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Dienstag, 5. November 2013

[MINI-REZENSION] "Teufelsbande" (Band 14)

Cover
Quelle: Droemer-Knaur
Der Autor
Andreas Franz’ große Leidenschaft war von jeher das Schreiben. Bereits mit seinem ersten Erfolgsroman JUNG, BLOND, TOT gelang es ihm, unzählige Krimileser in seinen Bann zu ziehen. Seitdem folgte Bestseller auf Bestseller, die ihn zu Deutschlands erfolgreichstem Krimiautor machten. Andreas Franz starb im März 2011. Nach dem frühen Tod von Andreas Franz erhielt der begeistere Krimileser und Franz-Fan Daniel Holbe die Chance das Erbe des großen Kriminalisten anzutreten. Mit viel Gespür, mit genauer Ortskenntnis und mit großem Erfolg. TODESMELODIE und TÖDLICHER ABSTURZ wurden auf Anhieb Bestseller. Denn Daniel Holbe trifft genau den Franz-Sound und versteht es doch den Figuren seine eigene, persönliche Note zu geben. In TEUFELSBANDE treffen die legendären Ermittler Julia Durant und Peter Brandt nach Jahren wieder aufeinander.

*Produktinformation*
Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: Knaur TB (2. September 2013) / Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426513579 / ISBN-13: 978-3426513576
Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,6 x 3 cm


Leseprobe
Quelle: bic-media.com  *lies mich*



Alle, die diese Serie noch lesen möchten und die Vorgängerbände nicht kennen, sollten an dieser Stelle lieber nicht weiter lesen!

Die Geschichte...
An einem Sonntagmorgen treffen sich die Frankfurter Kriminalhauptkommissarin Julia Durant und ihr Offenbacher Kollege Peter Brandt an einem Tatort. Auf der Kaiserleibrücke wird ein ausgebranntes Motorrad mit einem darauf angeketteten und verbrannten Mann gefunden. Die Spur führt zu einer berüchtigten Biker-Gang, doch die Mitglieder schweigen beharrlich. Ist der Tote Opfer eines Bandenkrieges geworden?

Meine kurze Meinung:

Kauf-/Lesegrund: Bin seit langem ein großer Fan dieser Krimireihe.

Reihe: 14. Band der Julia Durant-Reihe, beginnt ca. 9 Monate nach Ende des Vorgängerbands "Tödlicher Absturz" an.

Handlungsschauplatz: Frankfurt am Main & Offenbach am Main, reichlich Lokalkolorit vorhanden

Handlungsdauer: Nach dem Prolog beginnt die Story am Samstag, 22. September 2012, dauert bis darauffolgenden Freitag, um mit dem Epilog im November 2013 (Julia Durants 50. Geburtstag) zu enden.

Hauptpersonen: Julia Durant, 49, Singlefrau mit ungesundem Lebenswandel (zu viel Salamibrote, zu wenig Schlaf). Die Frankfurter Kriminalhauptkommissarin ermittelt seit 18 Jahren gemeinsam mit ihrem Partner Frank Helmer (der hat mit dem Rauchen aufgehört und ist noch immer mit seiner reichen Frau Nadine verheiratet) für die Frankfurter Mordkommission. Und auch der abgeklärte Offenbacher Kriminalhauptkommissar Peter Brandt ist diesmal mit von der Partie. Der Vater zweier erwachsener, studierender Töchter ist mit der attraktiven, ehrgeizigen Staatsanwältin Elvira Klein liiert. Während ich die Entwicklung der Hauptpersonen in Band 13 nicht mochte (Julia war launisch und zickig, Frank recht farblos), sind die Protagonisten hier wieder lebendiger und interessanter gestaltet - zum Glück. Toll finde ich auch die Zusammenarbeit von Julia Durant und Peter Brandt.

