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Montag, 7. November 2016

[LESEEINDRUCK] "Zorn - Wie du mir" (Band 6)

Cover
Quelle: Fischer Verlage
Der Autor
Stephan Ludwig, arbeitete als Theatertechniker, Musiker und Rundfunkproduzent. Er hat drei Töchter, einen Sohn und keine Katze. Zum Schreiben kam er durch eine zufällige Verkettung ungeplanter Umstände. Er lebt und raucht in Halle.

*Produktinformation*
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 2 (27. Oktober 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596036089
ISBN-13: 978-3596036080


Leseprobe
Quelle: fischerverlage.de *lies mich*



Alle, die diese Serie noch lesen möchten und die Vorgängerbände nicht kennen, sollten an dieser Stelle lieber nicht weiter lesen!

Die Geschichte...
Quelle: Fischer
Hauptkommissar Claudius Zorn kann es nicht fassen, als er am Morgen seines fünfundvierzigsten Geburtstags neben Staatsanwältin Frieda Borck aufwacht. Wie, bitteschön, konnte das passieren? Auf dem Präsidium kommt es fortan zu peinlichen Zusammentreffen der beiden, und zwischendurch wartet Zorn wie ein liebeskranker Teenager darauf, dass die Staatsanwältin auf seine SMS antwortet. Doch eigentlich hat Zorn noch ein viel gravierenderes Problem: Schröder und er ermitteln in einem neuen Fall, die Leiche eines jungen Mannes wurde an einen Baum gefesselt am Flussufer gefunden. In seinem Oberschenkel steckt ein Zimmermannsnagel, ein möglicher Hinweis auf Folter. Schröder bittet Zorn, die Anruferliste auf dem Handy des Toten durchzugehen. Zorn, nicht ganz bei der Sache, kümmert sich erst viel zu spät darum. Nur, um auf etwas zu stoßen, was er lieber nie gefunden hätte. Denn der Tote hat kurz vor seiner Ermordung eine Nummer gewählt, die Zorn kennt. Und plötzlich steckt Zorn mitten in etwas drin, das ihn vor ein schier unlösbares moralisches Dilemma stellt …
 
Mein Leseeindruck:
"Zorn - Wie du mir" heißt der 6. Band der Zorn/Schröder-Krimireihe, der schätzungsweise mehrere Wochen dauert und erneut in der deutschen Stadt Halle spielt. "Wie du mir" birgt einen kniffligen Kriminalfall und befasst sich auch mit den privaten Problemen der Ermittler.

Hauptkommissar Claudius Zorn erwacht am Morgen seines 45. Geburtstages neben der viel jüngeren Staatsanwältin Frieda Bock, was dem eigenbrötlerischen Polizisten zu denken gibt. Außerdem muss er sich um seinen 2-jährigen Sohn Edgar (ein Produkt aus seiner Beziehung zu Malina), den er abgöttisch liebt, sowie um einen neuen Mordfall kümmern. Gemeinsam mit seinem fleißigen und klugen Vorgesetzten, dem dicken Schröder, der wie immer den Hauptanteil der Arbeit macht und sich um seinen Mitarbeiter kümmert...

Die ungleichen Protagonisten Zorn und Schröder sind interessante und sympathische Protagonisten und vor allem Claudius Zorn hat über die letzten Bände eine beachtliche Weiterentwicklung durchlebt. Auch die teilweise altbekannten Nebencharaktere sind trotz ihrer Vielzahl reizvolle Persönlichkeiten, die sich ansprechend in die Handlung einfügen.

Neben dem Haupterzähler Zorn werden die temporeichen Begebenheiten zwischendurch auch von einigen Nebenfiguren wie Schröder oder Staatsanwältin Frieda Brock (alle in der 3. Person) geschildert, in Rückblenden erfährt man mehr über die Vergangenheit. Auch wenn die abwechslungsreiche Story einige detaillierte Beschreibungen enthält, fällt das nicht wirklich ins Gewicht, denn dank allerlei Turbulenzen und falscher Fährten fliegt man nur so durch die 416 Seiten. Abgerundet wird der 6. Band durch den trockenen Humor, den ganz speziellen Schreibstil und amüsante Dialoge.

FAZIT:
"Zorn - Wie du mir" präsentiert dem Leser eine spannungsgeladene Story mit einigen Irrwegen und Überraschungen, eigenwilligen Charakteren und einer fesselnden Schreibweise. Trotz einiger ausschweifenden Schilderungen und vieler Nebenfiguren hat mich der 6. Band dieser Krimiserie wunderbar unterhalten und erhält deshalb bescheidene 5 (von 5) Punkte und eine Leseempfehlung.

*help*

Samstag, 10. September 2016

[LESEEINDRUCK] "Mordstrand"

Cover
Mordstrand
 - Thomas Finn - Taschenbuch
Quelle: Lübbe Lyx
Der Autor
Thomas Finn, geboren 1967 in Evanston/Chicago, studierte Volkswirtschaft und war nebenbei als Journalist und Autor für diverse deutsche Verlage und Magazine tätig, u. a. als Chefredakteur für das Magazin Nautilus. Seit 2001 arbeitet er als Roman-, Spiele- und Drehbuchautor. Er ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden, u. a. mit der Segeberger Feder. Er lebt und arbeitet in Hamburg.

