbeitet, bevor er mit "Die Blutschule" seinen ersten Roman schrieb. Er lebt sehr zurückgezogen im Südwesten der Hauptstadt. Da er der digital vernetzten Welt kritisch gegenübersteht, findet man ihn weder auf Facebook noch Twitter. Co-Autor: Sebastian Fitzek                   

*Produktinformation*
Format: ePUB / Dateigröße: 3381 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 254 Seiten
Verlag: Bastei Entertainment; Auflage: 2. Aufl. 2015 (8. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ASIN: B00WF7OT3K


Leseprobe
Quelle: bic-media.com  *lies mich*




Die Geschichte...
Simon ist 13 und sein Bruder Mark 14, als sie mit ihren Eltern von Berlin nach Wendisch Rietz ziehen, wo es ihnen besser gehen  soll. Doch das Gegenteil ist der Fall, denn als ihr Vater Vitus ein Mädchen aus dem Storkower See rettet, ist der herzensgute Mann plötzlich wie ausgewechselt - und damit nimmt das Grauen seinen Lauf... **ACHTUNG SPOILER** Zum Lesen bitte markieren Denn ihr Vater begibt sich mit ihnen auf eine einsame Insel, wo sich in einer Hütte ein Klassenzimmer befindet, wo sie ihr Vater im Töten unterrichten möchte... **SPOILER ENDE**

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Da hinter dem Pseudonym "Max Rhode" einer meiner Lieblingsautoren, nämlich Sebastian Fitzek, steckt, möchte ich natürlich unbedingt all seine Werke lesen, obwohl sich bei "Die Blutschule" die Meinungen spalten.
 
Reihe: Nein, Einzelbuch
 
Handlungsschauplatz: Als schauriger Schauplatz dient das deutsche Kaff Wendisch Rietz im Bundesland Brandenburg.
 
Handlungsdauer: "Die Blutschule" beginnt mit einem Auszug aus einem Interview mit dem Autor bzw. mit dem Patiententagebuch - Anfang. Die eigentliche Geschichte beginnt am 2. Juli 1993, dauert mehrere Tage, um schließlich wieder in der Gegenwart mit dem Patiententagebuch - Ende bzw. mit einer Anmerkung des behandelnden Arztes Prof. Dr. Fröbes zu enden.
 
Hauptperson(en): Simon Zambrowski ist im Jahr 1993 13 Jahre jung, ein wenig schüchtern und ahnt nicht, was mit dem Umzug aufs Land noch alles auf ihn zukommt. Sein Bruder Mark Zambrowksi ist etwas draufgängerischer als Simon und versucht, sich in Wendisch Rietz einzuleben, doch dann kommt alles anders. Denn ihr Vater Vitus Zambrowski, der mit seiner Baufirma in Berlin pleite gegangen ist, rettet einem jungen Mädchen das Leben und ist nach diesem Zwischenfall im Storkower See wie verwandelt, was vielleicht damit zusammenhängen könnte, dass der See laut Legenden Heimat eines Seelenspiegels war, der die Persönlichkeit eines Menschen umkehren soll...
Die mitwirkenden Protagonisten sind interessante Charaktere (aber keine Sympathieträger), denen es an Vielschichtigkeit bzw. Tiefe fehlt und deren Handlungen nicht immer ganz nachvollziehbar sind.

Nebenfiguren: Die mitwirkenden Nebencharaktere wie Simons und Marks Mutter, ihr Nachbar Peter Landenberg alias "Stotter-Peter" (der ein Pädophiler sein soll, was Simons Mutter große Sorgen bereitet), Sandra "Sandy" Sturm (das hübsche Mädchen ist ein richtiger Teufelsbraten und hat es auf Simon abgesehen), Kioskbesitzer Kurt und die ortsansässigen Polizisten sind durchaus reizvolle, aber auch etwas blasse Personen.

Romanidee: Die durchaus interessante Grundidee wurde solide umgesetzt.

Genre: Obwohl auf dem Cover "Thriller" steht, ist "Die Blutschule" für mich eher eine Mischung aus Psychothriller gemischt mit etlichen Horror-, Folter- und Mystery-Elementen.

Erzählperspektive: Die temporeichen Geschehnisse werden aus der Warte von Ich-Erzähler Simon geschildert, der uns hautnah an seinen Gefühlen und Gedanken teilhaben lässt.

Handlung: Spannungsgeladener Plot mit einigen Wirrungen, unerwarteten Wendungen, viel Gewalt und Blut. Leider beinhaltet "Die Blutschule" auch eine gewisse Vorhersehbarkeit und allzu ausgeschmückte Schilderungen, die den Lesefluss ein wenig bremsen.

Schreibstil & Co: Abgerundet wird der Horror-Thriller durch den mitreißenden Schreibstil, die lebendigen Beschreibungen und die teilweise recht vulgäre Sprache, mit der ich mich nicht so richtig anfreunden konnte und die auch zu dem 13-jähren Erzähler manchmal so gar nicht passen mag.
 