Nebenfiguren: Alte Bekannte wie KK11-Chef Berger, Durants Kollegen Peter Kullmer, Doris Seidel, Sabine Kaufmann und Rechtsmedizinerin Andrea Sievers fügen sich gut in die Handlung ein. Allerdings finden hier sehr viele Nebencharaktere Verwendung, was mir nicht so gut gefällt.

Romanidee: Die Ermittlungen führen ins Biker-Milieu, außerdem ermitteln Julia Durant und Peter Brandt wieder (nach Band 10 "Todeskreuz") gemeinsam. Diese Romanidee könnte gut von Andreas Franz stammen.

Erzählperspektiven: Neben Haupterzählerin Julia Durant schildern auch andere Figuren die ereignisreichen Begebenheiten aus ihrer jeweiligen Warte (in der 3. Person). Die Hauptperson lässt uns auch an ihren Gefühlen und Gedanken teilhaben, denn der nahende 50. Geburtstag macht ihr, ebenso wie der grausame Mord, zu schaffen.

Handlung: Mittelmäßige Story mit einigen Irrwegen & falschen Fährten, unzähligen Handlungssträngen und Erzählperspektiven sowie mit etlichen Längen und allzu detaillierten Schilderungen garniert. Ein weiteres Mal erinnert mich dieser Krimi an einen schlecht gemachten Fernsehkrimi, denn das Ermittlerteam tritt (wie bereits im Vorgänger) häufig auf der Stelle und die Spannung lässt deshalb oft zu wünschen übrig. Während sich die Handlung in die Länge zieht, wird das Ende schnell und lieblos abgehandelt. :( 

Schreibstil:  Die Schreibweise von Daniel Holbe nähert sich in "Teufelsbande" dem Original an und wäre da nicht die mangelnde Umsetzung, hätte der aktuelle Julia Durant-Krimi sicherlich besser abgeschnitten.

FAZIT:
Leider konnte mich "Teufelsbande" nicht überzeugen, obwohl der neuste Durant-Band trotz aller Schwächen ein unterhaltsamer Krimi ist, der mit einer interessanten Protagonistin und einer ausdrucksstarken Schreibweise punktet. Der 14. Band, in dem Julia Durant gemeinsam mit dem Offenbacher Kommissar Peter Brandt ermittelt, erhält von mir deshalb 3 (von 5) Punkte. 
 

Dienstag, 28. Dezember 2010

[REZENSION] "Teufelsleib" (Band 4)

Cover

Der Autor
Andreas Franz wurde 1954 in Quedlinburg geboren, arbeitete als Übersetzer für Englisch und Französisch und war jahrelang als Schlagzeuger tätig. Seine große Passion aber ist das Schreiben. Er ist der Autor der spannenden Reihe um Kommissarin Julia Durant und ihr Team. Andreas Franz ist verheiratet und hat fünf Kinder.

Produktinformation
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Taschenbuch: 560 Seiten
Verlag: Knaur TB (10. November 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426639432
ISBN-13: 978-3426639436
Originaltitel: Teufelsleib
Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,6 x 3,4 cm

Leseprobe
Quelle: media.libri.de  *wer mag probelesen*


Die Geschichte...
Quelle: Amazon
Kommissar Peter Brandt ist gerade aus einem Kurzurlaub mit seiner Freundin, der Staatsanwältin Elvira Klein, zurück, als er mit einem besonders seltsamen Mordfall konfrontiert wird. Am Mainufer in Offenbach wird eine Hausfrau tot aufgefunden. Das Merkwürdige daran: In ihrer Hand hält sie einen Olivenzweig, und in ihrem Mund findet man eine Olive und eine Taubenfeder. Sehr schnell stößt der Kommissar auf das Geheimnis der Toten: Sie ging offenbar einem äußerst lukrativen Nebenerwerb nach, genau wie zwei weitere Frauen, die in den letzten zwölf Monaten ermordet wurden.