*Produktinformation*
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1195 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Lyx.digital (12. August 2016)
Sprache: Deutsch
ASIN: B01L2JWUQO


Leseprobe
Quelle: bic-media.com *lies mich*



Die Geschichte...
Quelle: Lübbe
Als Jugendliche in der Zisterne eines einstigen Pellwormer Mädcheninternats die Leiche einer Frau finden, ahnt Gesa Harms, alleinerziehende Mutter und einzige Polizistin der Insel, noch nicht, dass sie es in Wahrheit mit zwei Morden zu tun hat. Denn im Schlamm unter der Leiche wird kurz darauf ein weiteres Opfer entdeckt: Das Skelett eines weiblichen Teenagers, das dort bereits 40 Jahre zuvor entsorgt wurde. Zwei Tote im gleichen Versteck? Für Gesa steht fest, dass die Morde miteinander in Verbindung stehen und die Spur in die Vergangenheit weist.

Mein Leseeindruck:
Thomas Finn ist ein Garant für Spannungsliteratur und deshalb wollte ich auch mal einen Krimi von ihm lesen. Die Story, die sich auf der Insel Pellworm abspielt und lebendige Orts- und Schauplatzbeschreibungen enthält, beginnt am 16. Februar und endet am 21. Februar. "Mordstrand" enthält eine interessante, aber nicht ganz neue Grundidee mit gelungener Umsetzung.

Oberkommissarin Gesa Harms ist schätzungsweise Anfang bis Mitte 40 und arbeitet seit kurzem als Polizistin auf Pellworm, wo die rothaarige Witwe auch mit ihrem Teenagersohn Jan wohnt. Die sympathische Kommissarin ist eine facettenreiche Protagonistin mit Potential, ebenso wie die reizvoll gestalteten Nebencharaktere (da wären z.B. Gesas halbwüchsiger Sohn Jan, der eine Leiche findet; der attraktive Fotograf Arne Lorenzen oder die Inselärztin Inge Wilm), die sich trotz ihrer Vielzahl gut ins Geschehen einfügen.

Neben der Haupterzählerin Gesa schildert auch ihr Sohn Jan (in der 3. Person) die rasanten Geschehnisse aus seinem Blickwinkel. Dieser Krimi von Thomas Finn wartet mit einer spannenden Story voller Irrwege, Ermittlungsarbeit und Turbulenzen auf, die auch kleine Längen und ausschweifende Beschreibungen enthält. Abgerundet wird der Kriminalfall durch eine ausdrucksstarke Schreibweise und unterhaltsame Dialoge.

FAZIT:
"Mordstrand" lässt sich als packender Kriminalroman mit kleinen Schwächen und einer sympathischen Ermittlerin beschreiben, allerdings bin ich von Thomas Finn andere Kaliber gewohnt und so kann ich "Mordstrand" nur mit 4 (von 5) Punkten bewerten.

*help*


Mittwoch, 20. Juli 2016

[MINI-REZENSION] "Die Lichtung" (Band 1)

Cover
Quelle: Ullstein
Der Autor
Der 1970 geborene Linus Geschke arbeitet als freier Journalist für führende deutsche Magazine und Tageszeitungen, darunter Spiegel Online, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Manager Magazin. Dazu verfasst er für das Special-Interest-Magazin „unterwasser“ Tauch- und Reisereportagen und bedient alle zwei Monate eine Kolumne („Nachgedanken“). Mit seinen Reportagen hat der Kölner mehrere Journalistenpreise gewonnen.

*Produktinformation*
Format: Kindle Edition / Dateigröße: 3866 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Ullstein eBooks (10. Oktober 2014)
Sprache: Deutsch
ASIN: B00K1YDB24

Leseprobe
Quelle: bic-media.com  *lies mich*
  


Die Geschichte...
Der Kölner Journalist soll im Auftrag seines Chefredakteurs über einen ungelösten Doppelmord berichten, der sich im Sommer 1986 im Bergischen Land ereignet hat. Dabei wurden ein junges Mädchen und ein Junge brutal ermordet. Was niemand weiß: Jan Römer hat zu der Clique gehört, die damals ein Wochenende im Bergischen Land verbracht hat und der tote Junge war sein bester Freund. Gemeinsam mit einer guten Bekannten macht sich Jan an die Recherchen, doch irgendjemand hat scheinbar etwas dagegen, dass die Ermittlungen nach 27 Jahren wieder aufgerollt werden...

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Da mich das Cover und der Klappentext angesprochen haben, wollte ich diesen Krimi unbedingt lesen.

Reihe: 1. Band der Jan Römer-Reihe
 
Handlungsschauplätze: Die Geschichte spielt sich in Köln bzw. im Bergischen Land ab und wartet mit lebendigen Orts- und Schauplatzbeschreibungen auf.

Handlungsdauer: Die Story beginnt Anfang August, dauert mehrere Tage und führt uns zwischendurch zurück in den August 1986.

Hauptperson: Der 43-jährige Jan Römer ist seit einigen Jahren mit Sarah verheiratet, diese befindet sich mit ihrem gemeinsamen 8-jährigen Sohn Lukas in St. Peter-Ording und Jan soll in einer Woche nachkommen. Jan arbeitet als Reporter beim Kölner Magazin "Die Reporter" im Reise und Sport, doch sein Chef ist anscheinend der Meinung, dass er über einen alten Kriminalfall berichten soll. Doch mit den Recherchen stößt er in ein Wespennest... Jan wurde zwar als sympathischer Protagonist mit einigen Facetten und Ecken dargestellt, doch manchmal konnte ich seine Handlungen und Taten nicht ganz nachvollziehen.

