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Samstag, 29. Oktober 2016

[LESEEINDRUCK] "Das Seehaus"

Cover
Das Seehaus
Quelle: Random House
Die Autorin
Kate Morton, geboren 1976, wuchs im australischen Queensland auf, studierte Theaterwissenschaften in London und Englische Literatur in Brisbane. Ihre Romane "Das geheime Spiel", "Der verborgene Garten", "Die fernen Stunden" und "Die verlorenen Spuren" verkauften sich in 38 Ländern insgesamt über zehn Millionen Mal. Auch in Deutschland eroberte sie ein Millionenpublikum, alle Romane sind SPIEGEL-Bestseller. Kate Morton lebt mit ihrer Familie in Australien und England.

*Produktinformation*
Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
Verlag: Diana Verlag (29. Februar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453291379 / ISBN-13: 978-3453291379
Originaltitel: The Lake House
Größe und/oder Gewicht: 15,1 x 5 x 22,6 cm


Leseprobe
Quelle: randomhouse.de  *lies mich*
 
 



Die Geschichte...
Quelle: Random House
Cornwall 1933: Die sechzehnjährige Alice Edevane fiebert dem Höhepunkt des Jahres entgegen, dem prachtvollen Mittsommernachtsfest auf dem herrschaftlichen Landgut ihrer Familie. Noch ahnt niemand, dass sich in dieser Nacht etwas Schreckliches ereignen wird. Ein Unglück, das so groß ist, dass die Familie das Anwesen für immer verlässt.

Siebzig Jahre später stößt Sadie auf das verfallene Haus an einem See. Sie geht den Spuren des Jungen nach, der in jener Nacht verschwunden sein soll. Die Suche nach Antworten führt Sadie tief in die Vergangenheit der Familie Edevane, zu einer verbotenen Liebe und tiefer Schuld…


Mein Leseeindruck:
Da ich gern Familiengeschichten lese, passt "Das Seehaus" hervorragend in mein Beuteschema. Die Geschichte beginnt 1933 und führt uns danach ins Jahr 2003, um ein Jahr später zu enden. Als Handlungsschauplatz wurde Cornwall gewählt und wartet mit lebendigen Orts- und Schauplatzbeschreibungen auf.

2003: Die 31-jährige Polizistin Sadie Sparrow wurde von einem wichtigen Fall abgezogen und verbringt die Auszeit bei ihrem Großvater Bernie in Cornwall. Beim Joggen entdeckt sie ein verlassenes Anwesen, das sie nicht loslässt. Besonders als sie erfährt, dass 1933 der kleine Ted Edevance während eines Festes verschwunden ist...
1933:  Die 16-jähre Alice Edevance stammt aus einer wohlhabenden Familie und wohnt auf einem wunderschönen Landsitz, als während des alljährlichen Mittsommerfestes ihr kleiner Bruder Ted spurlos verschwindet...

Die unterschiedlichen Protagonistinnen Sadie und Alice wurden als sympathische und facettenreiche Persönlichkeiten gestaltet, ebenso wie die reizvollen Nebencharaktere, die sich trotz ihrer Vielzahl gut ins Geschehen einfügen. Die Romanidee ist sicherlich nicht neu, wurde aber dennoch ansprechend umgesetzt. Die turbulenten Geschehnisse werden in der Gegenwart von Sadie und ab dem Jahr 1911 vorwiegend von Alice und ihrer Mutter Eleanor erzählt.

"Das Seehaus" ist eine interessante & spannende Familiengeschichte, die neben einigen Irrwegen, Stolpersteinen & Geheimnissen auch einen Kriminalfall enthält. Für die volle Punktzahl fehlt mir allerdings das gewisse Etwas, außerdem birgt die Story einige Längen. Der Roman wird die durch die ausdrucksstarke Schreibweise und eine, der jeweiligen Zeit angepassten Sprache vervollständigt. 

FAZIT:
Mit "Das Seehaus" hat Kate Morton eine unterhaltsame Familiengeschichte erschaffen, die sich auf 2 Zeitebenen abspielt. Dank des abwechslungsreichen Plots, den interessanten Hauptpersonen und des fesselnden Schreibstils garantiert "Das Seehaus"  mitreißende Lesestunden und erhält von mir wundervolle 4 (von 5) Punkte.





 

Samstag, 17. September 2016

[LESEEINDRUCK] "Ziemlich unverhofft" (Band 2)

Cover
Ziemlich unverhofft
Quelle: Random House
Die Autorin
Frauke Scheunemann, geboren 1969 in Düsseldorf, ist promovierte Juristin. Sie arbeitete als Journalistin und Pressesprecherin. Seit 2002 ist sie freie Autorin und schreibt zusammen mit ihrer Schwester Wiebke Lorenz unter dem Pseudonym »Anne Hertz« sehr erfolgreich Romane. 2010 erschien ihr erster Solo-Roman Dackelblick, der auf Anhieb zum Bestseller und zum Startschuss einer beliebten Romanreihe wurde. Frauke Scheunemann ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann, ihren vier Kindern und dem kleinen Hund Elmo in Hamburg.

Format: Kindle Edition / Dateigröße: 764 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 256 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (20. Juni 2016)
Sprache: Deutsch
ASIN: B0196J6KBI


Leseprobe
Quelle: randomhouse.de  *lies mich*


Alle, die diese Buchserie noch lesen möchten und den Vorgängerband nicht kennen, sollten an dieser Stelle lieber nicht weiter lesen!

