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Mittwoch, 27. April 2016

[MINI-REZENSION] "Zerschunden" (Band 1)

Cover
9783426517895
Quelle: Droemer Knaur
Der Autor
Michael Tsokos, 1967 geboren, ist Professor für Rechtsmedizin und international anerkannter Experte auf dem Gebiet der Forensik. Seit 2007 leitet er das Institut für Rechtsmedizin der Charité. Seine Bücher über spektakuläre Fälle aus der Rechtsmedizin sind allesamt Bestseller.

*Produktinformation*
Format: Kindle Edition / Dateigröße: 622 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: Knaur eBook; Auflage: 1 (25. September 2015)
Sprache: Deutsch
ASIN: B00WFJ0WNE

Leseprobe
Quelle: bic-media.com  *lies mich*
 


Die Geschichte...
Dr. Fred Abel arbeitet für das Bundeskriminalamt Berlin und  hat Bereitschaft, als er an einen bizarren Tatort gerufen wird: Eine alte Frau wurde grausam ermordet und auf ihre Beine wurden die Worte "Respectez Asia" mit Lippenstift geschrieben. Fred Abel lässt dieser Fall nicht los und nach einigen Recherchen findet er heraus, dass in London ein ähnlicher Mord verübt wurde - auch hier wurde eine ältere Dame in ihrer Wohnung, die in Flughafennähe liegt, getötet und mit einer mysteriösen Nachricht gekennzeichnet. Der Verdacht fällt auf Abels alten Freund Lars Moewig, der sich zur Tatzeit sowohl in Berlin als auch in London aufgehalten hat. Doch der ehemalige Soldat hat ganz andere Sorgen, denn seine halbwüchsige Tochter Lilly liegt im Sterben und wartet sehnsüchtig auf ihren Vater...

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Nach der Gemeinschaftsarbeit mit Sebastian Fitzek in "Abgeschnitten" war ich gespannt, wie sich Michael Tsokos allein als Schriftsteller macht.

Reihe: 1. Band der Fred Abel-Reihe

Handlungsschauplätze: Die Spur führt von Berlin nach London, Bari in Italien und Paris.
 
Handlungsdauer: Nach dem Prolog beginnt die Story am Donnerstag, 2. Juli, dauert bis 12. Juli und endet mit dem Epilog am 13. Juli
 
Hauptperson: Dr. Fred Abel, 46, ist seit 11 Jahren mit der Staatsanwältin Lisa liiert und arbeitet seit 5 Jahren als Rechtsmediziner für die BKA-Einheit "Extremdelikte". Fred Abel geht in seinem Job auf und hat eine kriminalistische Spürnase, weshalb er auch im aktuellen Fall der toten Irina Petrowa eigenmächtige Ermittlungen unternimmt...
 
Fred Abel ist ein interessanter Protagonist mit Facetten und Kanten, der Nachforschungen anstellt, was ich nicht ganz verstehe. Normalerweise stellt in Krimis und Thrillern doch der Polizist/Ermittler die Nachforschungen zur Todesursache an und der Rechtsmediziner kümmert sich um die Obduktion, aber hier wird Dr. Abel als eine Art Superman hingestellt, der alles gleichzeitig macht, anscheinend niemandem Rechenschaft schuldig ist und tut, was er für richtig hält...
 
Nebenfiguren: Hier finden Unmengen Nebencharaktere wie diverse Verdächtige, Zeugen, Polizisten & Co Verwendung, was mir persönlich nicht so gut gefällt. Wir treffen auf Fred Abels Vorgesetzten Dr. Paul Herzfeld (der Protagonist aus "Abgeschnitten"), Hauptkommissar Markwitz und seinen übereifrigen Praktikanten Tekin Okyar, die humorlose BKA-Sekretärin Renate Hübner oder Abels alten Freund, den ehemaligen Fremdenlegionär Lars Moewig, dessen Tochter Lilly schwer krank ist und in absehbarer Zeit sterben wird oder Freds ältere Schwester Marlene, die sich ständig in sein Leben einmischt.
 
Romanidee: Die Grundidee mit der True Crime-Story finde ich reizvoll und gut recherchiert, allerdings ist die Umsetzung etwas holprig geraten.

Erzählperspektiven:
Neben Haupterzähler Fred Abel schildern auch andere Figuren wie Lillys Mutter Marie Lindweg oder der Täter (alle in der 3. Person) die rasanten Geschehnisse aus ihrem jeweiligen Blickwinkel. In Rückblenden erfahren wir, was in der Vergangenheit geschehen ist und verstehen die aktuellen Ereignisse dadurch besser.

Handlung: "Zerschunden" birgt einen interessanten Mord, der auf einem wahren Fall basiert und mit verschiedenen Sichtweisen & miteinander verwebenden Handlungssträngen sowie mit einigen Irrwegen und Wirrungen aufwartet. Die Story beginnt eigentlich ganz gut und wird mit einigen bizarren Mordfällen aufgelockert, was anfangs für Auflockerung sorgt.  Doch sobald Dr. Abel recherchiert und quer durch Europa reist, fängt die Geschichte an, langatmig und langweilig zu werden bzw. sich in Nebensächlichkeiten zu verlieren. Weiters wirkt die Handlung mit zunehmender Seitenanzahl immer verworrener und abstruser, außerdem enthält dieser Reihenauftakt auch einige Längen bzw. ausgeschmückte Beschreibungen und die Auflösung wirkt an den Haaren herbeigezogen.
 
