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Sonntag, 19. Juni 2016

[REZENSION] "Unter uns nur Wolken"

Für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars bedanke ich mich ganz herzlich bei den sympathischen Autorinnen Rose Snow.

Cover
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Quelle: Rose Snow
Die Autorinnen
Hinter dem Pseudonym Rose Snow stecken wir, Carmen und Ulli. Zusammen sind wir 70 Jahre alt, haben 2 Männer, 6 Kinder und einen Hund. Wir können ewig reden, lieben Pizza und Schokolade und lachen unheimlich gerne, vor allem über uns selbst. Seit dem Sommer 2014 schreiben wir lustig-schräge Liebesromane und gefühlvolle Fantasy – außerdem ist ein Jugendroman bei cbj in Vorbereitung. Kühn nachgerechnet sind wir schon seit unfassbaren 21 Jahren befreundet. Wir kennen uns aus unserer Schulzeit und schreiben trotz der Distanz Wien – Hamburg miteinander. Bedeutet: Unzählige Stunden via Skype, schallendes Gelächter und das Teilen tiefster Geheimnisse, auch wenn sie noch so peinlich sind.

*Produktinformation*
Format: Kindle Edition / Dateigröße: 511 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 189 Seiten
Sprache: Deutsch
ASIN: B01H4P2W72

Leseprobe
leider keine gefunden


Die Geschichte...
Tom hat es nicht leicht: Sein geliebter Großvater Florian ist an Alzheimer erkrankt und Tom ist deshalb sogar zu ihm gezogen. Und da Toms Bar nicht besonders gut läuft, engagiert er für seinen Großvater eine Pflegekraft, doch Florian schafft es, jede zu vergraulen. Zufällig erfährt Ani, die dringend einen Job und eine Wohnung braucht, von der freien Stelle als Pflegehelferin und bekommt auch den Job, obwohl sie dafür eigentlich gar nicht qualifiziert ist. Ani versucht ihr Bestes, doch Florian stellt ihre Geduld auf eine harte Probe...

Meine Meinung:
Seit den Süße Rache-Büchern bin ich ein Fan der beiden Schriftstellerinnen aus Wien und Hamburg. Hier schlägt das Autoren-Duo zwar einen ernsteren Ton an, aber ihr Herzensprojekt ist Carmen und Ulli sehr gut gelungen. Der Handlungsschauplatz wird nicht explizit genannt und ist auch nicht wirklich von großer Bedeutung, aber ich tippe mal auf eine Stadt in Deutschland. Die Handlungsdauer umfasst mehrere Wochen.

Thomas "Tom" Hartmann ist schätzungsweise Anfang 30 und Besitzer einer Bar, die derzeit nicht besonders gut läuft, weshalb er jeden Abend selbst hinter der Bar steht. Der große, schlanke Mann mit der dunklen Stimme befindet sich am Rande seiner Belastbarkeit, da sein Opa Florian, den er über alles liebt, dement ist und ihm das Leben ungewollt schwer macht. Florian Hartmann wohnt gemeinsam mit seinem Enkel Tom in einer schönen, großen Altbauwohnung und ist an Alzheimer erkrankt, weshalb der grauhaarige Mann immer unter Aufsicht sein sollte. Doch der ehemalige Polizist treibt jede Pflegekraft in den Wahnsinn, weshalb der Verschleiß recht hoch ist. Als es wieder mal soweit ist und die Hartmanns nach einer neuen Pflegerin suchen, führt das Schicksal die Endzwanzigerin Anika zu ihnen. Die hübsche und schlanke Anika "Ani" Bayer braucht dringend Geld, eine Arbeit und eine Wohnung, da sie wegen ihres untreuen Freundes aus der Wohnung ausgezogen ist und es beruflich nicht wirklich gut läuft. Wie durch ein Wunder bekommt die gutherzige und schlagfertige Frau trotz der fehlenden Qualifikation den Job, obwohl es täglich neue Hürden zu überwinden gibt und sich das Zusammenleben alles andere als einfach gestaltet...

Mit Ani, Tom und Florian treffen drei unterschiedliche Protagonisten aufeinander, die einem auf Anhieb sympathisch sind und mit vielen Facetten, Ecken & Macken ausgestattet wurden. Die Autorinnen beschreiben das Leben mit Alzheimer so, als würden sie genau wissen, wie es sich anfühlt, mit einem dementen Menschen zusammenleben, der jeden Tag ein Stück seiner Persönlichkeit verliert.

Damit wären wir auch schon bei dem ernsten und wie mir scheint, allgegenwärtigen Thema Demenz. Ich habe selbst schon Erfahrungen damit gemacht und es ist echt schlimm, mitzuerleben, wie diese Krankheit einen geliebten Menschen verändert und ihm seine Erinnerungen und einen Teil seiner Persönlichkeit nimmt. Wenn man nicht weiß, was man 5 Minuten zuvor gemacht hat, seine Verwandten nicht irgendwann mehr kennt und man sich am Ende nicht mal an seinen eigenen Namen erinnern kann...

Erzählt wird die traurig-schöne Geschichte abwechselnd aus der Sicht der Ich-Erzähler Ani und Tom, die uns an ihren Gedanken & Gefühlen teilhaben lassen, wodurch man mit ihnen mitleidet und mitfühlt. "Unter uns die Wolken" hat das seltene Kunststück vollbracht und mich gleichzeitig zum Weinen als auch zum Lachen gebracht.

"Unter uns nur Wolken" ist eine berührende Geschichte mit Höhen & Tiefen, die diese Krankheit leider mit sich bringt. Dennoch birgt die Story neben traurigen Passagen auch einige amüsante Szenen, bei denen ich lachen musste und zieht einen auch nicht hinunter. Man weiß -ebenso wie bei dementen Menschen- nie, was als nächstes passiert und es ist fühlbar, dass in dieser Geschichte viel Herzblut steckt.


Abgerundet wird der Roman durch die emotionsgeladene, sensible Schreibweise gepaart mit einer angenehmen Sprache und unterhaltsamen Dialogen. Dadurch fliegt man nur so durch die 189 Seiten und ich habe dabei auch einige Taschentücher verbraucht.
 
FAZIT:
"Unter uns die Wolken" lässt sich als bewegendes und aufwühlendes Buch beschreiben, das auch zum Nachdenken anregt und trotz des ernsten Themas wirklich gut unterhält. Hier habe ich rein gar nichts zu kritisieren (was bei mir auch selten vorkommt) und vergebe dafür liebend gern 5 (von 5) Punkte!
 
