Dienstag, 26. April 2011

[REZENSION] "Zwölf mal Polt" (Kurzgeschichten)

Für dieses Rezensionsexemplar bedanke ich mich sehr herzlich beim Haymon Verlag und der netten Frau Oberdanner.

Cover
Der Autor
Alfred Komarek, Jahrgang 1945, geboren in Bad Aussee. Autor zahlreicher Bücher, in denen er sich als literarischer Wegbegleiter durch österreichische und europäische Kulturlandschaften erweist, aber auch als Essayist und Erzähler. Gestaltung von Features und Feuilletons, Drehbüchern und Dokumentationen fürs Fernsehen. Seine Krimis der Polt-Serie schafften alle den Sprung in die Bestseller-Listen und wurden für das Fernsehen verfilmt, ebenso seine Roman-Tetralogie, die im Salzkammergut spielt. Alfred Komarek lebt als freier Schriftsteller in Wien, Bad Aussee und Niederösterreich.

Produktinformation
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Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: Haymon Verlag; Auflage: 1 (23. Februar 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3852186781 / ISBN-13: 978-3852186788
Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,2 x 2,4 cm



Die Geschichte...
"Zwölf mal Polt" heißt eine Kurzgeschichtensammlung mit genau 12 Geschichten, die sich alle um den Gendarmerieinspektor Simon Polt drehen. In der 1. Geschichte "Der Anfang vom Ende" erleben wir Polts erste Tage in der Gedarmerie-Dienststelle Burgheim, in "Eine Ewigkeit Belichtungszeit" klärt Simon Polt den Mord an einem deutschen Fotografen auf und in "Die Himmelsleiter" dürfen wir Polt (nunmehr Ruheständler, Aushilfe im Kaufhaus und Lebensgefährte der Dorflehrerin Karin Walter) als Vater von Zwillingen erleben. Andere Geschichten tragen Titel wie "Katerfrühstück", "Kellerleichen" und "Der Hass nebenan".

Meine Meinung:
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich vorher noch nichts von Alfred Komarek bzw. Simon Polt gelesen habe. Auf 208 Seiten führt uns der Autor gemeinsam mit Simon Polt durch das österreichische Weinviertel. In einer kleinen Ortschaft im (erfundenen) Wiesbachtal -in tschechischer Grenznähe- lebt und arbeitet Simon Polt. Die Kurzgeschichten umfassen schätzungsweise 20, 25 Jahre Lebensjahre des schrulligen Dorfgendarmen.

Simon Polt ist eine interessante, liebenswerte Figur mit Potential. Nach dem Ausscheiden aus der Gendarmerie (den Grund dafür habe ich nicht herausgefunden) bestreitet er seinen Lebensunterhalt als Gehilfe im Kaufhaus von Frau Habesam, als Teilzeitwirt und hin und wieder als Führer durch die schönen Kellergassen - denn der vielschichtigen Hauptperson liegt sein Heimatort sehr am Herzen. Der oftmals grüblerische, aber auch sture Mann hält viel von Tradition, Gerechtigkeit und gutem Wein, deshalb besitzt er sogar ein eigenes Presshaus. Immer mit von der Partie ist sein gefräßiger Kater Czernohorsky. Und auch die originellen Nebencharaktere sind gut gezeichnet und wirken lebensecht.

Wer richtige Kriminalgeschichten erwartet, ist hier falsch am Platz, denn in "Zwölf mal Polt hat man es mehr mit kleinen Gaunereien und Ähnlichem zu tun, aber manchmal findet man doch einen toten Fotografen in einem Grab oder einen leblosen Japaner in der Maische. ;-) Anfangs tat ich mich ein wenig schwer, in die Geschichten hineinzufinden, aber hat man sich erst in die Materie "eingearbeitet", lesen sich die Kurzgeschichten flüssig.

Die 12 Kurzgeschichten geben uns einen guten Einblick in das dörfliche Leben und die Lebensweise von Polt, der hier als Erzähler fungiert. Interessant finde ich auch die Weiterentwicklung vom jungen Anfänger bis hin zum gestandenen Familienvater, obwohl man nicht immer gleich zuordnen kann, in welchem Lebensabschnitt sich die Hauptperson  in der jeweiligen Geschichte befindet.

Und da ich ja selbst in einer Weinbaugemeinde im benachbarten Bundesland Burgenland lebe, ist mir der malerische Schauplatz mit den Presshäusern und Kellergewölben, sowie den unterschiedlichen Weinsorten nicht fremd. Und der Herr Polt genehmigt sich auch gern ein oder zwei Gläser Grüner Veltliner, Traminer oder Blauer Portugieser, denn bei einem Glaserl Wein redet es sich gleich leichter. ;-)

Der Schreibstil von Alfred Komarek lässt sich als als etwas eigenwillig, aber durchaus angenehm bezeichnen. Auf Seite 109 sagt Polt so schön: "Ich bin nüchtern. Aber auch besoffen vor Glück".

FAZIT:
Ein unterhaltsamer Kurzgeschichtenband rund um einen verschrobenen,  rundlichen  Dorfgendarmen in einer malerischen Gegend. Wer gern kauzige Protagonisten und nicht alltägliche Geschichten mag, ist mit "Zwölf mal Polt" gut beraten. Dafür vergebe ich 4 (von 5) Punkte.



Kommentare:

  1. Hallo Sabine,
    das liegt auch noch auf meinem SuB. Nach Deiner tollen Rezi werde ich es jetzt gleich mal ganz nach vorne schieben.
    Schicke Dir liebe Grüße, Isabel

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  2. @bellxr: Hallo Isabel!
    Freut mich ungemein, dass dir meine Rezi gefällt. :)
    Bin schon mal gespannt, was du dazu sagen wirst...

    LG, Sabine

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Sabine