Die Geschichte...
Und ein weiteres Mal geht es in dem Leben von Nikola Petersen chaotisch zu. Die Anwältin für Familienrecht hat in der Kanzlei alle Hände voll zu tun, denn ihr Partner Alexander lässt sich nur mehr selten blicken, ihre Anwaltsgehilfin Aysun studiert Jura und arbeitet deshalb Teilzeit und die andere Teilzeitkraft ist ihre Freundin Florentine, die sich gerade scheiden lässt. Außerdem kündigt ihre Schwiegermutter Gisela eine ungeplante Kreuzfahrt an, obwohl der Kindergarten in den Ferien ein paar Wochen schließt. Außerdem kommt sie nicht dazu, sich mit dem smarten Rechtsanwalt Simon zu treffen und dann kommt auch noch die Mutter von Nikolas italienischem Nachbarn Tiziano zu Besuch und hält Nikola aus unerfindlichen Gründen für Tizianos Freundin...
 
Mein Leseeindruck:
Nachdem ich bereits den Vorgängerband unterhaltsam fand, wollte ich wissen, wie es mit Nikola und ihrem Leben weitergeht. Die Geschichte knüpft an "Ziemlich unverbesserlich" an und spielt sich sowohl in Hamburg (wo sich die Kanzlei befindet) als auch in Howe im Hamburger Stadtgebiet Vierlande (wo Nikola mit ihrer Familie wohnt) ab und dauert mehrere Wochen.

Die 38-jährige Anwältin Nikola Petersen hat ihr Leben scheinbar im Griff, doch durch verschiedene Umstände droht es, manchmal im Chaos zu versinken. Die Witwe wohnt mit ihrer Schwiegermutter und den Kindern (der 13-jährigen Tessa, die derzeit einen Sprachkurs in England besucht und dem 5-jährigen Max, der liebend gern Fußball spielt) in einem beschaulichen Stadtteil Hamburgs, liebt ihre Arbeit und ihre Kinder und muss sich so mancher brenzligen Situation stellen...

Nikola ist eine sympathische Protagonistin, die mit beiden Beinen fest im  Leben steht, doch nicht immer ist es leicht, Arbeit, Privatleben, Freunde und die Liebe unter einen Hut zu bekommen. Auch die bekannten Nebenfiguren wie Familienmitglieder, Kollegen, Nachbarn und Freunde sind interessante Charaktere. Die reizvolle und bewährte Grundidee wurde ansprechend umgesetzt. Geschildert werden die turbulenten Geschehnisse aus der Sicht der Ich-Erzählerin Nikola, die uns an ihrem Alltag teilhaben lässt.
 
"Ziemlich unverhofft" birgt eine abwechslungsreiche Story vollgepackt mit Stolpersteinen, Wirrungen & kleinen Überraschungen, aber auch einigen vorhersehbaren, leicht klischeehaften und nervigen Passagen sowie ausschweifenden Beschreibungen . Für meinen Geschmack endet die Geschichte ein wenig abrupt und lässt uns mit einigen Fragen zurück. Abgerundet wird der 2. Band rund um Nikola mit einem locker-leichten Schreibstil und unterhaltsamen Dialogen.
 
FAZIT:
Auch wenn "Ziemlich unverhofft" für meinen Geschmack kleine Schwächen enthält, so sorgt die amüsante Familienkomödie auf 256 Seiten angesichts der kurzweilige Story, liebgewonnenen Charakteren und einer flüssigen Schreibweise für vergnügliche Unterhaltung und bekommt dafür 4 (von 5) Punkte.



Freitag, 16. September 2016

[MINI-REZENSION] "Die Holunderschwestern"

Cover
Die Holunderschwestern
Quelle: Random House
Die Autorin
Teresa Simon ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin, die mit ihrem Mann in München lebt. Sie reist gerne (auch in die Vergangenheit), ist neugierig auf ungewöhnliche Schicksale, hat ein Faible für Katzen, bewundert alles, was grünt und blüht, hat sich schon seit Jugendtagen für die aufregende Geschichte der Schokolade interessiert – und liebt die wunderschöne Elbmetropole Dresden, aus der ein Teil ihrer mütterlichen Linie stammt.

*Produktinformation*
Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (13. Juni 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453419235
ISBN-13: 978-3453419230
Größe und/oder Gewicht: 11,8 x 4,3 x 18,8 cm


Leseprobe
Quelle: randomhouse.de  *lies mich*
  


Die Geschichte...
München, 2015: Die Restauratorin Katharina erhält unerwartet Besuch aus London von dem Galeristen Alex Bluebird, der ihr Aufzeichnungen von ihrer Urgroßmutter Fanny bringt, die sich im Familienbesitz befunden haben. Doch wie sind die Unterlagen nach England gelangt, wo Fanny, die als Köchin gearbeitet hat, doch nie Deutschland verlassen hat?
München, 1918: Die junge Fanny reist nach München, um dort eine Stellung anzunehmen, als sie im Zug die reiche Familie Rosengart kennenlernt. Diese Begegnung verschafft Fanny in dem jüdischen Haushalt eine Stelle und damit beginnt eine aufregende Zeit für die junge Frau vom Land...

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Nach "Die Frauen der Rosenvilla" wollte ich noch mehr von Teresa Simon lesen.
 
Reihe: Nein, Einzelbuch

Handlungsschauplatz: Der Schauplatz wurde in die deutsche Stadt München verlegt.

Handlungsdauer: Nach dem Prolog (München im April 1936) startet die Story im Mai 2015, dauert bis Juni 2015 und endet mit dem Epilog im März 2016.

Extra: Am Ende des Romans befinden sich mehrere bayrische Rezepte, die auch im Buch vorkommen, wie z.B. Fannys Dampfnudeln mit Vanillesauce, Bayrische Creme, Leberknödelsuppe und Gebackene Holunderblüten auf Vanilleschaum.