Schreibstil & Co.:  Der Thriller beinhaltet einen ausdrucksvollen Schreibstil, doch die primitive Fäkalsprache des Täters nervt gewaltig. Zartbesaiteten Lesern würde ich "Zerschunden" nicht empfehlen, da Michael Tsokos hier an Blut, Gewalt und Leichen bzw. vielen unappetitlichen Schilderungen nicht gespart hat.

FAZIT:
"Zerschunden" basiert auf einem wahren Kriminalfall und schickt den Rechtsmediziner Dr. Fred Abel ins Rennen, um den Mord aufzuklären. Ich hatte wegen der hochgelobten Bewertungen die Erwartungen hoch geschraubt und wurde leider herbe enttäuscht, denn unter einem hochspannenden Thriller stelle ich mir etwas anderes vor. Wegen diverser Schwächen (unzählige Charaktere, Erzählperspektiven und Handlungsstränge sowie Längen und Detailverliebtheit) kann ich leider nicht mehr als solide 2 1/2 (von 5) Punkte vergeben.

 

Freitag, 4. März 2016

[MINI-REZENSION] "Mieses Karma hoch 2" (Band 2)

Cover

Quelle: Rowohlt
Der Autor
David Safier, 1966 geboren, zählt zu den erfolgreichsten Autoren der letzten Jahre. Seine Romane "Mieses Karma", "Jesus liebt mich", "Plötzlich Shakespeare", "Happy Family", "Muh" und "28 Tage lang" erreichten Millionenauflagen. Auch im Ausland sind seine Bücher Bestseller. Als Drehbuchautor wurde David Safier unter anderem mit dem Grimme-Preis sowie dem International Emmy (dem amerikanischen Fernseh-Oscar) ausgezeichnet. David Safier lebt und arbeitet in Bremen, ist verheiratet, hat zwei Kinder und einen Hund.

*Produktinformation*
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Kindler; Auflage: 6 (29. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3463406233
ISBN-13: 978-3463406237
Größe und/oder Gewicht: 13,4 x 2,7 x 21,1 cm

Leseprobe
Quelle: rowohlt.de  *lies mich*



 Die Geschichte...

Die Mittzwanzigerin Daisy Becker lässt ihr Leben ungenutzt an sich vorüberziehen und hält sich mit kleinen Jobs mehr recht als schlecht über Wasser und schlägt sich die Nächte gern mit Partys, Alkohol und One Nights-Stands um die Ohren. Und auch der charismatische Hollywoodstar Marc Barton verhält sich auch oftmals egoistisch und herzlos. Durch einen unglücklichen Zufall kommen Daisy und Marc bei einem Autounfall ums Leben und werden als Ameisen wiedergeboren, weil sie in ihrem früheren Leben zu viel mieses Karma angesammelt haben. Allerdings wollen die Beiden weder als Ameisensoldaten in den Krieg ziehen noch dabei zusehen, wie sich Daisys bester Freund (für den sie mehr als Freundschaft empfindet, wie sie sich inzwischen eingestanden hat) und Marcs Ehefrau näher kommen. Also bleibt ihnen nichts anderes übrig, als Gutes zu tun und gutes Karma zu sammeln, um die Reinkarnationsleiter hurtig hinaufzuklettern. Werden sie ihren Vorsatz in die Tat umsetzen können?

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Nach "Mieses Karma" wollte ich auch das neueste Werk von David Safier lesen.
 
Reihe: 2. Band der Mieses Karma-Reihe/Dilogie

Handlungsschauplatz: Die Geschichte spielt sich vorwiegend in Deutschland ab.

Handlungsdauer: Die Handlungsdauer umfasst mehrere Wochen.

Hauptpersonen: Daisy Becker ist Mitte 20, eine faule Gelegenheits-Schauspielerin aus Bremerhaven mit durchschnittlichem Aussehen, die ihr Leben nicht auf die Reihe kriegt. Sie zahlt keine Miete, bekommt selten Engagements, feiert gern und beklaut sogar ihre WG-Mitbewohner. Als sie dann doch einen Job erhält, der sie an den Set eines Films führt, lernt sie dort Marc Barton, den Hauptdarsteller des neuen James Bond-Filmes kennen, in dem sie eine klitzekleine Rolle spielen soll. Der arrogante, selbstbewusste Hollywood-Schauspieler ist mit einer wunderschönen Schauspielerin verheiratet und die ganze Welt liegt dem gutaussehenden Macho zu Füßen. Doch als Daisy Marcs geliebten Hund unfreiwillig tötet, nimmt das Schicksal seinen Lauf... Daisy und Marc sind alles andere als Sympathieträger, aber dennoch facettenreiche Protagonisten, die eine interessante Weiterentwicklung durchleben.

Nebenfiguren: Unter den mitwirkenden Nebencharakteren sind alte Bekannte wie Buddha oder Casanova, die sich trotz ihrer Vielzahl gut in die Handlung einfügen.

Romanidee: Wirkt leider wie ein Abklatsch von "Mieses Karma" und die Wiedergeburts-Idee wurde diesmal nur mittelmäßig umgesetzt.

Erzählperspektiven: Ich-Erzählerin Daisy schildert die amüsante Reise ihrer Wiedergeburt als Ameise und wie sie gemeinsam mit Marc gutes Karma für ein besseres Leben sammeln möchte. Zwischendurch bekommen wir kleine Anekdoten aus den Erinnerungen von Casanova und dem Steinzeitmenschen Urrgh zu lesen.