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Sonntag, 20. März 2016

[MINI-REZENSION] "Auch morgen werden Rosen blühen"

Unpassendes Cover
Quelle: Aufbau Verlag
Die Autorin
Clara Sternberg, 1960 geboren, wollte als Kind Ärztin, Schauspielerin, Tierärztin, Schriftstellerin oder Sängerin werden. Nach ihrem Studium arbeitete sie als Texterin und Übersetzerin. Clara Sternberg lebt in Berlin.

*Produktinformation*
Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 2 (14. Januar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3746631734
ISBN-13: 978-3746631738
Größe und/oder Gewicht: 11,6 x 2,8 x 19 cm

Leseprobe
Quelle: aufbau-verlag.de  *lies mich*




Die Geschichte...
Physiotherapeutin Alma hat sich immer eine eigene Familie samt Haus und Garten gewünscht, doch es sollte nicht sein. Auf der Gartenparty ihrer Freunde begegnet die alleinstehende Frau dem attraktiven Bernhard und die beiden Singles lernen sich besser kennen bzw. entwickeln Gefühle füreinander. Doch durch eine Nahtoderfahrung besinnt sich Alma wieder auf ihre Vergangenheit, mit der sie nie richtig abgeschlossen hat und beginnt, ihr bisheriges Leben sowie manche ihrer Entscheidungen zu überdenken...

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Nach "Sonntags bei Sophie" wollte ich unbedingt das neueste Buch von Clara Sternberg lesen. Der Buchtitel passt sehr gut zum Inhalt, das Cover allerdings weniger (was sollen die Marillen/Aprikosen bzw. wo sind die Rosen abgeblieben?).

Reihe: Nein, Einzelbuch

Handlungsschauplatz: Der Handlungsschauplatz wurde nach Berlin verlegt.

Handlungsdauer: Die Story beginnt Ende April und dauert mehrere Wochen.

Hauptperson: Alma Schneyder ist zu Beginn der Geschichte 49 Jahre, lebt mit ihrer Katze Pandora in einem heimeligen Wohnhaus und hat nur sporadisch Kontakt zu ihren Eltern, die in Thailand leben. Die hübsche Physiotherapeutin hat sich auf Massagen spezialisiert und liebt ihren Beruf ebenso wie den Garten ihrer besten Freundin Regine, um den sie sich hingebungsvoll kümmert. Alma ist ein herzlicher Mensch, doch als ihr Herz plötzlich zu schlagen aufhört und sie nur knapp dem Tod entrinnt, sieht sie ihr bisheriges Leben mit anderen Augen... Alma ist eine sympathische, vielschichtige Protagonistin, die manchmal recht sprunghaft handelt, womit ich stellenweise leichte Probleme hatte.

Nebenfiguren: Eine große Rolle spielen die reizvollen Nebencharaktere Regine Möbius (Regine ist gleichzeitig Almas Freundin, Vertraute und Kollegin in der Praxis, eine waschechte Romantikerin und seit 26 Jahren mit Wolfgang verheiratet), Bernhard Lebeck (der 52-jährige gutaussehende Projektingenieur wohnt erst seit kurzem in Berlin, arbeitet mit Regines Mann Wolfang zusammen und ist seit 4 Jahren Witwer bzw. Vater der 26-jährigen Paula) und Katrin Ritter (Almas 45-jährige Nachbarin ist seit dem Tod ihrer Mutter, die sie aufopferungsvoll gepflegt hat, orientierungslos und freundet sich mit Alma an), die die Geschichte abrunden.

Romanidee: Reizvolle Grundidee, die ansprechend umgesetzt wurde und zum Nachdenken anregt. Hier dreht sich alles um das Leben, Familie, Freundschaft, Liebe aber auch Verlust und Tod.

Erzählperspektiven: Die turbulenten Geschehnisse werden vorwiegend von Alma (in der 3. Person) geschildert, die uns einen tiefen Einblick in ihre Gefühle und Gedanken gewährt. Zwischendurch berichten auch Nebenfiguren wie Kathrin und Regine über die aktuellen Ereignisse aus ihrem jeweiligen Blickwinkel, was für Abwechslung sorgt.


Handlung: Schöne & unterhaltsame Geschichte mit allerlei Wirrungen, Stolpersteinen und Überraschungen, aber auch einigen klischeehaften Szenen und einem vorhersehbaren Ende. Zudem hat mich "Auch morgen werden Rosen blühen" emotional nicht so berührt und gepackt, wie es bei "Sonntags bei Sophie" der Fall war. 

Schreibstil & Co:  Durch den emotionsgeladenen Schreibstil von Clara Sternberg, die angenehme Sprache und die malerischen Schauplatzbeschreibungen lassen sich die 304 Seiten flüssig lesen.

FAZIT:
"Auch morgen werden Rosen blühen" birgt eine interessante Story gepaart mit einigen Irrwegen und lebendigen Schauplatzbeschreibungen, einer reizvollen Protagonistin sowie einer gefühlvollen, ausdrucksstarken Schreibweise. An "Sonntags bei Sophie" reicht "Auch morgen werden Rosen blühen" leider nicht ganz heran, aber dennoch  erhält der neue Roman von Clara Sternberg 4 1/2 (von 5) Punkte.
 
 

Donnerstag, 31. Dezember 2015

[MINI-REZENSION] "Das Schicksal ist ein mieser Verräter"

Cover
Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Quelle: Hanser Literaturverlage
Der Autor
John Green, 1977 geboren, erlangte bereits mit seinem Debüt „Eine wie Alaska“ (2007) Kultstatus unter jugendlichen Lesern. Das Buch wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. war es für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Darauf folgten die Jugendromane „Die erste Liebe (nach 19 vergeblichen Versuchen)“ (2008) und „Margos Spuren“ (2010), ebenfalls nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis und ausgezeichnet mit der Corine. Greens jüngster Jugendroman „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ (2012) ist ein weltweiter Bestseller, der in über 40 Sprachen übersetzt und verfilmt wurde. Mit seinem Bruder Hank betreibt John Green einen der weltweit erfolgreichsten Video-Blogs, die Vlogbrothers. Rund 4 Millionen Leser folgen ihm auf Twitter. Er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Indianapolis.

