Mittwoch, 27. Januar 2016

[MINI-REZENSION] "Die Reinheit des Todes" (Band 1)


Cover
Quelle: Random House
Der Autor
Vincent Kliesch wurde in Berlin geboren. Nach dem Abitur machte er eine Ausbildung zum Restaurantfachmann und arbeitete danach mehrere Jahre in der Gastronomie. Dabei entstand auch die Idee zu seinem ersten Thriller Die Reinheit des Todes, der auf Anhieb zu einem großen Erfolg wurde. Wenn Vincent Kliesch nicht schreibt, unterhält er als Moderator das Publikum bei Firmenevents und im Filmpark Babelsberg. In seiner Freizeit widmet er sich am liebsten seiner Leidenschaft für gutes Essen und Wein.

*Produktinformation*
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (10. Mai 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442374928
ISBN-13: 978-3442374922
Größe und/oder Gewicht: 12,5 x 2,5 x 18,3 cm

Leseprobe
Quelle: bic-media.com *lies mich*
  


 Die Geschichte...
Berlin: Der "Putzteufel-Mörder" hat wieder zugeschlagen und innerhalb von 8 Monaten 3 Leichen, die in ihrer makellos gereinigten Wohnung aufgebahrt wurden, hinterlassen. Die Mordkommission ist ratlos und nun ist es für den Leider der Berliner Mordkommission an der Zeit, seinen alten Freund Julius Kern hinzuzuziehen. Bereits vor 3 Jahren konnte der LKA-Beamte einen brutalen Serienkiller fassen, der allerdings freigesprochen wurde und Julius Kern leidet noch immer unter seinem Scheitern. Doch mit der Aufklärung der Putzteufel-Morde erhält der eigensinnige Ermittler eine neue Chance...

Meine Meinung in Kurzfassung:
Kauf-/Lesegrund: Da ich einem blutigen Thriller einfach nicht widerstehen kann und mir dieses Buch beim Regalputz in die Hände gefallen ist, musste ich "Die Reinheit des Todes" erneut lesen. Das erste Mal hatte ich im Jahr 2010 das Vergnügen und *hier* könnt ihr die "alte" Rezension lesen (seitdem habe ich mich gottseidank in punkto strukturierter Rezensionen weiterentwickelt).

Reihe: 1. Band der Julius Kern-Trilogie

Handlungsschauplatz: Der Schauplatz des Grauens wurde in die deutsche Hauptstadt Berlin verlegt.

Handlungsdauer: Nach dem Prolog beginnt die 3 Jahre nach den brutalen Scheunenmorden, dauert mehrere Wochen und endet mit dem Epilog 3 Wochen später.

Hauptperson: Kriminalhauptkommissar Julius Kern ist schätzungsweise Ende 30/Anfang 40, lebt von seiner Frau Natalie getrennt und sieht seine geliebte Tochter Sophie leider selten. Seit einigen Jahren arbeitet der ehrgeizige Ermittler, der gern gegen den Strom schwimmt, für das LKA in Brandenburg. Allerdings wird seine Fähigkeit, sich in die Täter einzufühlen und diese dadurch zur Strecke zu bringen, für die Aufklärung einer Mordserie in Berlin benötigt, denn der "Putzteufel" bahrt seine Opfer auf ihren Esszimmertischen auf und hinterlässt keinerlei Spuren...
Julius Kern ist ein sympathischer und ungewöhnlicher Ermittler mit Facetten, privaten Problemen und einer besonderen Fähigkeit, die er für seine Arbeit benötigt.

Nebenfiguren: Die Nebencharaktere wie Quirin Meisner (der Leiter der Mordkommission ist ein väterlicher Freund von Kern), Daniela Castella (die Dezernatsleiterin des LKA Berlin ist eine strenge, aber gerechte Chefin und mit einem Italiener verheiratet), Raphael van Bergen (der junge attraktive Mann, der wie ein Engel aussieht, wohnt mit seiner Mutter in einem schönen Anwesen, malt leidenschaftlich gern und hat zudem eine besondere Vorliebe)  und Tassilo Michaelis (der ehemaliger Oberkellner hat 5 Menschen bestialisch in einer Scheune ermordet und bedauerlicherweise konnte ihn Julius Kern nicht hinter Gitter bringen, denn er wurde freigesprochen, was den Polizisten noch immer ärgert) sind ausgefeilte Persönlichkeiten, die sich trotz hervorragend in das Geschehen einfügen. Während der Putzteufel-Mörder eher sanft tötet und hinterher alles klinisch reinigt, beseitigt der andere Täter seine Opfer sehr skrupellos und überaus brutal.  Beide Killer-Figuren werden realistisch dargestellt, ebenso wie ihre Umgebung bzw. die Tat-Hintergründe.

Romanidee: Ausgezeichnete Grundidee (eine wichtige Figur im Dienstleistungs-Milieu anzusiedeln bzw. einen Kommissar, der sich in Täter hineinversetzen kann), die hervorragend umgesetzt wurde.

Erzählperspektiven: Neben dem Haupterzähler Julius Kern schildern auch andere Figuren wie der Putzteufel-Mörder (der seine Opfer lang ausspioniert und den Tatort klinisch reinigt) und Tassilo Michaelis (der Psychopath ermordet seine Opfer bestialisch und ist mit 5 Morden davongekommen, außerdem ist er aus einem unerfindlichen Grund auf Julius Kern fixiert) die aktuellen Geschehnisse aus ihrem jeweiligen Blickwinkel (in der 3. Person). In Rückblenden erfahren wir mehr darüber, was 3 Jahre zuvor geschehen, was es mit den Scheunenmorden auf sich hat und warum Tassilo noch immer frei herumläuft). Außerdem wird die Identität des Putzteufel-Killers relativ früh gelüftet, weshalb der Leser gemeinsam mit dem Täter einen Vorsprung gegenüber der Polizei hat

Handlung: "Die Reinheit des Todes" wartet mit einer spannenden Geschichte mit verschiedenen Sichtweisen, miteinander verwebenden Handlungssträngen vollgepackt mit Nervenkitzel, ungeahnten Wendungen, raffiniert gelegten falschen Fährten und einem durchgehenden gespannten Spannungsbogen auf, die sich rasend schnell lesen lässt. Die Geschichte, die ganz ohne überflüssige Passagen oder ausgeschmückte Schilderungen auskommt, ist abgeschlossen, birgt einige offene Fragen und lässt somit Raum für den 2. Band "Der Todeszauberer".

Schreibstil & Co:  Vervollständigt wird das gelungene Debüt mit einer überaus mitreißenden Schreibweise und Kapitel in angenehmer Länge. Da die Story mit viel Blut, Leichen und Gewalt versehen wurde, ist der 1. Julius Kern-Band für Leser mit schwachem Magen eher ungeeignet.

FAZIT:
"Die Reinheit des Todes" nennt sich der Trilogie-Auftakt rund um den exzentrischen Hauptkommissar Julius Kern. Die Geschichte hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen und mich dank des rasanten Plots, der reizvollen Protagonisten sowie des packenden Schreibstils wunderbar unterhalten. Dieser gelungene Thriller erhält deshalb von mir 5 (von 5) Punkte.

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Büchersüchtige Grüße,
Sabine