Nebenfiguren: Die Nebencharaktere wie Jans Frau Sarah (Sarah ist sehr eifersüchtig und kontrolliert ihren Mann gern, wodurch sie mir nicht sehr sympathisch ist, obwohl man sie eigentlich nur aus Telefonaten und Jans Erinnerungen kennenlernt), ihr liebenswerter Sohn Lukas (dem das Windsurfen viel Spaß macht), Stefanie Schneider alias Mütze (die 29-jährige hat vor einigen Jahren ein Praktikum bei Jan gemacht und seitdem sind sie befreundet, was Sarah nicht besonders freut. Stefanie wird wegen ihren ständigen Kopfbedeckungen "Mütze" genannt, muss wegen einer großzügigen Erbschaft nicht mehr arbeiten und hilft bei Jans Recherchen) sowie die Clique aus den 80er-Jahren (da gibt es neben Jan auch noch Alex, Tanja, Christine, Marion, Kai, Paul, Rolf und Mike) sind interessante Persönlichkeiten, die sich trotz ihrer Vielzahl gut in die Handlung einfügen, obwohl ich manchmal meine Schwierigkeiten hatte, die Jugendlichen auseinander zu halten.

Romanidee: Reizvolle Grundidee (der ungeklärte Tod von Lara und Kai, der sich 1986 ereignet hat und Jan noch immer beschäftigt) mit solider Umsetzung

Genre: Für einen Kriminalroman ist mit "Die Lichtung" eigentlich nicht spannend genug, aber das ist wohl Ansichtssache.

Erzählperspektive: Ich-Erzähler Jan schildert die turbulenten Geschehnisse aus ihrem Blickwinkel und gewährt uns Einblick in seine Gedanken- und Gefühlswelt. In seinen Erinnerungen führt uns die Hauptperson ins Jahr 1986 und stellt uns die Clique vor und was aus seiner Sicht damals geschehen ist. Die Reise in die 80er hat mir gut gefallen, da ich selbst in dieser Zeit aufgewachsen bin und mich mit der Musik, den Filmen etc. identifizieren kann.
 
Handlung: "Die Lichtung" wartet mit einer abwechslungsreichen Suche nach der Wahrheit auf, die einige Irrwegen und unerwartete Wendungen birgt. Bedauerlicherweise enthält die Handlung auch kleine Längen, vorhersehbare Stellen und detaillierte Beschreibungen sowie viele Nebenfiguren und Handlungsstränge. Leider wurde das Potential der Story nicht ausgeschöpft und gestaltet sich stellenweise sehr langatmig.

Schreibstil & Co:  Abgerundet wird dieser deutsche Kriminalroman durch die ausschweifende Schreibweise mit Lokalkolorit und teilweise unterhaltsamen Dialogen. 
 
FAZIT:
"Die Lichtung" heißt das Erstlingswerk von Linus Geschke und ist ein solider Krimi, der mich nicht ganz überzeugen konnte. Die Story rund um einen ungelösten Doppelmord ist für meinen Geschmack zu ausführlich bzw. teilweise vorhersehbar geraten und enthält unzählige ausgeschmückte Schilderungen sowie unzählige Nebencharaktere, was den Lesefluss bremst. Dieses Debüt ist leider nicht der beste Kriminalroman, den ich jemals gelesen habe, weshalb ich dafür nur 3 (von 5) Punkte vergeben kann.


 


 

Dienstag, 19. April 2016

[MINI-REZENSION] "Die Schneelöwin" (Band 9)

Cover
Quelle: Ullstein
Die Autorin
Camilla Läckberg, Jahrgang 1974, ist verheiratet und hat drei Kinder. Sie stammt aus Fjällbacka – der kleine Ort und seine Umgebung sind Schauplatz ihrer Kriminalromane. Weltweit hat Läckberg inzwischen neun Millionen Bücher verkauft, sie ist Schwedens erfolgreichste Autorin. Heute lebt Camilla Läckberg in Stockholm. www.camillalackberg.com

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: List Hardcover (2. Januar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 347135106X
ISBN-13: 978-3471351062
Originaltitel: Lejontämjaren
Größe und/oder Gewicht: 13,8 x 4,4 x 22 cm

Leseprobe
Quelle: bic-media.com *lies mich*

 

Alle, die diese Serie noch lesen möchten und die Vorgängerbände nicht kennen, sollten an dieser Stelle lieber nicht weiter lesen!

Die Geschichte...
Ein Mädchen verschwindet auf dem Heimweg vom Reitstall und läuft einige Zeit später vor ein Auto. Ihr Körper weist schwere Misshandlungen und Verletzungen auf und das junge Mädchen stirbt im Krankenhaus. Die Ermittlungen der Polizei laufen auf Hochtouren, denn es werden weitere Teenager rund um Fjällbacka vermisst. Da kann der Kommissar die Hilfe seiner Frau Erica gut gebrauchen, doch die ist mit den Kindern, Haushalt und ihren Recherchen zu ihrem neuen Buch, das von Gewalt in Familien handelt, eigentlich ausgelastet. Doch die Zeit läuft den Ermittlern der Polizeistation Tanum die Zeit davon, denn von den verschwundenen Mädchen fehlt jede Spur...

Meine Meinung in Kurzform:

Kauf-/Lesegrund: Als großer Fan dieser Krimireihe musste ich natürlich auch den aktuellen Band lesen.

Reihe: 9. Band der Erica Falck/Patrick Hedström-Reihe, knüpft an den Vorgängerband
"Die Engelmacherin" an.

Handlungsschauplatz: Als Schauplatz dient erneut
das idyllische Fischerdorf Fjällbacka in Schweden und wurde mit lebendigen Orts- und Schauplatzbeschreibungen versehen, so dass man sich alles wunderbar vorstellen kann.
 
Handlungsdauer: Die Geschichte beginnt im Januar und dauert schätzsweise mehrere Tage.
 