Gebundene Ausgabe: 288 Seiten / Verlag: Carl Hanser; Auflage: 29 (30. Juli 2012) / Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3446240098 / ISBN-13: 978-3446240094
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre / Originaltitel: 
The fault in our stars
Größe und/oder Gewicht: 14,7 x 2,9 x 21,9 cm

Leseprobe
Quelle: hanser.de  *lies mich*


 
Die Geschichte...
Die 16-jährige Hazel wird bald an ihrer Krebserkrankung sterben und will deshalb nicht bemitleidet werden. Hazel wird von ihrer Mutter überredet, eine Selbsthilfegruppe für Krebspatienten zu besuchen, wo sie Augustus kennenlernt, der seinen Freund Isaac zur wöchentlichen Sitzung begleitet. Augustus hat die Krankheit inzwischen besiegt und er fühlt sich zu Hazel hingezogen. Sehr rasch entwickelt sich zwischen den beiden Jugendlichen eine besondere Freundschaft und Hazel vertraut Gus sogar ihr Lieblingsbuch "Ein herrschaftliches Leiden" an, das leider ein offenes Ende hat. Gus ist davon ebenfalls fasziniert und so vertraut ihm Hazel ihren größten Traum an: Sie möchte nach Amsterdam reisen und den Autor Peter Van Houten Fragen zu diesem großartigen Werk stellen, denn all ihre Briefe hat der Schriftsteller nicht beantwortet. Wird sich Hazels Herzenswunsch erfüllen?

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ist mir zufällig wieder in die Hände gefallen und da ich das Buch bereits vor 3 Jahren richtig klasse fand *klick*, wollte ich es wieder mal lesen.

Reihe: Nein, Einzelbuch

Handlungsschauplatz:  Als Handlungschauplatz dient vorwiegend die amerikanische Stadt Indianapolis und entführt uns auch nach Amsterdam führt.

Handlungsdauer: Die Handlungsdauer umspannt mehrere Monate.

Hauptpersonen: Hazel Grace Lancaster ist 16 Jahre jung und führt kein gewöhnliches Leben, denn ohne Sauerstoffflaschen würden ihre Lungen versagen, also muss sie sich überall hin mitnehmen. Hazel wird in absehbarer Zeit an dem Krebs, der ihre Lungen und die Schilddrüse befallen hat, sterben und ist eine richtige Kämpfernatur. Seit 3 Jahren geht das Mädchen nicht mehr zur Schule,  besucht an guten Tagen Kurse des örtlichen Colleges und kennt ihr Lieblingsbuch "Ein herrschaftliches Leiden" in- und auswendig. Während einer der Selbsthilfegruppen-Sitzungen begegnet Hazel einem süßen Jungen, dem 17-jährigen Augustus "Gus" Waters, der den Knochenkrebs überlebt hat. Gus ist groß, schlaksig und witzig. Der Teenager hat 2 erwachsene Halbschwestern, ist ein schlechter Autofahrer und mag blutrünstige Bücher bzw. Videospiele. Außerdem hat er Angst, dass er nach seinem Tod vergessen wird. Als er Hazel Grace Lieblingsbuch gelesen hat und ihm Hazel von ihrem größten Wunsch erzählt (mit Peter Van Houten über sein Werk "Ein herrschaftliches Leiden" zu sprechen), will Gus mit allen Mitteln Hazels Wunsch erfüllen...

Mit Hazel und Augustus hat John Green zwei sympathische und außergewöhnliche Protagonisten mit Facetten, Ecken & Kanten sowie einer positiven Lebenseinstellung erschaffen. Sie wirken erwachsener als die meisten ihrer Altersgenossen, was wahrscheinlich an ihrer Krankheit bzw. was sie durchmachen mussten, liegt.  

Nebenfiguren: Die mitwirkenden Nebenfiguren wie ihre Eltern, Augustus Freund Isaac (der 17-jährige hat ebenfalls Krebs und wird nach einer Augen-OP erblinden), andere Teilnehmer der Selbsthilfegruppe und Peter Van Houten (der Autor von Hazels Lieblingsbuch lebt sehr zurückgezogen in Amsterdam und lässt seine Leser mit vielen Fragen zurück) sind interessante Persönlichkeiten.

Romanidee: "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" greift gekonnt die Themen Krankheit, Tod sowie Freundschaft und Liebe auf.

Erzählperspektiven: Ich-Erzählerin Hazel schildert die Begebenheiten mit trockenem Humor aus ihrer Perspektive und schickt die Leser damit auf eine Achterbahn der Emotionen. Dadurch leidet, fühlt und fiebert man mit Hazel und Gus mit und hofft auf ein Happy End.

Handlung: "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ist ein traurig-schönes Jugendbuch mit vielen Höhen und Tiefen, für das man sich Zeit nehmen sollte. Obwohl hier eine ernste Thematik angesprochen wird, hat das Buch gleichzeitig auch etwas unglaublich Lebensbejahendes, das mir vor allem gegen Ende viele Tränen entlockt hat. Außerdem regt die Story, die manchmal philosophische Ansätze enthält, zum Nachdenken an, denn hier wird einem vor Augen geführt, wie kurz das Leben manchmal sein kann, wie man mit solch einer schweren Erkrankung und ob/was man selbst der Nachwelt hinterlassen wird...

Schreibstil & Co:  Abgerundet wird der Plot durch die emotionsgeladene & mitreißende Schreibweise und die schöne, bildhafte Sprache, die einen zu Tränen rührt. Einzig die Dialoge zwischen Hazel und Gus wirken manchmal etwas "geschwollen", da so normalerweise kein Jugendlicher so spricht, aber andererseits sind die Hauptpersonen ja auch keine gewöhnliche Teenager.

FAZIT:
"Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ist ein besonderes Buch, das mit großen Gefühlen aufwartet, mich tief berührt hat und lange nachwirkt. Beim Lesen dieser gefühlvollen Geschichte habe ich so manches Taschentuch verbraucht, denn die Story hat mich sowohl zum Weinen als auch zum Lachen gebracht. Da ich rundum zufrieden bin, erhält dieser Roman von John Green erneut eindrucksvolle 5 (von 5) Punkte.


Die Romanverfilmung hat mir auch sehr gefallen:


Freitag, 13. November 2015

[MINI-REZENSION] "Bis ans Ende der Geschichte"

Cover

Quelle: Random House
Die Autorin
Jodi Picoult, geboren 1967 in New York, studierte in Princeton und Harvard. Seit 1992 schrieb sie mehr als zwanzig Romane, von denen viele Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste waren. Die Autorin wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, wie etwa 2003 mit dem renommierten New England Book Award. Picoult lebt mit ihrem Mann, drei Kindern und zahlreichen Tieren in Hanover, New Hampshire.