FAZIT:
Wer hier einen typischen Fitzek erwartet, sollte "Die Blutschule" lieber nicht lesen, aber steht ja auch der Autorenname Max Rhode auf dem Cover und mir gefällt es, dass Sebastian Fitzek einmal etwas anderes versucht. "Die Blutschule" erzählt eine Geschichte voller Blut & Gewalt, die uns in die Abgründe der menschlichen Psyche entführt. Auch wenn "Die Blutschule" für mich nicht das beste Werk des Autors ist und sich nicht mit den anderen Werken von Sebastian Fitzek vergleichen lässt,  so bietet sie den Lesern dank einer rasanten Geschichte mit einigen Psychospielchen und Horrorszenarien sowie einer packenden Schreibweise zwischendurch auch spannende Unterhaltung. Wegen diverser Mankos erhält dieses Buch äußerst bescheidene 3 (von 5) Punkte und nun mache ich mich voller Hoffnung an "Das Joshua-Profil", in dem der Autor Max Rhode die Hauptrolle spielt.

 

Dienstag, 2. Juni 2015

[MINI-REZENSION] "Skalpelltanz"


Cover

Quelle: Random House
Die Autorin
Jenny Milewski, geboren 1971, liebt Thriller und Horror. Sie arbeitet in der Werbebranche und hält neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit Vorträge über Spannung in Literatur und Film. In der schwedischen Szene hat sie bereits einen Namen und steht mit ihrem Debütroman Skalpelltanz für eine neue Thrillergeneration. Jenny Milewski lebt mit ihrem Mann in Malmö.

*Produktinformation*
Broschiert: 400 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (11. Mai 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453418379 / ISBN-13: 978-3453418370
Originaltitel: Skalpelldansen
Größe und/oder Gewicht: 13,9 x 3,9 x 20,8 cm

Leseprobe
Quelle: bic-media.com *lies mich*
 




Die Geschichte...
Mit seinem Debüt "Skalpelltanz" ist Jonas Lerman als Autor von blutrünstigen Thrillern rund um seinen irren Protagonisten -den Chirurgen Carl Cederfeldt, der am liebsten weibliche Teenager mit seinem Skalpell foltert und tötet- berühmt geworden. Als Jonas Lerman von einer Schreibblockade geplagt wird, beschließt er irgendwann, mit den Cederfeldt-Büchern aufzuhören. Doch kurz nach dieser Entscheidung kehrt seine Kreativität zurück und der schwedische Schriftsteller kann nicht anders, als die grauenhaften und abscheulichen Taten seiner Hauptfigur aufzuschreiben. Doch bald bemerkt Jonas Lerman, dass seine Geschichten erschreckende Ähnlichkeiten mit realen Geschehnissen haben. Doch wie ist das möglich?

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Für blutige Thriller bin ich immer zu haben und diese Geschichte hat mich einfach angesprochen.

Reihe: Nein, Einzelbuch

Handlungsschauplatz: Der Schauplatz wurde in die schwedische Hauptstadt Stockholm verlegt und wartet mit lebendigen Ortsbeschreibungen auf.

Handlungsdauer: Nach dem Prolog (da erzählt ein 6-jähriger Junge über seine Erlebnisse) beginnt die Story in der Gegenwart, dauert schätzungsweise einige Wochen und endet mit dem Epilog.

Hauptperson: Jonas Lerman, 35, lebt wie ein Einsiedler in einer Wohnung in Stockholm und hat als erfolgreicher Autor von brutalen Thrillern mit viel Splatter in den letzten Jahren sehr gut verdient. Vor allem die blutgetränkten Bücher mit dem Psychopathen Carl Cederfeldt finden reißenden Absatz, doch als der Schriftsteller unter einer andauernden Schreibblockade leidet, fasst er den folgenschweren Entschluss, keine Carl Cederfeldt-Bücher mehr zu schreiben... Jonas Lerman ist ein interessanter Protagonist mit Facetten und Kanten, der durchwegs authentisch agiert und manchmal selbst an seinem Verstand zweifelt...

Nebenfiguren: Jonas Verleger Sten Jerhammar vom Kaos Verlag, seine alte Nachbarin Zofia Gabarek (die pensionierte Psychologin ist an Krebs erkrankt und lebt nun im Hospiz, wo sie von Jonas regelmäßig besucht wird) und Steffe, Danne, Tobbe und Micke, mit denen Jonas eine lose Freundschaft verbindet, fügen sich ansprechend in die Handlung ein. Vor allem die krebskranke Zofia sticht aus der Riege der Nebencharaktere hervor.

Romanidee: Reizvolle Grundidee mit der Buch im Buch-Geschichte, die solide umgesetzt wurde.

Erzählperspektive: Die temporeichen Geschehnisse werden aus der Sicht von Jonas geschildert, der uns Einblick in seine Gedanken- und Gefühlswelt gewährt. Zwischendurch wurden Auszüge aus Jonas Büchern eingeflochten, was für Abwechslung sorgt.


Handlung: Eigentlich hatte ich hier einen blutigen Thriller mit Unmengen an Nervenkitzel & Hochspannung erwartet, doch statt dessen geht "Skalpelltanz" eher in Richtung Splatter und mutiert zwischendurch zum Psychothriller. Neben geschickt gelegten falschen Fährten und Irrwegen geben sich auch viele brutale und ekelige Szenen sowie detaillierte Beschreibungen die Hand. Und obwohl ich teilweise wirklich gefesselt war und das Buch nicht beiseite legen wollte, wirkt die Geschichte um Jonas vor allem gegen Ende immer abstruser und sehr konstruiert.