Handlung: Die abenteuerliche Story rund um Daisy und Marc bzw. deren Wiedergeburt ist zwar unterhaltsam, aber so richtig begeistern konnte mich "Mieses Karma hoch 2" leider nicht. Neben einigen vielversprechenden Irrwegen und Stolpersteinen birgt die Geschichte leider auch etliche Längen, klischeehafte bzw. überzogene Szenen und sehr ausgeschmückte Schilderungen, was den Lesefluss stellenweise bremst bzw. die Handlung unnötig in die Länge zieht.

Schreibstil & Co:  Abgerundet wird der neueste Roman von David Safier durch die locker-leichte Schreibweise, einige humorvolle Dialoge und Kapitel in angenehmer Länge.
 
FAZIT:
"Mieses Karma hoch 2" ist eine Reinkarnation des im Jahre 2008 erschienen Bestellers "Mieses Karma" und schafft es für meinen Geschmack nicht, an den alten Erfolg anzuknüpfen. Irgendwie bietet die Story wenig Neues, die Hauptpersonen sind nicht wirklich sympathisch, der Plot wurde "dank" der detaillierten Beschreibungen künstlich in die Länge gezogen und hat meine hohen Erwartungen leider nicht erfüllt. Dafür kann ich beim besten Willen und mit viel Augenzudrücken nur mittelmäßige 2 1/2 (von 5) Punkte vergeben.

 

Mittwoch, 11. November 2015

[MINI-REZENSION] "Auf eine wie dich habe ich lange gewartet"

Cover
Patrycja  Spychalski - Auf eine wie dich habe ich lange gewartet
Quelle: Random House
Die Autorin
Patrycja Spychalski, in Polen geboren, in Berlin aufgewachsen, arbeitet mit Kindern und Jugendlichen, schreibt Bücher, hört gerne laute Musik und träumt davon mal in San Francisco zu leben.

*Produktinformation*
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: cbt (13. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570309738
ISBN-13: 978-3570309735
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Größe und/oder Gewicht: 12,5 x 3,5 x 18,5 cm

Leseprobe
Quelle: bic-media.com  *lies mich*
  

Die Geschichte...
Laura ist alles andere begeistert, als ihr Vater einen neuen Job annimmt und die gesamte Familie deshalb von der Großstadt aufs Land ziehen und Laura all ihre Freunde zurücklassen muss. Doch ganz so schlimm wird es dann gar nicht, denn ihr neues Zimmer ist schön groß, die Gegend schön und ihre neuen Bekanntschaften sind ganz nett. Da wäre der Halbitaliener Enzo, den Laura im Baumarkt kennenlernt und die hübsche Irina, die sich gleich am ersten Schultag mit ihr anfreundet. Laura freundet sich mit ihren beiden Mitschülern an und weiß nicht, wen sie lieber mag: Irina oder Enzo, denn bei beiden verspürt sie ein Kribbeln und Schmetterlinge im Bauch...  

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Aufgrund des hübschen Covers und des vielversprechenden Klapptextes hat mich "Auf eine wie dich habe ich lange gewartet" angesprochen.

Reihe: Nein, ein Einzelbuch

Handlungsschauplatz: Der Schauplatz wurde in eine deutsche Kleinstadt verlegt und beschreibt das Leben auf dem Land sehr anschaulich und lebendig.
 
Handlungsdauer: Die Story beginnt Mitte ein paar Wochen vor den Schulferien und dauert mehrere Wochen.

Hauptperson: Laura ist 16 und zieht mit ihren Eltern in eine ländliche Gegend, was die Großstadtpflanze zunächst gar nicht freut. Doch ihre Eltern sind in der neuen Umgebung sehr glücklich und Lauras bekommt ein großes Zimmer, das sie selbst gestalten darf. Außerdem träumt ihre Mutter von Hühnern im Garten und einem beschaulichen Leben, was der Teenager gar nicht verstehen kann. Doch als sie dem gutaussehenden Enzo auf der Suche nach einer passenden Zimmerpflanze im Baumarkt und der toughen Irina auf dem Schul-WC begegnet, nimmt Lauras Leben eine unerwartete Wendung...

Laura ist eine durchwegs sympathische Protagonistin, deren oftmals zickige und kindische Art teilweise recht auf die Nerven geht. Dadurch konnte ich mich nicht immer in die Hauptperson einfühlen bzw. nicht alle ihrer Aussagen und Handlungen nachvollziehen.

Nebenfiguren: Eine große Rolle spielen Lauras neue Freunde Enzo (der süße Halb-Italiener ist der Neffe des Pizzeria-Besitzers, jobbt im Baumarkt, bemüht sich sehr um Lauras Aufmerksamkeit und ist mein Lieblings-Nebencharakter) und Irina (das hübsche Mädchen wirkt manchmal recht besitzergreifend und kommt für mich nicht wirklich sympathisch rüber) sowie ihre Eltern (ihre Mutter arbeitet freiberuflich, ist weltoffen und wankelmütig. Ihr Vater ist stets vielbeschäftigt, arbeitet in der IT-Branche und hat einen neuen Job bekommen), ihre beste Freundin Marlene, die in Berlin wohnt und diverse Mitschüler, die sich gut in die Handlung einfügen, obwohl mir manche Figuren zu glatt und blass geraten sind.

Romanidee: Interessante Idee mit solider Umsetzung. Nach dem Buchtitel hatte ich eigentlich ein Buch über eine lesbische erste Liebe erwartet, aber irgendwie entwickelt sich die Geschichte anders als gedacht und gewünscht...

Erzählperspektive: Ich-Erzählerin Laura schildert die turbulenten Geschehnisse aus ihrer Warte und lässt uns dabei an ihrem Gefühls-Wirrwarr teilhaben.