*Produktinformation*
Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann Verlag (31. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570102173
ISBN-13: 978-3570102176
Originaltitel: The Storyteller
Größe und/oder Gewicht: 14,6 x 4,8 x 22,3 cm

Leseprobe
Quelle: bic-media.com  *lies mich*
  


Die Geschichte...
Die 25-jährige Sage Singer trägt große Schuldgefühle mit sich herum, da sie vor 3 Jahren ihre Mutter durch einen Autounfall verloren hat. Sage hat den Wagen gelenkt und während ihre Mutter verstorben ist, hat die junge Frau nur Narben zurückbehalten. Sage lebt sehr zurückgezogen und wagt sich neben ihrer Arbeit als Bäckerin nur in die Trauergruppe, mit deren Hilfe sie den Tod ihrer Mutter zu verarbeiten versucht. Dort lernt sie den 95-jährigen Josef Weber, einen pensionierte Lehrer,   kennen und trotz des riesigen Altersunterschiedes ist dies der Beginn einer ungewöhnlichen Freundschaft. Doch eines Tages ändert sich alles, denn Josef vertraut Sage ein dunkles Geheimnis aus seiner Vergangenheit an und bittet sie, seinem Leben ein Ende zu setzen. Und stürzt die talentierte Bäckerin in einen großen inneren Zwiespalt, denn Sage weiß nicht, was sie nun tun soll... 

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Da der Klappentext interessant klingt, wollte ich einfach das neueste Buch von Jodi Picoult lesen,.

Reihe: Nein, Einzelbuch

Handlungsschauplätze: Die Handlung spielt sich in der Gegenwart vorwiegend in dem Pilgerort Westerbrook im US-Bundesstaat New Hampshire und in der Vergangenheit in Polen ab.

Handlungsdauer: Die Geschichte, die sich in 3 Teile gliedert, dauert in der Gegenwart schätzungsweise einige Wochen und in der Vergangenheit (Ende der 30er-/Anfang der 40er-Jahre) mehrere Jahre ab.

Hauptpersonen: Sage Singer ist 25, eine überaus talentierte Bäckerin, die in der Bäckerei "Our Daily Bread" in dem beschaulichen Örtchen Westerbrook arbeitet und zurückgezogen lebt. Die schüchterne Frau hat eine Affäre mit dem verheirateten Bestatter Adam und trifft sich mit ihm immer nur in ihrer Wohnung. Außerdem besucht Sage seit 3 Jahren eine Trauergruppe, um den Tod ihrer Mutter zu verarbeiten, an dem sie sich die Schuld gibt. Ein weiteres Mitglied der Trauergruppe heißt Josef Weber, der seit 22 Jahren in Westerbrook lebt und viel für die Gemeinde getan hat. Der frühere Deutschlehrer ist sehr beliebt und hat seine Frau verloren, außerdem trägt der 95-jährige ein schreckliches Geheimnis mit sich herum, das er Sage offenbart... **ACHTUNG SPOILER** Zum Lesen bitte Text markierenDenn Josef ist ein Deutscher und ehemaliger SS-Offizier, der vor allem in Auschwitz viele Gräueltaten begangen hat, die er nun bereut, weshalb er aus dem Leben scheiden möchte und Sage um Sterbehilfe bittet... **SPOILER ENDE**   Sorry wegen der vielen Spoiler, aber diesmal geht es leider nicht anders!

Sage und Josef sind interessante und gegensätzliche Protagonisten mit Ecken & Kanten, obwohl ich nicht alle ihrer Handlungen & Beweggründe ganz nachvollziehen konnte.  **ACHTUNG SPOILER**  Vor allem, dass Sage gleich nach Josefs Bitte um Vergebung und Sterbehilfe zur Polizei rennt, die wiederum die Nazijäger-Organisation  "Human Rights and Special Prosecutions Section" (HRSP) verständigt, wodurch Leo Stein ins Spiel kommt...**SPOILER ENDE**

Nebenfiguren: Die unzähligen Nebenfiguren wie Sages Großmutter Minka (eine Polin, die das KZ überlebt hat und nun ebenfalls in Westerbrook wohnt), Sages Chefin Mary (die ehemalige Nonne hat vor einigen Jahren die Bäckerei und das Café eröffnet und mag Sage sehr), ihr Kollege Rocco (der Barista in Marys Café spricht in Haikus und versucht immer, Sage aufzuheitern)  und Leo Stein (der 37-jährige Anwalt ist Single, stammt aus einer jüdischen Familie und jagt in seiner Funktion als stellvertretender Leiter des HRSP alte Nazis) sind reizvolle Persönlichkeiten, die sich gut in die Handlung einfügen. Mein Lieblings-Nebencharakter ist Minka, die während ihrer Gefangenschaft im 2. Weltkrieg nie aufgegeben hat und eine überaus lebendige und starke Persönlichkeit ist.

Romanidee: Interessante Grundidee mit einer gelungenen Umsetzung. Die Themen Holocaust und Vergangenheitsbewältigung spielen hier eine große Rolle. Man merkt auch deutlich, dass die Autorin sehr gut recherchiert hat.

Erzählperspektiven: Die temporeichen Geschehnisse werden aus der Warte von Sage, Josef, Leo und Minka erzählt, wobei sich die Begebenheiten aus Gegenwart und Vergangenheit abwechseln, was für Abwechslung sorgt, wobei ich gestehen muss, dass sich mir bei manchen Schilderungen der Magen umgedreht hat bzw. mich diese Schilderungen oftmals recht mitgenommen hat. Dagegen wirken die Ereignisse in der heutigen Zeit manchmal ziemlich langweilig und belanglos. In kursiver Schrift wird eine Geschichte über Aina, ein polnisches Mädchen, erzählt. Diese Erzählung ist allerdings eine Story, die Minka in ihrer Zeit im KZ geschrieben hat, um die Zeit dort zu überstehen.

Handlung: Mit "Bis ans Ende der Geschichte" hat sich Jodi Picoult an ein düsteres Kapitel der Zeitgeschichte gewagt und birgt eine emotionsgeladene Story mit unterschiedlichen Sichtweisen und miteinander verwebenden Handlungssträngen, die einen stellenweise gefangen nimmt, berührt, schockiert und zum Nachdenken anregt. "Bis ans Ende der Geschichte" wartet mit allerlei Wirrungen, dramatischen Wendungen, schonungslosen Beschreibungen und einer gewissen Vorhersehbarkeit auf, obwohl ich dieses Ende teilweise nicht vorhergeahnt hatte. Leider lässt mich die Autorin mit einigen offenen Fragen zurück...
**ACHTUNG SPOILER**  Hat Sages Handeln in Bezug auf Josefs Ableben irgendwelche Konsequenzen? Oder kommt sie damit davon? Bleibt sie in Westerbrook oder geht sie mit Leo nach Washington? **SPOILER ENDE**
Schreibstil & Co:  Abgerundet wird der Plot durch die mitreißende und fast schon nüchterne Schreibweise und die lebendigen Schauplatzbeschreibungen, wodurch man fast durch die 560 Seiten fliegt.