Schreibstil & Co.:  Der Thriller beinhaltet eine einfache Sprache und viele Wiederholungen (vor allem das Wort "Teenagerin" wird ständig verwendet und nervt einfach). Zartbesaiteten Lesern würde ich "Skalpelltanz" nicht empfehlen, da hier an Blut, Gewalt und L eichen bzw. vielen unappetitlichen Schilderungen nicht gespart wird.

FAZIT:
 Wer gern blutgetränkte Thriller mit einem hohen Ekelfaktor und Splatter-Elementen liest, ist mit "Skalpelltanz" auf alle Fälle gut beraten. Ich hatte wegen der hochgelobten Bewertungen die Erwartungen hoch geschraubt und wurde leider etwas enttäuscht. "Skalpelltanz" ist zwar durchaus spannend, hat mich aber nicht wirklich begeistert, was vor allem an den vielen Horror-Sequenzen, ekelerregenden Passagen und den ausgeschmückten Schilderungen liegt, die mir einfach nur zu viel des Guten sind. Dieser schwedische Thriller liegt mir einfach nicht so ganz und bekommt deshalb von mir 3 (von 5) Punkte.

Sonntag, 27. Mai 2012

[REZENSION] "Blutiges Frühjahr"

Cover
Der Autor
Greg F. Gifune (geb. 1963) gilt als einer der besten Thrillerautoren seiner Generation. Es sind bereits 15 Romane von ihm erschienen. Ihr dunkel-melancholischer Ton hat ihn unter Kritikern und Lesern fanatische Fans gesichert. Er lebt mit seiner Frau und einer ganzen Schar Katzen in Massachusetts/USA. Seine Website findet man unter www.GregFGifune.com.

Produktinformation
Link zu Amazon
Broschiert: 416 Seiten
Verlag: Festa (20. März 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3865520979 / ISBN-13: 978-3865520975
Originaltitel: The Bleeding Season
Größe und/oder Gewicht: 19 x 12 x 3,2 cm

Leseprobe
Quelle: Literra  *klick*

 Die Geschichte...
Seit ihrer gemeinsamen Schulzeit in Potter's Cove sind Alan, Rick, Bernard, Tommy & Donald beste Freunde und unzertrennlich. Doch dann wird zuerst Tommy als Jugendlicher von einem fahrenden Auto getötet, viele Jahre später erhängt sich Bernard und hinterlässt seinen Freunden eine Kassette, wo er von Ritualmorden spricht und ein "blutiges Frühjahr" ankündigt. War der unscheinbare Bernard wirklich ein brutaler Mörder, der junge Frauen auf grausame Art ermordet hat? Das wollen Rick, Alan & Donald um jeden Preis herausfinden und begeben sich so auf gefährliches Terrain... **ACHTUNG SPOILER** Denn die Freunde geben nicht auf und vor allem Alan, der seinen Job als Wachmann verliert, hängt sich voll in die Ermittlungen und muss erkennen, dass Bernard nicht der war, für den ihn alle gehalten haben. Und dann tauchen in den Wäldern von Potter´s Cove plötzlich Frauenleichen auf... **SPOILER ENDE** 

Meine Meinung:
"Blutiges Frühjahr" hat David vor einiger Zeit wärmstens empfohlen und da wir oft den gleichen Buchgeschmack haben und ich dieses Werk wegen seines Titels unbedingt im Frühling lesen wollte, habe ich es mir endlich zugelegt. Als Schauplatz dient die Kleinstadt Potter's Cove in Massachusetts, wo die Freunde aufgewachsen sind. Die Geschichte wird in 4 Teile (Winter, Frühling, Sommer, Herbst) gegliedert und umspannt handlungsmäßig ca. 1 Jahr.

Die unterschiedlichen Hauptpersonen sind alle Ende 30 und seit vielen Jahren befreundet. Alan Chance ist seit über 10 Jahren mit seiner Jugendfreundin Toni verheiratet und ihr Leben scheint festgefahren zu sein. Als er auch noch seine Stelle als schlecht bezahlter Wachmann verliert, geht es mit seinem Dasein bergab. Donald LaCroix ist sehr schüchtern, unauffällig und lebt schon seit Jahren allein. Rick Brisco dagegen ist eine ehemalige Sportskanone, der wegen einer Verletzung nun als Türsteher arbeitet und sich wie ein liebestoller Teenager aufführt. Bernard Moore hat sich vor kurzem erhängt und war zuvor Autoverkäufer. Der Ex-Marine war unscheinbar und hatte ein dunkles Geheimnis, das er nun seinen Freunden hinterlässt...

Jeder der Freunde ist überaus problembehaftet und hat mit seinem Leben, Sorgen & Ängsten zu kämpfen. Dadurch erscheinen die mitwirkenden Protagonisten facettenreich und interessant. In Rückblenden erfahren wir mehr über die ehemalige Jugendbande und wie sich die ungleichen Freunde entwickelt haben, welche Träume sie als Halbwüchsige hatten und was daraus geworden ist. Weiters versucht Ich-Erzähler Alan mit seinen Kumpels Rick und Donald herauszufinden, ob hinter Bernards tollpatschiger, harmlos wirkender Maske eventuell ein Vergewaltiger und grausamer Frauenmörder gesteckt hat.