Meine Meinung:
Der neueste Fall für Peter Brandt beginnt am Montag, den 4. Januar 2010. 2 Jahre nach den Ereignissen in "Schrei der Nachtigall" sind Peter Brandt und Elvira Klein aus einem erholsamen Portugal-Urlaub zurückgekehrt, als der Alltag sie einholt. Der Hauptkommissar des Offenbacher K11 wird zu einem Tatort gerufen, wo die Leiche einer Hausfrau gefunden wird. Die Ermittlungen ergeben bald, dass die Tote als Edelprostituierte gearbeitet und ein Doppelleben geführt hat. Hauptkommissar Brandt fragt sich, ob es Parallelen zu zwei unaufgeklärten Morden an jungen hübschen Frauen gibt und sucht fieberhaft nach Zusammenhängen...

Die Kapitel beginnen mit dem Wochentag und Datum, die Geschehnisse fangen am Montag, 4. Januar 2010 an und dauern bis zur Auflösung des Falls ca. 3 Wochen. Handlungsschauplatz ist gewohnterweise Offenbach am Main. Peter Brandt ist inzwischen 48 Jahre und fast 2 1/2 Jahre mit der 12 Jahre jüngeren Staatsanwältin Elvira Klein zusammen. Der Altersunterschied macht dem Polizisten manchmal zu schaffen und dazu kommt, dass seine Töchter Michelle und Sarah mit 16 und 18 schon fast erwachsen sind und ihren Vater nicht mehr so oft wie früher brauchen. Und wäre das noch nicht genug, kommt es immer wieder zu Reibereien mit seiner Ex-Freundin, der Pathologin Andrea Sievers und seine Partnerin, Nicole Eberl, benimmt sich eigenartig und ist schon wochenlang krank geschrieben...

Die Charaktere, allen voran Peter Brandt, sind mir nach 4 Bänden bereits ans Herz gewachsen und machen mit jedem zunehmenden Band eine gute Weiterentwicklung (sei es privat oder beruflich) durch und sind sehr facettenreich und realistisch gestaltet. Erzählt wird die durchwegs spannende Geschichte größtenteils aus der Sicht von Peter Brandt, aber auch der Mörder und einige Nebenfiguren kommen zu Wort und schildern die Begebenheiten aus ihrer Perspektive.

Die Handlung startet interessant, doch zwischendurch gibt es etliche unnötige Längen und Szenen, was die Spannung immer wieder unterbricht. Was mich ein wenig stört, ist das Thema von "Teufelsleib". Auch diesmal greift der Autor auf die altbewährte und schon oft verwendete Thematik "Prostitution" und "Rache" zurück. Gibt es denn keine anderen Themen für einen fesselnden Krimi? Noch so ein Franz-Krimi, wo Korruption und Prostitution eine tragende Rolle spielen und ich werfe das Handtuch...

Der Schreibstil von Andreas Franz ist gewohnt flüssig und klar, wenn auch klischeebehaftet und ein wenig phantasielos. Dadurch hat auch der Lesefluss und die Spannung des 4. Brandt-Krimis etwas gelitten. Obwohl es noch einige offene Fragen gibt, auf die ich mir im nächsten Band eine Antwort erhoffe.

FAZIT:
Nicht der beste Krimi aus der Offenbach-Reihe mit dem Ermittler Peter Brandt. Ich kann nur hoffen, dass der nächste Durant-Krimi, der im Oktober 2011 erscheint, wieder so richtig fesseln kann. Mit einem Andreas Franz-Sympathiebonus & festem Augenzudrücken vergebe ich für "Teufelsleib" 4 (von 5) Punkte.



PS: Der 4. Band dieser Bücherserie deshalb, da ich "Das Todeskreuz" zur Julia Durant-Serie zähle.