Hauptpersonen: Erica Falck lebt mit ihrer Familie (ihrem Ehemann Patrick, dem süßen Kindergartenkind Maja und den anstrengenden 2-jährigen Zwillingen Anton und Noel) in Fjällbacka und schreibt sehr erfolgreich Bücher über Kriminalfälle. Die  freiberufliche Autorin schreibt derzeit an einem Buch über Laila Kowalski, die 1975 ihren Mann brutal ermordet hat und seitdem im Gefängnis sitzt. Doch auch der aktuelle Fall ihres Mannes Patrick Hedström interessiert Erica und so stellt sie Recherchen auf eigene Faust an... Patrick ist Polizist aus Leidenschaft und liebt neben seiner Familie auch seine Arbeit als Ermittler. Doch seine Arbeit nimmt ihn oft gefangen und zu Hause fühlt er sich häufig überfordert, weshalb er Erica einen Großteil der Arbeit überlässt. Und dann gibt es auch seinen neuesten Fall, der Patrick und seine Kollegen an ihre Grenzen bringt... Erica und Patrick sind sympathische und facettenreiche Protagonisten mit Ecken & Kanten, die man einfach mögen muss.
 
Nebenfiguren: Bekannte und bereits liebgewonnene Nebencharaktere wie Ericas Schwester Anna, die selbst genug Probleme hat, Patricks Kollegen von der Polizeistation Tanum sowie allerlei neue Charaktere sind trotz ihrer Vielzahl reizvolle Persönlichkeiten, die sich ansprechend in die Handlung einfügen.
 
Romanidee: Interessante, aber nicht gerade neue Grundidee (ein Verbrechen, das in die Vergangenheit zurückreicht sowie dunkle Geheimnisse), die ansprechend umgesetzt wurde.
 
Erzählperspektiven: Neben den Haupterzählern Erica und Patrik schildern auch andere Nebenfiguren wie Patricks älterer Kollege Gösta, Tyra (die Freundin der verschwundenen Victoria Hellberg, die für ihr Leben gern reitet), Ricky Hellberg (Victorias Bruder, der seine Schwester vermisst), Helga Persson (die unter ihrem gewalttätigen Mann leidet), Jonas Persson (Helgas Sohn arbeitet als Tierarzt und er führt mit seiner Frau einen Reiterhof) und Erikas Schwester Anna, in deren Ehe es kriselt) die temporeichen Begebenheiten (in der 3. Person). In Rückblenden reisen wir in die Vergangenheit und erfahren, was sich ab dem Jahr 1964 zugetragen hat, wodurch wir die aktuellen Ereignisse besser verstehen.

Handlung: "Die Schneelöwin" birgt einen aufwühlenden Kriminalfall mit verschiedenen Erzählperspektiven und miteinander verwebenden Handlungssträngen, unterhaltsamen Irrwegen, Wirrungen und überraschenden Wendungen sowie kleinen Längen. Hätte Frau Läckberg weniger Nebenfiguren, Sichtweisen und Handlungsstränge eingebaut, wäre der 9. Teil rund um Erica und Patrick perfekt gewesen.

Schreibstil:  Komplettiert wird "Die Schneelöwin" mit einer rasanten Schreibweise, unterhaltsamen Dialogen und bildhaften Beschreibungen, so dass sich die 448 Seiten rasch lesen lassen.

FAZIT:
Auch wenn "Die Schneelöwin" ist für mich nicht der beste Band dieser schwedischen Krimireihe ist, wartet der aktuelle Erica Falck und Patrick Hedström-Serie mit einer reizvollen Story, interessanten Charakteren sowie einer ausdrucksstarken Schreibweise auf und sorgt für ein paar spannende Lesestunden. Allerdings enthält "Die Schneelöwin" einige Mankos und bekommt deshalb von mir fantastische 4 (von 5) Punkte.



Mittwoch, 24. Februar 2016

[MINI-REZENSION] "Schatten der Schuld"


Cover
Quelle: Random House
Die Autorin
Dr. Petra Johann, Jahrgang 1971, ist Mathematikerin, promovierte in Aachen, arbeitete im Forschungsbereich und in der Software-Branche und schreibt seit mehreren Jahren. Für ihre Krimirecherche führte sie u.a. ausführliche Gespräche mit Kriminalpolizisten und Rechtsmedizinern. Schatten der Schuld ist ihr erster Roman bei Blanvalet
 
Taschenbuch: 544 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (16. November 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3734102030
ISBN-13: 978-3734102035
Größe und/oder Gewicht: 11,8 x 4,3 x 18,5 cm


Leseprobe
Quelle: randomhouse.de  *lies mich*



Die Geschichte...
Als eine brutal zugerichtete Leiche im Aachener Stadtwald gefunden wird, erinnert die Vorgehensweise stark an die Vorgehensweise des Axtmörders, der nie gefasst wurde. Denn auch diese Frau wurde mit einer Axt erschlagen und die Haare liegen abgeschnitten neben der Leiche. Kriminalkommissarin Charlotte "Charly" Rumor wird sogar aus dem Urlaub zurückgeholt, denn das war damals ihr Fall, den sie gemeinsam mit ihrem damaligen Partner Mick bearbeitet hat, der inzwischen den Dienst quittiert hat. Wird Charly den Mörder diesmal fassen?

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Mir war wieder mal nach einem spannenden Buch.

Reihe: Habe nichts darüber gefunden, dass es sich hier um einen Reihen-Auftakt handelt. Außerdem brauche ich für meinen Teil sowieso keine Fortsetzung...

Handlungsschauplatz: Der Schauplatz wurde nach Schweden Aachen/Roetgen verlegt.

Handlungsdauer: Nach dem Prolog beginnt die Story mit Teil I im Oktober, mündet in Teil II und endet schätzungsweise mehrere Tage später.