FAZIT:
Mit "Bis ans Ende der Geschichte" hat Jodi Picoult eine nicht ganz leichte Geschichte geschrieben, die mir angesichts der abwechslungsreichen Story, den durchwegs reizvollen Protagonisten  sowie der ausdrucksstarken Schreibweise ein paar fesselnde Lesestunden beschert hat. Da "Bis ans Ende der Geschichte" einige störende Mankos enthält, gibt es von meiner Seite bescheidene 4 (von 5) Punkte.




Mittwoch, 1. Juli 2015

[MINI-REZENSION] "Die letzten Tage von Rabbit Hayes"

Cover
Quelle: Rowohlt
Die Autorin
Anna McPartlin wurde 1972 in Dublin geboren und verbrachte dort ihre frühe Kindheit. Wegen einer Krankheit in ihrer engsten Familie zog sie als Teenager nach Kerry, wo Onkel und Tante sie als Pflegekind aufnahmen. Nach der Schule studierte Anna ziemlich unwillig Marketing, doch sie blieb dabei ihrer wahren Liebe, der Stand-up-Comedy, und dem Schreiben treu. Bei der künstlerischen Arbeit lernte sie ihren späteren Ehemann Donal kennen. Die beiden leben in der Nähe von Dublin.

*Produktinformation*
Taschenbuch: 464 Seiten
Verlag: rororo; Auflage: 3 (20. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499269228
ISBN-13: 978-3499269226
Größe und/oder Gewicht: 13,7 x 3,9 x 20,7 cm

Leseprobe
Quelle: rowohlt.de  *lies mich*
 



Die Geschichte...
Bereits einmal hat Mia "Rabbit" Hayes den Krebs erfolgreich besiegt, doch nun ist die tödliche Krankheit wieder zurück und Rabbit befindet sich schon im Endstadium. In einem Hospiz soll Rabbit die letzten Tage ihres jungen Lebens verbringen und nun ist es an den Familienmitgliedern, sich von ihr zu verabschieden. Nur ihre Tochter Juliet ahnt noch nicht, dass ihre geliebte Mutter bald sterben wird und es ist auch an der Zeit, die schwierige Entscheidung zu treffen, bei wem ihrer Familienmitglieder Juliet aufwachsen wird...

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Da ich die Bücher von Anna McPartlin mag, wollte ich auch ihr neuestes Werk lesen.
 
Reihe: Einzelbuch
 
Handlungsschauplatz: Als Handlungsschauplatz dient die irische Hauptstadt Dublin, die mit lebendigen Orts- und Schauplatzbeschreibungen aufwartet.

Handlungsdauer: Die Story gliedert sich in die Tage, die Rabbit noch bleiben (Erster Tag bis Neunter Tag) und beginnt mit einem Eintrag in "Rabbits Blog" am 1. September 2009. Die eigentliche Geschichte startet mehr als 4 Jahre später im April und umfasst die letzten Tage von Rabbit.

Hauptperson: Mia "Rabbit" Hayes ist eine 42-jährige Journalistin und Kämpfernatur, die mit ihrer 12-jährigen Tochter Juliet in Dublin lebt und nach jahrelangem Kampf bald an Knochenkrebs sterben wird. Rabbit bleiben noch 9 Tage - 9 Tage, in denen sie sich von ihrer Familie verabschieden kann und ihrer Tochter erklären muss, dass sie bald ohne Mutter weiterleben muss... Rabbit wurde als sympathische Protagonisten mit Facetten, Ecken und Kanten gestaltet, die man einfach mögen muss.

Nebenfiguren: Die mitwirkenden Nebencharaktere wie diverse Familienmitglieder (Rabbits Eltern Molly und Jack, die ihre jüngste Tochter sehr lieben; ihre süße Tochter Juliet, die derzeit bei ihrer Tante Grace wohnt; ihr 44-jähriger Bruder Davey, der in Amerika lebt und dort als Schlagzeuger in einer Country-Band seine Brötchen verdient; ihre 46-jährige Schwester Grace, die mit Lenny Black verheiratet ist, 3 Kinder und jede Probleme hat), Rabbits beste Freundin Marjorie und ihre Jugendliebe Johnny sind interessante Personen, über die wir viel erfahren.

Romanidee: Reizvolle Grundidee zu einem ernsten Thema mit gelungener Umsetzung.

Erzählperspektiven: Die Geschehnisse werden abwechselnd von Rabbit, ihrer Familie und ihrer Freundin Marjorie (in der 3. Person) geschildert, wobei uns die Erzähler an ihren Gefühlen und Gedanken teilhaben lassen. In Rückblenden erfahren wir mehr über Rabbits Vergangenheit und über Daveys ehemaligen Bandkollegen Johnny Faye, in den Rabbit als Jugendliche verliebt war.

Handlung: "Die letzten Tage von Rabbit Hayes" birgt eine traurig-schöne Geschichte voller Höhen und Tiefen, die von Krankheit, Tod, Verlust, Familie, Freundschaft & Liebe handelt und mit unterschiedlichen Emotionen, Wirrungen sowie einigen Überraschungen versehen wurde. Für meinen Geschmack wird man ein wenig zu schnell in die Story geworfen und braucht eine Weile, bis man sich zurechtfindet (und die einzelnen Figuren und Erzähler richtig zuordnet) bzw. bis die Handlung in Fahrt gerät. Weiters enthält die Geschichte rund um Rabbit etliche ausgeschmückten Beschreibungen und kleine Längen, was mich etwas stört.

Schreibstil & Co:  Der emotionsgeladene und ausdrucksstarke Schreibstil von Anna McPartlin, unterhaltsame Dialoge und Kapitel in angenehmer Länge runden die 464 Seiten ab.

FAZIT:
"Die letzten Tage von Rabbit Hayes" erzählt über die letzten Tage der todkranken Rabbit, die ihr Leben Revue passieren lässt und sich vor allem mit den Themen Krankheit und Tod, aber auch mit Familie, Liebe und Freundschaft befasst. Auch wenn der neuste Roman von Anna McPartlin einen interessanten Plot mit vielen gefühlvollen Passagen und einer liebenswerten Hauptperson enthält, konnte mich "Die letzten Tage von Rabbit Hayes" nicht  überzeugen und lässt mich aufgrund meiner hohen Erwartungshaltung ein wenig enttäuscht zurück. Dafür kann ich leider nicht mehr als bescheidene 4 (von 5) Punkte vergeben, da ich von der irischen Autorin schon weit bessere Romane gelesen habe.
 


