Mittwoch, 23. Dezember 2015

[MINI-REZENSION] "Stille Nacht, grausige Nacht"

Ansprechendes Cover
Die Autorin
Geboren und aufgewachsen in Coburg, wurde Friederike Schmöe früh zur Büchernärrin - eine Leidenschaft, der die Universitätsdozentin heute beruflich frönt. In ihrer Schreibwerkstatt in der Weltkulturerbestadt Bamberg verfasst sie seit 2000 Kriminalromane und Kurzgeschichten; sie gibt Kreativitätskurse für Kinder und Erwachsene und veranstaltet Literaturevents, auf denen sie, begleitet von Musikern, aus ihren Werken liest. Ihr literarisches Universum umfasst u. a. die Krimireihe um die Bamberger Privatdetektivin Katinka Palfy und eine Krimiserie mit der Münchner Ghostwriterin Kea Laverde als Hauptfigur.
 
Format: ePUB / Dateigröße: 1924 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 245 Seiten
Verlag: GMEINER; Auflage: 1 (7. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ASIN: B00XPFVXBW


Leseprobe
Quelle: bookview.libreka.de  *lies mich*



Die Geschichte...
23. Dezember: Die junge Reporterin Trisha macht sich von Leipzig auf den Weg nach Nürnberg, um mit ihrem Vater Weihnachten zu verbringen, obwohl sie diese Aussicht alles andere als erfreut. Doch ein Stau zwingt sie von der Autobahn und wegen des immer heftiger werdenden Schneetreibens landet Trisha in einem heruntergekommenen Hotel mitten im Thüringer Wald. Dort findet sie auf der Suche nach einem Zeitvertreib zufällig ein Notizbuch mit Fakten über sie selbst, ihre Familie und Karriere sowie die Feststellung, dass sie am Morgen des 24. Dezember sterben wird. Trisha das zunächst für einen Scherz, doch jemand meint es mit dieser Drohung bitterernst...

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Da mich der Klappentext angesprochen hat, wollte ich "In guten wie in toten Tagen" unbedingt lesen. Außerdem passt die Geschichte gerade gut zur (Vor-)Weihnachtszeit.

Reihe: Nein, Einzelbuch

Handlungsschauplatz: Als Handlungsschauplatz dient vorwiegend der Thüringer Wald und wartet mit lebendigen Orts- und Schauplatzbeschreibungen auf.

Handlungsdauer: Die Story beginnt mit einem Gedicht von Goethe, startet nach dem Prolog am 23. Dezember und endet am 24. Dezember.

Hauptperson:  Trisha Seling ist 29 Jahre jung, Single und stammt aus einer angesehenen Journalisten-Familie. Die Journalistin leidet noch immer unter einer Grippe und hat deshalb einen äußerst prekären Fall an ihre Kollegin Lusya abgegeben, doch die Geschichte beschäftigt Trisha noch immer... Trisha ist zwar nicht direkt unsympathisch, wirkt allerdings sehr farblos und eindimensional. Außerdem konnte ich oftmals ihre Handlungen und Taten nicht (ganz) nachvollziehen.

Nebenfiguren: Hier spielen unter anderem Lars Hampstedt (Trisha lernt den durchtrainierten Ex-Sportlehrer, der sich auf Schlittenhund-Expeditionen spezialisiert hat, im Stau kennen und ist von Lars angetan) und Lusya Griebler (die hübsche Frau ist Trishas Freundin sowie Kollegin und sehr ehrgeizig) eine große Rolle, doch auch die Nebencharaktere können leider nicht überzeugen.

Romanidee: Reizvolle Idee (eine junge Frau findet sich in einer abgeschiedenen Gegend wieder und erhält eine Morddrohung) mit mäßig gelungener Umsetzung.

Genre: Ein Thriller bzw. ein "frostiger Winterthriller" (wie es der Zusatz auf dem Cover verspricht) ist "Stille Nacht, grausige Nacht" für meinen Geschmack nicht, dafür fehlt mir die Hochspannung bzw. der Nervenkitzel. Ist für mich eher ein Roman mit wenigen Spannungselementen.

Erzählperspektive: Ich-Erzählerin Trisha schildert die Geschehnisse aus ihrem Blickwinkel und erzählt uns in Rückblenden mehr über den Fall "Ron Faber", denn auf dem Dienstcomputer des Politikers wurden Kinderpornos gefunden und die ganze Sache endet in einem Blutbad. Wir erfahren häppchenweise mehr über die Protagonistin und ihren letzten großen Fall, der sie nicht loslässt, obwohl sie ihn eigentlich abgegeben hat.

Handlung: "Stille Nacht, grausige Nacht" birgt eine interessante Ausgangssituation mit vielen Turbulenzen, einigen (leider wenigen) spannenden Momenten und einer wirren Auflösung, wobei das Potential hier nicht ausgeschöpft wurde. Leider verliert sich die Story manchmal zu sehr in Nebensächlichkeiten, unrealistischen Szenarien und allzu ausgeschmückten/langatmigen Beschreibungen, was mir persönlich nicht zusagt.

Schreibstil & Co:  Das einzig Positive an dem Plot sind die emotionsgeladene Schreibweise und die lebendigen Schauplatzbeschreibungen, was die Geschichte allerdings nicht mehr retten kann.

FAZIT:
"Stille Nacht, grausige Nacht" ist mein erstes und wahrscheinlich auch mein letztes Buch von Frederike Schmöe, da mich dieser selbsternannte Winterthriller so gar nicht überzeugt hat bzw. mir hier die Gänsehaut und Hochspannung fehlen, die ich von einem Thriller einfach erwarte. Wegen diverser Mankos, die mich sehr gestört haben, erhält Trishas Abenteuer  von mir nur (von 5) Punkte.

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Büchersüchtige Grüße,
Sabine