Handlung: "Auf eine wie dich habe ich lange gewartet" birgt eine nette Geschichte über die erste Liebe & verwirrende Gefühle, die für meinen Geschmack allerdings ein wenig zu dramatisch, etwas klischeehaft und stellenweise vorhersehbar geraten ist. Die Handlung beginnt vielversprechend,  konnte mich leider nur mittelmäßig begeistern und hat mich durch das ganze Hin und Her stellenweise regelrecht genervt.

Schreibstil & Co:  Abgerundet wird die Sommergeschichte mit einer emotionsgeladenen Schreibweise und einer, der jugendlichen Zielgruppe angepassten Sprache.
 
FAZIT:
Leider hat "Auf eine wie dich habe ich lange gewartet" meine Erwartungen an ein tiefgründiges Jugendbuch über Homosexualität nicht erfüllt und hat mich auch nicht wirklich erreicht. Die Grundidee finde ich zwar sehr interessant, doch die Umsetzung konnte mich nicht wirklich überzeugen und auch das Herumgezicke der Hauptperson muss man nicht haben. Dieser Roman von Patrycja Spychalski ist leider nicht mein Fall und bekommt deshalb mittelmäßige 2 1/2 (von 5) Punkte.


Mittwoch, 26. August 2015

[MINI-REZENSION] "Das Institut der letzten Wünsche"

Cover
Quelle: Droemer Knaur
Die Autorin
Antonia Michaelis, 1979 geboren, begann bereits als Kind zu schreiben. Sie ist eine renommierte Autorin von zahlreichen Büchern und Theaterstücken für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Ihr Roman „Der Märchenerzähler“ wurde für den Deutschen Jugendbuchpreis und den Buxtehuder Bullen 2012 nominiert. Antonia Michaelis lebt mit ihrer Familie in einem Dorf nahe der Insel Usedom.

*Produktinformation*

Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
Verlag: Knaur HC (1. April 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426653656 / ISBN-13: 978-3426653654
Größe und/oder Gewicht: 14,6 x 4 x 21,8 cm


Leseprobe
Quelle: bic-media.com  *lies mich*
 
 
Die Geschichte...
Mathilda hat einen nicht ganz alltäglichen Arbeitgeber: Sie arbeitet für das "Institut der letzten Wünsche", das todkranken Menschen ihren letzten Herzenswunsch erfüllt - sei es ein Ausritt auf einem Pferd, Weihnachten im Hochsommer zu feiern, einen Spieleabend mit Studenten zu erleben oder Maria Callas noch einmal singen zu hören. Nichts scheint für Mathilda und ihre Chefin Ingeborg, eine ehemalige Oberärztin in der Onkologie, unmöglich zu sein. Es gibt nur 2 Regeln: Die Klienten müssen voraussichtlich innerhalb der nächsten 6 Monate versterben und die Institut-Mitarbeiterinnen dürfen sich nie in ihre Kunden verlieben. Doch genau das passiert Mathilda, als sie Birger trifft. Birger möchte unbedingt vor seinem Tod noch einmal seine frühere Freundin und ihr gemeinsames Kind sehen - und Mathilda verliebt sich Hals über Kopf in den hageren Rechtsanwalt...

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund:  Wegen des vielversprechenden Klappentextes und des hübschen Covers wollte ich "Das Institut der letzten Wünsche" unbedingt lesen, da mich bereits "Der Märchenerzähler" begeistert hat.

Reihe: Nein, Einzelbuch

Handlungsschauplatz: Der Schauplatz wurde nach Berlin verlegt.

Handlungsdauer: Die Handlung beginnt im März und umfasst mehrere Monate.

Hauptpersonen: Mathilda  Nielsen ist 25 Jahre jung, Single und idealistisch veranlagt, weshalb sie im Berliner "Institut der letzten Wünsche" den richtigen Job gefunden hat. Dort erfüllt sie sterbenden Menschen ihren letzten Wunsch und scheint er auch noch so groß. Der 40-jährige Jurist Birger Raavenstein ist unheilbar krank und wünscht sich sehnlichst, seine frühere Freundin Doreen Taubenfänger und ihr gemeinsames Kind zu sehen. Mathilda ist auf Anhieb von Birger fasziniert und entwickelt Gefühle für den älteren Mann, die nicht sein dürfen... Mit Mathilda und Birger hat die Autorin interessante und authentische Protagonisten mit einigen Macken, Ecken und Kanten geschaffen, deren Handlungen und Taten (für mich) nicht immer ganz nachvollziehbar sind.

Nebenfiguren: Die mitwirkenden Nebencharaktere wie Ingeborg Wehser (die Institut-Gründerin hat früher als Ärztin in der Onkologie gearbeitet und mit den letzten Wünschen eine Marktlücke gefunden), der geheimnisvolle Junge mit den blauen Haaren und der Gitarre sowie diverse Kunden wie Jakob Mirusch (der pensionierte Uhrmacher wünscht sich einen Spieleabend in einer Studenten-WG), Herr Schmidt (der früher beim Radio gearbeitet hat und noch einmal eine Radiosendung moderieren möchte) und Ewa Kovalska (die alte Dame möchte noch einmal die Callas singen hören) sind reizvolle Persönlichkeiten, die sich trotz ihrer Vielzahl gut in die Handlung einfügen.

Romanidee: Originelle Romanidee, hier geht es um todkranke Menschen, deren letzter Wunsch erfüllt werden soll, damit sie glücklich sterben können.