Donnerstag, 16. September 2010

[REZENSION] "Das Todeskreuz" (Band 10)

Cover
Der Autor
Seine Homepage und die Hintergründe zu diesem Buch
Andreas Franz wurde 1954 in Quedlinburg geboren, arbeitete als Übersetzer für Englisch und Französisch und war jahrelang als Schlagzeuger tätig. Seine große Passion aber ist das Schreiben. Er ist der Autor der spannenden Reihe um Kommissarin Julia Durant und ihr Team. Andreas Franz ist verheiratet und hat fünf Kinder.

Produktinformation
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Broschiert: 528 Seiten
Verlag: Droemer/Knaur (1. Mai 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426634805 /
ISBN-13: 978-3426634806
Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 11,6 x 3,6 cm


Leseprobe
Quelle: Droemer Knaur  *hier gehts zur Leseprobe*

Alle, die diese Serie noch lesen möchten und die Vorgängerbände nicht kennen, sollten an dieser Stelle besser nicht weiter lesen!

Die Geschichte...
Die Anwältin Corinna Sittler wird tot in ihrem feudalen Haus aufgefunden. Brutal ermordet - mit einem Kreuz auf dem Rücken. KHK Julia Durant entdeckt einen Zettel im Mund der Toten, darauf steht "Confiteor - Mea Culpa" (Ich bekenne - meine Schuld) und fängt an, im Leben des Opfers nachzuforschen. Denn Corinna Sittler lebte sehr zurückgezogen und hatte das Haus in ihren letzten Lebensjahren nie verlassen. Als am Tag darauf der Richter Bernd Buchmann in Offenbach genauso getötet wird, kombiniert die Rechtsmedizinerin Andreas Sievers (die auch bei Corinna Sittler vor Ort war), dass beide Opfer vom gleichen Täter ermordet wurden. Und so muss Peter Brandt, der gegen Frankfurt und seine Bewohner eine Abneigung hegt, mit der Frankfurter K11 zusammenarbeiten. Und auch Staatsanwältin Elvira Klein arbeitet an diesen brisanten Fällen mit und wird sogar persönlich davon betroffen...
**Achtung SPOILER**
Denn auch Elviras Vater, ein erfolgreicher Anwalt, war in einen alten Fall mit explosivem Inhalt verwickelt. Und die Rache trifft alle, die mit dem Fall zu tun hatten...

Meine Meinung:
"Das Todeskreuz" beginnt am Sonntag, 23. April 2006 und endet am darauffolgenden Donnerstag.  Die Kapitel fangen wie immer mit Tag und Uhrzeit an. Handlungsorte sind diesmal abwechselnd die bekannten Schauplätze Frankfurt und Offenbach.
 
Inzwischen hat sich Julia Durant privat mit ihrem Leben arrangiert und sowohl ihrer Wohnung als auch ihr selbst eine Generalüberholung verpasst. Neues Outfit, neue Frisur und gesündere Lebensweise prägen nun das Leben der Kriminalhauptkommissarin. Auch beruflich ist bei der leitenden Ermittlerin des K11 alles beim Alten. Leider kann man dies von ihrem Partner Frank Hellmer nicht behaupten, der sich wegen seiner privaten Situation (außereheliche Affäre, Eheprobleme und eine gehör- und augenlichtlose Tochter Marie-Therese) dem Alkohol verschrieben hat und alle guten Ratschläge seiner Kollegen in den Wind schlägt. Bei dem Pärchen Peter Kullmer und Doris Seidel hat sich nicht viel geändert, denn sie sich sowohl beruflich als auch privat ein harmonisches Paar.

Von Peter Brandt erfahren wir diesmal (gegen seine Frankfurter Kollegen) relativ wenig. Sein Liebesleben mit Pathologin Andrea Sievers ist fast nicht-existent und die Teenagertöchter Sarah und Michelle tanzen dem Mittvierziger auf der Nase herum. Interessanterweise findet er während der Ermittlungen "Zugang" zu der forschen Staatsanwältin Elvira Klein (mehr will ich darüber nicht verraten).

