Freitag, 17. September 2010

[REZENSION] "Erebos"

Ein ganz besonderes Buch ist "Erebos" - dieses Jugenduch hat mich schwer beeindruckt...

Cover
Die Autorin
Ursula Poznanski wurde 1968 in Wien geboren. Sie ist als Journalistin für medizinische Zeitschriften tätig. Lebt mit ihrer Familie im Süden von Wien. Ihre Bücher zeichnen sich durch sprühenden Witz und Ideenreichtum aus.

Produktinformation
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Gebundene Ausgabe: 485 Seiten
Klappenbroschur mit Prägung, Spotlack und Softtouchfolie

Verlag: Loewe Verlag (7. Januar 2010) / Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785569572 / ISBN-13: 978-3785569573
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 13 Jahre
Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 14 x 4,6 cm


Leseprobe
Quelle: Loewe Verlag  *äußerst empfehlenswert*

Die Geschichte...
London: In einer Schule kursiert ein geheimnisvolles Computerspiel namens "Erebos". Das Spiel macht, begleitet von Geheimniskrämerei, die Runde und landet eines Tages bei Nick, der bis dahin eher abgeneigt war (denn die Spieler verhalten sich sonderbar, sind angespannt und fehlen tagelang in der Schule). Auch Nicks Freund Colin benimmt sich eigenartig (er quatscht mit den -bisher geächteten- "Häkelschwestern" Dan & Alex und meidet dafür Nick). Als Nick dann am heimischen Laptop "Erebos" hochlädt, muss er zuerst einen Schwur zur vollständiger Verschwiegenheit leisten und Regeln befolgen, ansonsten fliegt man aus dem Spiel raus.

Die Regeln in Kurzform:
Regel Nr. 1: Du hast nur eine Chance, Erebos zu spielen. Wenn du sie vertust, ist es vorbei.
Regel Nr. 2: Wenn du spielst, achte darauf, allein zu sein. Erwähne im Spiel niemals deinen richtigen Namen.
Regel Nr. 3: Der Inhalt des Spiels ist geheim. Sprich mit niemandem drüber.
 


Als Nick in diese fantastische und höchst realistisch gestaltete Spielwelt eintaucht (dessen Spielcharakter ein Dunkelelf namens Sarius ist), ahnt er noch nicht, worauf er sich eingelassen hat.  Denn Erebos ist intelligent  und spricht mit seinen Spielern. Ziel ist es, den Feind Ortolan zu besiegen. In Form eines Boten, der je nach "Leistung" mit neuer Ausrüstung oder höherem Level belohnt bzw. ebenso bestraft, werden ebenso Nick Aufträge erteilt - sowohl in der Fantasiewelt als auch in der realen Welt. Und Erebos scheint überall zu sein, denn es beobachtet, beschenkt und kontrolliert ihn. Und dann kommt es noch schlimmer...  
**Achtung SPOILER** Zum Lesen bitte Text markieren 
Denn die Aufträge werden immer "schwieriger" und als Nick seinem Lehrer Mr. Watson todbringende Tabletten in den Tee geben soll, meldet sich sein Gewissen und er führt den Auftrag nicht aus.   Daraufhin ist er Bote natürlich sehr verärgert und Sarius wird aus dem Computerspiel ausgeschlossen.  Zuerst glaubt Nick noch fest daran, dass sich Erebos nochmals starten lässt, was sich jedoch als Irrtum herausstellt - daraufhin fällt der Jugendliche in ein tiefes Loch; hat das PC-Spiel bisher doch sein Leben sehr beherrscht...  Doch Nick gibt nicht auf und will mit Hilfe von Schulfreundin Emily und deren Bekannten Victor "Erebos" das Handwerk legen.

Meine Meinung:
"EREBOS" ist sowohl als Spiel als auch in Buchform süchtigmachend!
Obwohl auf dem Cover Thriller steht, würde ich den Roman als gelungene Mischung aus Fantasy und Jugendthriller bezeichnen.  Ursula Poznanski schafft es hervorragend, die atemberaubende Welt von Erebos derart bildlich zu beschreiben, dass man meint, mitten im Spiel zu sein. Es lässt einen mit Nick mitfiebern, leiden und fürchten. Das Buch hat mich derart gefesselt, dass ich es innerhalb eines Tages auslesen musste!

Die fantastisch gestaltete & sehr bildhaft beschriebene Spielwelt mit all ihren unterschiedlichen Spielern (da gibt es Wesen wie z.B. Barbaren, Werwölfe, Vampire, Katzenmenschen, Zwergen und Dunkelelfen wie Sarius) und Spielen, Kämpfen & Rätsel lässt sich schwer beschreiben - man muss "Erebos" einfach gelesen haben, um zu wissen, was ich meine.  Dagegen verblasst manchmal die wirkliche Welt für Nick und seine Mitschülern (die allerdings als reale Personen nicht tiefer in die Geschichte eingeführt werden), welche quasi nur für das Spiel leben.

Die Geschichte wechselt zwischen der realen Welt und der virtuellen Welt hin und her. Dieses Jugendbuch (das aber ebenso Jugendliche wie Erwachsenen fesselt) besticht durch sein Wechselspiel der Welten. Während die Spieler in der Fantasiewelt von Erebos um höhere Level, tolle Fähigkeiten und ihr Leben kämpfen, wird die Wirklichkeit immer banaler und langweiliger.

Verfasst wurde das Buch in einem rasanten Schreibstil gepaart mit einer fesselnden Geschichte, die einen guten Einblick in die Psyche von Teenagern gewährt. Denn die jugendlichen Protagonisten sind vorwiegend zwischen 14 und 17 Jahre alt. Der Autorin gelingt es fabelhaft, ihre Figuren in eine Scheinwelt zu führen, die großes Lob, Ansehen und Respekt verspricht, obwohl sie sich auf der anderen Seite der Wirklichkeit immer mehr entziehen.
 
FAZIT:
"Erebos" besticht mit:
* einem wunderbar packenden Plot
* vielfältigen, lebendig gezeichneten Charakteren
* einer nervenzerreißend fesselnden fiktiven Welt
* samt einer bildhaften & nervenzerreißenden Stimmung in der Wirklichkeit
* vielen überraschenden Wendungen innerhalb der Geschichte

Beim Lesen habe ich meine Umwelt (inkl. Essen, Trinken und manchmal auch Ausatmen) vergessen und konnte das Buch nicht aus der Hand legen, bis die 486 Seiten ausgelesen waren. Grandiose 5 (von 5) Punkte mit Extrasternchen!!!



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Büchersüchtige Grüße,
Sabine