Hauptperson: Kriminalkommissarin Charlotte Rumor wird nur Charly genannt und arbeitet bei der Mordkommission Aachen. Die sportliche und eigensinnige Frau lebt zurückgezogen und wird durch ihren neuesten Fall in die Vergangenheit, denn der Axtmörder konnte 3 Jahre zuvor nicht gefasst werden... Charly ist eine interessante Protagonistin mit Potential, die ein wenig blass wirkt, nicht ganz zur Geltung kommt und deren Handlungen für mich nicht immer ganz nachvollziehbar sind.

Nebenfiguren: Die mitwirkenden Charaktere wie Frank Quirin (der Leiter der MK2 in Aachen steht auch unter großem Druck und holt einer seiner besten Ermittlerinnen, Charly Rumor, aus dem Urlaub zurück), Benjamin "Benny" Kämpfer (der 29-jährige Kriminalkommissar ist der Neuzugang der MK2 und Charlys neuer Kollege, der sehr jung aussieht und deshalb nicht immer für ganz voll genommen wird) und Michael "Mick" Harting (der attraktive Oberkommissar ist ein Frauenheld und Charlys früherer Kollege, mit dem sie eine besondere Geschichte verbindet) sind interessante Persönlichkeiten, die sich gut in die Handlung einfügen, aber ebenfalls etwas farblos erscheinen. Allerdings finden hier für meinen Geschmack viel zu viele Nebencharaktere (wie diverse Polizisten, Zeugen und Verdächtige) Verwendung.

Romanidee: Interessante Grundidee mit solider Umsetzung

Erzählperspektiven: Die temporeichen Geschehnisse werden vorwiegend aus der Warte von Charly geschildert, außerdem berichten einige Nebencharaktere wie Charlys Chef Frank, ihr Kollege Benny oder das junge Mädchen Lilly die Begebenheiten aus ihrer jeweiligen Sicht (alle in der 3. Person), dabei gewähren uns die Erzähler einen Einblick in ihre Gedanken & Gefühle. Immer wieder driften die Erzählungen in die Vergangenheit ab und lassen uns an den Ermittlungen der früheren ermordeten Opfer Nicole Danner, Bettina Kersthoff  und Katja Harting teilhaben, sodass wir dadurch die aktuellen Ereignisse besser verstehen.

Handlung: "Schatten der Schuld" wartet mit einer abwechslungsreichen, leicht verworrenen Geschichte auf, die einige Irrwegen und unerwartete Wendungen birgt. Bedauerlicherweise enthält die Handlung auch kleine Längen, Hänger und detaillierte Beschreibungen sowie viele Nebenfiguren, Erzählperspektiven & Handlungsstränge. Vor allem der letzte Teil gestaltet sich stellenweise sehr zäh und etwas vorhersehbar, außerdem sind die Ermittlungen der ersten 3 Morde stellenweise unglaublich detailliert und langatmig beschrieben, außerdem drehen sich die Nachforschungen manchmal im Kreis. 

Schreibstil & Co:  Abgerundet wird dieser deutsche Kriminalroman durch die ausschweifende Schreibweise mit vielen Wiederholungen, Lokalkolorit und die einfach gehaltene Sprache. Alles in allem war ich froh, als ich die 544 Seiten durch hatte - ein paar Seiten weniger hätten hier auch nicht geschadet...

FAZIT:
"Schatten der Schuld" heißt das Erstlingswerk von Petra Johann und ist ein solider Krimi, der mich nicht ganz überzeugen konnte. Die Story ist zu ausführlich und teilweise vorhersehbar geraten und enthält unzählige ausgeschmückte Schilderungen und unzählige Nebencharaktere, was den Lesefluss bremst. Dieses Debüt ist leider nicht der beste Kriminalroman, den ich jemals gelesen habe, weshalb ich nur schwache 3 (von 5) Punkte vergeben kann.



Freitag, 12. Februar 2016

[MINI-REZENSION] "Gedenke mein" (Band 1)

Cover
Quelle: Ullstein
Die Autorin
Inge Löhnig studierte an der renommierten Münchner Akademie U5 Grafik-Design. Nach einer Karriere als Art-Directorin in verschiedenen Werbeagenturen machte sie sich mit einem Designstudio selbstständig. Heute lebt sie als Autorin mit ihrer Familie und einem betagten Kater in der Nähe von München. "Deiner Seele Grab", der letzte Band der Kommissar-Dühnfort-Serie, schaffte auf Anhieb den Sprung auf die Bestsellerliste. www.inge-loehnig.de

*Produktinformation*
Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: List Taschenbuch (15. Januar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548612288
ISBN-13: 978-3548612287
Größe und/oder Gewicht: 12 x 2,4 x 18,7 cm

Leseprobe
Quelle: bic-media.com  *lies mich*




Die Geschichte...
Seit Tino Dühnfort und Gina Angelucci ein offizielles Paar sind, arbeitet die hübsche Frau mit den italienischen Wurzeln in der Abteilung "Cold Cases" der Münchner Polizei und nimmt sich ungeklärte Mordfälle vor. Nach einem erfolgreich aufgeklärten Fall bekommt Gina Besuch von Petra Weber, die sie bittet, nach ihrer Tochter Marie zu suchen. Das Verschwinden der kleinen Marie Weber konnte nie aufgeklärt werden, da sich ihr Vater Chris kurz darauf das Leben genommen hat und seitdem von Marie jede Spur fehlt. Petra Weber glaubt seit 10 Jahren nicht daran, dass Marie tot sein soll. Gina kann die Rosenheimer Kollegen überzeugen, "Cold Cases" den Fall zu überlassen und dabei stoßen sie auf einige Ungereimtheiten...