Die Protagonisten haben uns nun schon über viele Bände hinweg begleitet und sind schon fast so was wie liebgewonnene Freunde. Über die Jahre und Fälle hinweg haben sie sich alle weiterentwickelt und sind immer wieder für Überraschungen gut.
Auch im aktuellen Band ist der Ausgleich zwischen Privatsphäre und Berufsleben wieder einwandfrei gelungen.

Thema des 10. Durant-Bandes ist diesmal Korruption und Machtmissbrauch. Denn im Laufe der Ermittlungen kommt heraus, dass Sittler und Buchmann früher ihre Stellung bei der Staatsanwaltschaft missbraucht und Korruption begangen haben - und die Puzzleteile setzen sich während der Recherchearbeit schön langsam zusammen...

Dieser Krimi orientiert sich an einer wahren Begebenheit, die der Autor gut recherchiert hat. Die Geschichte wird vorwiegend aus der Sicht von Julia Durant und Peter Brandt geschildert, doch auch andere Personen kommen zu Wort gestalten so die Handlung abwechslungsreich. Obwohl ich zugeben muss, dass die Story -für meinen Geschmack- doch etwas zu konstruiert dargestellt wurde. 

Der Schreibstil von Andreas Franz ist gewohnt spannend und der Krimi flüssig zu lesen, obwohl ich doch noch etwas zu bekriteln habe: Warum kommt in dem Krimi mindestens 50x das Wort "Tschüs" und 20x "Ciao" vor. Gibt es denn keine anderen Abschiedsfloskeln?

FAZIT:
Bis auf die kleinen Mankos hat mir "Das Todeskreuz" mit dem Ermittlerduo Durant/Brandt doch sehr gefallen - und ich bleibe dem Autor weiterhin treu. Packende 4 1/2 (von 5) Punkte.


Montag, 13. September 2010

[REZENSION] "Schrei der Nachtigall" (Band 3)

Cover
Der Autor
Andreas Franz wurde 1954 in Quedlinburg geboren. Er hat als Übersetzer für Englisch und Französisch gearbeitet und war jahrelang als Schlagzeuger tätig. Seine große Leidenschaft war aber von jeher das Schreiben. Und das zu Recht, wie u.a. sein Erfolgsroman "Jung, blond, tot" bezeugt. Seine Maxime:" Die Leser fesseln und trotzdem (vielleicht) zum Nachdenken anregen (aber nie den Zeigefinger erheben!)." Andreas Franz ist verheiratet und hat fünf Kinder. Seine Kriminalromane um Julia Durant und seine neue Reihe um die Staatsanwältin Elvira Klein und den Offenbacher Kommissar Peter Brandt sind große Erfolge.

Produktinformation
Link zu Amazon
Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Droemer/Knaur (1. Februar 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426632519
ISBN-13: 978-3426632512
Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 11,6 x 3,4 cm


Alle, die diese Serie noch lesen möchten und die Vorgängerbände nicht kennen, sollten an dieser Stelle besser nicht weiter lesen!

Die Geschichte...
Aus der Amazon.de-Redaktion
Allegra Wrotzeck ist eine Nachtigall. Zumindest wird die Abiturientin mit den schönen Augen von ihrer ganzen Umgebung so genannt. Allegra sieht nämlich nicht nur hinreißend aus, sondern hat auch noch eine bezaubernde Stimme. Sobald sie ihr Abi in der Tasche hat, will sie den Hof ihres Vaters verlassen, um Opernsängerin zu werden -- am liebsten mit Johannes, dem Sohn des Nachbarsbauern. Aber dann passiert das Unfassbare. Nach einem Besuch bei Freunden kommen Johannes und Allegra mit ihrem Ford KA von der Straße ab. Der Junge ist sofort tot, das willensstarke Mädchen vegetiert im Wachkoma vor sich hin: die Nachtigall kann nur noch stumm schreien. Wenig später stürzt auch noch Allegras Vater, ein dorfbekannter Säufer und Schläger, vom Heuschober. Vier Wochen nach dem vermeintlichen Unfall geht ein anonymer Anruf bei der Polizei ein. Eine Frauenstimme behauptet, der Landwirt Kurt Wrotzeck sei ermordet worden. Eine Routineuntersuchung, glaubt Kommissar Peter Brandt. Aber dann stößt er in ein wahres Wespennest aus möglichen Verdächtigen. Denn fast jeder in Wrotzecks Umgebung könnte ein Motiv für einen Mord gehabt haben...