Hauptpersonen:
2015: Die hübsche Blondine Katharina Raith ist 32 Jahre jung, lebt in München und ist von Beruf Restauratorin. Die zielstrebige junge Frau liebt alte Möbel und die Gerichte, die sich mithilfe des Kochbuchs ihrer Urgroßmutter Fanny oft zubereitet, der sie auch ziemlich ähnlich sehen soll...
1918: Die 18-jährige Franziska "Fanny" Raith, geborene Haller findet nach einem Umweg in München eine Anstellung als Köchin und Haushälterin bei der wohlhabenden Familie Rosengart und lässt dafür ihre verträumte Zwillingsschwester Fritzi zurück. Ihre Erlebnisse in den kommenden Jahren vertraut Fanny ihrem Tagebuch an...
Katharina und Fanny wurden  sympathische und facettenreiche Protagonisten gestaltet, die einfach mögen muss.

Nebenfiguren: Die Nebencharaktere sind trotz ihrer Vielzahl reizvolle Persönlichkeiten, die sich ansprechend in das Geschehen einfügen.

Romanidee: Interessante, aber nicht ganz neue Grundidee mit wunderbarer Umsetzung.

Erzählperspektiven: "Die Holunderschwestern" beinhaltet 2 Erzählperspektiven und Zeitebenen, die für Abwechslung sorgen: Im Jahr 2015 erhält Katharina bisher unbekannte Unterlagen von ihrer Urgroßmutter Fanny und taucht in deren Leben ein, außerdem erfahren wir viel Wissenswertes über ihr Leben und ihre Arbeit als Möbelrestauratorin. Fannys Aufzeichnungen beginnen im Oktober 1918 (in kursiver Schrift), berichten aus ihrem Leben in München und enden im Jahr 1936. Hier spielen neben geschichtlichen Ereignissen auch Familie (vor allem die innige Bindung der Zwillinge Fanny und Fritzi), Freundschaft, Liebe und der namensgebende Holunder eine Rolle.

Handlung: Der neueste Roman von Teresa Simon birgt eine unterhaltsame Familiengeschichte mit verschiedenen Sichtweisen und miteinander verwebenden Handlungssträngen, die sich über mehrere Jahrzehnte spannen, gepaart mit schwierigen Entscheidungen, harten Zeiten, Geheimnissen, allerlei Wirrungen & Überraschungen. Die Geschichte von Fanny und Katharina zieht einen sofort in ihren Bann und obwohl ich manche Dinge vorhergesehen habe, tut dies dem Lesevergnügen keinen Abbruch, denn man fliegt nur so durch die 512 Seiten.
 
Schreibstil & Co:  Abgerundet wird der Plot durch die ausdrucksstarke Schreibweise, die, der jeweiligen Zeit angepassten Sprache und die lebendigen Schauplatzbeschreibungen.

FAZIT:
"Die Holunderschwestern" ist eine wundervolle Familiensaga voller Emotionen, einer abwechslungsreiche Story, reizvollen Charakteren und einem gefühlvollen Schreibstil, die mich vollkommen begeistert zurückgelassen hat. Da mir das neueste Werk von Teresa Simon sogar noch einen Tick besser als "Die Frauen der Rosenvilla" gefallen hat, erhält "Die Holunderschwestern" mitreißende 5 (von 5) Punkte.
 

Dienstag, 6. September 2016

[LESEEINDRUCK] "Mandeljahre"

Cover
Quelle: Piper
Die Autorin
Katrin Tempel wurde in Düsseldorf geboren und wuchs in München auf. Nach ihrem Geschichtsstudium arbeitete sie als Journalistin, heute ist sie Chefredakteurin der Zeitschrift »LandIdee«. Außerdem schreibt sie Drehbücher (unter anderem den historischen ZDF-Zweiteiler »Dr. Hope«) und Romane. Mit »Holunderliebe« und »Mandeljahre« gelangen ihr große Publikumserfolge. Unter dem Namen Emma Temple veröffentlicht sie bei Piper weitere Romane, zuletzt »Die Nebel von Connemara«. Sie lebt mit ihrem Mann und der gemeinsamen Tochter in Bad Dürkheim an der Weinstraße.

*Produktinformation*
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch (16. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492304974 / ISBN-13: 978-3492304979
Größe und/oder Gewicht: 12 x 3,6 x 19,2 cm


Leseprobe
Quelle: bic-media.com  *lies mich*



Die Geschichte...
Quelle: Piper
Als Katharina Nicklas die Jugendstilvilla ihrer Familie an der pfälzischen Weinstraße entrümpelt, findet sie im Keller Aufzeichnungen ihrer Urgroßmutter Marie. Die sensible Ehefrau eines gnadenlosen Großunternehmers schreibt darin über den Aufstieg und Fall einer Kaffeeröster-Dynastie in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts – und über ihre geheime Liebe zu einem naturverbundenen Mandelbauern...

Mein Leseeindruck:
Da ich gern Familiengeschichten lese, passt "Mandeljahre" hervorragend in mein Beuteschema. Nach dem Prolog (Bad Dürkheim, 2015) startet die Geschichte im April 1907, dauert bis März 1945, um mit dem Epilog (2015, 3 Monate später) zu enden. Die Story spielt sich auch vorwiegend in der deutschen Kurstadt Bad Dürkheim ab.

2015: Die Kinderbuchillustratorin Katharina Nicklas lebt in München und ist mit dem attraktiven Immobilienmakler Julius verheiratet. Bei der Entrümpelung der überraschend geerbten Familienvilla entdeckt sie Tagebücher ihrer Urgroßmutter Marie, die sie fesseln...
1907: Marie von Rabenhorst ist 19 Jahre jung, als die Ehefrau des Drogisten Carl Hauer wird, der große Pläne hat...Die unterschiedlichen Protagonistinnen wurden als sympathische, facettenreiche Persönlichkeiten gestaltet, ebenso wie die reizvollen Nebencharaktere.