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Da ich diese Krimiserie liebe, musste ich auch unbedingt den aktuellen Band haben und lesen.

Reihe: 1. Band der Gina Angelucci-Reihe, knüpft an den 7. Dühnfort-Band an.

Handlungsschauplatz: Der Schauplatz wurde erneut nach München verlegt.

Handlungsdauer: Nach dem Prolog (8. Februar 2005) beginnt die Story 10 Jahre später (Anfang September 2015) und dauert schätzungsweise mehrere Wochen.

Hauptperson: Kriminalhauptkommissarin Gina Angelucci ist ehrgeizig, neugierig und beharrlich - Eigenschaften, die sie für ihre Arbeit bei der Kripo München in der Abteilung "Cold Cases" braucht. Die 38-jährige ist schwanger und wird ihren Lebenspartner, den 44-jährigen Kriminalhauptkommissar Konstantin "Tino" Dühnfort in einigen Wochen heiraten. Doch zunächst fordert ein alter ungeklärter Fall Ginas ganzes Können...
Diesmal steht nicht Kommissar Dühnfort, sondern seine zukünftige Frau Gina im Fokus und die ist eine ebenso sympathische und facettenreiche Hauptfigur mit Potential, die uns neben ihrer Arbeit an ihrem Privatleben teilhaben lässt.

Nebenfiguren: Auch die mitwirkenden Nebenfiguren wie Kriminalhauptkommissar Tino Dühnfort (Ginas attraktiver Lebensgefährte liebt italienischen Kaffee, gutes Essen, Kunst & Gina, mit der er seit fast 3 Jahren zusammen ist), Ginas Mutter (die bei den Hochzeitsvorbereitungen helfen soll), Thomas Wilzoch (Ginas Vorgesetzter ist ein Spezialist für ungeklärte Altfälle), Holger Morell (Ginas neuer Kollege ist ein Sportfanatiker und möchte Gina zu einem gesunden Lebensstil bekehren), Computerspezialist Meo Klein und Petra Weber (die Münchnerin sucht seit 10 Jahren verzweifelt nach ihrer Tochter Marie), diverse Zeugen und Verdächtige sind gut ausgearbeitete Charaktere, die sich trotz der Vielzahl der Nebenfiguren ansprechend in das Geschehen einfügen.

Romanidee: Reizvolle Grundidee mit gelungener Umsetzung, die uns in die Abgründe der menschlichen Seele blicken lässt.

Erzählperspektiven: Neben der Haupterzählerin Gina Angelucci schildern einige Nebenpersonen wie Petra Weber und Erik Trebek (in der 3. Person) die rasanten Geschehnisse aus ihrem jeweiligen Blickwinkel was für Abwechslung sorgt.

Handlung: "Gedenke mein" birgt neben verschiedenen Sichtweisen und miteinander verwebenden Handlungssträngen einen durchwegs interessanten Kriminalfall, der mit einigen Turbulenzen, Wirrungen und Irrwegen aufwartet. Leider dauert es eine Weile, bis die Ermittlungen in die Gänge kommen, da sich die Handlung zwischendurch etwas langatmig und detailliert gestaltet, was ein wenig den Lesefluss bremst. Der Fall ist abgeschlossen und macht Lust auf eine Fortsetzung.

Schreibstil & Co:  Abgerundet wird die Story durch die ausdrucksstarke und emotionsgeladene Schreibweise von Inge Löhnig, Kapitel in angenehmer Länge und viel Lokalkolorit.

FAZIT:
Mit "Gedenke mein" startet Inge Löhnig, die nicht umsonst zu meinen Lieblings-Autorinnen zählt, eine neue Krimireihe rund um Dühnforts Partnerin Gina Angelucci. Auch wenn der Serienauftakt kleine Mankos enthält (hier wurde das Potential noch nicht ganz ausgeschöpft), hat mir "Gedenke mein" dank des abwechslungsreichen Plots, den reizvollen Charakteren und des mitreißenden Schreibstils einige spannende Lesestunden geschenkt. Dafür vergebe ich gern fantastische 4 (von 5) Punkte und hoffe auf weitere ungeklärte Cold Cases-Fälle.


Sonntag, 24. Januar 2016

[MINI-REZENSION] "Zorn - Kalter Rauch" (Band 5)

Cover
Quelle: Fischer
Der Autor
Stephan Ludwig, arbeitete als Theatertechniker, Musiker und Rundfunkproduzent. Er hat drei Töchter, einen Sohn und keine Katze. Zum Schreiben kam er durch eine zufällige Verkettung ungeplanter Umstände. Er lebt und raucht in Halle.

*Produktinformation*
Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 2 (26. November 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596031923
ISBN-13: 978-3596031924
Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 3 x 19 cm


Leseprobe
Quelle: fischerverlage.de *lies mich*



Alle, die diese Serie noch lesen möchten und die Vorgängerbände nicht kennen, sollten an dieser Stelle lieber nicht weiter lesen!

Die Geschichte...
Nach einem mysteriösen Fischregen auf dem Hasenberg wird bei den Aufräumarbeiten in einem Mülleimer ein künstliches Hüftgelenk entdeckt. Die Hauptkommissare Zorn und Schröder übernehmen den Fall und die Recherchen ergeben, dass das Hüftgelenk einer Frau namens Donata Zettl eingesetzt wurde. Als Zorn und Schröder die Wohnadresse der Maklerin aufsuchen, finden sie nur ihren Mann Gregor an, der nur weiß, dass seine Frau geschäftlich unterwegs ist. Den Kommissaren kommt das eigenartig vor und sie finden heraus, dass Gregor Zettl in den 80-er Jahren ein gefeierter Popstar war und nun von Einkünften seiner Ehefrau lebt. Doch was die Ermittler wissen: Jemand bedroht Gregor Zettl und er darf auf keinen Fall die Polizei einschalten, wenn er weiterleben möchte...