Meine Meinung:
"Schrei der Nachtigall" beginnt mit dem Prolog am 16. April 2004 und dem Unfall von Allegra und Johannes. Die Geschichte selbst startet am 18. August 2004, wo das Ermittlerteam Peter Brandt und Nicole Eberl die Nachforschungen in dem beschaulichen Bruchköbel aufnehmen.

Doch die Dorfgemeinschaft in Bruchköbel scheint sich gegen die Offenbacher Polizisten verschworten zu haben und geben nur widerwillig Informationen preis.
Warum besucht der Uhrmacher und Chorleiter Marco Caffarelli Allegra jeden Tag im Krankenhaus? War der Verstorbene wirklich so ein Widerling und welches Motiv gäbe es für einen Mord an Wrotzeck? Diese Fragen beantworten sich natürlich im Laufe des Buches.

Der 3. Fall für Peter Brandt ist leider auch der schwächste Krimi aus dieser Reihe. Eigentlich beginnt die Handlung interessant, doch der Spannungsbogen baut sich langsam auf und die Spannung wird immer wieder unterbrochen. Seltsam eintönig zieht sich die Spurensuche nach Wrotzecks Mörder dahin und kann mit minimalen Überraschungseffekten aufwarten. Ist anfangs noch die sympathische Nicole Eberl mit von der Partie, ermittelt Kriminalhauptkommissar Brandt bald allein und fährt sehr oft zwischen Offenbach und Bruchköbel hin und her.

Sehr schade finde ich es, dass die Hauptfigur ein wenig auf der Strecke bleibt. Der Leser erfährt viel über die Ermittlungsarbeit, aber leider sehr wenig über sein Privatleben. Brandts Töchter Michelle und Sarah werden schön langsam flügge und kapseln sich immer mehr von ihrem Vater ab. Und auch die Beziehung zu Gerichtsmedizinerin Andrea Sievers liegt im Argen, denn Andrea entfernt sich immer weiter von ihrem über 13 Jahre älteren Freund.

Die Dorfidylle von Bruchköbel wiederum hat der Autor sehr gut beschrieben. Man meint zu sehen & fühlen, wie sehr es unter der Fassade der heilen Welt brodelt und die lang gehüteten Geheimnisse an die Oberfläche dringen wollen. Geschildert werden die Geschehnisse rund um die Wrotzecks aus der Sicht von Peter Brandt. Leider kann Andreas Franz mit dem Handlungsverlauf bei mir nicht punkten, da dieser doch sehr vorhersehbar und voller Klischees ist. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Buchidee keiner wahren Geschichte entspringt. *klick*

FAZIT:
Peter Brandts 3. Fall kann mit den Vorgängern bedauerlicherweise nicht mithalten und lässt mich auf "Das Todeskreuz" hoffen, wo er gemeinsam mit Julia Durant ermittelt. Wegen der sympathischen Protagonisten und einem Andreas Franz-Fan-Bonus vergebe ich hiermit 3 (von 5) Punkte.