Erzählperspektive: Die temporeichen Geschehnisse werden aus der Sicht von Mathilda (in der 3. Person) erzählt, die uns an ihrer Gefühls- und Gedankenwelt teilhaben lässt. Doch ich muss gestehen, dass der Funke nicht übergesprungen ist und mich Mathildas Erzählung nicht überzeugen konnten.

Handlung: "Das Institut der letzten Wünsche" birgt eine interessante, aber auch langatmige und spezielle Story rund um die Erfüllung letzter Herzenswünsche mit allerlei Überraschungen, Wirrungen und einigen amüsanten, aber auch vielen traurigen und ernsten Passagen. Der Plot enthält allerdings auch viele Längen und sehr ausschweifende Schilderungen, die den Lesefluss häufig bremsen und die Lust auf den knapp 500 Seiten starken Roman nehmen.

Schreibstil & Co:  Abgerundet wird dieser Roman durch die ausdrucksstarke Schreibweise und die malerischen Beschreibungen, die mir fast am besten gefallen haben.

FAZIT:
"Das Institut der letzten Wünsche" erzählt eine reizvolle Geschichte über ein ernstes Thema, das zum Nachdenken anregt, mich aber leider nicht ganz erreicht hat. Der neueste Roman von Antonia Michaelis ist teilweise eine recht zähe Angelegenheit und trifft nicht meinen Lesegeschmack und hat mich auch nicht zu Tränen gerührt. Deshalb gibt es von mir solide 2 1/2 (von 5) Punkte.



Montag, 10. August 2015

[MINI-REZENSION] "Weil wir uns lieben" (Band 3)

Cover
Quelle: dtv
Die Autorin
Colleen Hoover lebt mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in Texas. Ihren Erstling ›Weil ich Layken liebe‹ veröffentlichte sie zunächst als E-Book und stand damit sofort auf der New York Times-Bestsellerliste. Mittlerweile hat sie weitere Romane geschrieben, die allesamt eine große Fangemeinde haben und zu internationalen Bestsellern wurden.

Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (24. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423716401 / ISBN-13: 978-3423716406
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 16 Jahre
Originaltitel: This Girl
Größe und/oder Gewicht: 13,4 x 3 x 19 cm

Leseprobe
Quelle: bic-media.com  *lies mich*


Die Geschichte...
Layken und Will sind inzwischen frisch verheiratet und befinden sich in den Flitterwochen. In ihrem Hotelzimmer erzählt Will seiner Angetrauten alles über sich, was er empfunden hat, als er Layken vor knapp 2 Jahren zum ersten Mal gesehen hat und wie er sich in sie verliebt hat...

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Nach "Weil ich Layken liebe" und "Weil ich Will liebe" wollte ich unbedingt wissen, wie es mit Layken und Will weitergeht. Zum Glück ist das Buch nur geliehen.

Reihe: 3.  und letzter Band der Layken & Will/Slammed-Trilogie

Handlungsschauplatz: Der Schauplatz wurde in die Stadt Ypsilanti im US-Bundesstaat Michigan verlegt.


Handlungsdauer: Die Story beginnt, nachdem Will und Lake 1 Tag verheiratet sind, spielt sich genau diesen Tag ab und endet mit dem Epilog 3 Jahre später.

Hauptpersonen: Mittlerweile sind die 20-jährige Layken "Lake" und der 23-jährige Will ganz frisch verheiratet und Mr. und Mrs. Cooper. Für Will ist Lake seit ihrem Kennenlernen die schönste und tollste Frau der ganzen Welt und das hat sich trotz aller Schwierigkeiten auch nicht verändert. Da ihre Eltern tot sind, kümmern sie sich um ihre Brüder Kel und Caulder, die beste Freunde sind und leben gemeinsam in Ypsilanti... Die Protagonisten Layken und Will sind sympathische, facettenreiche Charaktere mit Ecken & Kanten, die man einfach mögen muss.
 
Nebenfiguren: Bekannte Personen wie Laykens Bruder Kel und der gleichaltrige Caulder (Wills kleiner Bruder) sowie Laykens beste Freundin Eddie und ihr Freund Gavin sind reizvolle Persönlichkeiten.

Romanidee: Nach den beiden großartigen Vorgängern weiß ich nicht, was der Autorin hier eingefallen ist. Sind Colleen Hoover die Ideen ausgegangen - ich hoffe nur, dass sie das Ganze nicht bei Sky & Holder nicht wiederholt, sonst hat die Autorin einen Fan weniger...

Erzählperspektive: Ich-Erzähler Will schildert die turbulenten Geschehnisse aus seiner Sicht und wechselt dabei zwischen Gegenwart (in Sequenzen, die mit "Honeymoon" betitelt werden, erfahren wir, was Will und Lake gerade erleben) und verschiedenen wichtigen Begebenheiten der letzten 2 Jahre.

Handlung: Ehrlich gesagt, bin ich zutiefst enttäuscht von "Weil wir uns lieben", denn der Trilogie-Abschluss ist nur eine Zusammenfassung der letzten beiden Bände "Weil ich Layken liebe" und "Weil ich Will liebe". Eigentlich hatte ich ein atemberaubendes und emotionales Finale erwartet, doch stattdessen bekommt das bekommt man die vergangenen Erlebnisse nochmals vorgesetzt. Trotz allem versteht Colleen Hoover ihr Handwerk und präsentiert in "Weil wir uns lieben" eine schöne Liebesgeschichte mit viel Gefühl, Romantik und einigen Sex-Szenen sowie einen zufriedenstellenden Epilog.

Schreibstil & Co:  Abgerundet wird die Geschichte von Layken und Will durch eine ausdrucksstarke Schreibweise und die angenehme Sprache.