Dieser  Thriller birgt eine total abgedrehte Story über Freundschaft und die Suche nach der  bitteren Wahrheit. Die packende Handlung beinhaltet neben Spannung pur auch eine übersinnliche Komponente und ein paar Längen. "Blutiges Frühjahr" ist nichts für zarte Gemüter - hier sind wirklich starke Nerven gefragt, denn sonst kann es leicht passieren, dass sich einem bei manchen Beschreibungen schon der Magen umdreht. Schonungslos wird der Kampf "Gut gegen Böse" präsentiert und lässt den Leser fassungslos zurück. Wer allerdings keine Thriller mit Mystery- und Horror-Segmenten mag, könnte hier enttäuscht werden.

Allerdings driftet die Sprache manchmal ordentlich ins Obszöne ab, was mir persönlich nicht so richtig zusagt, andererseits aber gut zur Geschichte passt. Denn "Blutiges Frühjahr" wurde mit mystischen, mysteriösen und gruseligen Elementen versehen sowie mit etlichen Sex-Szenen untermalt. Der Plot pendelt zwischen Realität und (scheinbarer) Fiktion hin und her und hat es sich scheinbar zum Ziel gesetzt, den Leser zu verwirren und ihn atemlos zurückzulassen. Leser mit schwachen Augen (so wie ich) sind hier ebenfalls gefordert, denn Schrift ist recht klein. Der Schreibstil von Greg F. Gifune darf sich emotionsgeladen und ausdrucksvoll nennen, so dass man das Buch nur schwer beiseitelegen kann.

FAZIT:
Dieser Horror-Thriller zieht einen sofort in seinen Bann und lässt den Leser -dank der mitreißenden Handlung, der interessanten Charaktere & der mitreißenden Schreibweise- nicht mehr so schnell los. Noch während des Schreibens der Rezension kann ich kaum glauben, was ich auf den 416 Seiten alles gelesen habe... Wem es nichts ausmacht, dass sich Horror- und Mystery-Elemente untermalt mit saftigen Sex-Szenen in einem Thriller ein Stelldichein geben, der wird dieses Buch lieben. Mir war es allerdings ein wenig zu heftig & übertrieben, weshalb ich "nur" fantastische 4 (von 5) Punkte vergebe.




ZITAT Seite 21:
"Ich bin nicht überrascht, dass zwei von uns gestorben sind, bevor wir die vierzig erreicht haben. Mich überrascht nur, welche beiden das sind. Ich hätte nie geglaubt, einen von euch zu überleben. Vielleicht ist das Leben doch sehr willkürlich." (Donald)


ZITAT Seite 78:
"Irgendwann spürt uns die Wahrheit auf und wir müssen aus dem Versteck kommen, ob wir es wollen oder nicht." (Bernard zu seinen Freunden)

Mittwoch, 20. Juli 2011

[REZENSION] "Blutportale"

Aufwendig gestaltetes Cover
Der Autor
Markus Heitz, geboren 1971, studierte Germanistik und Geschichte. Seit er mehrfach mit dem Deutschen Phantastikpreis ausgezeichnet wurde, gilt er zu Recht als Großmeister der deutschen Fantasy. Mit der Bestsellerserie um "Die Zwerge" drückte er der klassischen Fantasy seinen Stempel auf und eroberte mit seinen Werwolf- und Vampirthrillern auch die Urban Fantasy. Markus Heitz lebt mit seiner Familie in Zweibrücken. Mehr Informationen unter: www.pakt-der-dunkelheit.de

Produktinformation
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Taschenbuch: 688 Seiten (inkl. Hintergrundinfos)
Verlag: Knaur TB (9. Dezember 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426636875
ISBN-13: 978-3426636879
Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,4 x 4 cm