Samstag, 28. August 2010

[REZENSION] "Mord auf Raten" (Band 2)

Cover
Der Autor: Andreas Franz’ große Leidenschaft war von jeher das Schreiben. Bereits mit seinem ersten Erfolgsroman "Jung, blond, tot" gelang es ihm, unzählige Krimileser in seinen Bann zu ziehen. Seitdem folgt Bestseller auf Bestseller, die ihn zu Deutschlands erfolgreichstem Krimiautor machten. Seinen ausgezeichneten Kontakten zu Polizei und anderen Dienststellen ist die große Authentizität seiner Kriminalromane zu verdanken. Andreas Franz ist verheiratet und hat fünf Kinder.
Produktinformation Link zu AmazonTaschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Droemer/Knaur; Auflage: Originalausgabe. (1. April 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426626004
ISBN-13: 978-3426626009
Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 11,4 x 3,2 cm
 

Die Geschichte...
Quelle: Amazon
Als der Arzt Jürgen Kaufung erstochen in seiner Praxis aufgefunden wird, hat seine Umgebung keine Erklärung für den Mord, denn Kaufung war allseits beliebt - vor allem bei den Frauen. Hauptkommissar Peter Brandt von der Offenbacher Kripo übernimmt die Ermittlungen und hat bald einen ersten Verdächtigen: Kaufungs bester Freund, der Galeriebesitzer Klaus Wedel. Doch Brandt kann ihm nichts beweisen. Da wird kurze Zeit später auch Klaus Wedel umgebracht. Besteht ein Zusammenhang zwischen den beiden Morden?


Meine Meinung:
Hauptkommissar Peter Brandt ermittelt in dem zweiten Band an dem Mord des Prominenten-Arztes und Frauenheldes Jürgen Kaufung. Anfangs fehlt jedes Motiv und als Klaus Wedel, ein Verdächtiger, ebenfalls ermordet wird, steht Peter Brandt wieder am Anfang... Irgendwie beschleicht mich der Verdacht, dass der Autor gern über die sogenannte "bessere Gesellschaft" schreibt und deren Geheimnisse aufdeckt, doch wenn des Rätsels Lösung so packend wie in "Mord auf Raten" rüberkommt, verzeihe ich Andreas Franz diesen "Fehltritt".  


Wie auch schon im Vorgänger "Tod eines Lehrers" verlässt sich der Offenbacher Hauptkommissar auch diesmal wieder auf seinen Instinkt  und versucht so, die Mordfälle an den prominenten Leichen zu lösen. Dabei hilft ihm seine Freundin, die Rechtsmedizinerin Andrea Sievers, die bereits in die Kleinfamilie Brandt integriert wurde.  Neben dem stressigen Berufsleben erfahren wir im zweiten Band wieder viel über das Privatleben des sympathischen Polizisten.

Die Charaktere mit all ihren Stärken, Schwächen und Marotten sind abermals gut ausgearbeitet und fügen sich harmonisch in die Geschichte ein. Und Staatsanwältin Elvira Klein kommt nicht mehr so streng und gefühlskalt rüber.  Die Geschichte weiß von Anfang an zu fesseln und diesmal gibt es keinerlei unnötigen Längen - sondern nur Spannung pur. Der Spannungsbogen wird vom ersten bis zum letzten Wort gehalten und die Handlung überrascht mit einigen interessanten Wendungen. 

Die Schreibweise darf als "typisch Andreas Franz" bezeichnet werden: fesselnd und interessant. Weiters gefällt mir die feinfühlige Umsetzung von brisanten bzw. heiklen Themen, die ständig in seinen Büchern vorkommen.


FAZIT:
Auch der zweite Fall für Peter Brand bietet (anfangs) kein erkennbares Motiv und somit Rätselraten, ansprechende Charaktere und durchgehendes Lesevergnügen. Volle 5 (von 5) Punkte!