FAZIT:
"Weil wir uns lieben" ist der letzte Band der Slammed-Trilogie, der meinen hohen Erwartungen leider gar nicht entsprochen hat. Eigentlich könnte man sich "Weil ich Layken liebe" bzw. "Weil ich Will liebe" sparen und nur das Finale "Weil wir uns lieben" lesen, denn dieser Liebesroman ist eigentlich eine gute Zusammenfassung der ersten beiden Bände und bietet wenig Neues (außer die Ausgangssituation und den Epilog). Da die Grundidee bzw. die Lovestory von Layken und Will dennoch bezaubernd, mitreißend und zauberhaft geraten ist, erhält der Trilogie-Abschluss von mir nur solide 2 1/2 (von 5) Punkte (ansonsten hätte ich noch einen Punkt abgezogen).
 

Dienstag, 7. Juli 2015

[MINI-REZENSION] "Die Kälte in dir" (Band 1)


Cover

Quelle: Egmont Lyx
Der Autor

Oliver Kern wurde 1968 in Esslingen am Neckar geboren. Er arbeitet in der Werbebranche als Art Director und Illustrator. 2007 erschien sein erster Roman.

Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Egmont LYX; Auflage: 1 (12. Dezember 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802592891
ISBN-13: 978-3802592898
Größe und/oder Gewicht: 12,3 x 3,8 x 18 cm


Leseprobe
Quelle: bic-media.com  *lies mich*
 



Die Geschichte...
Mitten im Hochsommer wird in einer abgeschiedenen Villa in Langenberg, einem kleinen Dorf in der Nähe von Stuttgart eine schrecklich zugerichtete Männerleiche gefunden, wobei das Opfer offensichtlich fettleibig war. Kriminaloberkommissarin Kristina Reitmeier erhält die Leitung dieses Falls und ausgerechnet jetzt  wird ihr wegen Raserei ihren Führerschein für 3 Monate entzogen, außerdem hat sie während der Urlaubszeit mit Personalmangel zu kämpfen. Deshalb wird ihr Daniel Wolf, ein suspendierter Kommissar-Anwärter, als Chauffeur zur Seite gestellt. Kurz darauf wird eine weitere Leiche aufgefunden und auch diese ist wieder stark übergewichtig. Haben es Kristina Reitmeier und ihr Team hier mit einem Serienmörder mit einer ungewöhnlichen Opferauswahl zu tun?

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Da ich gern Thriller lese, hat mich "Die Kälte in dir" angesprochen.

Reihe: 1. Band der Kristina Reitmeier / Daniel Wolf-Reihe

Handlungsschauplätze: Der Schauplatz wurde nach Stuttgart und Umgebung (wie z.B. Waiblingen und Langenberg) verlegt und man kann sich wegen der bildhaften Beschreibungen gut vorstellen, wie die Menschen in Deutschland unter der Hitzewelle leiden (ist gerade sehr aktuell, da das Thermometer auch in 38°C anzeigt).

Handlungsdauer: Die Story beginnt nach dem Prolog Anfang Juli und dauert ungefähr 6 Wochen.

Hauptpersonen: Kristina Reitmeier ist Mitte 30 und arbeitet bei der Mordkommission Waiblingen als Oberkommissarin und ist die vorläufige Leiterin der Abteilung K1. "Dank" ihrer forschen Art kommt die Ermittlerin, die wegen notorischen Schnellfahrens ihren Führerschein für 3 Monate abgeben muss, eckt Kristina häufig  an und kommt nicht mit allen Kollegen gut aus. Wegen ihrer roten Haaren und grünen Augen nennt sie Daniel Wolf, der Mitte 20 ist und als ihr Fahrer abgestellt wurde, im geheimen "die rote Zora". Der attraktive Kommissar-Anwärter mit den dunklen Haaren wurde beurlaubt und studiert nebenbei an der Polizeiakademie Psychologie und Soziologie. Und obwohl Daniel nur Kristinas Chauffeur auf Zeit ist, kann er nicht anders und muss sich in die Ermittlungen einmischen... Kristina und Daniel sind durchaus reizvolle Hauptpersonen mit Potential, die leider etwas farblos wirken und denen es auch ein wenig an Tiefe fehlt. Weiters konnte ich mich nicht immer mit ihren Handlungen und Taten identifizieren. 

Nebenfiguren: Hier finden Unmengen Nebencharaktere wie diverse Verdächtige, Zeugen, Polizisten und Kriminaltechniker Verwendung, was mir persönlich nicht so gut gefällt.

Romanidee: Die Grundidee mit den übergewichtigen Opfern ist interessant, wurde allerdings recht holprig umgesetzt.

Genre: "Die Kälte in dir" fällt für mich eher unter das Genre Kriminalroman als Thriller, da es hier an permanenter Hochspannung und Nervenkitzel fehlt, was für mich einen Thriller ausmacht.

Erzählperspektiven: Neben den Haupterzählern Kristina und Daniel schildern auch andere Figuren (alle in der 3. Person) die rasanten Geschehnisse aus ihrem jeweiligen Blickwinkel.

Handlung: "Die Kälte in dir" birgt einen interessanten Kriminalfall, der mit verschiedenen Erzählperspektiven & miteinander verwebenden Handlungssträngen, einigen Irrwegen und Wirrungen aufwartet. Die Story ist stellenweise sehr langatmig, leicht vorhersehbar und wird mit zunehmender Seitenanzahl immer verworrener und abstruser, außerdem kommt das Ende ein wenig abrupt daher. Leider enthält dieser Reihenauftakt auch einige Längen bzw. ausgeschmückte Beschreibungen und die Auflösung wirkt an den Haaren herbeigezogen.