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Nach "Zorn - Wie sie töten" wollte ich wissen, wie es mit dem ungleichen Ermittlerduo weitergeht.

Reihe: 5. Band der Zorn/Schröder-Krimireihe, der sich in 4 Teile gliedert und schätzungsweise einige Zeit nach dem 4. Band beginnt.

Handlungsschauplatz: Der Schauplatz wurde erneut in die deutsche Stadt Halle verlegt und wartet erneut mit Lokalkolorit aufobwohl der Namen der Stadt in den Büchern eigentlich nie erwähnt wird.

Handlungsdauer: Die Story beginnt an einem Junimorgen und dauert ca. 2, 3 Wochen.

Hauptpersonen: Hauptkommissar Claudius Zorn wurde von seiner Freundin Malina verlassen, lässt sich deshalb gehen und ist extrem launisch. Außerdem muss der eigensinnige und eigenbrötlerische Polizist damit zurechtkommen, dass ihm sein 2 Jahre jüngerer Kollege Schröder als Chef vor die Nase gesetzt wurde (obwohl das nur gerechtfertigt ist, da Schröder den Hauptanteil der Arbeit macht). Der pummelige Hauptkommissar ist nun Zorns Vorgesetzten, obwohl er diesen nach wie vor "Chef" nennt. Schröder lebt seit dem Tod seiner Eltern in einer Wohnung, in der sich einsam fühlt und kümmert sich um seinen Kollegen Zorn... Mit den Hauptpersonen Zorn & Schröder hat der Autor interessante und facettenreiche Charaktere mit vielen Macken, Ecken & Kanten erschaffen. Man erfährt sehr viel über die Protagonisten, die in den letzten 5 Bänden eine beachtliche Weiterentwicklung durchlebt haben.

Nebenfiguren: Die mitwirkenden Nebencharaktere wie die smarte Staatsanwältin Frieda Borck, Gregor Zettl (der 52-jährige ist mit der Maklerin Donata verheiratet, die alles managt und plötzlich verschwindet, was den früheren Popstar, der außerdem noch mit seinem Leben bedroht wird, in eine tiefe Krise stürzt), der Mann, der es auf Gregor Zettl abgesehen hat sowie diverse Zeugen sind trotz ihrer Vielzahl gut ausgearbeitete Persönlichkeiten, die sich ansprechend in die Handlung einfügen.

Romanidee: Interessante Grundidee mit solider Umsetzung. Hier sind es eher die privaten Probleme der Ermittler als der Kriminalfall rund um die verschwundene Donata Zettl, der mich an die Seiten fesselt.

Genre: Diese Buchreihe fällt für mich eher unter das Genre Kriminalroman als Thriller, da es hier an permanenter Hochspannung und Nervenkitzel fehlt, was für mich einen Thriller ausmacht.

Erzählperspektiven: Neben den Haupterzählern Claudius Zorn und Gregor Zettl werden die temporeichen Begebenheiten zwischendurch auch dem dicken Schröder sowie von einigen Nebenfiguren (alle in der 3. Person) geschildert.

Handlung: "Zorn - Kalter Rauch" enthält neben unterschiedlichen Sichtweisen und miteinander verwebenden Handlungssträngen einige Wirrungen, falsche Fährten und Turbulenzen, aber leider auch etliche langatmige Passagen und detaillierte Schilderungen, die den Lesefluss manchmal etwas bremsen. Außerdem gestalten sich die Ermittlungen stellenweise recht zäh, obwohl mich das Ende, das Raum für eine weitere Fortsetzung lässt, zufrieden gestellt hat.

Schreibstil & Co:  Stephan Ludwig verwendet einen ganz speziellen Schreibstil, den man sofort erkennt und den ich gern mag, ebenso wie den trockenen Humor und die oftmals amüsanten Dialoge, die die Story abrunden.

FAZIT:
Obwohl ich ein großer Fan dieser außergewöhnlichen Buchreihe bin, muss ich gestehen, dass "Zorn - Kalter Rauch" nicht der beste Zorn & Schröder-Teil ist, aber dennoch Potential besitzt und trotz kleiner Abstriche lesenswert ist. Im Vergleich mit den anderen Bänden schneidet der 5. Band allerdings nicht so gut ab (enthält viele Längen, ausufernde Beschreibungen und einen langweiligen Kriminalfall) und bekommt deshalb von mir bescheidene 4 (von 5) Punkte.



Dienstag, 1. Dezember 2015

[MINI-REZENSION] "Veilchens Feuer" (Band 2)

Cover
Quelle: Haymon eBook
Der Autor
Joe Fischler wurde 1975 in Innsbruck geboren und lebt in Tirol. Nach Jurastudium und Bankberuf machte er sich 2007 selbstständig und fasste 2014 den Entschluss, sich voll auf seine Bücher zu konzentrieren. "Veilchens Winter" ist der erste seiner Veilchen-Krimis rund um LKA-Ermittlerin Valerie "Veilchen" Mauser, erschien 2015 im Haymon Verlag und wurde im Oktober desselben Jahres mit dem "Goldenen Buch" ausgezeichnet. Neben dem Schreiben ist die Musik seine zweite große Leidenschaft, und so kann es vorkommen, dass er während seiner Lesungen auch mal in die Saiten greift. Abschalten kann er in der Natur: Beim "Mountain Walking", einer Mischung aus Nordic Walking und Berggehen mit Stöcken, fliegen ihm die besten Ideen zu.

