Samstag, 18. Dezember 2010

[REZENSION] "Die Beste zum Schluss"

Cover

Der Autor
Michel Birbaek (*Juli 1962 in Kopenhagen) ist ein dänischer Autor, der seit 1974 in Deutschland lebt. Nach 15 Jahren als Musiker arbeitet Michel Birbaek seit Mitte der 1990er Jahre als freier Autor und hat neben Drehbüchern, Kolumnen sowie Gags für Harald Schmidt und Stefan Raab, mittlerweile fünf Romane veröffentlicht.

Produktinformation
Link zu Amazon
Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Hardcover); Auflage: 1 (28. August 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785723970
ISBN-13: 978-3785723975
Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,2 x 3,4 cm

Leseprobe
Quelle: bic-media  *unbedingt lesen*



Die Geschichte:

Mitten in der Liebeskummerverarbeitung trifft Mads auf einem Partyschiff seine alte Jugendfreundin Rene: Beide haben gescheiterte Beziehungen hinter sich und da erscheint es ihnen vernünftig zusammenzuziehen. 5 Jahre später findet Mads das Modell "Single mit Familienanhang" noch immer praktisch und auf einer Party lernt er Eva kennen. Die Beiden verstehen sich toll und Mads ist sich anfangs nicht sicher, was und ob er von Eva will. Und dann kommt alles anders als gedacht, denn...
**Achtung SPOILER** Zum Lesen bitte Text markieren
nach einer miteinander verbrachten Nacht gesteht Eva, dass sie in ein paar Stunden nach Kanada auswandern wird. Mads ist wie vor den Kopf geschlagen und lässt diese wunderbare Frau wegfliegen. Rene macht ihm Mut und gerade als Mads einen Flug nach Kanada gebucht hat, kommt seine platonische Freundin mit einer schrecklichen Nachricht nach Hause. Sie hat Krebs und braucht ihren besten Freund ganz dringend. Nun steckt Mads in der Zwickmühle: Rene oder doch Eva???

Meine Meinung:
"Die Beste zum Schluss" beginnt damit, dass Mads (der den Verlust seiner (Ex-)Freundin und seiner Möbel betrauert ) auf einem Partyschiff seine Jugendfreundin Rene trifft, die er schon Jahre nicht mehr gesehen hat. Beide haben gescheiterte Beziehungen hinter sich und ziehen kurzerhand zusammen. 5 Jahre später... leben sie noch immer in ihrer Kölner WG zusammen und für Rene´s Kinder Lola (5) und Oscar (4) ist Mads ein Ersatzvater.
Das ist auch notwendig, denn Rene vergräbt sich in ihrer Arbeit und als Journalist bei einer Frauenzeitschrift kann sich Mads seine Zeit schon eher einteilen und holt die Kinder oft genug vom Kindergarten ab. Da Rene sich zum Workaholic entwickelt, gehen Mads und Rene auf einen Kostümball, wo Mads Eva, die als Nonne verkleidet ist, kennen lernt und sich zu ihr hingezogen fühlt. Doch gibt es die große Liebe für Mads wirklich?

Michel Birbaek beschreibt augenzwinkernd und charmant das Leben von Mads, der es mit 38 noch immer nicht geschafft hat, die Frau für´s Leben zu finden. Zwischendurch hat man das Gefühl, dass er das gar nicht will und dass ihm das Kuscheln mit seiner platonischen Freundin reicht.  Und nebenbei versorgt er uns auch noch mit der Information, dass beim Kuscheln Oxytocin gebildet wird und dass er für das Frauenmagazin "Anna" Caroline Sprallersen (O-Ton Mads: Eine künstlich lispelnde Jungschauspielerin, die irgendein unterbelichteter Pressetexter "die Geilste Deutschlands" getauft hat) interviewen muss und dabei eine Überraschung erlebt.

Die Hauptperson Mads ist mir von Beginn an sympathisch. Er ist liebenswert, hat immer einen lockeren Spruch oder Vergleiche auf den Lippen und kümmert sich fürsorglich um seine Mitbewohner. Aber auch Rene und die beiden süßen Kinder sind mir gleich an´s Herz gewachsen. Diese ausgefeilten Charaktere schaffen es, das Lesen zu einem besonderen Vergnügen zu machen, so dass am liebsten gleich mit dabei wäre. :)

Und obwohl die Geschichte auch traurige Themen beeinhaltet, schafft es der Autor, die Balance zwischen lustig und ernst bravourös zu meistern und niemals in´s Unglaubwürdige oder Klischeehafte abzurutschen. Die Handlung wird übrigens von Mads in der Ich-Form geschildert, eine Erzählform, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat.

Seit "Nele & Paul" bin ich ja ein großer Fan von Michel Birbaek´s Art zu schreiben und seinen großartigen Wortkreationen. Sein Schreibstil ist charmant, reizvoll und schonungslos ehrlich. Und die Dialoge zwischen den Bewohnern der zauberhaften Patchworkfamilie machen das besondere und innige Verhältnis zueinander deutlich.

FAZIT:
Obwohl "Nele & Paul" mein Lieblingsroman dieses Autors bleiben wird, folgt "Die Beste zum Schluss" dicht danach. Ein wunderbarer Roman mit einem besonderem Ende, der sich rasant lesen lässt. Dafür verleihe ich 5 (von 5) Punkte!

Keine Kommentare:

Kommentar posten

Ich freue mich sehr über (ernstgemeinte) Kommentare zu meinen Posts. Immer heraus mit eurer Meinung...

Büchersüchtige Grüße,
Sabine