Leseprobe
Quelle: pakt-der-dunkelheit.de  *sehr blutig*


Die Geschichte...
Als die junge Saskia Lange bei einem Fechtkampf der Geheimorganisation "unios des lames" gegen den Maître antritt, ahnt sie nicht, dass sich damit ihr Leben bald verändern wird. Denn der Titelverteidiger, der den Namen Levantin trägt, hat bereits über 5700 Jahre auf Saskia gewartet, um eine Gabe in ihr zu wecken. Während des Fechtkampfs verletzt der Maître die hervorragende Fechterin schwer und sie bricht den Kampf ab. Danach gerät Saskia´s Welt aus den Fugen: Auf der Party des Floristen Will Gul (die in einer alten Villa stattfindet, die der Florist für den "Sir" in dessen Abwesenheit hütet) öffnet Saskia eine Tür mit geheimnisvollen Zeichen. Kurz darauf werden alle Partygäste auf schreckliche Art ermordet, nur Will und Saskia überleben diesen Anschlag auf wundersame Weise. Wie konnte dieser Massenmord geschehen? Die Beiden sind ratlos und niemand glaubt die Geschichte... Auf der Flucht vor der Polizei treffen sie auf die Wandlerin Justine Chassard, die Saskia durch das Öffnen der rätselhaften Tür aus der Hölle befreit hat. Denn die Werwölfin Justine erklärt der Fechterin, dass sie von Levantin durch den Kampf gezeichnet wurde und damit übernatürliche Kräfte erhalten hat. Saskia ist nun eine Médiatrice - eine Vermittlerin zwischen beiden Welten, die z.B. Gegenstände oder Portale öffnen und schließen kann. Und Levantin möchte sie benutzen, um in seine alte Heimat Damaskus zurückzukehren...
**Achtung SPOILER** Zum Lesen bitte Text markieren
Und auch Justine hat ein Problem: Beim Türöffnen in der Villa wurde ein Teil von Justines Seele von Saskia gebannt und so fällt ihr die Verwandlung zum Werwolf sehr schwer. Die kettenrauchende Wandlerin (ja, es ist die Schwester von Eric von Kastell - bekannt aus "Ritus" und Sanctum" sowie "Judastöchter") hätte allerdings gern wieder die Bestie in ihr zurück und schließt sich Saskia und Will an. Sie möchten nämlich herausfinden, was genau in der Nacht des Massenmords in der Villa passiert ist. Wird Saskia wieder ganz die "Alte" werden?
Der Sir (Besitzer der Villa) erklärt ihnen, dass sie sich auf die Suche nach Artefakten begeben müssen, um die Welt zu retten bzw. das Böse zu bannen. Das ungleiche Dreier-Gespann nimmt mit Hilfe des Professors, dem Arzt der geheimnisvollen "union", die Fährte der Artefakte auf und reist in ein russisches Kloster und in ein irisches Schloss. Auf der gefahrenvolle Suche nach den dämonischen Kostbarkeiten (ein Dämonenzahn, Dämonenauge, Dämonenhaar etc.) begegnen sie diversen Gegenspielern, wie z.B. einem Judassohn, der die Harfe mit dem Dämonenhaar um jeden Preis beschützen möchte. Wird es ihnen gelingen, alle Artefakte zu bergen, um sie zu zerstören und somit die Welt zu retten?
Und dann wäre da noch der Maître/Levantin, der Saskia braucht, um ihm ein Blutportal in seine alte Welt zu öffnen. Er lässt Saskia mit Argusaugen bewachen und wartet auf den Zeitpunkt, wo sich die Gabe als Öffnerin zeigt...

Meine Meinung:
Nachdem ich "Kinder des Judas" gelesen hatte, war ich so begeistert von der Geschichte, dass ich ein weiteres Buch von Markus Heitz lesen wollte und so fiel die Wahl auf "Blutportale". Allerdings hat mich die stattliche Seitenanzahl immer wieder vom Lesen abgehalten...

"Blutportale" wird in I. Buch "En Garde", II. Buch "Touché" und III. Buch "Revanche" unterteilt und umspannt den Zeitraum vom 31. Oktober bis 22. November. Das I. Buch führt uns nach Hamburg, das II. Buch spielt sich vorwiegend in Russland und Irland ab und das III. Buch spielt größtenteils in Syrien. Hin und wieder driftet die Geschichte kurz in die bewegte Vergangenheit ab. **Achtung SPOILER** Will´s Visionen, die er von einem Dämon "erhalten" hat, bringen uns immer wieder durch unkontrollierte Reisen in das Venedig des 15. Jahrhunderts - und im 3. Teil erfahren wir, wie Levantin im Jahr 148 in Syrien gelebt hat. **SPOILER Ende**

Saskia Lange ist Inhaberin und Köchin des Gourmetrestaurants "Bon Goût". Seit der Kindheit gehört ihre Leidenschaft dem Fechten und die 26-jährige zählt dank ihres Talents zu einer der Besten in der Geheimgesellschaft "union des lames". Außerdem hat die ehrgeizige Gastronomin eine Vorliebe für bunte Klamotten. Dagegen liebt es der Halbinder Will Gul ästhetisch, was sich in den Blumenarrangements des Floristen niederschlägt. Neben seiner Liebe zu Blumen betreibt Will die indische Kampfsportart Kalarippayat. Das ungleiche Trio komplettiert sich durch die Wandlerin Justine Chassard, die halb Mensch/halb Werwölfin ist. Die Französin Justine raucht wie ein Schlot und flucht, was das Zeug hält. Außerdem wird sie schnell mal gewalttätig und hilft Will & Saskia aus der Patsche. Die unterschiedlichen Protagonisten wurden hervorragend ausgearbeitet und ihre kleinen Eigenheiten & Macken runden das Erscheinungsbild gut ab. Obwohl die dauernde Qualmerei von Justine leicht genervt hat... *Hier* findet ihr mehr Infos zu den Hauptpersonen. Wer "Ritus", "Sanctum" und die Judas-Trilogie gelesen hat, wird auf einige altbekannte Nebencharaktere treffen. Ich hatte so manches Aha-Erlebnis... 

Nach dem Prolog war ich etwas verwirrt, doch je mehr man in die Geschichte eintaucht, desto schneller versteht man die Zusammenhänge. Die Grundidee rund um einen uralten Dämon und eine Tür a´la Büchse der Pandora wurde großartig umgesetzt. Trotz kleiner Logikfehler und allzu vielen Kampfszenen lässt sich die Story, die mit rasanten Verfolgungsjagden, brutalen Passagen und viel Blut gespickt ist, mühelos lesen. Immer wieder schickt Markus Heitz seine Leser auf falsche Fährten und lässt sie überraschende Wendungen miterleben.

