Freitag, 15. Oktober 2010

[REZENSION] "Scriptum"

Cover
Der Autor
Raymond Khoury, im Libanon geboren, wuchs in den USA auf. Er studierte Architektur und arbeitete in der Finanzbranche, bevor sein erster Roman "Scriptum" erschien. "Scriptum" wurde in 35 Sprachen übersetzt und erreichte eine Weltgesamtauflage von 5 Millionen. In Deutschland stand "Scriptum" monatelang auf Platz eins der Bestsellerliste. Auch der Nachfolger "Immortalis" war ein großer Erfolg.

Produktinformation
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Taschenbuch: 560 Seiten
Verlag: rororo (1. Oktober 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499246910
ISBN-13: 978-3499246913
Originaltitel: The Last Templar
Größe und/oder Gewicht: 19 x 11,4 x 4,4 cm 


Die Geschichte...
Die 36-jährige Archäologin Tess ist zufällig bei der Ausstellungseröffnung "Schätze des Vatikan" im New Yorker "Metropolitan Musem of Art" anwesend, als dort plötzlich 4 Reiter in Tempelritterkluft auftauchen, die die Ausstellungsstücke plündern und ein Blutbad anrichten. Unter der Beute befindet sich auch ein altes Holzkästchen, dessen Bedeutung zunächst nur Tess erkennt. Denn der zuständige Beamte des FBI, Sean Reilly ist zunächst ratlos und nimmt die Hilfe der attraktiven Archäologin mit ihrem Wissen über Kirchengeschichte nur zu gern an. Werden die Beiden das Rätsel um den entwendeten Verschlüsselungsapparat lösen? Und welche Rolle spielt dabei Monsignore de Angelis?

Meine Meinung:
Anfangen tut die Geschichte mit dem Überfall auf das Museum und der Einführung der mitwirkenden Personen richtig rasant - und dies geht auch bis ca. zur Hälfte des Buches so weiter. Nur lässt dann die Spannung schlagartig nach und die Handlung wird so richtig klischeehaft und auch abstrus. Was hat sich der Autor dabei gedacht?!?

Hauptprotagnisten sind Altertumsforscherin Tess und FBI-Agent Reilly. Tess Chaykin ist neben ihrem Beruf auch noch alleinerziehende Mutter und hat sich so in die Erforschung des geheimnisvollen Holzkästchens verbissen, dass sie sich dafür sogar in Gefahr begibt. Das Gesetz wird hier durch den charmanten Agenten Sean Reilly vertreten, der in erster Linie die Morde im Museum lösen möchte und dabei auf ein Geheimnis stößt, bei dem es um Leben und Tod geht...
 
Nebenfiguren gibt es hier etliche, für mich sind es ein paar zu viel (da kommt man mit den ganzen Namen und Identitäten durcheinander *hust*). Doch im Großen & Ganzen wirken die Charaktere glaubwürdig und realistisch. Nur der Priester, der gleichzeitig auch noch CIA-Spion ist, wirkt etwas unglaubwürdig...

Wie schon erwähnt, startet die Handlung spannend und actionreich, flacht aber nach der Hälfte so richtig ab. Schade, denn da hätte der Autor viel mehr herausholen können. Gemeinsam machen sich unsere Helden auf die Suche nach dem Dechiffriergerät und den Drahtziehern. Dabei geraten sie in das Visier verschiedener Schurken...

In Rückblenden ins 13. Jahrhundert erfahren die Leser mehr über die Geschichte der Tempelritter. Die Reise in die Vergangenheit dauert allerdings nur immer ein Kapitel und danach wird man gleich wieder zurück in die Gegenwart katapultiert. Leider verlaufen einige Handlungsstränge im letzten Drittel im Sande und für mich gibt es schon einige offene Fragen, die bis zum Ende des Buches nicht beantwortet wurden. Schade, aber es lässt sich nicht ändern...

Ihre abenteuerliche Suche führt Tess und Sean von Amerika nach Europa, doch Näheres will ich nicht verraten, außer dass es dort sehr actionreich zugeht. Erzählt wird die Geschichte größtenteils aus der Perspektive von Tess, doch auch Reilly und unzählige der Nebenfiguren kommen zu Wort und präsentieren ihre Sicht der Ereignisse.

War der Schreibstil anfangs noch fesselnd, konnten mir die verworrenen Geschehnisse vor allem im letzten Drittel nur mehr ein Gähnen entlocken. Positiv anmerken muss ich allerdings, dass sich die Romanze zwischen den beiden Helden nur sehr zart entwickelt und den Abenteueranteil nicht übersteigt.

FAZIT:
"Scriptum" ist ein Thriller mit wenig Thrill, dafür aber mit vielen verworrenen Handlungssträngen. Schade, dass die Handlung so stark nachgelassen hat. Dafür gibt´s von mir (mit viel Augenzudrücken) 3 (von 5) Punkte.


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Büchersüchtige Grüße,
Sabine