Die Romanidee ist sicherlich nicht neu, wurde aber dennoch ansprechend umgesetzt. Die turbulenten Geschehnisse werden vorwiegend von Marie, zwischendurch aber auch von Katharina und im letzten Drittel von einer Person namens Emma geschildert (in der 3. Person) geschildert. Schade, dass man nicht mehr über Katharina sowie über die Ereignisse ab 1945 erfährt.

"Mandeljahre" ist eine interessante Geschichte, die ab der Hälfte ein wenig an Fahrt verliert und neben einigen Irrwegen, Stolpersteinen & Überraschungen auch etliche detaillierte Beschreibungen enthält. Für die volle Punktzahl fehlt mir allerdings das gewisse Etwas. Der Roman wird die durch eine ausdrucksstarke Schreibweise und eine, der jeweiligen Zeit angepassten Sprache vervollständigt. 

FAZIT:
"Mandeljahre" bietet dem Leser eine unterhaltsame Familiengeschichte auf 2 Zeitebenen gepaart mit Wirrungen und Geheimnissen. Dank der abwechslungsreichen Geschichte, den interessanten Hauptpersonen und des fesselnden Schreibstils garantiert "Mandeljahre"  angenehme Lesestunden und erhält von mir zauberhafte 4 (von 5) Punkte.


Dienstag, 23. August 2016

[MINI-REZENSION] "Das verschlossene Zimmer"

Cover
Das verschlossene Zimmer
Quelle: Piper
Die Autorin
Mascha Vassena erhielt für ihre Erzählungen mehrere Stipendien, u. a. das Stipendium Akademie Schloss Solitude und den Hamburger Förderpreis für Literatur. 2005 erschien ihr Erzählungsband »Räuber und Gendarm« unter dem Namen Mascha Kurtz bei Liebeskind. Sie schreibt außerdem Opernlibretti und Theaterstücke für das Luzerner Theater und das Maxim Gorki Theater Berlin. Sie lebt heute mit ihrem Sohn im Tessin.
 
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1633 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Piper ebooks (13. Juli 2015)
ASIN: B00Q2OSSSO

Leseprobe
Quelle: buecher.de  *lies mich*

 


Die Geschichte...
Lena weiß nichts über die Familie ihrer italienischen Mutter Gabriella und als ein Brief von einem Notar eintrifft, in der Lena und ihre Mutter wegen einer Erbsache nach Venedig gebeten werden, sieht die junge Frau ihre Chance gekommen, mehr über die unbekannte Familie zu erfahren. Trotz ihrer Angst vor Brücken und Wasser reist Lena nach Venedig und trifft dort auf die Orlandis - eine alte Adelsfamilie, die in einem alten Palazzo wohnt und einige Geheimisse verbirgt...
 
Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Der Klappentext und das Cover haben mich angesprochen.

Reihe: Nein, Einzelbuch

Handlungsschauplatz: Die Geschichte führt uns von München nach Venedig und wartet mit lebendigen Orts- und Schauplatzbeschreibungen auf.
 
Handlungsdauer: Die Story beginnt 2014, dauert einige Wochen und führt uns immer wieder in die 80er Jahre.
 
Hauptpersonen: 2014: Lena Hausmann, 31, Grafikerin, führt mit 2 Freunden eine Designagentur in München. Lena hat eine Brückenphobie, über deren Ursprung sie nichts weiß. Ihre Eltern leiten ein Waisenhaus in Burundi, sind deshalb oft unterwegs und als Lena in den Sachen ihrer Mutter Gabriella ein altes Foto entdeckt, macht sie sich auf den Weg nach Venedig, um mehr über Gabriellas Herkunft zu erfahren...

1980: Gabriella Orlandi, 14, ist freiheitsliebend und stammt aus einer wohlhabenden und engstirnigen Banker-Familie. Mit ihrem Vater, ihrer ernsten Schwester Beatrice und ihrer Nonna wohnt sie in einem riesigen Palazzo, doch anders als ihre ältere Schwester genießt die hübsche Gabriella das Leben...

Lena und Gabriella sind interessante Protagonisten mit Potential, wobei Lena gegen ihre Mutter etwas farblos wirkt.
 
Nebenfiguren: Die mitwirkenden  Nebencharaktere wie Freunde und Familienmitglieder sind ansprechende Persönlichkeiten, sie sich gut in das Geschehen einfügen.

Romanidee: Reizvolle Grundidee mit einer soliden Umsetzung
 
Erzählperspektive: Geschildert werden die temporeichen Geschehnisse in der Gegenwart aus der Sicht von Lena, die uns einen tiefen Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt gewährt. In der Vergangenheit (80er Jahren) berichten Gabriella, aber auch Beatrice und deren Ehemann Vincenzo über die Ereignisse, wodurch wie die aktuellen Begebenheiten besser verstehen.

Handlung: Emotionsgeladene Geschichte mit allerlei Geheimnissen, mysteriösen Vorkommnissen und ein wenig Romantik, die mich allerdings nicht ganz gepackt bzw. überzeugt hat. Die Story fängt vielversprechend an, verliert aber im Handlungsverlauf an  Spannung bzw. Fahrt und verzettelt sich zunehmend in Nebensächlichkeiten.
 
Schreibstil & Co:  Abgerundet wird der Roman durch die ausdrucksstarke Schreibweise, unterhaltsame Dialoge und eine angenehme Sprache.
 