Dienstag, 28. April 2015

[MINI-REZENSION] "Über uns der Himmel"

Cover
Quelle: Random House
Die Autorin
Kristin Harmel ist Autorin und Journalistin. Mit dem Überraschungsbestseller Solange am Himmel Sterne stehen landete sie ihr sensationelles Debüt in Deutschland und verzauberte auch weltweit ihre Leser. Ihr neuer Roman Über uns der Himmel erzählt wieder eine bewegende Geschichte von Liebe und Verlust, die diesmal die jüngere Vergangenheit mit einbezieht. Kristin Harmel lebt mit ihrem Mann in Orlando, Florida.

*Produktinformation*
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (16. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442383331 / ISBN-13: 978-3442383337
Originaltitel: The Life Intended
Größe und/oder Gewicht: 12,9 x 3,7 x 18,9 cm

Leseprobe
Quelle: bic-media.com  *lies mich*
 


Die Geschichte...
Kate und Patrick sind seit 4 Monaten verheiratet und miteinander sehr glücklich, als sich am 11. September 2001 alles ändert, denn Patrick arbeitet im World Trade Center und als das Flugzeug in das Bürogebäude stürzt, stirbt Patrick an Ort und Stelle. Kate kann nicht glauben, dass ihre große Liebe tot ist und kommt nie ganz darüber hinweg. Doch das Leben muss weitergehen und 13 Jahre nach dem Unglück macht ihr ihr Freund Dan einen Heiratsantrag. Freudig planen ihre Schwester und ihre Freundin die Hochzeit, da Kate die Hochzeitsvorbereitungen nicht wirklich interessieren.  Und dann beginnen sehr reale Träume von einem Leben mit Patrick und ihrer gemeinsam Tochter Hannah. Kate weiß nicht, was sie davon halten soll, da sich diese Träume so echt anfühlen, dass sie ihr gesamtes Leben in Frage stellt...

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Da ich schon von "Solange am Himmel Sterne stehen" sehr angetan war, musste auch "Über uns der Himmel" auf meine Leseliste.
 
Reihe: Nein, Einzelbuch
 
Handlungsschauplatz: Als Handlungsschauplatz dient die amerikanische Stadt New York, die mit lebendigen Orts- und Schauplatzbeschreibungen aufwartet.

Handlungsdauer: Die Story beginnt am 10. September 2001, die eigentliche Geschichte startet 13 Jahre danach, dauert 1 Jahr und endet mit Epilog 9 Wochen später.

Extra: Am Ende des Romans finden sich einige Rezepte, die im Buch vorkommen, was ich immer sehr nett finde.

Hauptperson: Im Jahr 2001 sind die 27-jährige Kate Waithman und ihr 28-jähriger Mann Patrick erst ein paar Monate verheiratet, als Patrick am 11. September 2001 an seinem Arbeitsplatz im Nordturm des World Trade Centers in New York City stirbt. Studentin Kate ist zutiefst erschüttert und kann ihren Ehemann nicht vergessen. Im Jahr 2014 ist Kate 40, lebt noch immer in New York und arbeitet als Musiktherapeutin in einer privaten Praxis und hat sich auf körperlich benachteiligte Kinder spezialisiert. Kate ist mit Dan verlobt und erfährt, dass sie keine Kinder bekommen kann, obwohl sie sich tief im Inneren ein Kind wünscht. Als die Musiktherapeutin Dans Heiratsantrag annimmt und sie in ihren beängstigend realen Träumen an einem Leben mit Patrick und ihrer Teenagertochter Hannah teilnimmt, gerät ihr Dasein ins Wanken... Kate ist eine sympathische Protagonistin mit Facetten, Ecken und Kanten, die man schnell ins Herz schließt.

Nebenfiguren: Die mitwirkenden Nebencharaktere wie diverse Familienmitglieder, Patricks liebenswerte Mutter Joan, ihre Freundin Gina (hat ebenfalls ihren Mann am 11. September 2001 verloren) und Andrew (ein Sozialarbeiter, der mit benachteiligten Kindern arbeitet und einen Kurs für Gebärdensprache leitet) sind interessante Personen, die sich gut in die Handlung einfügen.

Romanidee: Reizvolle Grundidee, die hervorragend umgesetzt wurde. Man weiß nicht genau, was es mit Kates Träumen von Patrick auf sich hat und in welche Richtung die Geschichte geht.

Erzählperspektive: Die emotionsgeladenen Geschehnisse werden aus der Sicht von Ich-Erzählerin Kate geschildert, die uns an ihren Gefühlen und Gedanken teilhaben lässt, wodurch man mit der liebenswerten Hauptperson mitfühlt und mitleidet.

Handlung: "Über uns der Himmel" birgt eine traurig-schöne Geschichte über Verlust, Hoffnung und einen Neubeginn, die voller Überraschungen sowie Wirrungen & Turbulenzen steckt und ganz ohne kitschige Szenen, Längen oder überflüssige Passagen auskommt.

Schreibstil & Co:  Der herzerwärmende Schreibstil von Kristin Harmel, eine angenehme Sprache und unterhaltsame Dialoge runden die 448 Seiten lange Geschichte ab.
 
FAZIT:
"Über uns der Himmel" erzählt eine zauberhafte Geschichte über das Leben, den Tod und die Liebe, die mich von der ersten Seite an gefangen genommen hat. Dank des abwechslungsreichen, mit vielen Emotionen versehenen Plots, der liebenswerten Protagonistin Kate und der ausdrucksstarken Schreibweise fliegt man nur so durch Seiten. Dafür kann ich nur 5 (von 5) Punkte und eine klare Leseempfehlung vergeben!
 

 




Dienstag, 31. März 2015

[MINI-REZENSION] "Sonntags bei Sophie"


Cover
Quelle: Aufbau Verlag
Die Autorin
Clara Sternberg, 1960 geboren, wollte als Kind Ärztin, Schauspielerin, Tierärztin, Schriftstellerin oder Sängerin werden. Nach ihrem Studium arbeitete sie als Texterin und Übersetzerin. Clara Sternberg lebt in Berlin. „Sonntags bei Sophie“ ist ihr erster Roman.