[REZENSION] "Der Teufelspakt" = "Tod eines Lehrers" (Band 1)

Cover
Der Autor
Mehr über den Krimi auf der Homepage des Autors
Andreas Franz wurde 1954 in Quedlinburg geboren. Er hat als Übersetzer für Englisch und Französisch gearbeitet und war jahrelang als Schlagzeuger tätig. Seine große Leidenschaft war aber von jeher das Schreiben. Seine Maxime:„ Die Leser fesseln und trotzdem (vielleicht) zum Nachdenken anregen (aber nie den Zeigefinger erheben!).“ Andreas Franz ist verheiratet und hat fünf Kinder.

Produktinformation
Link zu Amazon
Taschenbuch: 362 Seiten
Verlag: Droemer/Knaur (1. April 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426625997
ISBN-13: 978-3426625996
Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 11,4 x 3,2 cm
 

 
Die Geschichte...
Während eines nächtlichen Spaziergangs wird Oberstudienrat Rudolf Schirner getötet und brutal verstümmelt. Niemand kann sich erklären, warum der allseits beliebte Lehrer ermordet wurde. Der Offenbacher Hauptkommissar Peter Brandt wird mit dem Fall betraut und macht sich daran, in dem Umfeld des toten Lehrers zu recherchieren. Und es stellt sich heraus, dass der treusorgende Ehemann und Familienvater ein dunkles Geheimnis hatte.
Was weiß sein Freund und Kollege Eberhard Teichmann? Und was genau geht an dem örtlichen Gymnasium vor sich?

Meine Meinung:
"Der Teufelspakt" in meiner Weltbild-Ausgabe heißt eigentlich "Tod eines Lehrers" und ist der Auftakt einer Krimiserie rund um den Hauptkommissar Peter Brandt und die neue Staatsanwältin Elvira Klein. Keine Ahnung, warum Weltbild hier den Buchtitel umgeändert hat?!?

Mit Peter Brandt schickt Andreas Franz einen neuen Ermittler in´s Rennen. Während Julia in Durant in Frankfurt brisante Fälle löst, ermittelt Peter Brandt in der hessischen Stadt Offenbach. Souverän erforscht Brandt das Leben des Toten und kommt schließlich einem schmutzigen Geheimnis auf die Spur und blickt hinter die Fassade... Auch Hauptkommissar Peter Brandt hört auf sein "Bauchgefühl" und handelt intiutiv. Doch anders als Durant ist Peter Brandt geschieden und alleinerziehender Vater von zwei Töchtern im Teenageralter. Mit Frauen hat er seit seiner Scheidung nichts mehr am Hut, bis der Mittvierziger der jüngeren Rechtsmedizinerin Andrea Sievers näher kommt...

Protagonist Peter Brandt wird als Polizist mit Schwächen und kleinen Macken beschrieben, was ihn sehr sympathisch macht. Der Hauptkommissar ist kein Macho oder Übermensch, sondern ein treusorgender Vater, der sich sehr um seine Töchter kümmert und ein gutes Verhältnis zu seinen Eltern hat. Auch die Nebencharaktere wie seine nette Kollegin Nicole Eberl, die attraktive Gerichtsmedizinerin Andrea Sievers oder die kühle Staatsanwältin Elvira Klein wurden gut ausgearbeitet und haben ihre Ecken & Kanten (was ich bei Romanfiguren wichtig finde).

Die Romanidee ist sicher nicht neu, doch der Autor hat das Beste daraus gemacht. Bis auf ein paar klitzekleine Logikfehler und unnötige Beschreibungen weiß dieser Krimi zu fesseln & lässt sich schnell lesen (hatte das Buch in einem Tag durch). Vom Schreibstil her gibt es nichts zu bekriteln, Andreas Franz schreibt auch seine neue Krimiserie gewohnt spannend. Zentrale Themen dieses Buches sind Missbrauch, Erpressung und verschiedene Arten von Liebe.

FAZIT:
Der erste Band der Offenbacher-Reihe mit seinem liebenswerten Anti-Helden hat mich überzeugt, so dass ich auch die weiteren Bände lesen werde. Lesenswerte 4 1/2 (von 5) Punkte!