FAZIT:
"Das verschlossene Zimmer" sorgt zwar für kurzweilige Lesestunden in Venedig, enthält allerdings auch einige Längen und einen stetigen Spannungsabfall. Da ich schon interessantere Familiengeschichten gelesen habe, gibt's dafür  nur 3 1/2 (von 5) Punkte.

 
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Dienstag, 2. August 2016

[MINI-REZENSION] "Das Mohnblütenjahr"

Cover
Quelle: Ullstein
Die Autorin
Corina Bomann ist in einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen und lebt mittlerweile in Berlin. Sie hat bereits erfolgreich Jugendbücher und historische Romane geschrieben, bevor ihr mit Die Schmetterlingsinsel der absolute Durchbruch gelang. Seither gehört sie zur ersten Garde der deutschen Unterhaltungsschriftstellerinnen.

*Produktinformation*
Taschenbuch: 496 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch (14. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548286674
ISBN-13: 978-3548286679
Größe und/oder Gewicht: 12,5 x 3 x 18,7 cm


Leseprobe
Quelle: bic-media.com  *lies mich*




Die Geschichte...
Nicole hat sich als Einzelkind schon immer eine große Familie gewünscht und ist überglücklich, als sie von ihrer Schwangerschaft erfährt. Doch ihr Freund Daniel hat sie deshalb verlassen und bei ihrem ungeborenes Baby wird aufgrund einer Erbkrankheit ein Herzfehler festgestellt. Da Nicole ihren Vater nie kennengelernt hat, besucht sie ihre Mutter, um mehr über ihn zu erfahren...
 
Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Da ich die Romane der Autorin gern mag, wollte ich auch ihr neuestes Werk lesen.

Reihe: Nein, Einzelbuch

Handlungsschauplätze: Als Schauplätze dienen in der Gegenwart Köln und Schweich an der Mosel und in der Gegenwart Bar-le-Duc in Frankreich. Die Orts- und Schauplatzbeschreibungen wurden so lebendig beschrieben, dass man sich alles wunderbar vorstellen kann.

Handlungsdauer: Die Story dauert (in der Gegenwart) beginnt im Juni 2014 ein paar Wochen und endet 1 Jahr später am 28. Juni 2015.

Hauptpersonen: Nicole Schwarz ist 38 Jahre jung, ein Einzelkind und hat außer ihrer Mutter keine Verwandten, was sie immer bedauert hat. Nicole lebt in Köln, arbeitet in einem Reisebüro und ist von ihrem Ex-Freund Daniel schwanger. Als sie erfährt, dass ihr Baby mit einem Herzfehler zur Welt kommt, versucht sie mehr über ihren Vater zu erfahren - ein bisher streng gehütetes Geheimnis ihrer Mutter...

Nicole ist eine sympathische Protagonistin mit einigen Facetten, Träumen & Ängsten, die man schnell ins Herz schließt.
 
Nebenfiguren: Die mitwirkenden Nebencharaktere wie ihre Mutter Marianne Schwartz (die 66-jährige Marianne hat Nicole allein groß gezogen und ist ehemalige Lehrerin und nun stolze Besitzerin eines Weinguts in Schweich), Nicoles Ex-Freund Daniel oder der attraktive Winzer Kilian Lachmann fügen sich gut ins Geschehen ein.

Romanidee: Reizvolle Idee mit solider Umsetzung. Themen wie Vorurteile, verschiedene Kulturen, große Entscheidungen, Familie und Liebe prägen diesen Roman.

Erzählperspektiven: Die turbulenten Geschehnisse werden abwechselnd aus der Sicht von Nicole (in der 1. Person bzw. in der Gegenwart) und von Marianne (in der 3. Person bzw. in der Vergangenheit, als Marianne in den 70er-Jahren ein Austauschjahr in Frankreich verbringt)  erzählt, was für Abwechslung sorgt. Jedes Kapitel über Marianne beginnt mit einer Fotobeschreibung aus Mariannes Jugend- und Studienzeit.

Handlung: "Das Mohnblütenjahr" birgt eine unterhaltsame Geschichte mit  unterschiedlichen Sichtweisen und miteinander verwebenden Handlungssträngen, vollgepackt mit diversen Schwierigkeiten, Wirrungen & Stolpersteinen. Leider wurden mir die Teile, die in Frankreich spielen, ein wenig zu ausführlich geschildert, außerdem wird die Story mit zunehmender Seitenanzahl immer langatmiger und vorhersehbarer, was ein wenig den Lesefluss bremst.


Schreibstil & Co:  Abgerundet wird der 496 Seiten lange Roman durch die emotionsgeladene Schreibweise von Corina Bomann, die unterhaltsamen Dialoge und eine angenehme Sprache.

FAZIT:
"Das Mohnblütenjahr" birgt eine abwechslungsreiche Story voller Höhen & Tiefen, die von Familie, Verlust und Liebe handelt. Bedauerlicherweise ist "Das Mohnblütenjahr" für mich der bisher schwächste Roman von Corina  Bomann, was an den vielen ausschweifenden Beschreibungen, den Längen und der gewissen Vorhersehbarkeit liegt. Dafür kann ich leider nur bescheidene 4 (von 5) Punkte vergeben.

Sonntag, 19. Juni 2016

[REZENSION] "Unter uns nur Wolken"

Für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars bedanke ich mich ganz herzlich bei den sympathischen Autorinnen Rose Snow.