Erzählt werden die nervenaufreibenden, gut recherchierten Geschehnisse vorwiegend aus der Sicht von Saskia, Justine und Will, zwischendurch schildern auch verschiedene Nebenpersonen die Ereignisse aus ihrer eigenen Perspektive. Der Autor beherrscht sein Handwerk und nennt einen rasanten Schreibstil sein Eigen, der den Leser unweigerlich in seinen Bann zieht.

FAZIT:
"Blutportale" ist -wie schon der Name verrät- nichts für zarte Gemüter & schwache Nerven. Wer allerdings gern Dark Fantasy mit viel Spannung, Action und Blut liest, ist hier richtig und wird die gekonnte Mischung aus Horror und Fantasy-Elementen lieben. Deshalb erhält "Blutportale" von mir 4 1/2 (von 5) Punkte





Sonntag, 10. Juli 2011

[REZENSION] "Das Spiel"

Der Autor
Richard Laymon wurde 1947 in Chicago geboren und studierte in Kalifornien englische Literatur. Er arbeitete als Lehrer, Bibliothekar und Zeitschriftenredakteur, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete und zu einem der bestverkauften Spannungsautoren aller Zeiten wurde. 2001 gestorben, gilt Laymon heute in den USA und Großbritannien als Horror-Kultautor, der von Schriftstellerkollegen wie Stephen King und Dean Koontz hoch geschätzt wird.  

Produktinformation
Taschenbuch: 496 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (5. März 2007) / Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783453675353 / ISBN-13: 978-3453675353
ASIN: 3453675355
Originaltitel: In the Dark

Leseprobe
Quelle: buecher.de  *bitte nach unten scrollen*


Die Geschichte...
Jane Kerry, eine junge Bibliothekarin, findet an ihrem Arbeitsplatz einen Briefumschlag mit ihren Namen. Im Kuvert befinden sich 50 Dollar und ein Brief, in dem sie zu einem Spiel eingeladen wird, unterzeichnet ist die Nachricht mit MOG (Master of Games). Wenn Jane die gestellten Aufgaben erfüllt, wird der Betrag jeweils verdoppelt. Anfangs sind es leichte Dinge, doch die Aufgaben werden immer schwieriger, doch Jane will wegen ihrer Neugier bzw. Geldgier nicht aus dem Spiel aussteigen...
**Achtung SPOILER** Zum Lesen bitte Text markieren
Zu diesem Zeitpunkt ist Jane eigentlich alles egal: Sie erledigt für das Spiel einen Rottweiler, schläft halbnackt in einem Sarg und erschießt, ohne mit der Wimper zu zucken, 3 Männer. Denn ein Auftrag führt sie in ein Haus, wo einige Frauen gefangen genommen, gefoltert und ausgehungert werden, sodass sie gezwungen sind, sich selbst bzw. einige Körperteile aufzuessen.  *Pfui Teufel, Kannibalen hätte ich hier nicht erwartet*  Und in diesem Schreckenshaus trifft sie eben auf die Männer, die sie eiskalt von hinten erschießt und 2 Frauen rettet.
Außerdem dringt MOG in Janes Wohnung, als sie schläft, ein und hinterlässt Nachrichten auf ihrem Körper! *Eigenartigesweise merkt die gute Jane das nicht mal, obwohl MOG eines Nachts die Botschaft sogar in die Haut einritzt*  Der Dozent Brace Paxton, den sie in der Bibliothek kennen gelernt hat und zu dem sie sich gleich hingezogen fühlt, fleht Jane immer wieder an, aufzuhören und dieses makabere Spiel abzubrechen. Doch ewig lockt das Geld...

Meine Meinung:
Dieses Buch habe ich im Austausch gegen eins von meinen Büchern von der lieben Sandra bekommen, da ich mal ein Werk von Richard Laymon testen wollte. Denn irgendwie habe ich es über all die Jahre geschafft, diesem Autor aus dem Weg zu gehen. Ob das gut oder schlecht war, könnt ihr gleich nachlesen...

Jane Kerry, 26 und Single, arbeitet in der Bibliothek von Donnerville und ist mit ihrer Rubensfigur überhaupt nicht zufrieden. Als sie in der Bibliothek einen Briefumschlag mit ihrem Namen und der ersten Nachricht vom Master of Games sowie einem 50 Dollar-Schein vorfindet, ist die mollige Bibliothekarin natürlich neugierig. Zu diesem Zeitpunkt lernt sie Dr. Brace Paxton, einen charmanten Dozenten für Englisch, in der Bücherei kennen und Jane fühlt sich auf Anhieb zu ihm hingezogen. Und dann wird es so richtig unglaubwürdig, denn innerhalb von einigen Stunden sind Jane und Brace ein Herz & eine Seele und der Dozent weicht Jane nicht mehr von der Seite - und das, obwohl die Beiden gar nichts voneinander wissen. Außerdem mutiert die schüchterne Bibliothekarin binnen 2 Wochen zu einer Art Superheldin, die fragwürdige Dinge tut (wie z.B. halbnackt in einem Sarg schlafen) und in dieser kurzen Zeit total fit und sportlich wird. :(

Die Protagonistin Jane war mir von Anfang an unsympathisch und das wurde im Verlauf der Geschichte auch nicht besser. Die Bibliothekarin wirkt sehr geldgierig und will mit allen Mitteln an das Geld herankommen, das sich mit jeder gelösten Aufgabe verdoppelt und wo natürlich die Aufgaben auch immer schwieriger werden und schon in Richtung Psychoterror geht. Brace dagegen wirkt sehr farblos und irgendwie konnte ich es nicht fassen, dass die Beiden sich binnen ein paar Stunden völlig vertrauen, obwohl sie sich gar nicht kennen. Die mitwirkenden Charaktere sind keine Sympathieträger und haben es nicht geschafft, mich zu überzeugen.