Schreibstil & Co:  Abgerundet wird der Plot durch einen ausschweifenden Schreibstil gepaart mit vielen Emotionen und einigen blutigen Szenen. Abschließend muss ich gestehen, dass es für meinen Geschmack "bessere" Spannungsliteratur gibt, aber vielleicht habe ich einfach auch schon zu viele Thriller gelesen und bin einfach nur sehr anspruchsvoll?

FAZIT:
"Die Kälte in dir" heißt der Auftakt rund um die ungleichen Ermittler Kristina Reitmeier  und Daniel Wolf, der mich bedauerlicherweise nicht für sich gewinnen konnte. Wegen den blassen Hauptpersonen, den unzähligen Nebenfiguren, der unausgegorenen Geschichte und den detaillierten Schilderungen kann ich leider nicht mehr als solide 2 1/2 (von 5) Punkte vergeben.
 
 


Sonntag, 22. Februar 2015

[MINI-REZENSION] "In guten wie in toten Tagen"


Cover
Quelle: script5.de
Die Autorin
Gina Mayer wurde 1965 in Ellwangen geboren. Nach der Schulzeit in Schwäbisch Hall zog sie für ein Jahr nach Neapel. Anschließend studierte sie Grafik-Design und arbeitete als Werbetexterin. Durch den Umzug ihrer Familie in die Friederike-Fliedner-Straße in Düsseldorf begann sie sich für Straßennamen zu interessieren und schrieb mit Die Protestantin ihr vielbeachtetes Debut, einen historischen Roman über Theodor und Friederike Fliedner.
 
Broschiert: 360 Seiten
Verlag: script5; Auflage: 1 (16. September 2013) / Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3839001641 / ISBN-13: 978-3839001646
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: 
Hen Night
Größe und/oder Gewicht: 13,9 x 3,8 x 21,6 cm

Leseprobe
Quelle: script5.de  *lies mich*



Die Geschichte...
Clara organisiert den perfekten Junggesellinnenabschied für ihre ältere Schwester Helena, die bald ihren Verlobten Tom heiratet. Da Helenas beste Freundin Isy derzeit in Amerika lebt, kommt Clara die Idee, den Abend als Hen Night bzw. Hennenabend mit witzigen T-Shirts, Eierlikör und allerlei lustigen Spielen zu gestalten. Clara, die schöne Helena und ihre Freundinnen ziehen durch die Clubs der Stadt und gönnen sich neben reichlich Alkohol zum krönenden Abschluss ein paar Pillen. Doch das böse Erwachen folgt am nächsten Morgen, denn der Bräutigam wurde ermordet und keine der jungen Frauen kann sich daran erinnern, was in der vergangenen Nacht wirklich geschehen ist. Und Helena gerät unter Mordverdacht...

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Da mich der Klappentext angesprochen hat, wollte ich "In guten wie in toten Tagen" unbedingt lesen.

Reihe: Nein, Einzelbuch

Handlungsschauplatz: Als Schauplatz dient die deutsche Stadt Geldern.

Handlungsdauer: Die Story dauert mehrere Tage.

Hauptpersonen:  Clara Fliedner ist 19 Jahre jung, Single, ein wenig schüchtern, macht eine Ausbildung zur Landschaftsgärtnerin und sieht eher unscheinbar aus. Ihre 22-jährige Schwester Helena Fliedner ist das komplette Gegenteil von Clara und mit einem wundervollen Aussehen (groß, schlank und blond) und einem selbstbewussten Auftreten gesegnet. Helena studiert in Münster Sport und Englisch, ist mit dem attraktiven Gymnasiallehrer Tom Schenker verlobt und wird ihn bald heiraten. Doch dann wird Tom in seiner Wohnung tot aufgefunden... Clara und Helena sind zwar nicht direkt unsympathisch, aber Helena ist sehr bestimmend und etwas egoistisch, während sich ihre Schwester manchmal wie ein 13-jähriger Teenager benimmt. Außerdem konnte ich oftmals ihre Handlungen und Taten nicht (ganz) nachvollziehen.

Nebenfiguren: Clara und Helenas geschiedene Eltern Annegret und Volker, Helenas Verlobter Tom Schenker (der attraktive Lehrer ist der Liebling aller Schülerinnen und auch Vertrauenslehrer), ihre Freundinnen (die früher alle gemeinsam Hip-Hop getanzt haben) Isy (heißt eigentlich Isabella von der Stein, ist Helenas allerbeste Freundin seit Schultagen und lebt derzeit in den USA), Ronja (die junge Frau mit den dunkelroten Locken ist magersüchtig und studiert in Krefeld), May (sie ist sehr attraktiv, selbstbewusst und gehässig), Jacky (hat keinen Job und ist alleinerziehende Mutter der kleinen Tessie) und Viola (studiert Musik und lebt mit ihrem langjährigen Freund Ben zusammen) sowie Claras Kollege Vitali wirken ein wenig blass und eindimensional. Außerdem kommen für meinen Geschmack zu viele Nebencharaktere zum Einsatz.

Romanidee: Reizvolle Idee (eine junge Frau will die Unschuld ihrer Schwester beweisen, die unter Mordverdacht steht) mit mittelmäßiger Umsetzung.

Genre: Ein Thriller ist "In guten wie in toten Tagen" für meinen Geschmack nicht, dafür fehlt mir die Hochspannung und das Herzrasen. Würde diese Story von Gina Mayer eher als Jugendthriller sehen.