Cover
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Quelle: Rose Snow
Die Autorinnen
Hinter dem Pseudonym Rose Snow stecken wir, Carmen und Ulli. Zusammen sind wir 70 Jahre alt, haben 2 Männer, 6 Kinder und einen Hund. Wir können ewig reden, lieben Pizza und Schokolade und lachen unheimlich gerne, vor allem über uns selbst. Seit dem Sommer 2014 schreiben wir lustig-schräge Liebesromane und gefühlvolle Fantasy – außerdem ist ein Jugendroman bei cbj in Vorbereitung. Kühn nachgerechnet sind wir schon seit unfassbaren 21 Jahren befreundet. Wir kennen uns aus unserer Schulzeit und schreiben trotz der Distanz Wien – Hamburg miteinander. Bedeutet: Unzählige Stunden via Skype, schallendes Gelächter und das Teilen tiefster Geheimnisse, auch wenn sie noch so peinlich sind.

*Produktinformation*
Format: Kindle Edition / Dateigröße: 511 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 189 Seiten
Sprache: Deutsch
ASIN: B01H4P2W72

Leseprobe
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Die Geschichte...
Tom hat es nicht leicht: Sein geliebter Großvater Florian ist an Alzheimer erkrankt und Tom ist deshalb sogar zu ihm gezogen. Und da Toms Bar nicht besonders gut läuft, engagiert er für seinen Großvater eine Pflegekraft, doch Florian schafft es, jede zu vergraulen. Zufällig erfährt Ani, die dringend einen Job und eine Wohnung braucht, von der freien Stelle als Pflegehelferin und bekommt auch den Job, obwohl sie dafür eigentlich gar nicht qualifiziert ist. Ani versucht ihr Bestes, doch Florian stellt ihre Geduld auf eine harte Probe...

Meine Meinung:
Seit den Süße Rache-Büchern bin ich ein Fan der beiden Schriftstellerinnen aus Wien und Hamburg. Hier schlägt das Autoren-Duo zwar einen ernsteren Ton an, aber ihr Herzensprojekt ist Carmen und Ulli sehr gut gelungen. Der Handlungsschauplatz wird nicht explizit genannt und ist auch nicht wirklich von großer Bedeutung, aber ich tippe mal auf eine Stadt in Deutschland. Die Handlungsdauer umfasst mehrere Wochen.

Thomas "Tom" Hartmann ist schätzungsweise Anfang 30 und Besitzer einer Bar, die derzeit nicht besonders gut läuft, weshalb er jeden Abend selbst hinter der Bar steht. Der große, schlanke Mann mit der dunklen Stimme befindet sich am Rande seiner Belastbarkeit, da sein Opa Florian, den er über alles liebt, dement ist und ihm das Leben ungewollt schwer macht. Florian Hartmann wohnt gemeinsam mit seinem Enkel Tom in einer schönen, großen Altbauwohnung und ist an Alzheimer erkrankt, weshalb der grauhaarige Mann immer unter Aufsicht sein sollte. Doch der ehemalige Polizist treibt jede Pflegekraft in den Wahnsinn, weshalb der Verschleiß recht hoch ist. Als es wieder mal soweit ist und die Hartmanns nach einer neuen Pflegerin suchen, führt das Schicksal die Endzwanzigerin Anika zu ihnen. Die hübsche und schlanke Anika "Ani" Bayer braucht dringend Geld, eine Arbeit und eine Wohnung, da sie wegen ihres untreuen Freundes aus der Wohnung ausgezogen ist und es beruflich nicht wirklich gut läuft. Wie durch ein Wunder bekommt die gutherzige und schlagfertige Frau trotz der fehlenden Qualifikation den Job, obwohl es täglich neue Hürden zu überwinden gibt und sich das Zusammenleben alles andere als einfach gestaltet...

Mit Ani, Tom und Florian treffen drei unterschiedliche Protagonisten aufeinander, die einem auf Anhieb sympathisch sind und mit vielen Facetten, Ecken & Macken ausgestattet wurden. Die Autorinnen beschreiben das Leben mit Alzheimer so, als würden sie genau wissen, wie es sich anfühlt, mit einem dementen Menschen zusammenleben, der jeden Tag ein Stück seiner Persönlichkeit verliert.

Damit wären wir auch schon bei dem ernsten und wie mir scheint, allgegenwärtigen Thema Demenz. Ich habe selbst schon Erfahrungen damit gemacht und es ist echt schlimm, mitzuerleben, wie diese Krankheit einen geliebten Menschen verändert und ihm seine Erinnerungen und einen Teil seiner Persönlichkeit nimmt. Wenn man nicht weiß, was man 5 Minuten zuvor gemacht hat, seine Verwandten nicht irgendwann mehr kennt und man sich am Ende nicht mal an seinen eigenen Namen erinnern kann...

Erzählt wird die traurig-schöne Geschichte abwechselnd aus der Sicht der Ich-Erzähler Ani und Tom, die uns an ihren Gedanken & Gefühlen teilhaben lassen, wodurch man mit ihnen mitleidet und mitfühlt. "Unter uns die Wolken" hat das seltene Kunststück vollbracht und mich gleichzeitig zum Weinen als auch zum Lachen gebracht.

"Unter uns nur Wolken" ist eine berührende Geschichte mit Höhen & Tiefen, die diese Krankheit leider mit sich bringt. Dennoch birgt die Story neben traurigen Passagen auch einige amüsante Szenen, bei denen ich lachen musste und zieht einen auch nicht hinunter. Man weiß -ebenso wie bei dementen Menschen- nie, was als nächstes passiert und es ist fühlbar, dass in dieser Geschichte viel Herzblut steckt.


Abgerundet wird der Roman durch die emotionsgeladene, sensible Schreibweise gepaart mit einer angenehmen Sprache und unterhaltsamen Dialogen. Dadurch fliegt man nur so durch die 189 Seiten und ich habe dabei auch einige Taschentücher verbraucht.
 