*Produktinformation eBook* / *Produktinformation Buch*
Format: Kindle Edition / Dateigröße: 1396 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 282 Seiten
Verlag: Aufbau Digital; Auflage: 1 (13. Februar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3746625386
ISBN-13: 978-3746625386
ASIN: B00ICXAA9I

Leseprobe
Quelle: aufbau-verlag.de  *lies mich*
 



 Die Geschichte...
Rosa, Sophie und Melanie kennen sich schon viele Jahre, denn seit ihren gemeinsamen WG-Zeiten sind sie Freundinnen und gehen durch dick und dünn. Inzwischen sind die Freundinnen in der Mitte ihres Lebens angelangt und jede von ihnen hat andere Probleme. Tierärztin Rosa führt mit ihrem Mann Uwe keine richtige Ehe, sondern eher eine bequeme Zweckgemeinschaft. Übersetzerin Melanie ist die jüngste im Bunde und schwanger, doch der werdende Vater ist noch gebunden und hält Melanie immer wieder hin. Bei Buchhändlerin Sophie ist der Krebs, den sie "Godzilla" nennt, zurückgekehrt und zwar so aggressiv, dass Sophie nur noch einige Monate zu leben hat. Die verbleibende Zeit will Sophie nicht in Krankenhäusern und mit Therapien vergeuden, sondern das Leben noch genießen. Auch wenn Sophies Hiobsbotschaft Melanie und Rosa umhaut, versuchen sie, ihren Wunsch nach einem wöchentlichen Mädels-Tag zu respektieren und so treffen sich die "Mädels" jeden Sonntag bei Sophie und versuchen, viel Spaß zu haben, Sophies Erkrankung kurzfristig zu vergessen und auf ein Wunder zu hoffen. Und die todkranke Freundin hat sich ein Ziel gesetzt: Sie möchte vor ihren Ableben auf alle Fälle noch Melanies Baby, das derzeit nur "Motte" genannt wird, im Arm halten...

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Kerstin Gier hat das Buch vor einiger Zeit empfohlen und so hat der Roman mehrere Monate auf meiner Wunschliste zugebracht, bis ich mich zum Kauf durchringen konnte.
 
Reihe: Einzelbuch
 
Handlungsschauplatz: Als Handlungsschauplatz dient die deutsche Hauptstadt Berlin, die mit lebendigen Orts- und Schauplatzbeschreibungen aufwartet.


Handlungsdauer: Die Story beginnt an einem Silvesterabend und dauert ungefähr 4 Monate.

Hauptpersonen: In "Sonntags bei Sophie" dreht sich alles um die Freundinnen Rosa, Sophie und Melanie. Die 46-jährige Tierärztin Dr. med. vet. Rosa Ammer führt mit ihrem Kollegen "Dr. Tom" eine gutgehende Praxis und ist mit dem pragmatischen Uwe verheiratet. Rosa und Uwe sind seit 8 Jahren verheiratet, doch seit sich ihr Kinderwunsch nicht erfüllt hat, ist Sex für Uwe kein Thema mehr und die beiden Ehepartner leben nebeneinander her, doch Rosa erwartet eigentlich mehr vom Leben... Mit ihren 54 Jahren ist Sophie Mehring die Älteste im Bunde, die alles zusammenhält. Sophie arbeitet als Buchhändlerin, ist mit dem liebevollen Stefan verheiratet und ist rundum glücklich, bis sie erfährt, dass ihr Krebs (Spitzname "Godzilla") zurückgekehrt ist und sie nicht mehr lange leben wird... Die 42-jährige Melanie Daniels ist die Jüngste der Runde, arbeitet als Übersetzerin in einer großen Kanzlei und wird unerwartet schwanger. Doch der werdende Kindsvater Heiko ist noch immer mit der labilen Ines liiert und will ihr nicht den Boden unter den Füßen wegziehen, auch wenn er mit seinem Verhalten Melanie immer wieder weh tut...
Sophie, Melanie und Rosa sind ganz unterschiedliche und sympathische Protagonisten mit Facetten, Ecken und Kanten, die sich mit allerlei Problemen, Ängsten und Geheimnissen herumschlagen. Es ist fast so, als würde man die Frauen schon lange kennen und so schließt man die Hauptpersonen schnell ins Herz.

Nebenfiguren: Die mitwirkenden Nebencharaktere wie diverse Familienmitglieder und Kollegen sind interessante Personen, die sich gut in die Handlung einfügen.

Romanidee: Reizvolle Grundidee (2 Frauen verbringen jeden Sonntag gemeinsam mit ihrer sterbenskranken Freundin), die hervorragend umgesetzt wurde.

Erzählperspektiven: Die Geschehnisse werden größtenteils aus der Sicht von Ich-Erzählerin Rosa und der restliche Part von Melanie geschildert, die uns an ihren Gefühlen und Gedanken teilhaben lassen, wodurch man mit den liebenswerten Frauen mitfühlt und mitleidet. Aufgelockert wird die Geschichte durch die gefühlsbetonte Briefe, E-Mails und SMS der Freundinnen.

Handlung: "Sonntags bei Sophie" birgt eine gefühlvolle Geschichte über Freundschaft, Liebe & Krankheit, die neben all der Trauer auch voller Hoffnung steckt und mich zum Weinen, Nachdenken und Lächeln gebracht hat - vor allem gegen Ende sind etliche Tränen geflossen. "Sonntags bei Sophie" steckt voller Überraschungen sowie Wirrungen und Stolpersteinen und kommt ganz ohne kitschige Szenen, Längen oder überflüssige Passagen aus.

Schreibstil & Co:  Der emotionsgeladene und mitreißende Schreibstil, eine angenehme Sprache und unterhaltsame Dialoge runden die 282 Seiten ab.
 
FAZIT:
"Sonntags bei Sophie" erzählt die berührende Geschichte einer wundervollen Freundschaft sowie über das Leben & den Tod, die mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen hat. Ich kann gar nicht glauben, dass dieser Roman ein Erstlingswerk sein soll, denn "Sonntags bei Sophie" lässt sich dank des abwechslungsreichen Plots mit zauberhaften (Schauplatz-)Beschreibungen, der liebenswerten Freundinnen und der ausdrucksstarken Schreibweise rasant lesen. Dafür vergebe ich gern eindrucksvolle 5 (von 5) Punkte und freue mich auf weitere Bücher von Clara Sternberg.
 