Der Klappentext liest sich ja sehr vielversprechend, doch die Umsetzung dieser reizvollen Idee lässt zu wünschen übrig. Die blutgetränkte Story sowie Janes Wandlung sind so absurd und paradox, dass man fast lachen könnte. Alles wirkt wie aus einem schlecht gemachten Horrorfilm. :(

Erzählt werden die unglaubwürdigen Geschehnisse aus der Sicht von Jane, die uns auch einen Einblick in ihre Gefühle und Gedanken gewährt. Sehr blutig und dramatisch geht es in "Das Spiel" zu, doch leider bleiben zu Ende des fragwürdigen Spiels sehr viele Fragen offen, was den Leser mit einem schalen Gefühl zurücklässt. **Achtung SPOILER** Denn weder die genaue Identität von MOG, noch das Motiv oder weshalb er es ausgerechnet auf Jane abgesehen hat, wurden beantwortet. Was soll das? **SPOILER ENDE** Auch wenn die Spannung manchmal zu wünschen übrig lässt, will man doch wissen, wie es mit Jane weitergeht, wodurch sich dieses Buch relativ schnell lesen lässt.

Das einzig Positive an dieser Mischung aus Horror & Psychothriller ist neben der interessanten Grundidee der flüssige Schreibstil von Richard Laymon. Mit der vulgären Sprache konnte ich mich allerdings nicht wirklich anfreunden und manchmal wurde es so pervers, dass es fast nicht mehr zum Aushalten war.

FAZIT:
Angesichts der absurden Handlung mit einem offenen Ende, der unglaubwürdigen Protagonisten sowie der furchtbar vulgären Sprache wird "Das Spiel" mein erstes und auch letztes Werk von Richard Laymon bleiben. Obwohl es sich schnell lesen lässt, habe ich mich danach wegen der vergeudeten Zeit geärgert - da hätte ich mich schon einem anderen, weiteraus interessanterem Buch widmen können. Wegen der unzähligen Kritikpunkte kann ich für "Das Spiel" nur 1 1/2 (von 5) Punkte vergeben.


Dienstag, 30. November 2010

[REZENSION] "Weißer Schrecken"

Ich bedanke mich recht herzlich beim Piper Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars!

Cover
Der Autor
Thomas Finn wurde 1967 in Chicago geboren und lebt heute in Hamburg. Der ausgebildete Werbekaufmann und Diplom-Volkswirt ist preisgekrönter Spiele- und Romanautor und hat einige Jahre als Lektor und Dramaturg sowie als Chefredakteur bei Nautilus gearbeitet. Im Spielbereich stammen zahlreiche Abenteuer-Publikationen aus seiner Feder, darunter weit über ein Dutzend Titel des beliebten deutschen Fantasy-Rollenspiels Das Schwarze Auge. Hauptberuflich arbeitet er als Roman-, Spiel-, Theater- und Drehbuchautor. Mit seinem Roman »Das unendliche Licht« gewann er 2007 die Segeberger Feder. »Weißer Schrecken« ist sein neuer Mystery-Thriller bei Piper.

Produktinformation
Link zu Amazon
Broschiert: 496 Seiten
Verlag: Piper (11. Oktober 2010) / Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492267599 / ISBN-13: 978-3492267595
Größe und/oder Gewicht: 19 x 12 x 4,4 cm

Leseprobe
Quelle: Piper Verlag   *unbedingt lesen*



Die Geschichte...
Es ist Dezember und das kleine Dörfchen Perchtal wird durch Schneemassen von der Umwelt abgetrennt. Da macht die 15-jährige Elke Bierbichler beim Eislaufen auf dem Perchtalsee eine entsetzliche Entdeckung: Unter dem Eis liegt eine Leiche, die Elke und ihrer Zwillingsschwester Miriam aufs Haar gleicht. Was hat es mit dieser geheimnisvollen Toten auf sich? Die Clique rund um die Zwillinge beginnt zu recherchieren und stößt bei ihren Recherchen auf ein uraltes Geheimnis, dass mit alten Legenden rund um den Krampus zu tun hat...