FAZIT:
"Unter uns die Wolken" lässt sich als bewegendes und aufwühlendes Buch beschreiben, das auch zum Nachdenken anregt und trotz des ernsten Themas wirklich gut unterhält. Hier habe ich rein gar nichts zu kritisieren (was bei mir auch selten vorkommt) und vergebe dafür liebend gern 5 (von 5) Punkte!
 
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Dienstag, 14. Juni 2016

[ABGEBROCHEN] "Die Geschichte der Baltimores"

Cover
Quelle: Piper
Der Autor
Joël Dicker wurde 1985 in Genf geboren. Der studierte Jurist hat bislang drei Romane veröffentlicht, »Les Derniers Jours de nos Pères«, »La Vérité sur l'Affaire Harry Quebert« (dt.: »Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert«) und »Le Livre des Baltimore« (dt.: »Die Geschichte der Baltimores«). Für »Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert« bekam Dicker den Grand Prix du Roman der Académie Française zugesprochen sowie den Prix Goncourt des Lycéens. Das bei einem winzigen Verlag erschienene Buch wurde in Frankreich zu der literarischen Sensation des Jahres 2012, die Übersetzungsrechte wurden mittlerweile in über 30 Sprachen verkauft.

*Produktinformation*
Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: Piper (2. Mai 2016) / Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492057640 / ISBN-13: 978-3492057646
Originaltitel: Le Livre de Baltimore
Größe und/oder Gewicht: 14,9 x 4,8 x 22 cm


Leseprobe
Quelle: buecher.de  *lies mich*


Die Geschichte...
Quelle: Amazon, da ich Buch nicht fertig gelesen habe
Die Goldmans aus Montclair sind eine typische Mittelstandsfamilie, sie leben in einem langweiligen Vorort von New Jersey und schicken ihren Sohn Marcus auf eine staatliche Schule. Ganz anders die Goldmans aus Baltimore: Man ist wohlhabend und erfolgreich, der Sohn Hillel hochbegabt, der Adoptivsohn Woody ein vielversprechender Sportler. Als Kind ist Marcus hin- und hergerissen zwischen der Bewunderung für diese »besseren« Verwandten und seiner leisen Eifersucht auf ihr perfektes Leben. Hillel und Woody aber sind seine besten Freunde, zu dritt sind sie unschlagbar, zu dritt schwärmen sie für das gleiche Mädchen - Alexandra. Bis ihre heile Welt eines Tages für immer zerbricht. 
Acht Jahre nach der Katastrophe beschließt Marcus, inzwischen längst berühmter Schriftsteller, die Geschichte der Baltimores aufzuschreiben. Aber das Leben ist komplizierter als geahnt, und die Wahrheit über die Familie hat viele Gesichter, die ihm gänzlich unbekannt waren...

 
Meine Meinung:
Nachdem mir "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" richtig gut gefallen hat, wollte ich auch "Die Geschichte der Baltimores" lesen, in dem erneut Marcus Goldman eine tragende Rolle spielt.

Der Protagonist Marcus Goldman ist im Jahr 2012 ein äußerst erfolgreicher Schriftsteller und das mit 32 Jahren. Marcus zieht von New York nach Florida, um dort an seinem neuen Buch zu schreiben, das sich mit der Geschichte der Goldmans aus Montclair und der Goldmans aus Baltimore abstammt. Der Autor stammt von den Goldmans aus Montclair ab (eine mittelständische Familie aus New Yersey) und dann gibt es noch die Goldmans aus Baltimore (bestehend aus Onkel Saul, Tante Anita, Cousin Hillel und Adoptivcousin Woody), die es geschafft haben und richtig wohlhabend sind.

Marcus ist zwar ein sympathischer Protagonist und weiß, seine Familie vorstellen, aber das Ganze war mir zu viel des Guten. Die Story, in der es um die Goldmans aus Baltimore bzw. um die "Katastrophe" geht und die aus der Sicht von Marcus erzählt wird, beginnt im Februar 2012 und schwenkt immer wieder in die Vergangenheit, wodurch wie die Zusammenhänge besser verstehen lernen.

Bedauerlicherweise bin ich mit der Geschichte nicht richtig warm geworden, denn die Handlung zieht sich wie ein Kaugummi und ergeht sich in Nebensächlichkeiten, obwohl der Schreibstil eigentlich recht angenehm ist und mir die Grundidee gut gefällt.
 
FAZIT:
"Die Geschichte der Baltimores" hat meine Erwartungen an eine unterhaltsame Familiengeschichte leider nicht erfüllt und ich kann die hochgelobten Meinungen nicht wirklich verstehen. Es kommt für mich keinerlei Spannung auf, denn leider gestaltet sich die Story unglaublich langatmig und wurde mit unzähligen detaillierten Schilderungen verstehen. Für 175 Seiten habe ich geschlagenene 4 Stunden gebraucht - in dieser Zeit lese ich normalerweise einen Roman mit (mindestens) 400 Seiten...

 

Freitag, 29. April 2016

[MINI-REZENSION] "Die Inselfrauen"

Ansprechendes Cover

Die Inselfrauen
Quelle: Random House
Die Autorin
Die freie Journalistin und Autorin Sylvia Lott ist gebürtige Ostfriesin. Sie schreibt für verschiedene Frauen-, Lifestyle- und Reisemagazine und veröffentlichte bei Blanvalet bereits den Roman "Die Rose von Darjeeling". Seit sie vor vielen Jahren bei einer Reisereportage ihren ersten „Cheese Cake New York Style“ probierte, ist sie süchtig nach diesem ganz besonderen Käsekuchen. Sylvia Lott lebt in Hamburg-Winterhude.