*Produktinformation*
Format: ePUB / Dateigröße: 3785 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: Haymon eBook Verlag; Auflage: 1. Aufl. (19. November 2015)
Sprache: Deutsch / ASIN: B0183NRLY8


Leseprobe
Quelle: thalia.at 
*lies mich*

Alle, die diese Serie noch lesen möchten und den Vorgängerband nicht kennen, sollten an dieser Stelle lieber nicht weiter lesen!

Die Geschichte...
Altrocker Wolf Rock, der wohl berühmteste Musiker Tirols, kehrt für ein Abschiedskonzert in seine Heimatstadt Innsbruck zurück und erhält kurz nach seiner Ankunft einen Drohbrief - er soll dafür büßen, was er in den 70er-Jahren verbrochen hat. Doch Wolf Rock kann sich an diese Zeit nicht mehr erinnern und fordert Polizeischutz, was  Oberstleutnant Valerie Mauser auf den Plan ruft. Die Ermittlungsleiterin der Abteilung Leib und Leben soll aufdecken, was hinter den Drohungen steckt, denn das Konzert am Bergisel rückt immer näher...

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Nach "Veilchens Winter" hat es mich interessiert, wie es mit Valerie Mauser weitergeht. Außerdem ist das eBook derzeit sehr günstig erhältlich.

Reihe: 2. Band der Valerie Mauser-Reihe, knüpft an den Vorgänger "Veilchens Winter" an.

Handlungsschauplatz: Der Schauplatz wurde in die österreichische Stadt Innsbruck bzw. in die Umgebung verlegt und überzeugt ein weiteres Mal mit lebendigen Orts- und Schauplatzbeschreibungen.

Handlungsdauer: Die Story beginnt im Sommer und dauert schätzungsweise mehrere Wochen.

Hauptperson: Oberstleutnant Valerie Mauser fällt mit ihrer Afro-Frisur und mit ihrem energischen Auftreten auf, was auch den Männern nicht verborgen bleibt, denn nicht nur der Tiroler Landeshauptmann zählt zu ihren Verehrern, doch der kann der 41-jährigen Blondine gestohlen bleiben... Valerie arbeitet bereits seit mehreren Monaten als neue Ermittlungsleiterin der Abteilung Leib und Leben beim Landeskriminalamt Tirol und hat sich in Innsbruck eingelebt. Doch eine Sache quält sie noch immer, denn  mit 18 hat die inzwischen 41-jährige Frau mit Tiroler Wurzeln ihre neugeborene Tochter zur Adoption freigegeben... Valerie Mauser wurde als sympathische und facettenreiche Protagonistin mit Ecken & Macken gestaltet, die mir im 2. Band etwas besser als im Vorgänger gefallen hat und mir inzwischen ein wenig ans Herz gewachsen ist.

Nebenfiguren: Bekannte Nebencharaktere wie Manfred Stolwerk (Valeries  früherer Kollege ist gleichzeitig ein guter Freund, der in Linz als privater Sicherheitsberater und Alarmanlagenexperte arbeitet, Valerie wegen einer alten Geschichte "Veilchen" nennt, sie bei ihren Recherchen unterstützt und auf Valeries Ernährung achtet, da sie selbst gern aufs Essen vergisst), Sven Schmatz (der IT-Nerd hat sein Aufgabengebiet gewechselt und arbeitet nun als Valeries persönlicher Assistent, wobei er sie immer wieder gern bei den Ermittlungen unterstützt), Valeries unsympathischer Stellvertreter Major Nikolaus Geyer und Valeries Nachbar Sandro Weiler (ein attraktiver und talentierter Musiker, den Valerie inzwischen näher kennengelernt hat), aber auch neue Figuren wie Gotthilf Semmelweis alias Wolf Rock (der alternde Rockstar wird bedroht und soll für ein Verbrechen büßen, das er in den 70er-Jahren begangen hat) sind trotz ihrer Vielzahl gut ausgearbeitete Persönlichkeiten, die sich gut in das Geschehen einfügen.

Romanidee: Reizvolle Grundidee mit solider Umsetzung. Auch "Veilchens Feuer" für mich kein typischer Krimi, denn hier spielen neben Musik wieder Geheimnisse, Intrigen und Politik eine Rolle.

Erzählperspektiven: Die temporeichen Begebenheiten werden vorwiegend aus der Sicht von Valerie (in der 3. Person) geschildert, die uns ihre Gedanken in Form einer spitzzüngigen Souffleuse mitteilt, was mir öfters ein Lachen entlockt hat. Hin und wieder erfahren wir mehr über ein Mädchen, das ihr großes Idol (IHN) treffen möchte.

Handlung: Unterhaltsame, wenn auch etwas verworrene und langatmige Geschichte gepaart mit österreichischem Schmäh, einigen Irrwegen und ein paar allzu dramatischen Wendungen. Für einen Krimi fehlt mir allerdings die Spannung und die Story verliert sich manchmal in Nebensächlichkeiten. Der 2. Valerie Mauser-Band endet mit einem fiesen Cliffhanger und am Ende erfährt man mehr über die Hauptperson.

Schreibstil & Co:  Abgerundet wird der Plot durch die leichte Schreibweise, unterhaltsame Wortgefechte, trockenem Humor und Tiroler Dialekt.

FAZIT:
"Ebenso wie der Serienauftakt Veilchens Winter" ist auch "Veilchens Feuer" für mich zwar kein typischer Krimi und vielleicht ein wenig eigenwillig, doch der 2. Valerie Mauser-Band hat mir einen Tick besser gefallen und mir trotz kleiner Abstriche ein paar unterhaltsame Lesestunden geschenkt. Dafür erhält "Veilchens Feuer" 4 (von 5) Punkte.