Meine Meinung:
Die Geschichte startet am 4. Dezember 2010 mit einem Radiointerview und schwenkt danach 16 Jahre zurück in die Vergangenheit.
In Perchtal, einem kleinen Ort im Berchtesgadener Land, bereiten sich die Einwohner im Dezember 1994 auf den Perchtenlauf vor. Und mitten in den Vorbereitungen macht die 15-jährige Elke einen grausigen Fund: Unter dem zugefrorenen See liegt eine Mädchenleiche, die wie ein Zwilling von Elke aussieht. Da Perchtal durch den Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten ist, wird die Tote in der alten Leichenhalle aufbewahrt und die 5-köpfige Gruppe, bestehend aus Elke, Miriam, Andreas, Robert und Niklas, macht sich auf die Suche nach der Wahrheit und entdeckt dabei einige Mysterien...
**Achtung SPOILER** Zum Lesen Text bitte markieren
Denn was hat es mit Pfarrer Strobel, der eine Nachtwanderung in der Nikolasnacht für die Jugendlichen geplant hat; Fußspuren, die im Nirgendwo enden und Bücher, die einfach so auftauchen auf sich?
Die Spuren führen zu Erzählungen, die sich mit den Perchten, Krampussen und dem Nikolaus stehen. Doch wie stehen die Einwohner von Perchtal damit in Verbindung? Die Teenager stellen Nachforschungen an, die sie fast das Leben kosten. Denn sie finden heraus, dass seit Urzeiten alle 16 Jahren ein Perchtaler Kinder spurlos verschwindet...
Bekannterweise ist in den alten Mythen doch ein Körnchen Wahrheit enthalten. Und so erfahren wir mehr über die
Rauhnächte, den Ursprung des Nikolaustages, die Kinderbischöfe und die Krampus- und Perchtenläufe, die im Alpenraum noch verbreitet sind - und natürlich, wie diese Brauchtümer mit den Perchtaler Geschehnissen zusammenhängen.   **SPOILER ENDE**


Hauptpersonen in diesem Mystery-Thriller mit Horroreffekten sind die 5 Teenager Andreas, Robert, Lukas, Elke und Miriam. Jeder aus der Clique hat sein Päckchen zu tragen. Während Andreas seit dem Selbstmord seiner Mutter ganz allein in einem Haus lebt und von seinem Vater mit Geschenken überschüttet wird, wohnt Robert bei seiner alkoholabhängigen Mutter und sie kommen nur schwer über die Runden. Bäckersohn Niklas wird von seiner Mutter mit Essen gemästet und die Zwillingsschwestern Miriam & Elke leben bei ihren gottesfürchtigen Eltern und müssen einiges erleiden. Der Leser erfährt viel über die Familienverhältnisse und wie die einzelnen Personen zueinander stehen.

Die Protagonisten sind vielschichtig und authentisch gestaltet, so dass es dem Leser nicht schwer fällt, ihr Handeln nachzuvollziehen und sich in das Geschehen einzufühlen. Man fiebert, fühlt und leidet mit der Teenagergruppe mit und hofft, dass sie es schaffen, das Böse aufzuhalten.
Auch die Nebencharaktere wurden sorgfältig ausgearbeitet und man kann nur vermuten, warum sich die erwachsenen Bewohner so eigenartig verhalten und wer zu den "Guten" oder "Bösen" zählt... Der Buchtitel wurde jedenfalls sehr passend gewählt und das Cover spricht mich enorm an.

Zentrales Thema dieses überaus fesselnden Thrillers ist das Brauchtum im Berchtesgadener Land. Neben einem faszinierenden Plot und gründlicher Recherche besticht "Weißer Schrecken" mit einer überaus realistischen Umsetzung dieser Thematik. Wie schon erwähnt, beginnt die Geschichte im Dezember 2010 und führt danach die Leser zurück ins Jahr 1994.  Abwechselnd schildern die 5 Freunde die unfassbaren Ereignisse rund um die Nikolausnacht aus ihrer Sicht, was die Geschichte noch packender macht, denn manchmal finden diese Erzählungen zur gleichen Zeit statt und zeigen uns die Geschehnisse aus verschiedenen Perspektiven. Zwischendurch springen wir öfters zurück in die Gegenwart, was die Spannung noch steigert und es fast unmöglich macht, das Buch beiseite zu legen...

Thomas Finn vermag mit seiner gut durchdachten Handlung vom Anfang bis zum bitteren Ende zu fesseln. Die geheimnisvollen Vorkommnisse in Perchtal haben mir pausenlos Gänsehaut beschert und das Gefühl gegeben, mittendrin zu sein. Langweilige Stellen oder unnötige Passagen sind in diesem Mystery-Thriller keine vorhanden - im Gegenteil: Die fast 500 Seiten lesen sich rasend schnell. Immer wieder schickt uns der Handlungsverlauf auf Irrwege und offenbart überraschende, nie für möglich gehaltene Wendungen. Und wenn man glaubt, es geht nicht mehr besser und gruseliger, legt Thomas Finn noch ein Schäuflein Grauen drauf. Atmosphärisch dicht, glaubhaft und und unheimlich beklemmend präsentiert sich der Schreibstil dieses Autors. Das kleine, scheinbar idyllische Dorf Perchtal wird so lebendig beschrieben, dass man sich genau vorstellen kann, wie es in dem Alpenort aussieht. Sogar die die klirrende Kälte und diese unbekannte Macht vermag man fast zu spüren.
 
FAZIT:
"Weißer Schrecken" garantiert (neben Herzrasen) Hochspannung mit reichlich Gruselfaktor! Und nebenbei lernt man auch noch viel Wisssenswertes über Brauchtum und alte Mythen. Für diesen Wahnsinns-Thriller kann ich nur 5 (von 5) Punkte mit einem Extrastern vergeben!!!


Nach dieser Lektüre sieht man den 6. Dezember mit anderen Augen. ALSO:
Lasst uns froh und munter sein
und uns recht von Herzen freun!
Lustig, lustig, traleralala,
bald ist Nikolausabend da,
bald ist Nikolausabend da!