*Produktinformation*
Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (14. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3734100593
ISBN-13: 978-3734100598
Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 4,3 x 19,4 cm

Leseprobe
Quelle: randomhouse.de  *lies mich*
  

 
Die Geschichte...
Sommer 2010: Wegen einer alten Tradition hilft Rosalie, wie alle weiblichen Verwandten ihrer Familie, mindestens einen Sommer lang in der Frühstückspension von Tant' Theda aus. So verbringt auch Rosalies Tante Nina im Sommer 1967 arbeitsame und in ihrer Freizeit unbeschwerte Wochen auf Borkum. Dort lernt die junge Frau auch den attraktiven Einheimischen Klaas kennen, in den sie sich verliebt, doch das Schicksal stellt sich gegen die Liebenden. Diese Zeit hat Nina nie vergessen und als sie nach langer Zeit wieder die Insel besucht, brechen alte Wunden auf...

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Da mir die letzten beiden Romane dieser Autorin ganz gut gefallen haben, wollte ich natürlich auch das neueste Werk von Sylvia Lott lesen.
Reihe: Nein, Einzelbuch

Handlungsschauplätze: Die Reise führt uns auf die ostfriesische Insel Borkum und wartet mit malerischen Orts- und Landschaftsbeschreibungen auf, wodurch das Kopfkino zu laufen beginnt.

Handlungsdauer: Nach einer kurzen Einleitung beginnt die Story im Sommer 1967 und führt uns zwischendurch immer wieder ins Jahr 2010 zurück.

Hauptpersonen: Nina Remmers ist in der Gegenwart 61, alleinstehend und eine aparte Erscheinung. Nina arbeitet nach jahrelanger Tätigkeit aus Auslandskorrespondentin nun als Redakteurin im Innendienst, doch so richtig glücklich ist sie mit diesem Arrangement nicht. Um ihre Situation zu überdenken, begibt sich die Journalistin auf die Insel Borkum, wo sie im Sommer 1967 eine schöne Zeit verlebt hat. Neben der Arbeit in der familiären Pension lernt die junge und hübsche Nina den Borkumer Fischer Klaas Teerling kennen und lieben, doch ihre Liebe steht unter keinem guten Stern... Rosalie Remmers ist schätzungsweise Anfang bis Mitte 20 und Ninas geliebte Nichte, mit der sie leider viel zu wenig Zeit verbringt. Rosalie ist nicht ganz so schlank wie ihre Tante, sieht ihr aber ansonsten ziemlich ähnlich. Da ihr Freund Fabian die nächste Zeit in China arbeitet, schreibt die Studentin an ihrer Examensarbeit über die Frauen der Insel. Außerdem hat Rosalie hat charmanten Cellisten David kennengelernt, der nun zufällig mit seinem Orchester auf der Insel auftritt. Und dann wäre noch Tant' Theda, ein richtiges ostfriesisches Original um die 80, die die Pension bereits seit vielen Jahrzehnten führt. Doch nun ist das Anwesen ziemlich heruntergekommen, Tant' Theda will alles verkaufen und zu ihrer Tochter und deren Familie aufs Festland ziehen...

Nina, Rosalie und Tant' Theda sind sympathische und facettenreiche Protagonisten, die man rasch ins Herz schließt und einfach mögen muss. Allerdings hatte ich anfangs Probleme mit den Namen, denn Rosalie hätte meiner Meinung nach besser zu einer um die 60 bzw. Nina zu einer Frau in den 20ern gepasst...

Nebenfiguren: Die mitwirkenden Nebencharaktere sind interessante Persönlichkeiten, die sich gut in die Handlung einfügen.
 
Romanidee: Reizvolle Grundidee (neben den Geheimnissen der Vergangenheit spielt auch Musik eine Rolle, aber mehr möchte ich nicht verraten) mit gelungener Umsetzung.

Erzählperspektiven: Die temporeichen Geschehnisse werden abwechselnd von Nina (diese Sichtweise wechselt von der Gegenwart immer wieder in die Vergangenheit) und Rosalie (in der 3. Person) erzählt, die uns an ihren Gefühlen und Gedanken teilhaben lassen. Zwischendurch finden sich Auszüge aus Rosalies Examensarbeit, die uns Biografien von Borkumer Frauen näher bringt, was für Abwechslung sorgt.

Handlung: "Die Inselfrauen" birgt eine unterhaltsame & abwechslungsreiche Story, die mit zwei verschiedenen Erzählperspektiven und miteinander verwebenden Handlungssträngen sowie mit  vielen Wirrungen, Stolpersteinen und Turbulenzen versehen wurde. Natürlich möchte man wissen, was damals zwischen Nina und Klaas geschehen ist und ob Rosalie ihre Arbeit rechtzeitig fertigstellen wird. Meine  einzige Kritik richtet sich an die gewisse Vorhersehbarkeit und die stellenweise recht ausschweifenden Beschreibungen, die den Lesefluss manchmal etwas bremsen.

Schreibstil & Co:  Abgerundet wird der Plot durch die mitreißende und emotionsgeladene Schreibweise von Sylvia Lott, die unterhaltsamen Dialoge sowie durch die wundervollen Schauplatzbeschreibungen.

FAZIT:
Mit "Die Inselfrauen" hat die Autorin eine weitere Familien- und Liebesgeschichte erschaffen, die sich auf zwei Zeitebenen abspielt und zum Träumen & Wohlfühlen einlädt. Auch wenn die Story ein paar vorhersehbare Stellen & ausgeschmückte Schilderungen enthält, sorgt der neueste Roman von Sylvia Lott dank der höchst unterhaltsamen Story gepaart mit allerlei Irrwegen, lebendigen Schauplatzbeschreibungen und liebenswerten Charakteren für ein paar schöne Lesestunden. Dafür gibt es von meiner Seite 4 1/2 (von 5) Punkte.