 

Dienstag, 28. Oktober 2014

[REZENSION] "Das Leben in meinem Sinn"

Cover
Quelle: Droemer Knaur
Die Autorin
Susanna Ernst wurde 1980 in Bonn geboren und schreibt schon seit ihrer Grundschulzeit Geschichten. Sie leitet seit ihrem sechzehnten Lebensjahr eine eigene Musicalgruppe, führt bei den Stücken Regie und gibt Schauspielunterricht. Außerdem zeichnet die gelernte Bankkauffrau und zweifache Mutter gerne Portraits, malt und gestaltet Bühnenbilder für Theaterveranstaltungen. Das Schreiben ist jedoch ihre Lieblingsbeschäftigung für stille Stunden, wenn sie ihren Gedanken und Ideen freien Lauf lassen will. Ihr Credo: Schreiben befreit.
 
*Produktinformation*
Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. Oktober 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426515555 / ISBN-13: 978-3426515556
Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 2,7 x 19 cm
 
Leseprobe
Quelle: bic-media.com  *lies mich*


Die Geschichte...
Einige Zufälle führen die Schauspieler Sarah Pace und Ben Todd zusammen, denn sie sollen die Hauptrollen einer neuen Serie namens "Das Leben in meinem Sinn" spielen. Der attraktive Ben schlägt sich mit kleinen Produktionen durchs Leben und hofft auf einen beruflichen Durchbruch. Sarah ist eine wundervolle und bekannte Schauspielerin, die ihre Mitmenschen durch ihren Charme und ihre Ausstrahlung in ihren Bann zieht, sogar ihren Kollegen Ben. Bald merken die beiden Schauspieler, dass sie mehr als nur Freundschaft verbindet, doch Ben glaubt seit einigen Jahren eigentlich nicht mehr an die Liebe und da Sarah mit dem Vater ihrer Tochter glücklich verlobt ist, unterdrückt Ben seine Gefühle und genießt die Zeit mit seiner Kollegin. Doch das Schicksal hält einige ungeahnte Wendungen für Sarah und Ben bereit...
Meine Meinung:
Da mich bereits "Deine Seele in mir" und "Blessed - Für dich will ich leben" bezaubert haben, wollte ich natürlich auch unbedingt den neuesten Roman von Susanna Ernst lesen. Die Story, die im April in Los Angeles beginnt und uns zwischendurch kurz nach Kanada und England entführt, umspannt mehrere Monate. 
 
Ben Todd ist 29 Jahre jung, sehr attraktiv und verdient sein Geld als unbekannter Schauspieler in L.A., obwohl er im Privatleben etwas schüchtern ist. Sein Freund Randy verschafft ihm eine Rolle in der Fernsehproduktion "Das Leben in meinem Sinn", wo er an der Seite der erfolgreichen Schauspielerin Sarah Pace einen Schutzengel spielt. Die 26-jährige Sarah ist mit rotbraunen Locken, grünen Augen, einer perfekten Figur und einer tollen Ausstrahlung gesegnet. Sarah ist eine gefragte Filmgröße ohne Starallüren, die ihre knapp 4-jährige Tochter Josie und ihren Verlobten Daniel über alles liebt. Ben und Sarah sind sympathische Protagonisten voller Facetten, Ecken & Kanten, die eine beachtliche Weiterentwicklung durchmachen und authentisch gezeichnet wurden.
 
Auch die mitwirkenden Nebencharaktere wie Randy Stiller (Bens gleichaltriger Freund und Regisseur von "Das Leben in meinem Sinn"), Maskenbildnerin Maggie, Alberta Tipaldi (die 55-jährige temperamentvolle Nanny stammt aus Italien, kocht gerne und kümmert sich liebevoll um Sarahs kleine Tochter Josie), Daniel Johnson (Sarahs Verlobter und Vater der süßen Josie ist auch Schauspieler und oft unterwegs) sind reizvolle Figuren und fügen sich ansprechend in die Geschichte ein.
 
"Das Leben in meinem Sinn" birgt eine reizvolle Romanidee und gewährt uns Einblick in den Alltag von Schauspielern bzw. den Set einer Fernsehserie. Wieder einmal hat die Autorin ein paar übernatürliche Elemente in eine Liebesgeschichte eingebaut und spielt mit dem Schicksal.

Erzählt werden die emotionsgeladenen Geschehnisse vorwiegend aus der Perspektive von Ben und Sarah, aber auch Randy und Maggie schildern die Begebenheiten aus ihrem Blickwinkel (alle in der 1. Person). Die Erzähler lassen uns an ihren Gefühlen und Gedanken teilhaben, so dass man sie schnell ins Herz schließt bzw. mit ihnen fühlt und leidet. Weiters  berichtet ein unbekanntes Wesen zwischendurch (in kursiver Schrift) über die Protagonisten, was der Handlung einen übersinnlichen Hauch verleiht.
 
Auch wenn "Das Leben in meinem Sinn" ein wundervoller Roman ist, hat es mich nicht so tief berührt bzw. mich mehrfach zu Tränen gerührt, wie es "Deine Seele in mir" geschafft hat, was wahrscheinlich an den ganz unterschiedlichen Geschichten liegt. Wie nicht anders zu erwarten habe ich mich beim Lesen von Beginn an richtig wohl gefühlt und die Story rund um Sarah und Ben förmlich inhaliert. Den Ausgang der Geschichte habe ich zwar erraten, aber das mildert das Lesevergnügen nicht wirklich.
 
Die verschiedenen Erzählperspektiven und miteinander verwebenden Handlungsstränge sorgen für Abwechslung & Unterhaltung, ebenso wie die unerwarteten Wendungen, Irrwege und Überraschungen, die in ein eindrucksvolles Finale gipfeln. Abgerundet wird das neueste Werk von Susanna Ernst durch den ausdrucksstarken und feinfühligen Schreibstil vollgepackt mit unterschiedlichen Gefühlen, unterhaltsamen Dialogen sowie einem Humor, der voll auf meiner Wellenlänge liegt. Dadurch lassen sich die 368 Seiten wie im Flug lesen. Da mich diese besondere (Liebes-)Geschichte rundum begeistert hat, hoffe ich auf viele weitere Bücher von Susanna Ernst.

FAZIT:
"Das Leben in meinem Sinn" ist ein herzerwärmender Roman voller unterhaltsamer Höhen und Tiefen, der einen mitten ins Herz trifft. Ich liebe die Bücher von Susanna Ernst und auch ihr neuester Roman hat mir dank der interessanten Story mit ein paar übernatürlichen Passagen, reizvollen Charakteren und einer mitreißenden Schreibweise ein paar zauberhafte Lesestunden beschert. "Das Leben in meinem Sinn" erhält deshalb von mir ganze 5 (von 5) Punkte und eine klare Leseempfehlung.