Montag, 28. September 2015

[REZENSION] "Elbe aufwärts"

Für dieses Rezensionsexemplar bedanke ich mich ganz herzlich beim Diana Verlag.  

Cover
Quelle: Random House
Die Autorin
Janna Hagedorn, geboren 1969, ist Journalistin und Bloggerin. Sie schreibt u. a. für "Merian", "Myself" und "Petra". Unter dem Namen Verena Carl hat sie bereits sehr erfolgreiche Romane und Kinderbücher herausgebracht. Im Diana Verlag erscheinen auch ihre Romane "Yogis küsst man nicht" und "Friesenherz". Sie erhielt zweimal den Hamburger Literaturförderpreis und lebt mit ihren Kindern und ihrem Mann in Hamburg.
 
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Diana Verlag (8. September 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453358651
ISBN-13: 978-3453358652
Größe und/oder Gewicht: 11,9 x 2,7 x 18,8 cm


Leseprobe
Quelle: bic-media.com *lies mich*


Die Geschichte...
Style-Chefredakteurin Harmony Schlüter-Hansen sieht sich auch schon als Chefredakteurin der Zeitschrift Elsa, doch dann kommt alles anders... Denn die 45-jährige Top-Journalistin erfährt durch einen Zufall, dass sie ihr junger Freund Mo betrügt und so will sie nur weg aus Hamburg, doch zu allem Überfluss ist kein Zimmer in einem schicken Wellnesshotel frei und so landet Harmony auf dem Land - genauer gesagt im niedersächsischen Wendland, in Wunnefitz. Dort entdeckt sie zufällig ein heruntergekommenes Dorfgasthaus, auf das sich Harmony auf den ersten Blick verliebt und sie kann das liebevoll renovierte Feinschmecker-Restaurant mit geschmackvollen Möbeln und feiner Küche förmlich vor sich sehen. Und dann wird Harmony von ihrem Chef bzw. einer Konkurrentin ausgebootet und ist ihren Job in Hamburg los. Nun sieht die hübsche Mittvierzigerin die Chance auf einen Neuanfang, kratzt all ihre Ersparnisse zusammen und kauft kurzerhand die desolate Immobilie an der Elbe. Bis zur Eröffnung ihres Lokals "Elbliebe" ist noch viel zu tun und Harmony hat nicht mit den Dorfbewohnern gerechnet, die lieber Schnitzel als Haute cuisine essen. Doch so leicht gibt Harmony nicht auf...

Meine Meinung:
Vom netten Cover und dem vielversprechenden Klappentext angelockt, wollte ich "Elbe aufwärts" auf alle Fälle lesen. Die Geschichte beginnt im September in Hamburg, dauert mehrere Monate, spielt sich vorwiegend im Wendland ab und endet in Hamburg. Die Orts- und Schauplatzbeschreibungen wurden so lebendig beschrieben, dass man sich alles wunderbar vorstellen kann.

Harmony Schlüter-Hansen hat mit 45 Jahren erreicht, wovon viele träumen. Sie hat einen tollen, verantwortungsvollen Job als Chefredakteurin des Modemagazins "Style", eine schöne Wohnung im Hamburger Stadtteil Eppendorf und ist mit dem jüngeren Gastrokritiker Mo(ritz) Liebermann zusammen. Doch dann bricht das Leben der toughen Karrierefrau auseinander, als sie erfährt, dass sie Mo betrügt und dass sie den Posten als Chefredakteurin des Hausfrauen-Magazins "Elsa" nicht bekommt, sondern ihre Kollegin Anita Wirblinger und Harmonys Dienste nun nicht mehr benötigt werden. Allerdings gibt sich die Mittvierzigerin, die in einer Hippie-Kommune aufgewachsen ist und ein gespaltenes Verhältnis zu ihrem Vater hat, nicht so leicht geschlagen und macht ihren Traum vom Feinschmeckerlokal "Elbliebe" wahr...

Hauptperson Harmony ist zwar durchaus eine sympathische Protagonistin mit Ecken und Macken, die eine ansehnliche Weiterentwicklung durchlebt, jedoch konnte ich mich nicht immer mit ihr bzw. ihren Handlungen & Taten identifizieren, denn manchmal wirkt Harmony für ihr Alter ein wenig blauäugig.

Die mitwirkenden Nebencharaktere wie Harmonys Vater Horst (Harmony versteht sich mit dem Psychotherapeuten nicht besonders gut, vor allem seit dem Tod ihrer Mutter Ingrid), ihr Ex-Liebhaber Mo (dem Harmony zu seinem Kritikerjob verholfen hat und der sie mit einer Künstlerin betrügt),  die Bewohner des Wendlandes wie z.B. Nachbarstochter Wiebke (ein "großes Kind", die früher häufig zu Gast in der Gasthausküche war und immer ehrlich ihre Meinung sagt), der hiesige Künstler Jano oder Koch und Globetrotter Paul sind interessante Figuren, die sich gut in die Handlung einfügen.

"Elbe aufwärts" beinhaltet eine reizvolle, aber nicht ganz neue Romanidee (eine Großstädterin wagt auf dem Land einen Neubeginn und lernt das Landleben mit all seinen Facetten kennen) samt ansprechender Umsetzung. Die turbulenten Geschehnisse werden aus der Sicht von Harmony (in der 3. Person) geschildert, die uns Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt gestattet.

Es ist auf alle Fälle amüsant, mitzuerleben, wie sich Harmony von einer durchgestylten Chefredakteurin mit Designertasche und Porsche in eine Restaurant-Besitzerin mit Gummistiefeln und Geldsorgen verändert und was ihr alles passiert. Denn auch wenn sich der Ausgang der Geschichte vielleicht schon bald erahnen lässt, so bietet der Weg dorthin allerlei Wirrungen, Stolpersteinen und Turbulenzen und wurde mit vielen erheiternden Szenen, aber auch einigen ernsten Passagen versehen.

Ein gewisse Vorhersehbarkeit und kleine Längen sind zwar enthalten, stören den Lesefluss aber nicht weiter, obwohl mir die Geschichte irgendwie nicht ganz "rund" erscheint. Vervollständigt wird der ereignisreiche Roman durch den locker-leichten Schreibstil von Janna Hagedornunterhaltsame Dialoge und eine angenehme Sprache, wodurch sich die 352 Seiten rasend schnell lesen lassen.

FAZIT:
"Elbe aufwärts" ist mein erster Roman von Janna Hagedorn und eine kurzweilige Geschichte, in der sich alles um Harmony und ihren Neubeginn im Wendland dreht. Die Story wartet mit einem abwechslungsreichen Plot, einer interessanten Hauptperson sowie einer flüssigen Schreibweise auf und bietet den Lesern ein paar unterhaltsame Lesestunden. Allerdings fehlt mir neben kleinen Mankos "das gewisse Etwas" für die volle Punktzahl, weshalb die Geschichte "nur" 4 (von 5) Punkte erhält.





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Büchersüchtige Grüße,
Sabine