Erzählperspektive: Die turbulenten Geschehnisse werden aus der Sicht von Clara (in der 3. Person) geschildert, die uns an ihren Gedanken und Gefühlen hautnah teilhaben lässt.

Handlung: "In guten wie in toten Tagen" birgt eine interessante Ausgangssituation mit einigen spannenden Momenten und einer gelungenen Auflösung, wobei das Potential nicht ganz ausgeschöpft wurde. Leider verliert sich die Story manchmal zu sehr in Nebensächlichkeiten und allzu ausgeschmückten und langatmigen Beschreibungen, was mir persönlich nicht so zusagt.

Schreibstil & Co:  Abgerundet wird der Plot mit einer emotionsgeladenen Schreibweise mit einem Hang zur Detailverliebtheit sowie einer angenehmen Sprache.

FAZIT:
"In guten wie in toten Tagen" ist mein erstes und wahrscheinlich auch mein letztes Buch von Gina Mayer, da mich dieser sogenannte Thriller leider nicht überzeugt hat bzw. mir hier die Hochspannung und der Nervenkitzel, die ich von einem Thriller einfach erwarte. Wegen diverser Mankos, die mich teilweise sehr gestört haben, erhält Claras Suche nach der Wahrheit von mir  solide 2 1/2 (von 5) Punkte.


Donnerstag, 1. Januar 2015

[MINI-REZENSION] "Die Lavendelschlacht"

Cover
Die Lavendelschlacht
Quelle: Edel
Die Autorin
Michaela Thewes, geboren 1972, ist gelernte Verlagsbuchhändlerin und lebt bei Düsseldorf. Nach verschiedenen Tätigkeiten in der Verlags- und Werbebranche ist sie seit mehreren Jahren selbständig. Sie arbeitet als freie Werbetexterin und Autorin sowie als Kolumnistin für eine Frauenzeitschrift.
 
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 426 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 232 Seiten
Verlag: Edel:eBooks (12. Juli 2013)

Sprache: Deutsch
ASIN: B00DTCHLP8

Leseprobe
Quelle: michaela-thewes.de  *lies mich*



Die Geschichte...
Als Annette ihrem langjährigen Freund Thomas einen Heiratsantrag macht, lehnt er dankend ab und sie ihn kurz darauf mit einer attraktiven Frau in trauter Zweisamkeit sieht, ist Schluss mit lustig! Thomas gesteht Annette seine Affäre mit Valerie, doch aus der gemeinsamen Wohnung will er allerdings nicht ausziehen. Und so beginnt ein Krieg zwischen Annette und Thomas (da Annette keine Rosen mag, nennt sie die Fehde kurzerhand "Lavendelschlacht"), der sich gewaschen hat...

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Da ich gerne Rache-Bücher lese, ist mir "Die Lavendelschlacht" ins Auge gesprungen.

Reihe: Nein, Einzelbuch

Handlungsschauplatz: Düsseldorf, Deutschland

Handlungsdauer: Die Handlungsdauer umspannt mehrere Monate.

Hauptperson: Annette Köster ist mit ihrem Aussehen meist unzufrieden, lebt in Düsseldorf und arbeitet als Journalistin beim Stadtmagazin "Diabolo". Mit ihren 32 Jahren träumt Annette von einer großen Hochzeit, doch als ihr Freund Thomas ihren Heiratsantrag ablehnt und eine Affäre gesteht, platzen ihre Hoffnungen... Annette ist zwar eine interessante Protagonistin mit einigen Macken und Kanten, die es nicht ganz geschafft hat, mich zu überzeugen und ein wenig farblos bleibt.

Nebenfiguren: Die mitwirkenden Charaktere wie Thomas Vogel (der Architekt ist seit 6 Jahren mit Annette zusammen und bekommt Panik, als ihm seine Freundin einen Heiratsantrag macht), sein Bruder Kai Vogel, Annettes beste Freundin Mona (die talentierte Fotografin hofft auf einen baldigen Durchbruch und steht Annette mit Rat und Tat zur Seite), ihr attraktiver Kollege Josch und Chef Bernd sind reizvolle, teilweise leicht blass wirkende Figuren.

Romanidee: Nicht ganz neue Grundidee mit holpriger Umsetzung und ohne neue Ideen.


Erzählperspektive: Die turbulenten Geschehnisse werden aus der Sicht von Ich-Erzählerin Annette geschildert, die uns an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben lässt. Leider konnten mich die Handlungen und Taten der Hauptperson nicht immer überzeugen.

Handlung: Kurzweilige Geschichte vollgepackt mit Rachegelüsten, Stolpersteinen & Wirrungen, die häufig recht vorhersehbar und klischeehaft gestaltet wurden. Die Story beginnt vielversprechend, schwächelt zwischendurch oftmals und birgt auch etliche Längen sowie allzu ausgeschmückte Schilderungen, wodurch der Lesefluss ins Stocken gerät.

Schreibstil & Co:  Dieser Roman wird durch die locker-leichte Schreibweise, die angenehme Sprache und ein paar unterhaltsamen Dialogen vervollständigt.

FAZIT:
"Die Lavendelschlacht" erzählt die Geschichte von Annette, die sich an ihrem treuelosen Freund rächt. Dieser Roman von Michaela Thewes ist zwar eine nette Lektüre für zwischendurch, wird mir allerdings nicht lange im Gedächtnis bleiben, da es auf diesem Sektor weit "bessere" Bücher wie z.B. "Was sich liebt, das rächt sich nicht" gibt. Da die Story leider nicht wirklich meinen Geschmack getroffen hat, erhält "Die Lavendelschlacht" von mir 2 1/2 (von 5) Punkte.